Wertschätzende Schulführung – nicht nur im Advent

Es sind die kleinen Dinge, die Wertschätzung hervorzaubern. Zwischendurch miteinander Lachen, gemeinsam anspruchsvolle Situationen aushalten und füreinander da sein. Es gibt kein Patentrezept. Was für die eine Person gilt, muss bei der anderen nicht stimmig sein. Beat Schäli und Stephanie Kälin sind sich über wertschätzende Führung in deren Schulen einig.

Beat Schäli, Rektor der Schule Walchwil, erlebte in den vergangenen Jahren in der wertschätzenden Schulführung eine Tugend besonders hilfreich – die Demut: Eine Demut, die sagt, dass es Sachen gibt, die grösser und wichtiger sind als die eigene Person und das Renommee. Diese Tugend hat nichts mit Unterwürfigkeit zu tun, sondern damit, Gegebenheiten zu akzeptieren, ohne sie zu werten. Das hilft im Umgang mit Menschen und im Schulalltag geht es bekanntlich immer um Menschen.

Wertschätzend führen, indem man aufeinander zugeht

Lehrpersonen sind der wichtigste Faktor für erfolgreiches Lernen. Sie verdienen Respekt, Vertrauen und ein offenes Ohr. Durch die Präsenz im Schulhaus und in den jeweiligen Klassenzimmern erhalten diese Worte das notwendige Gewicht. Mindestens einmal die Woche, idealerweise nach dem Wochenende, begrüsse ich die Lehrpersonen persönlich. Man nimmt ihr Wohlbefinden wahr und kann Sorgen und Ängste, aber auch Erfreuliches aufnehmen. Diese Zeit ist für mich eine wichtige Investition, gerade auch für Zeiten, wo es nicht so besinnlich zu und hergeht.

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Führungsrochade in (Tages-)Schulen

Spielen Sie Schach oder coachen Sie ein Fussballteam? Dann ist Ihnen «Rochade» bestimmt ein Begriff. Das Grundprinzip der Rochade lässt sich als Metapher durchaus auf die Führungsarbeit in Schulen übertragen. Die Dozenten Reto Kuster und Frank Brückel zeigen Spielzüge auf.

Nicht selten lassen sich knifflige Spielsituationen mit dem Rochieren von Positionen überraschend schnell auflösen. Man setzt sich über gewohnte Formationen hinweg, überspringt oder wechselt die Seiten und kann damit wirksamer auf Spielzüge des Gegenübers reagieren.

Diese Situationen können auch in der Führungsarbeit in Schulen vorkommen. Speziell in Tagesschulen sehen sich die Leitungspersonen immer wieder mit der Sachlage konfrontiert, welche eine Rochade im Führungshandeln erfordern.

Die Frage, wer wen führt, lässt sich im Alltag kaum trennscharf beantworten, auch wenn Organigramme oder Aufgabenbeschriebe Eindeutigkeit vermitteln. Umso wichtiger ist es für ein Leitungsteam in Tagesschulen, Führungsverantwortung gemeinsam zu übernehmen und situativ zu handeln. Drei Fallbeispiele:

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Lernen international: Vaduz / Malbun – Tallinn – Amsterdam

Eine Binsenwahrheit für Pädagoginnen und Pädagogen: Lernen hat auch damit zu tun, Bekanntes loszulassen und Platz für neue Eindrücke zu schaffen. Die Reisen nach Vaduz / Malbun, Tallinn und Amsterdam, welche im Rahmen des «CAS Pädagogische Schulführung» oder separat als «Schulführung und -entwicklung international» gewählt werden können, bieten solche Lernchancen.

Zu erfahren, wie andere Länder mit Trends oder Bildungsreformen umgehen, welche Rolle die Schulführung dabei spielt und wie sich Schulsysteme diesbezüglich unterscheiden, eröffnet neue Perspektiven für den eigenen Berufsalltag und sind ein zentrales Ziel dieser Reisen.

Darüber hinaus «leben» die Studienaufenthalte von persönlichen Begegnungen, kulturellen Differenzen, von Neugierde und Offenheit. Und auch von der Überzeugung, dass das Verlassen der eigenen Komfortzone als Motor für das eigene Lernen dient und eine positive Wirkung auf die eigene Arbeit haben kann.

Das Gewinnen von Eindrücken rund um Schulführung und Schulentwicklung steht bei diesem Programm im Fokus. Ein Teilnehmer schildert dies wie folgt:

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Verantwortungsvolle Schule

Am 22. Juni 2019 ist in der NZZ ein Artikel erschienen, der von „unrühmlichen Seilschaften“ zwischen Schulleitungen und Schulbehörden spricht und suggeriert, dass es an Schulen viele Konflikte auf Grund von Schulleitungen gebe, welche für die Aufgabe ungenügend geeignet seien, jedoch von den vorgesetzten Behörden gedeckt und geschützt werden. Als Beweis für diese Aussage, werden einzelne konkrete in den Medien bereits breit diskutierte Konflikte beschrieben. Aus diesen einzelnen Beispielen kann jedoch keine allgemeingültige Aussage erfolgen.

