5 Fragen an Regina Stadler, Schulleiterin Schule Wehntal

In der Rubrik «5 Fragen an…» interviewt Schulleiterin Saskia Girsberger die Schulleiterin Regina Stadler und gibt so den Stafetten-Stab weiter. Sie ist für die Primarschule und für den Kindergarten Niederweningen verantwortlich. Vorher war sie sechs Jahre Schulleiterin an der Sekundarschule Flaachtal. Die Frage Nummer 3 finden wir besonders originell:

1. Hast du ein Schulleitungs-Geheimrezept?

Eine wertschätzende Führung ist mir sehr wichtig. Die Lehrpersonen leisten eine höchst anspruchsvolle Arbeit und verdienen unseren Respekt. Ich bin sehr präsent im Schulhaus und schenke meinen Mitarbeitenden viel Zeit und Anerkennung. Ich begrüsse jeden Tag alle mit einem Handschlag und nehme so vieles intuitiv wahr. Eine solche Präsenz wird von meinem Team geschätzt und führt zu einem starken Miteinander, was jedem Einzelnen zu Gute kommt und die tägliche Motivation enorm steigert.

2. Welches sind bisher deine schönsten Erlebnisse als Schulleiterin?

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Welche Herausforderungen Schneesporttage, Schneesportlager mit sich bringen

Stehen die Sorgeberechtigten, die Schule oder die zuständigen Lehrpersonen in der Verantwortung, Bekleidung und weitere Ausrüstungsgegenstände auf Zweckmässigkeit und Sicherheit hin zu überprüfen? Wer ist für die korrekte Einstellung der Sicherheitsbindung zuständig? Besteht eine Helmtragepflicht beim Schlitteln, Snowboarden oder Skifahren? Dürfen Schülerinnen und Schüler temporär in Gruppen und ohne Begleitung Erwachsener auf markierten, gesicherten Pisten fahren gelassen werden? Falls ja – ab welchem Alter und nach Massgabe welcher persönlichen Voraussetzungen? Jurist Thomas Bucher mit den Antworten.

Um Fragen der genannten Art beantworten zu können, ist zu Beginn die Rechtsstellung von Eltern, Lehrpersonen und der Schule zu prüfen. Klar ist indes, dass die Erziehung des Kindes in der Verantwortung der Eltern beziehungsweise der Erziehungsberechtigten liegt und die zur elterlichen Sorge gehörende Obhut unübertragbar und unverzichtbar ist. Die faktische Obhut geht dagegen an Schneesporttagen und in Schneesportlagern gestützt auf den gesetzlich verankerten Bildungs- und Erziehungsauftrag auf die Schule beziehungsweise die Lehrpersonen über.

66 Abs. 1 lit. b der Volksschulverordnung des Kantons Zürich gibt vor, dass Eltern sowie Dritte, denen die Schülerinnen und Schüler anvertraut sind, dafür verantwortlich sind, dass diese für den Unterricht und für die üblichen besonderen Anlässe wie Schulreisen oder Exkursionen zweckmässig bekleidet und ausgerüstet sind. Damit wird klar, dass es sich um eine Verbundaufgabe handelt und die Schule nicht stillschweigend davon ausgehen darf, dass jedes Kind zweckmässig bekleidet und ausgerüstet zum Schneesporttag oder Schneesportlager erscheinen wird.

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Der Jahresrückblick 2019

«Und wieder ist ein Jahr vorüber! Ich staune jedes Mal, wie schnell es geht», sagt Dozent Johannes Breitschaft. Er blickt mit uns auf 2019 zurück. Wie er das alte Jahr reflektiert, um das neue frisch anzugehen.

Typischerweise kommt man in der Regel nach den Festtagen (hoffentlich) etwas zur Ruhe, vielfach ist diese Zeit auch die der Besinnung. Das ist die Qualität dieses Zeitabschnitts. In der Besinnung ist es Zeit, innezuhalten, einen Rückblick zu nehmen und einen Vorausblick zu wagen. Es passiert oft und leicht, dass wir uns in zahlreichen Aktivitäten verlieren und uns zu wenig fragen, was wirklich ist oder war und was für uns einen echten Wert hat.

