Der Blog Schulführung ist noch übersichtlicher – viel Spass beim Rumstöbern!

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Arbeitssituation von Schulassistenzen

Schulassistenzen haben sich in zahlreichen Schulen etabliert und bewährt: Lehrpersonen werden dank ihrer Unterstützung im Umgang mit heterogenen und grossen Schulklassen entlastet. In einer Broschüre des Volksschulamtes finden sich mögliche Handlungsfelder und konkrete Empfehlungen für einen gewinnbringenden Einsatz von Assistenzpersonal. Doch wie setzen Schulen diese im Alltag um? Eine an der PH Zürich durchgeführte Befragung gewährt dazu interessante Einblicke. Adina Baiatu hat sie zusammengefasst.

Seit fünfeinhalb Jahren finden an der PH Zürich Weiterbildungskurse für Schulassistenzen statt. Im Juni wurde mit den ehemaligen Teilnehmenden dieser Kurse eine Befragung durchgeführt, um ihre Sichtweise empirisch zu erfassen. 260 Personen haben an der Umfrage teilgenommen und Fragen zu ihrer Arbeitssituation, ihren Anstellungsbedingungen und ihren Weiterbildungsbedürfnissen beantwortet.

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«Es ist an der Zeit, Leitung Bildung zu ermöglichen»

Der Regierungsrat hat entschieden, mit der Leitung Bildung eine neue Hierarchiestufe an den Volksschulen des Kantons Zürich zu ermöglichen. Jörg Berger hat Matthias Weisenhorn, Leiter Abteilung Lehrpersonal, VSA Kanton Zürich, befragt, wie er dazu steht.

Matthias Weisenhorn, sind Sie glücklich über den Entscheid des Regierungsrats?

Es ist ein Schritt in die richtige Richtung. In den Schulen im Kanton Zürich herrscht eine grosse strukturelle Vielfalt. Neben der Grossstadt Zürich gibt es kleine ländliche Gemeinden. Hier eine Struktur zu finden, die für alle passt, ist eine grosse Herausforderung. In diesem Sinn ist es richtig, mit der Leitung Bildung eine Möglichkeit zu bieten, Aufgaben und Verantwortungen anders zu verteilen, als dies bisher zwischen Schulleitung und Schulpflege der Fall war.

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Teacher Leadership – Warum sich eine Onlinetagung lohnt

Vor einigen Wochen standen wir vor der Frage, ob wir unsere Tagung «Teacher Leadership: Schule gemeinschaftlich führen» online durchführen oder verschieben wollen. Unsere Motivation für eine Online-Durchführung hielt sich in Grenzen, stellten wir uns doch eine Hochschule voller Kolleginnen und Kollegen vor, welche miteinander diskutieren, erzählen, lachen und das Thema, was uns so wichtig ist, lebendig machen. Für Niels Anderegg war von Anfang an klar: Wenn online, dann richtig!

Eine Tagung vor Ort lebt neben der Auseinandersetzung mit einem Thema auch am Austausch, an der Begegnung und am gemeinsamen Glas, welches man nach der Tagung noch miteinander geniesst. Dies hätte für eine Verschiebung der Tagung gesprochen. Wir halten das Thema jedoch für so wichtig und haben uns über die vielen Anmeldungen und den hohen Zuspruch gefreut. Das Thema ist reif und soll jetzt gemeinsam diskutiert und weiter vorangetrieben werden. Also entschlossen wir uns für eine Onlinedurchführung.

Da wir die Nachteile nur schlecht irgendwie umbiegen können, haben wir uns darum bemüht, die Vorteile möglichst zu nutzen.

Vier Vorteile einer Onlinetagung

Ein Vorteil einer Onlinetagung ist, dass sie ortsunabhängig durchgeführt werden kann. Die Referierenden, Workshopleitenden und Praxispersonen müssen nicht alle nach Zürich reisen, um ihr Wissen und ihre Erfahrungen mit uns zu teilen. Für uns als Organisatorinnen und Organisatoren bedeutet dies, dass wir eine grössere Anzahl von Personen einladen und den Teilnehmenden damit eine grössere Vielfalt an Angeboten und Themen bieten können. Wir haben aus diesem Grund an der Tagung das Feld der Themen und Referierenden erweitert und können so den Teilnehmenden mehr bieten.

