Wie Sie Lernziele fürs Unterrichten festlegen

Unterwegs an Wegweisern und Weggabelungen innehalten und prüfen: Wo sind wir gerade und wie müssen wir weitergehen, dass wir unser Wanderziel erreichen? Das Bild des Wanderns lässt sich auf das Planen und Durchführen von Unterricht übertragen, sagt Christine Eckhardt: Lernziele festlegen, diese transparent machen und auf dem Lernweg immer wieder prüfen, passt die Richtung und wie geht’s weiter.

Ein Merkmal kompetenzorientierten Unterrichts ist es, dass der Unterricht nicht von den zu bearbeitenden Inhalten, Methoden, Lernangeboten, sondern von den Kompetenzen her geplant wird. Zentral ist, über welche die Schüler:innen am Ende einer Lerneinheit verfügen sollten. Zu Beginn einer jeden Sequenzplanung werden die angestrebten Kompetenzen festgelegt und in Lernzielen konkretisiert, sodass klar ist, wohin es geht (Outcome).

Damit kommt den Lernzielen eine wegweisende Funktion zu. Sie steuern zum einen den Unterricht mit dessen Lerngelegenheiten und zum anderen die Beurteilung, bei der überprüft wird, inwieweit die Lernziele (Sachnorm) erreicht wurden.

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Schulische Zusammenarbeit mit Eltern

Das Projekt «Spielen Plus Elternfilme» der Pädagogischen Hochschule Zürich sowie des Volksschulamts Zürich vermittelt die Botschaft, dass Spielen und Lernen im Alter von vier bis acht Jahren eine Einheit bilden. Fabienne Huber führt das Angebot über die konkreten Spiel- und Lernsituation, welche in der Schule, zu Hause sowie in der Freizeit direkt umgesetzt werden können, in diesem Blogbeitrag aus.

Die Hoheit der Erziehung geniessen Eltern und Erziehungsberechtigte. Sie meistern diese Verantwortung oft mit grossem Einsatz und ihrem besten Wissen und Können. Die Verantwortung für die schulische Bildung übernehmen die kantonalen und kommunalen Behörden, die Schulleitungen sowie die Lehrpersonen in schulischen Bildungsinstitutionen. Die Bildungswissenschaft wie auch der Lehrplan 21 heben hervor, dass sich die Notwendigkeit zur Zusammenarbeit zwischen Schule und Elternschaft durch diese gemeinsame Verantwortung ergibt (vgl. Lehrplan 21, Grundlagen, Einleitende Kapitel, Zusammenarbeit mit den Eltern/Erziehungs­berechtigten).

Über die Wichtigkeit der Zusammenarbeit mit Eltern im Zyklus 1

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Führen mit Präsenz und Empathie

Weshalb ist resonante Führung gewinnbringend? Wie kann eine Schulkultur weiterentwickelt werden? Antworten auf diese und weitere Fragen finden sich im Buch «Führen mit Präsenz und Empathie» von Wilfried Schley und Michael Schratz. Die Autoren beschreiben, wie der Identitätswandel der Schulen gestaltet werden kann. Das gemeinsame Gestalten von Schule durch die Schulleitung und allen Beteiligten steht dabei im Zentrum. Stefanie Michel fasst das Buch zusammen und führt ihre Gedanken dazu aus.

Unsere Gesellschaft ist im Umbruch. Dementsprechend wandelt sich die Schule ebenfalls. Wilfried Schley und Michael Schratz sprechen gar von einem Identitätswandel, der sich vollzieht, da sich die Schule von einem Ort der Vermittlung zu einem der Entdeckung und Entfaltung der Persönlichkeiten wandelt. In ihrem Buch stellen die Autoren die Beziehungsgestaltung und das Miteinander ins Zentrum, um auf den tiefgreifenden Wandel zu reagieren. Der erste Teil des Buchs zeigt auf, weshalb resonante Führung im Mittelpunkt von Führung stehen sollte und wie die Schulkultur verändert werden kann. Mit Beispielen aus der Praxis werden die theoretischen Konzepte und Modelle veranschaulicht. Im zweiten Teil des Buchs werden den Leserinnen und Lesern Werkzeuge vorgestellt, die bei der Gestaltung des Wandels an der eigenen Schule eingesetzt werden können.