Damit wieder frisch in das neue Jahr gestartet werden kann, finde ich es sinnvoll, mir ein paar Gedanken zum alten zu machen.
Warum eigentlich? Weil:

  • mir bewusst wird, wie reichhaltig das Jahr war. Ohne diesen Rückblick würde es eher in Vergessenheit geraten;
  • ich Einsichten gewinnen kann, die für das neue Jahr von Relevanz sind;
  • es einfach gut tut, die kleinen und grossen stärkenden Momente nochmals kurz und in Erinnerung zu rufen und zu durchleben;
  • ich mich gestärkt auf das Neue freue kann.

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Wertschätzende Schulführung – nicht nur im Advent

Es sind die kleinen Dinge, die Wertschätzung hervorzaubern. Zwischendurch miteinander Lachen, gemeinsam anspruchsvolle Situationen aushalten und füreinander da sein. Es gibt kein Patentrezept. Was für die eine Person gilt, muss bei der anderen nicht stimmig sein. Beat Schäli und Stephanie Kälin sind sich über wertschätzende Führung in deren Schulen einig.

Beat Schäli, Rektor der Schule Walchwil, erlebte in den vergangenen Jahren in der wertschätzenden Schulführung eine Tugend besonders hilfreich – die Demut: Eine Demut, die sagt, dass es Sachen gibt, die grösser und wichtiger sind als die eigene Person und das Renommee. Diese Tugend hat nichts mit Unterwürfigkeit zu tun, sondern damit, Gegebenheiten zu akzeptieren, ohne sie zu werten. Das hilft im Umgang mit Menschen und im Schulalltag geht es bekanntlich immer um Menschen.

Wertschätzend führen, indem man aufeinander zugeht

Lehrpersonen sind der wichtigste Faktor für erfolgreiches Lernen. Sie verdienen Respekt, Vertrauen und ein offenes Ohr. Durch die Präsenz im Schulhaus und in den jeweiligen Klassenzimmern erhalten diese Worte das notwendige Gewicht. Mindestens einmal die Woche, idealerweise nach dem Wochenende, begrüsse ich die Lehrpersonen persönlich. Man nimmt ihr Wohlbefinden wahr und kann Sorgen und Ängste, aber auch Erfreuliches aufnehmen. Diese Zeit ist für mich eine wichtige Investition, gerade auch für Zeiten, wo es nicht so besinnlich zu und hergeht.

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Wertschätzende Schulführung – Adventskalender selber machen

Mit einem Dankeschön, Teamanlass oder wie in der Schule Rheinfelden mit einem Ritual verbunden, kann Wertschätzung gezeigt werden. Schulleiterin Annette Wirz beschreibt in unserer Themenreihe, wie sie in ihrer Schule Wertschätzung kreativ ausdrückt.

Seit 14 Jahren erhält jede Lehrperson und auch alle Personen, die in irgendeiner Form in meinem Schulkreis arbeiten, einen persönlichen Adventsreim. Dies geschieht in Form eines Adventskalenders.

Im Flur zum Lehrerzimmer hängt jeden Tag im Dezember an einer eigens dafür vorgesehenen adventlich geschmückten Tafel ein gereimter und handgeschriebener Vers für eine Person (meistens natürlich mehr, da wir bis zu 40 Personen in Schulkreis sind). Der Vers drückt in Reimform meine Wertschätzung für die betreffende Person aus. Der Reim ist für alle sichtbar, die ins Lehrerzimmer gehen (nicht jedoch öffentlich zugänglich) und bleibt den Tag über, hängen. Die Lehrperson darf sich noch einen mit Süssigkeiten gefüllten Stiefel von der Adventskalenderleine nehmen. Der Vers wird von mir dann am nächsten Tag ins Fach der betreffenden Person gelegt.

Die ganze Zeit bis zum Schuljahresabschluss stehen die Lehrpersonen neugierig jeden Morgen um die Reime herum und lesen, schmunzeln (manchmal vielleicht auch über meine zu «drolligen» Reime) und können es teilweise kaum erwarten, bis ihr Vers an der Tafel hängt. Jede Mitarbeitende, jeder Mitarbeitende rückt für einen Tag gezielt in den Fokus aller Mitarbeiter und fühlt sich deutlich wahrgenommen und wertgeschätzt.