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Schulbeurteilung strategisch nutzen

Die Schulbeurteilung ist im Kanton Zürich darauf ausgerichtet, der Schulführung differenziertes Steuerungswissen zu liefern und sie in ihrer Verantwortung für die Schul- und Unterrichtsentwicklung zu bestärken. Eine hohe Transparenz über Verfahren und Inhalte der Evaluation sowie verschiedene Gestaltungsmöglichkeiten unterstützen die Schulführung darin, die Schulbeurteilung strategisch zu nutzen, wie Andreas Brunner, Leiter der Fachstelle für Schulbeurteilung des Kantons Zürich sagt.

Das Verfahren ist allen Schulen im Kanton Zürich bestens vertraut: Alle fünf Jahre klopft die Fachstelle für Schulbeurteilung an die Tür und kündet ihren Besuch an. Sie nimmt so ihren gesetzlichen Auftrag wahr, die Qualität der Schule in pädagogischer und organisatorischer Hinsicht zu überprüfen.

Breite Datengrundlage

Die Evaluation beginnt bereits rund ein halbes Jahr vor dem Besuch vor Ort, wenn die Leitung des Evaluationsteams mit der Schulführung Kontakt aufnimmt, um den Prozess gemeinsam zu planen und vorzubereiten. Nach dem Studium zentraler Dokumente der Schule und der schriftlichen Befragung von Eltern, Schülerinnen und Schülern sowie Lehr- und Fachpersonen steht der eigentliche Höhepunkt an: der dreitägige Schulbesuch von zwei bis vier Evaluationsfachpersonen. Um ein umfassendes Bild der Schule zu gewinnen, beobachten sie zahlreiche Unterrichtslektionen und führen Interviews mit allen Beteiligten.

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Bildungsgerechtigkeit – zwischen Ideal und Wirklichkeit

Welche Schulleitung hat nicht schon folgende Aussage von ihrer Lehrperson gehört: «Ich kann unmöglich so viel Zeit für ein einziges Kind aufwänden. Die anderen Schülerinnen und Schüler in der Klasse kommen sonst zu kurz.» Eine persönliche Reflexion zum Thema Bildungsgerechtigkeit von Moria Zürrer, Schulleiterin der Schule Männedorf.

Was will uns die Lehrperson mit dem oben erwähnten Zitat sagen? Spiegelt sie den von ihr wahrgenommenen Förderbedarf eines Kindes an ihrer eigenen Definition des Anspruchs nach «Bildungsgerechtigkeit», welcher sie aus ihrer Sicht nicht genügen kann?

Der folgende Beitrag wirft Fragen zur faktischen Praktikabilität auf und soll Sie ermuntern, über mögliche Antworten nachzudenken.

Gleich viel Bildung für alle

Eine Definition der Bildungsgerechtigkeit basiert auf der Vorstellung, wonach allen Schülerinnen und Schülern im Unterricht gleich viel Ressourcen zuteilwerden sollen, um einer realen wie auch immer gearteten Gerechtigkeit zu entsprechen. Dieser Ansatz kann in der Tat sehr unterschiedlichen Bedürfnissen der Schülerinnen und Schüler im Unterricht kaum gerecht werden, die bereits von ihren Anlagen her recht unterschiedliche Fähigkeiten und Fertigkeiten mitbringen und individuell unterschiedlich getaktet sind in der Zeit. Die Praxis zeigt, dass für leistungsschwächere und auch für speziell leistungsfähige Schülerinnen und Schüler mehr Ressourcen eingesetzt werden müssen als für andere, die dem Durchschnitt entsprechen.[1] Was also ist eine lebbare Bildungsgerechtigkeit? Wo stossen wir an Grenzen?

Bildungsgerechtigkeit

Ungleich ab Geburt

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5 Fragen an Stefan Ruppaner, Schulleiter Alemannenschule Wutöschingen

In der Rubrik «5 Fragen an…» interviewt Schulleiter Christoph Schieb den Schulleiter Stefan Ruppaner zu seiner Funktion und Schule. Damit wird der Stafetten-Stab weitergereicht.