Mit resonanter Führung den Kulturwandel gestalten

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Pädagogische Schulführung im Kindergarten

Kinder entwickeln sich im Kindergarten unterschiedlich. Sie haben ihre eigene Lerngeschwindigkeit und bringen verschiedene Fähigkeiten mit. Wie Lehrpersonen in ihrer Arbeit unterstützt und die Qualitätskriterien von gutem Unterricht sichergestellt werden können. Katharina Ganz.

«Schwierige Kinder im Kindergarten»
«Kindergartenlehrpersonen am Anschlag»
«Kinder können nicht mehr spielen»

So oder ähnlich präsentieren sich aktuelle Schlagzeilen, wenn es um die Situation im Kindergarten geht. Bei Schuleintritt bringen Kinder ganz unterschiedliche Voraussetzungen mit. Die Heterogenität im Kindergarten ist hoch. Die Ansprüche an die Kindergartenlehrpersonen ebenso.

Situation im Kindergarten

Kinder, die in die Schule eintreten, stehen in Bezug auf ihre Entwicklung an ganz unterschiedlichen Orten: sei dies in Bezug auf ihre Kognition und Wahrnehmung, die Sprache, die motorischen Fähigkeiten, die sozio-emotionale Entwicklung oder bezüglich ihres Spiel- und Lernverhaltens. Die Integration von Kindern mit besonderen Bedürfnissen und die Umsetzung von Harmos – die Kinder sind teilweise jünger, wenn sie in den Kindergarten kommen – führen zu einer zusätzlichen Vielfalt und Heterogenität. Hinzu kommen gesellschaftliche Veränderungen wie sozio-ökonomische oder sozio-kulturelle Aspekte, Digitalisierung, vielfältige Familienformen, die sich in einer Klasse widerspiegeln.

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#schuleveranworten: Neue Ausgabe erschienen

Die neue Ausgabe des Web-Journals von #schuleverantworten zum Thema «Futures Literacy» ist erschienen! Stefanie Michel-Loher wirkt in der Zeitschrift mit und stellt sie hier vor.

Mit Futures Literacy ist die Fähigkeit gemeint, die es den Menschen ermöglicht, die Rolle der Zukunft in dem, was sie sehen und tun, besser zu verstehen. Die UNESCO hat Futures Literacy zur essenziellen Kompetenz des 21. Jahrhunderts erklärt. Im Web-Journal geben interessante Artikel aus Forschung und Praxis Antworten auf schulleitungsrelevante Fragen zum Thema.

Die nächste Ausgabe des Web-Journals von #schuleverantworten wird im September zum Thema «Autonom durch Innovation» erscheinen.

INFOBOX

#schuleverantworten ist ein Projekt der PH Niederösterreich und der PH Zürich. Die angebotenen Web-Dialoge und Web-Journale sollen Ideen, Dialoge und Erfahrungen bieten, Impulse geben und zum Diskurs an und um Führungsverantwortung in der Schulwelt anregen.

Zur Autorin

Stefanie Michel-Loher

Stefanie Michel-Loher arbeitet im Zentrum Management und Leadership an der PH Zürich. Sie ist hauptsächlich in der Schulleitungsausbildung tätig. Bei der Zeitschrift #schuleverantworten wirkt sie im Editorial Board mit.

Titelbild: Screenshot schuleverantworten

Redaktion: Melina Maerten

Die neue Schulleitungsausbildung an der PH Zürich

Vor einem knappen Jahr hat Niels Anderegg  in einem Blogbeitrag die ersten Ideen für die neue Schulleitungsausbildung an der PH Zürich vorgestellt. Heute freut er sich, die neugestaltete Schulleitungsausbildung – den DAS Schulleitung – vorstellen zu können. Die Ausbildung ist personalisierter, flexibler, kompetenzorientiert und ein wesentlicher Schritt, um die Professionalisierung von Schulleitungen weiter zu stärken.