Ich selbst habe grosse Freude, die Verse zu schreiben und fange bereits jährlich im Oktober damit an. Ein lieb gewonnenes Ritual, das weder die Lehrpersonen noch ich missen möchten. Und nein, es fällt nicht immer leicht, zu jeder Person wertschätzend und gehaltvoll etwas zu schreiben, aber es gelingt.

Annette Wirz, Schulleiterin Schule Rheinfelden

Lesen Sie auch unseren vorherigen Artikel zur Themenreihe «Wertschätzende Schulführung»: Wenn Schulen Weihnachtslieder in der Adventszeit singen.

Bild: pixabay.com

Wenn Schulen Weihnachtslieder in der Adventszeit singen

So manche Schulleitung und Schulpflege fragt sich diese Tage, ob vorweihnachtlicher Gesang mit dem Neutralitätsgebot der öffentlichen Volksschule vereinbar sei. Das Bundesgericht hat die Grenzen unzulässiger religiöser Beeinflussung längst klar dargelegt. Zusammenfassung von Jurist Thomas Bucher.

Art. 8 der Schweizerischen Bundesverfassung gibt vor, dass niemand wegen Herkunft, Rasse, Geschlecht, Sprache, sozialer Stellung, Lebensform, religiöser Weltanschauung, politischer Überzeugung oder wegen einer körperlichen, geistigen oder psychischen Behinderung diskriminiert werden darf.

Die in Art. 15 Abs. 2 und Abs. 4 der Bundesverfassung statuierte Glaubens- und Gewissensfreiheit gestattet jeder Person, ihre Religion oder weltanschauliche Überzeugung frei zu wählen und allein oder in Gemeinschaft mit anderen zu bekennen. Niemand darf gezwungen werden, einer Religionsgemeinschaft beizutreten oder anzugehören, eine religiöse Handlung vorzunehmen oder religiösem Unterricht zu folgen. Schutzobjekte der Glaubens- und Gewissensfreiheit sind der Glaube, die Religion, die weltanschauliche Überzeugung und das Gewissen. Nach Art. 116 Abs. 2 der Kantonsverfassung des Kantons Zürich sind die öffentlichen Schulen den Grundwerten des demokratischen Staates verpflichtet und sind konfessionell und politisch neutral.

Grundrechte stellen elementare Rechte Privater dar, die durch den Staat zu garantieren sind, diesen in seiner Macht gleichzeitig beschränken und dem Schutz grundlegender Aspekte der menschlichen Person und seiner Würde dienen. Grundrechte bilden somit die Voraussetzung und sind zugleich Massstab für staatlich legitimes Handeln.

Die religiöse Selbstbestimmung von Kindern wird durch Art. 303 ZGB insoweit beschränkt, als die Eltern über die religiöse Erziehung ihrer Kinder verfügen. Nach zurückgelegtem 16. Altersjahr entscheidet das Kind selbstständig über sein religiöses Bekenntnis.

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Wertschätzung im Schul(leitungs)alltag

Oft kritisieren Angestellte mangelnde Wertschätzung von Vorgesetzten. Dies kritisieren auch Lehrpersonen. Wie lässt sich dieses Phänomen erklären?

Es ist eine anthropologische Konstante, dass Wertschätzung ein zentrales Bedürfnis und etwas vom Wesentlichen im Zusammenleben und -arbeiten ist. Menschen brauchen noch mehr davon, wenn sie belastet oder unsicher sind.

Oliver Sprecher ist Gesamtschulleiter der Primarstufe Reinach in Basel und Mitglied eines 5-köpfigen Schulleitungsteams. Das Team hat sich intensiv mit der Form von Wertschätzung auseinandergesetzt und sich folgende Fragen gestellt:

Welche ist unsere gemeinsame innere Haltung anderen gegenüber? Wie drücken wir authentische Wertschätzung unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gegenüber aus (unabhängig von Taten oder Leistungen)? In welcher Form nützt sie ihnen? Ist Wertschätzung etwas Einseitiges?

Wir haben auch unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Rahmen des Weiterbildungsschwerpunkts zur Beziehungskompetenz gefragt, was Wertschätzung für sie bedeutet und uns darüber ausgetauscht.