1. Stefan Ruppaner, die Entwicklung Ihrer Alemannenschule Wutöschingen ist von einem veränderten Lern-Verständnis geprägt. Welches Lernen hat Ihrer Meinung nach Zukunft?

Die Zukunft des Lernens liegt zum einen beim Selbstorganisierten Lernen (SoL) und zum anderen beim Lernen durch Erleben (LdE). SoL ist nur durch den intelligenten Einsatz digitaler Werkzeuge möglich. Das örtlich und zeitlich unabhängige SoL ermöglicht erst das LdE bei dem die Lernenden ihre Persönlichkeit entfalten können.

2. Die Alemannenschule Wutöschingen sticht unter anderem durch ein besonderes Architekturkonzept heraus. Inwiefern wirkt sich dieses auf den täglichen Unterricht und das Schulleben aus?

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Schulleitungsmangel auch in der Deutschschweiz

Immer deutlicher zeigt sich, dass wir auch in der deutschsprachigen Schweiz einen Schulleitungsmangel haben. Dieser wurde aufgrund einer Welle von Pensionierungen seit Langem vorausgesagt und scheint nun einzutreffen. Niels Anderegg mit einer Analyse, woran der Mangel liegen könnte.

Präsidentinnen und Präsidenten erzählen immer häufiger, wie schwierig es ist, eine gut qualifizierte Schulleitungsperson zu finden. Zwar bewerben sich immer einige Personen auf ausgeschriebene Stellen, wenn man dann jedoch die Bewerbungen durchsieht, dann ist kaum eine Person darunter, welche für die Stelle infrage käme. Insofern muss man vielleicht nicht von einem Schulleitungsmangel sprechen, sondern eher davon, dass es zu wenige wählbare Bewerberinnen und Bewerber gibt.

Auch bei uns im Zentrum Management und Leadership an der PH Zürich beschäftigt uns der Schulleitungsmangel. In unserer Analyse sind wir auf die folgenden Punkte gekommen, welche mit dem Mangel zusammenhängen beziehungsweise Wege aus dem Mangel aufzeigen könnten.

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Krisenbedingte Unterrichtsentwicklung

Die flächendeckenden Schulschliessungen stellten Schulen, Lehrpersonen, Eltern, Schülerinnen und Schüler und die Arbeitswelt auf den Kopf. Die Auswirkungen auf die Bildungslandschaft sind richtungsweisend und nachhaltig, wie Remo Krummenacher und Pascal Kohler in folgendem Beitrag erläutern.

Am Freitag, 13. März, wurde die schweizweite Schliessung der Schulen angeordnet. Im Eiltempo mussten Konzepte her, um das Lernen weiterhin zu ermöglichen. Es zeigte sich eine Situation, welche in keinen Planungen und Überlegungen als realitätsnahes Szenario vorhanden war. Es war die präzise Antizipation einer sich ins Unbekannte entwickelnden Lage gefragt. Äussere Einflüsse beschleunigten längst angedachte Entwicklungsschritte. Für Schulleitende ging es darum, ihre «teils trägen Schiffe» trotz Widrigkeiten in sichere Häfen zu manövrieren.

Das Engagement hinsichtlich der Aufgabe, Aktivierung und Motivierung der Mitarbeiter (Jung, 2011. S. 411) innerhalb einer Schule werden unter vielen anderen Aspekten als Voraussetzung für eine gelingende Unterrichtsentwicklung beschrieben. Gerade die Aspekte Aktivierung und Motivation konnten an vielen Schulen in einem sehr hohen Ausmass erlebt werden. Mit dem gegebenen Auftrag – Sicherstellung des Bildungsauftrages in Form von Fernunterricht – wurde vieles schon vorgegeben. Es bestand ein Zwang zum Handeln, etwas, das im schulischen Umfeld ansonsten eher hindernd als förderlich ist. Hinzu kommt, dass dieser Umstand aus Sicht der Beteiligten nicht selbst verschuldet war.  