Mit der neuen Schulleitungsausbildung wird sich auch der Name des Studiengangs ändern. Aus dem ‘CAS Führen einer Bildungsorganisation’ wird, nach über vierzig Durchführungen, ‘DAS Schulleitung’. Der Studiengang umfasst 30 ECTS-Punkte und setzt sich wie folgt zusammen: 10 ECTS-Punkte Studiengangsgruppe, 17 ECTS-Punkte Wahlpflichtmodule und 3 ECTS-Punkte Leistungsnachweise. Die Dauer der Ausbildung kann flexibel gestaltet werden, wobei sie mindestens 2 Jahre dauert.

Ein wichtiges Element des DAS Schulleitung ist der flexible Zugang und die Personalisierung durch die Wahlpflichtmodule.

Im Durschnitt 7 Jahre Schulleiter:in

Die durchschnittliche Verweildauer von Schulleiter:innen im Kanton Zürich beträgt ungefähr 7 Jahre. Diese Zahl überrascht häufig, da deutlich tiefere Zahlen kursieren. Der Grund dafür sind einzelne Schulen, wo die Schulleitung in kürzester Zeit wieder wechseln. Teilweise mehrmals nacheinander. Wir alle kennen aber sicher auch Schulen, welche seit 10 und mehr Jahren von der gleichen Schulleitung geführt werden. Dieser Durchschnitt beträgt 7 Jahre.

Ich gehe davon aus, dass es drei Kategorien von Schulleitungen gibt:

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Schulentwicklungsrad – Umfassende Reflexionshilfe für die Führung schulischer Veränderungsprozesse

Die PH Zürich und das Schulamt des Fürstentums Liechtenstein stellen ein praxisnahes und handlungsunterstützendes Schulentwicklungsmodell für den präventiven, interventiven und reflexiven Blick auf Veränderungsprozesse im Bildungssystem vor. Ein Beitrag von Susanna Larcher und Frank Brückel.

Neben der Organisation des Schulalltags gehört die Aufgabe der Schulentwicklung zum Kerngeschäft von Führungspersonen im Bildungssystem. Die Gesellschaft  hat die Erwartung an das Bildungssystem, Entwicklungen zu erkennen und Lösungen im Schulalltag zu etablieren.  Spätestens durch die Corona Krise und den Ukraine Krieg wird deutlich, dass mancher Wandel so schnell kommt, dass entsprechende Entwicklungen nicht mehr sorgfältig geplant und vorbereitet werden können.

Auch der Lehrpersonen und Fachkräftemangel führt zu neuen Rahmenbedingungen an Schulen, die sich nicht nur auf strukturelle, sondern auch auf pädagogische Konzepte auswirken können. Diese drei Beispiele zeigen, wie aktuell Schlentwicklung und der damit verbundene Handlungsbedarf ist.

Ein von der Pädagogischen Hochschule Zürich und dem Schulamt des Fürstentums Liechtenstein entwickeltes Modell bietet Führungspersonen einen Überblick über veränderungsrelevante Faktoren.

Aufbau des Schulentwicklungsmodells

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Aufforderung zu strukturellem Wandel im Bildungsbereich

Das Spannungsfeld um die Schule herum hat sich in den vergangenen Jahren stark verändert. Die gesellschaftlichen, wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Ansprüche an ihren Leistungsauftrag nehmen zu und äussern sich durch steigende Anforderungen an Qualität und Outcome. Gleichzeitig möchte die Schule den Bedürfnissen derjenigen gerecht werden, über deren Köpfe hinweg die Definition von Professionalität ausgelotst wird, um sie als Folge davon ins Boot zu holen: Das Schulteam. Am vergangenen 15. Symposium für Personalmanagement im Bildungsbereich der PH Zürich wurden unterschiedliche Positionen von Schulführung betrachtet und diskutiert. Rafael Summerauer, Schulleiter an der Tagesschule Schauenberg, war dabei.