Was Wertschätzung unter Leitungspersonen und Mitarbeitenden bedeutet

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Wie ein Pinguin im Wasser zu einer wertschätzenden Führung

Ein Workshop der Themenreihe «Motiviert und gestärkt in der Schule» an der PHZH beschäftigte sich mit «wertschätzender Führung». In der Vorbereitung fragte sich Andrea Hugelshofer: Wie gestalte ich einen Workshop zu einem Thema, bei dem sich die meisten einig sind, dass es wichtig ist? Und zu einem Thema, dass im Alltag doch gerne wieder vergessen geht, weil aktuelle Schwierigkeiten gemeistert werden müssen?

Ich erinnerte mich an eine Geschichte von Eckhart von Hirschhausen, Moderator und Comedian, in der es darum geht, «im Element zu sein», dort zu sein, wo «es flutscht», wie er es in einer seiner Fernsehsendung nennt.

Wenn es in der Schule «flutscht», dann verstärken sich das körperliche und psychische Wohlbefinden der Schülerinnen und Schüler, der Lehrpersonen und der Schulleitung sowie die Unterrichtsqualität gegenseitig. Es entsteht ein positives Schulklima. Ein wichtiger Beitrag der Schulleitung hierbei kann Wertschätzung im Alltag sein – sich selbst, den Lehrpersonen und Schülerinnen und Schülern gegenüber.

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Führungsrochade in (Tages-)Schulen

Spielen Sie Schach oder coachen Sie ein Fussballteam? Dann ist Ihnen «Rochade» bestimmt ein Begriff. Das Grundprinzip der Rochade lässt sich als Metapher durchaus auf die Führungsarbeit in Schulen übertragen. Die Dozenten Reto Kuster und Frank Brückel zeigen Spielzüge auf.

Nicht selten lassen sich knifflige Spielsituationen mit dem Rochieren von Positionen überraschend schnell auflösen. Man setzt sich über gewohnte Formationen hinweg, überspringt oder wechselt die Seiten und kann damit wirksamer auf Spielzüge des Gegenübers reagieren.

Diese Situationen können auch in der Führungsarbeit in Schulen vorkommen. Speziell in Tagesschulen sehen sich die Leitungspersonen immer wieder mit der Sachlage konfrontiert, welche eine Rochade im Führungshandeln erfordern.

Die Frage, wer wen führt, lässt sich im Alltag kaum trennscharf beantworten, auch wenn Organigramme oder Aufgabenbeschriebe Eindeutigkeit vermitteln. Umso wichtiger ist es für ein Leitungsteam in Tagesschulen, Führungsverantwortung gemeinsam zu übernehmen und situativ zu handeln. Drei Fallbeispiele:

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Perspektive auf Schule: Das Eigene am Fremdem erkennen

«Thinking out of the box» ist einer der Metaphern, welche man in der modernen Führungsliteratur immer wieder findet. Eine der dahinterstehenden Fragen ist, wie es gelingen kann, mit einer anderen Perspektive auf die eigene Schule zu schauen. Dies mit dem Ziel, Dinge neu zu sehen. Aber auch zu erkennen, welche Elemente einem warum wichtig sind und was man anders, sinnvoller machen könnte.

Führungspersonen haben meist eine hohe Identifikation zu ihrer eigenen Schule und diese verhindert manchmal, dass man einen Schritt zurücktritt und wohlwollend kritisch die eigene Schule und das eigene Handeln betrachtet. Um sich und die Schule jedoch weiter zu entwickeln, braucht es immer wieder diesen Schritt zurück.

Eine gute Möglichkeit dafür, ist die Hospitation einer anderen Schule. Dadurch kann man Neues kennenlernen und gleichzeitig das Eigene im Fremden erkennen. Vor welchen Problemen steht diese Schule und wie geht sie damit um? Wie löst diese Schule Fragen, welche sich auch bei uns stellen? Was gefällt mir an dieser Schule und warum? Mit Fragen durch eine fremde Schule zu gehen, ist eine Auseinandersetzung mit seinen eigenen. Dabei ergeben sich auf einmal Fragestellungen, welchen man sich vorher noch gar nicht bewusst war.

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