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Führen in der Krise – Wie der Blick in die Theaterwelt Schulleitende bereichern kann

Daniel Rohr, Schauspieler, Regisseur und seit 2004 mit grossem Erfolg Leiter des Theaters Rigiblick, widmet sich mit Leidenschaft seinen Aufgaben. In der Corona-Krise, welche die Kunstszene mit starker Wucht traf, sind Leitungspersonen besonders gefragt, ihre Führungsaufgaben proaktiv, klar und sensibel wahrzunehmen. Wie Daniel Rohr dies gelang und welche Elemente sich in die Schule übertragen lassen, ist aus einem Zoom-Interview mit Heike Beuschlein herauszulesen.

Herr Rohr, ich war in einer Ihrer ersten Veranstaltungen nach dem Lockdown. Es berührte mich, mit welchen wertschätzenden Worten Sie sich nach der Aufführung bei Ihrem Team und einzelnen Schlüsselpersonen bedankten. Wie beschreiben Sie Ihr Verhältnis zu Ihrem Team?

Das Theater Rigiblick hat eine sehr sehr flache Hierarchie und ich habe das grosse Glück, dass ich keinen gewaltigen Apparat habe und dass ich sehr nahe an den Menschen bin, die hier arbeiten. Wenn man den Teamgedanken ausweitet, sind ja auch die Künstlerinnen und Künstler Teils des Teams. Weil ich mit allen in engem Kontakt bin, konnte ich diese auch schützen. Wir richteten z.B. einen Corona-Hilfsfond ein. Das Verhältnis zu allen ist sehr eng, es ist sehr familiär, es ist von einem grossen Vertrauen geprägt. Das liegt nicht nur an mir. Als Team ist man nur so stark, wie das schwächste Glied in der Kette. Ich habe das grosse Glück, dass auch meine Stellvertreterin in die gleiche Richtung geht. Wir sind immer dabei unsere menschlichen Grundsätze weiterzugeben: Humanismus, gute Werte und Eigenschaften wie Hilfsbereitschaft und Gastfreundschaft. Das ist das, was man von aussen spürt, dass das Team sehr eng verzahnt ist und dass wir die Menschen danach gut auswählen können. Bei uns ist der Teamgedanke sehr sehr sehr gross. Und das ist gegenseitig, von einer grossen Solidarität getragen. Jeder springt jederzeit für jeden ein. Ich geniesse eine grosse Akzeptanz auch von den Jungen und lasse mich jederzeit von den Jungen inspirieren. Das ist schon ein grosses Geschenk.

Der Lockdown im März war ein Schock für viele. Die Kunstszene traf es besonders. Was waren damals Ihre ersten Massnahmen?

Ich griff als allererstes zum Hörer und rief die über hundert hier arbeitenden Künstlerinnen und Künstler an. Diese Aktion nahm vier Tage in Anspruch, denn ich rief wirklich alle an, auch die sogenannten Substituts. Ich sagte Ihnen: «Passt auf, das ist jetzt eine schwierige Situation, aber ich habe immer so von eurer Solidarität, von eurer guten Arbeit profitiert, jetzt ist es an uns, euch zu schützen». Danach rief ich unsere Mäzeninnen und Mäzenen an und sagte zu ihnen: «Jetzt ist es an euch, uns zu unterstützen». Das funktionierte gut. Wir hatten schon einen Plan für ein Benefizkonzert, für welches wir eine Eingabe beim Kanton gemacht hatten. Das schaffte Vertrauen. Es gibt immer einige Personen, die durchs Netz fallen. Uns gelang es, diese aufzufangen.

Wie konnten Sie Ihr Team, aber auch selbständige KünstlerInnen, mit denen Sie arbeiten, über die Wochen hinweg «bei der Stange halten», sie trotz grosser Unsicherheit nachhaltig motivieren?

