Humble Leadership: Erfolgreich Führen mit Beziehung, Offenheit und Vertrauen

Die Autoren Edgar H. und Peter Schein legen in ihrem Buch den Fokus auf ein neues Modell von Leadership: Sie sprechen sich dafür aus, dass der heldenhafte Leader in der Komplexität der heutigen Arbeitswelt ausgedient hat und ein kollektiver und kooperativer Führungsstil gefragt ist. Leadership verstehen als Prozess des Lernens und Beteiligens. Aus dieser relationalen Perspektive sehen sie den Kern von Leadership in der Personisierung von Arbeitsbeziehungen und damit in einer «professionellen Nähe» – ein Gegenstück zur oft praktizierten «professionellen Distanz». Eine Rezension von Kathrin Rutz.

Der Fokus im Modell von Humble Leadership liegt nicht auf dem Individuum, sondern auf den Beziehungen, die sich zwischen diesem Menschen und seinen potenziellen Followern entwickelt. Schein & Schein definieren ein vier Ebenen umfassendes Beziehungskontinuum:

Ebene Minus 1Ebene 1Ebene 2Ebene 3
Völlig unpersönliche Beherrschung und ZwangTransaktionale rollen- und regelbasierte Beziehungen, Dienstleistungen sowie alle Formen von Helferbeziehungen  Persönliche, partnerschaftliche und vertrauensbasierte Beziehungen, wie zum Beispiel in Freundschaften und effektiv arbeitenden TeamsVöllig gegenseitige, emotional-intime Hingabe

Während in herkömmlichen Führungs-Mitarbeitenden-Beziehungen die «Ebene-1-Beziehung» als transaktionale rollen- und regelbasierte Beziehung verstanden wird, wird die «Ebene-2-Beziehung» als persönliche, partnerschaftliche und vertrauensbasiert Beziehung beschrieben.

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Leichtigkeit leben

Das Buch von Fabian Schmid ist brillant – eine erfrischend unkonventionelle, tiefsinnige und gleichzeitig lockere Betrachtung zum Thema Lebensbalance. Ein bisschen Leichtigkeit kommt auch Lehrpersonen und Schulleitern zu Gute, wenn sie einige Stunden zu viel gearbeitet haben. Eine Buchrezension von Jacqueline Winter.

Ein Buch, das zum Leben animiert! Es hat mich neugierig gemacht, weil es überraschend daherkommt. Es hat mich überzeugt, weil es entwaffnend argumentiert: »Das Leben ist eine geniessbare Leihgabe. Willst du recht haben, oder glücklich sein?»

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Buchrezension Michael Fullan «Nuance»

Der Kanadier Michael Fullan ist ein Doyen der englischsprachigen Schulführungsliteratur. In den vergangenen 30 Jahren hat er unzählige Publikationen rund um Schulführung und Educational Change veröffentlicht. Mit seinem neusten Buch «Nuance: Why Some Leaders Succeed and Others Fail» legt er sozusagen sein «Spätwerk» vor. Hansjürg Brauchli rezensiert.

Michael Fullan (*1940) verfolgt mit seinem Buch zwei Absichten: Einerseits will er aufzeigen, dass es schlecht um unsere Gesellschaft steht und es das Bildungssystem je länger je weniger schafft, «bessere» Bürgerinnen und Bürger zu bilden, andererseits will er zeigen, welche Merkmale neue Führungspersonen haben müssen, die es für eine erfolgreiche Veränderung brauchen wird.

Gute Schulleiterinnen und Schulleiter als Retterinnen und Retter der Welt?! Fullan weiss, wie es der Untertitel sagt, welche dieser Führungspersonen erfolgreich sein werden. Es braucht in seinen Worten «nuanced leaders», die er als neugierig, offen für andere Menschen, sensibel für Situationen und einem Streben nach einer besseren Zukunft verpflichtet beschreibt.

Das JAC-Modell

Zur Umsetzung dieser «nuancierten Führung» schlägt Michael Fullan das JAC-Modell vor: Joint determination (gemeinsame Entschlossenheit), adaptability (Anpassungsfähigkeit) und culture-based accountability (Rechenschaft als Kultur). Er führt diese drei Komponenten, die er mehr als Haltung denn als Rezept versteht, anhand von zehn Fallbeispielen aus der englischsprachigen Welt von Kanada über Grossbritannien bis Australien aus und porträtiert Führungspersonen auf allen Ebenen des Bildungssystems. Diese Fallbeispiele nehmen über die Hälfte der rund 120 Seiten ein.

Für Leserinnen und Leser, die an Erfahrungsberichten der unterschiedlichsten Führungspersonen im Bildungsbereich interessiert sind, bietet das Buch einen Fundus an Einblicken in den Umgang mit herausfordernden Veränderungsprozessen. Das JAC-Modell und die konkrete Umsetzung werden dabei nebensächlich. Und wer eher an Fakten und wissenschaftlichen Erkenntnissen interessiert ist, für den wird die Lektüre der vielen Fälle sehr zähflüssig.

Nichtsdestotrotz habe auch ich in dieser Fülle eine Perle für mich entdeckt. Das Zitat der amerikanischen Organisationstheoretikerin Mary Parker Follet (1868–1933), welche eine zentrale Führungsaufgabe auf den Punkt bringt: «The leader is more responsible than anyone else for that integrative unity which is the aim of the organization.» Und das ist mehr Prozess denn Produkt: «There is no such thing as unity; there is only unifying.»

Hansjürg Brauchli, Wissenschaftlicher Mitarbeiter, PH Zürich

Info:

Quelle:
Fullan, Michael. 2019. Nuance: Why Some Leaders Succeed and Others Fail. Thousand Oaks, California: Corwin Press.

Bild: Screenshot aus Handout

Rezension: Die Führung einer Schule von Rolf Dubs

Lange haben wir darauf gewartet, nun ist es endlich in einer völlig überarbeiteten dritten Auflage 2019 erschienen – das Standardwerk von Rolf Dubs: «Die Führung einer Schule – Leadership und Management». Ein Buch, das in die Bibliothek jeder Schulleitungsperson gehört!

Rolf Dubs hat sich seit 2006 einige Zeit genommen, bis die Neuauflage erschienen ist – und dies hat sich auf jeden Fall gelohnt. Diejenigen, die das alte Buch kennen und für lesenswert halten, werden auch im neuen von der Struktur her abgeholt.

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