Schulführung als Schnittstelle zwischen Unterricht und externen Interessengemeinschaften ist nach zwei Jahren Pandemie und dem momentanen Lehrpersonenmangel zum Hochseilakt avanciert. Anhaltende Personalausfälle, Resignation oder mangelnde Resilienz des Schulteams hat den Tätigkeitsbereich der Schulleitung auf die Aufrechterhaltung des Betriebs reduziert. Wesentliche Aufgaben, die zu einer gesunden Schule mit stabilen Strukturen oder gar zu Schulentwicklung beitragen, bleiben auf der Strecke. Die omnipräsente Aufforderung liegt dabei auf der Hand: Welche Veränderungen lösen diese ständige Ausnahmesituation nachhaltig ab? Welche Massnahmen kann eine Schulleitung ergreifen, um den prekären Bedingungen entgegenzuwirken? Welche Entwürfe zu Schulführung werden in der Wissenschaft diskutiert und für die Praxis vorgeschlagen?

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Den digitalen Wandel in der Schule kompetent gestalten

Wenn Schüler:innen im Unterricht ein Video produzieren, die Klassenlehrerin die Eltern über ein digitales Kommunikationstool zum Beurteilungsgespräch einlädt und die Lehrpersonen der Mittelstufe gemeinsam die nächste Projektwoche auf die Beine stellen, braucht es zweifelsohne die notwendige Infrastruktur dafür. Diese ist aber nur dann hilfreich, wenn man weiss, welche digitalen Werkzeugen wann zum Einsatz kommen und wie adäquat damit umgegangen werden kann. Eliane Burri geht der Frage nach, was die Kompetenzentwicklung von Lehrpersonen vor dem Hintergrund des digitalen Wandels bedeutet und wie der Kompetenzaufbau begünstigt werden kann.

Lehrpersonen sind von den durch die Digitalisierung ausgelösten Veränderungen in hohem Masse betroffen. Die Unterrichtsinhalte ändern sich, neue Kompetenzanforderungen werden an die Schüler:innen und auch an die Lehrpersonen gestellt. Die damit verbundenen Entwicklungsprozesse gestalten Schulleitungen und Lehrpersonen gemeinsam. Dadurch ergeben sich neue Anforderungen an die professionellen Kompetenzen von Lehrpersonen. Über ihre fachliche und pädagogische Expertise hinaus müssen sie zunehmend in der Lage sein, digitale Medien in der Schule und im Unterricht sinnvoll zu integrieren.

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Welches Potenzial Talentportfolios haben

Eine gemeinsame Beurteilungskultur an Schulen nach dem Lehrplan 21 setzt voraus, dass Beurteilen im Dienst des Lernens steht. Dies setzt voraus, dass es im Unterricht Lerngelegenheiten gibt, die Kompetenzen sichtbar machen. Talentportfolios werden diesem Anspruch gerecht und ermöglichen es, dass Schüler:innen zum Staunen über ihre eigenen Fähigkeiten angeregt werden. Christine Eckhardt über das Potenzial von Talentportfolios.

Ein Portfolio ist «eine Sammlung von Originaldokumenten und Leistungsbelegen, die Schüler:innen selbst erstellen und die Wesentliches über ihre Lernprozesse und -ergebnisse aussagt. Meist gehört dazu eine reflektierte Auswahl durch die Lernenden selbst, die dadurch an der Evaluation ihrer eigenen Lernprozesse stärker beteiligt werden.» (Keller u. König 2017, 11)

An dieser allgemeinen Definition von Portfolios lässt sich erkennen, dass es nicht das eine Portfolio gibt. Neben Themen- / Lernentwicklungs- oder Sprachenportfolio ist das Talentportfolio in der Literatur und auch in Schulen weit verbreitet. In Talentportfolios, in der Sekundarstufe auch als Berufswahl-,Bewerbungs-Portfolio oder Kompetenzportfolio bekannt, dokumentieren Lernende anhand von Nachweisen und Reflexionen ihre Stärken, Begabungen und Fähigkeiten.

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