Will man ein differenzierteres Bild über die Qualität der Arbeit der Schulleitungen erhalten, kann man beispielsweise den soeben publizierten Jahresbericht der Fachstelle für Schulbeurteilung im Kanton Zürich konsultieren. Verantwortungsvolle Schule weiterlesen

Schulleitung gestern – heute – morgen

Im Forum „Schulleitung: gestern – heute – morgen“ des 13. Symposium Personalmanagement plädierte Charles Vincent für eine Weiterentwicklung der Schulleitungsfunktion. Schulleitung habe sich als eine eigene Profession etabliert. Wer eine Schule führe, leite kein KMU, aber er oder sie müsse über umfassende Personal- und Finanzkompetenzen verfügen.

Charles Vincent muss es wissen: Seit 1986 leitet er das Volksschulamt des Kantons Luzern. Die beiden Projekte „Schulen mit Profil und Schulen mit Zukunft“ aus seiner Dienststelle haben weit über die Innerschweiz hinaus die Entwicklungen zur geleiteten Schule mitgeprägt. Aktuell arbeitet er am Nachfolgeprojekt „Schule 2035“. Schulleitung gestern – heute – morgen weiterlesen

Neue Kompetenz von Führung im digitalen Zeitalter

Fordert das digitale Zeitalter neue Kompetenzen und eine neue Art zu führen? Dieser Frage widmete sich Dr. Sarah Genner, PHZH, neulich einer Veranstaltung im Rahmen des 13. Symposiums Personalmanagement im Bildungsbereich im Mai an der PHZH.

Von ganz unterschiedlicher Seite wird betont, wie sich das Bildungssystem der Schweiz im digitalen Wandel dringend ändern müsse, wie neue Skills – digital Skills – gefragt seien, damit die Schweizer Volkswirtschaft konkurrenzfähig bleibe und junge Menschen später einen Job finden. Tatsächlich wandelt sich in vielen Branchen die Arbeitskultur, weil Smartphones, Tablets und Laptops ein zeitlich und örtlich ungebundenes Arbeiten ermöglichen. Dies stellt für viele auch höhere Anforderungen an Selbstorganisation, Selbstdisziplin und Selbstführung.

24. Mai 2019, PH Zürich – 13. Symposium Personalmanagement – Forum 1 :
Dr. Sarah Genner: „Neue Kompetenzen und Führung im digitalen Zeitalter?“

Unsere Studie zu «Mensch und Arbeitswelt 4.0» zeigte, dass die Hälfte der rund 600 Befragten davon ausgeht, dass Selbstführung im digitalen Zeitalter wichtiger werde. Aus der Softwarebranche verbreiten sich neue Führungsmodelle wie Holacracy oder Projektmethoden wie Scrum.

Aber was bedeutet dies für Schulen und Schulführung? Neue Kompetenz von Führung im digitalen Zeitalter weiterlesen

5 Fragen an Trudi Müller Blau, Schulleiterin Sekundarschule Urdorf

In der Rubrik «5 Fragen an…» interviewt Schulleiterin Regula Moser die Schulleiterin Trudi Müller Blau zu Ihrer Erfahrung in der Führungsposition und gibt so den Staffetten-Stab weiter:

Trudi, du bist schon lange SchulleiterinWie hat sich dein Beruf in dieser Zeit verändert?

Seit 19 Jahren bin ich Schulleiterin an der Sekundarschule in Urdorf. Verändert hat sich mein Beruf nicht grundsätzlich. Was mich als Schulleiterin intensiv beschäftigt ist die Schulentwicklung, die Umsetzung von Reformen, eine gute Personalführung und die Elternarbeit. 

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Darum braucht es Schulleitungen!? (2)

Zusammen mit einem Schulpräsidenten und einer Schulleiterin hatten wir eine Informationsveranstaltung zum Lehrplan 21 für Eltern. Während ihrem Referat berichtete die Schulleiterin von ihren Lehrpersonen im Team. Dabei unterschied sie zwischen drei Typologien von Lehrpersonen, welche sie in ihrem Schulhaus hat:

Die ersten sind die motiviert Davonschreitenden. Sie freuen sich auf den Lehrplan und sind bereits intensiv am Planen und Umsetzen.

Die zweiten sind eher vorsichtig. Sie gehen schrittweise voran und das, was sie tun, ist wohlüberlegt und von hoher Qualität.

Die dritte Kategorie sind diejenigen, welche gar nichts machen. Sie haben den Lehrplan bereits umgesetzt, weil sie zum Beispiel an der PH bereits nach Lehrplan 21 ausgebildet wurden oder schon viele individuelle Weiterbildungen besucht haben.

Beim Zuhören habe ich gestaunt, denn mir fehlte mindestens noch die Kategorie von Lehrpersonen, welche sich für den Lehrplan 21 gar nicht interessiert. Schliesslich waren sie schon vor dem Lehrplan an der Schule und geniessen Aciennität.