Ich war immer in Kontakt mit allen. Ich hatte das grosse Privileg im Garten meines schönen alten Bauernhauses zu arbeiten, aber ich war fast jeden Tag in meinem Büro hier vor Ort. Dass alle an einem Strang ziehen und sich gegenseitig stützen, ist symbolisch für uns im Theater Rigiblick. Deswegen war es mir auch wichtig, das Vertrauen weiterhin aufrecht zu erhalten in dieser Zeit. Und dass alle spüren, hey, der Dani ist jetzt Papa und die Brigitta ist jetzt Mama, und die sind jetzt für uns da. Ich meine das im Sinne der Sache. Mir ist es wichtig, dass wir eine gute Stimmung haben und aus dieser guten Stimmung heraus ist man bereit, mehr zu leisten. Und dann bin ich auch bereit, mehr zu leisten. Wenn das personalisiert ist und die Menschen merken, ich bin gemeint. Dann sind die Menschen bereit, hier zu arbeiten, auch wenn sie merken, woanders verdient man 200 CHF mehr, einfach, weil es hier Spass macht.

Sie schaffen und erschaffen immer wieder neue Rollen, neue Szenarien. Auch Schulen müssen in dieser Zeit kreative Lösungen finden, ihre Performance gestalten und dabei alle Beteiligten mitnehmen. Was von dem, wie Sie im Theater Rigiblick diese Problemsituation gestaltet und gemeistert haben, könnte auch für eine Schule wichtig sein?

Es gibt ein Gesetz in der der Physik, das überall gilt: Die Energie, die ich reinstecke, die kommt auch wieder raus. Da glaube ich felsenfest daran. Ich glaube, wenn ich als Lehrerin oder Lehrer bereit bin, viel in die Kinder, in die Schule, in die Ausbildung zu stecken und wenn ich interessiert an dem bin, was ich mache, dann kommt von den Kindern, den Jugendlichen so viel mehr zurück und dann geht man gerne. Und man hat ja auch immer Gleichgesinnte, mit denen man gemeinsam entwickeln kann. Und es ist ja dann auch spannender, den Beruf auszuüben. Antonio Gramcsci, Gründer der italienischen kommunistischen Partei sagte «Pessimismus der Intelligenz, Optimismus der Tat», das habe ich mir während der Corona-Phase gesagt: Wir befürchten das Schlimmste, aber wir machen das Beste daraus.

Was geben Sie aus Ihrer persönlichen Sicht als Führungsperson Schulleitenden mit auf den Weg?

Ich glaube, das Zuhören ist wichtiger als das Erzählen. Es ist vermessen, dass ich etwas mitgeben kann. Aber ich stelle mir vor, dass man ausgleichen können muss. Da sind unterschiedliche Menschen, da sind unterschiedliche Ansätze. Da muss man viel vermitteln. Aber das ist hier auch der Fall. Kürzlich fragten wir uns in einer Sitzung: Was machen wir mit Corona? Da sass das ganze Team zusammen. Allen stand ein Slot von 3 oder 4 Minuten zur Verfügung. Sie konnten einbringen, wie sie damit umzugehen gedenken. Es kamen super Inputs. Und dann kann ich immer noch sagen, das nehmen wir, das nehmen wir nicht.

Zur Autorin

Heike Beuschlein setzt sich als Dozentin und Beraterin in unterschiedlichen Kontexten mit Fragen zur Schulführung, Schulentwicklung und Kommunikation auseinander. Sie ist Lehrgangsleiterin des CAS Führen einer Bildungsorganisation (Schulleitungsausbildung), leitet den DAS Schulführung Advanced und organisiert im Tandem jährlich eine Studienreise für Führungspersonen.

Redaktion: Jörg Berger

Titelbild: zVg

Vom Unterrichts- zum Schulbesuch

Mit der aktuellen Revision des Volksschulgesetzes im Kanton Zürich verlagert sich die Zuständigkeit bezüglich Mitarbeitendenbeurteilung (MAB) von Lehrpersonen ganz zu den Schulleitenden. Damit verbunden ändern auch die Vorgaben bezüglich Schulbesuchen. Schulbehörden werden mit dem Ziel einer Stärkung ihrer strategischen Führung weiterhin Schulbesuche durchführen aber ohne Vorgaben darüber, wieviele Besuche es geben soll und wie diese gestaltet werden sollen.