Fehlt diese Kategorie, weil die Schulleitung gute Personalentwicklung macht und diese Lehrpersonen nicht mehr an der Schule sind? Oder weil sich die Schule schon lange stetig weiterentwickelt und die Umsetzung des Lehrplans keine Hexerei, sondern Schulalltag ist? Oder weil die Schulleiterin gutes Marketing betreibt? Ich muss sie das nächste Mal fragen. Auf jeden Fall hat es mit der Schulleiterin zu tun.

Niels Anderegg, Zentrumsleiter Management und Leadership, PH Zürich

Vor einem Jahr ist Niels Andereggs erster Blogbeitrag «Darum braucht es Schulleitungen!?» mit dem wanderlustigen Lehrer und der fahrradfreudigen Schulleiterin erschienen. Hier geht es zum Blogbeitrag «Darum braucht es Schulleitungen!?»)

Auf den Spuren guter Schulen – Grundschule Bauhausplatz in Schwabingen

Das Zentrum Management und Leadership der PH Zürich führt vom 19. bis 23. Mai 2019 eine Studienreise für Führungspersonen im Bildungsbereich nach München durch. Wir besuchen vier unterschiedliche, interessante Schulen, die in einem Kurzportrait hier vorgestellt werden. 

Teil 3: Grundschule Bauhausplatz

Am dritten Tag unserer Studienreise sind wir in Schwabing, an der Grundschule Bauhausplatz. Diese neue Grundschule ist als Lernhauskonzept entstanden, um den Schülerinnen und Schülern zeitgemässes Lernen zu ermöglichen. Es ist ein ganzheitliches Schul- und Raumprogramm, in dessen Zentrum sowohl schüleraktivierende Formen des Lernens und des Lehrens, Fördern und Fordern und das Stärken von Selbstverantwortung und von sozialen Fähigkeiten stehen. Auf den Spuren guter Schulen – Grundschule Bauhausplatz in Schwabingen weiterlesen

Wein- und Käseabend «Wer heute die Schule regiert?» im Zunfthaus zur Waag

Liebe Blog-Leserinnen und Blog-Leser 

Am Mittwochabend, 13.02.2019 von 17.30 bis 19.30 Uhr laden wir Sie ins traditionsträchtige Zunfthaus zur Waag nach Zürich ein, um mit uns für einmal nicht online sondern in der Zunftstube zu diskutieren – bei Wein und Käse – eine absolute Premiere. 

Erinnern Sie sich an den Blog-Beitrag «Wer heute die Schule regiert»? Ein NZZ-Artikel unter dem Titel «Einst hatten die Lehrerinnen und Lehrer das Sagen – Wer heute die Schule regiert» rüttelte auf und gab zu denken. Darin geht der Journalist Martin Beglinger der Frage von Richard Münchs Vortrag nach, ob es ein globales Netzwerk gäbe, welches das traditionelle pädagogische Establishment aushebelt und die Ökonomisierung der Schule anstrebt.

Johannes Breitschaft, Dozent des Zentrums Management und Leadership der PH Zürich reagierte auf den NZZ-Artikel und stellte im Blog Schulführung vier spannende Fragen:

  • Wer steuert eigentlich das Bildungswesen im Kanton Zürich?
  • Gibt es nicht wesentlichere Werte in der Bildungspolitik als ökonomische Prinzipien?
  • Wer hinterfragt das «Wofür» und nicht nur das «Wie» und «Was» bei Veränderungen und neuen Verfahren und Instrumenten?
  • Wie wahrscheinlich sind disruptive Szenarien in der Bildung, sodass digitale globale Player das Zepter übernehmen?

Dank der angeregten Blog-Diskussion kam die Idee auf, das Gespräch bei Wein und Käse fortzuführen. Nachdem auch Rektor Heinz Rhyn und  NZZ-Journalist Martin Beglinger ihr Interesse an der Teilnahme bekundeten, war der Termin rasch gefunden. Und mit Herrn Wimmer, Wirt des prachtvollen Zunfthauses zur Waag in Zürich, gewannen wir einen idealen Gastgeber.

Auch er war von unserem Ansinnen sofort begeistert: Jede Teilnehmerin / jeder Teilnehmer bringt einen eigenen, persönlichen Käse mit. Für Wein, Brot und weiter Beilagen fürs Buffet ist gesorgt.

Möchten auch Sie an dieser spannenden Diskussion teilnehmen? Sie brauchen sich nur anzumelden und einen persönlichen Käse (500g) mitzubringen.

Zögern Sie also nicht und sichern Sie sich einen Platz in der Zunftstube. Die Platzzahl ist beschränkt. Melden Sie sich unter folgendem Link für den Wein- und Käseabend an und bringen Sie ihren ganz persönlichen Käse mit!

Dieser spezielle Anlass ist ausschliesslich unserer Blog-Leserschaft vorbehalten. Wir freuen uns sehr auf Ihr Dabeisein.

Jörg Berger, Schulleiter Schule Knonau und Wissenschaftlicher Mitarbeiter Zentrum Management und Leadership, PH Zürich

Anmeldung: Wein- und Käseabend im Zunfthaus zur Waag