Bisher: Fokus UNTERRICHTSbesuch

Als Mitglied einer (Kreis-)Schulbehörde mache ich viele Unterrichtsbesuche. Spannend ist es zu sehen, wie unterschiedlich Lehrpersonen die Beziehungen zu den einzelnen Schülerinnen und Schülern gestalten, wie sie die Klasse führen und den Unterricht gestalten. Auch Zusammenarbeit kann im und rund um den Unterricht erlebt werden – selten ist eine Lehrperson längere Zeit allein im Schulzimmer mit den Schülerinnen und Schülern. Nicht nur während des Unterrichts mache ich Beobachtungen – sondern immer auch auf dem Weg: Komme ich in der grossen Pause, fällt mir auf, wie der Aussenraum gestaltet und genützt ist, was die Kinder auf dem Pausenplatz tun, wie sie und die Pausenaufsicht mit Konflikten und schwierigen Situationen umgehen. Aber ich erlebe auch die Atmosphäre im Lehrerzimmer, habe selbst das ein oder andere Gespräch bei der Kaffeemaschine und sehe, wie Absprachen getroffen werden. Nach dem Unterrichtsbesuch nehme ich mir live vor Ort oder telefonisch Zeit für ein Gespräch mit der Lehrperson.

Diese Unterrichtsbesuche sind wertvoll für mich und mein Verständnis dessen, was unsere Schulen beschäftigt. Gleichzeitig habe ich mich als Behördenmitglied immer etwas daran gestossen, dass wir eben «Unterrichtsbesuche» machen und damit unsere Aufgabe sehr nahe an der Rolle der Schulleitenden ist.

Neu: Fokus SCHULbesuch

Ich freue mich deshalb darüber, dass laut Volksschulgesetz weiterhin Behördenbesuche vorgesehen sind, dass sich jetzt aber der Fokus verschiebt hin zur Schule als Ganzes. Vielleicht werden also die Wege ins Schulhaus mit meinen Beobachtungen der Raumnutzung, der Pausenzeit, des Umgangs miteinander an dieser Schule genauso wichtig sein wie der Unterrichtsbesuch.

Ich möchte weiterhin Schwerpunkte einzelner Fächer kennenlernen und etwas darüber erfahren, wie die Lehrpersonen die Arbeit in diesem konkreten Schulhaus erleben. Ich freue mich darauf, über meine Eindrücke und Erfahrungen mit der Schulleiterin oder mit Mitarbeitenden ins Gespräch zu kommen und die beobachteten Themen auch im Schulprogramm wiederzufinden – z.B. als Stärken dieser Schule!

Wie könnten diese Besuche auch zukünftig nützlich gestaltet werden? Wie können Schulbehördenmitglieder «am Puls» der Schule und im Austausch mit den Lehrpersonen und der Schulleitung bleiben? Wie können solche Besuche auch für den Umgang mit strategischen Themen genützt werden und letztendlich einen Beitrag zu einer «guten Schule» leisten?

Gesucht: Schulen, die schon SCHULbesuche durchführen

Als Dozentin an der PH Zürich interessiert es mich – und andere Lesende bestimmt auch – welche Schulgemeinden schon jetzt die Besuche der Behördenmitglieder «anders» durchführen. Wie gestalten Sie diese Besuche? In welcher Form tauschen Sie sich über Eindrücke mit den Mitarbeitenden der Schule aus? Was bewirken diese Besuche?

Gerne möchte ich Sie einladen, in der Kommentarfunktion Ihre Erfahrungen mit uns zu teilen! Wir sind gespannt!

Zur Autorin

Andrea Hugelshofer ist Dozentin im Zentrum Management und Leadership an der PH Zürich und Mitglied einer Kreisschulpflege in Winterthur. Sie beschäftigt sich als Beraterin und Dozentin mit Themen rund um Personalentwicklung, den Erhalt von Gesundheit und Leistungsfähigkeit sowie dem Umgang mit Konflikten. Insbesondere verantwortet sie spezifische Weiterbildungsangebote für Mitglieder von Schulbehörden.

Redaktion: Jörg Berger

Titelbild: Pixabay