Überlegungen zur Volksschule und zu multiprofessionellen Teams

Im Rahmen eines Leistungsnachweises im Modul «Multiprofessionelle Teams» hat sich Oliver Suter, Schulleiter der Schule Rüterwis in Zollikon, Überlegungen zur Bedeutsamkeit und Umsetzung von multiprofessionellen Teams an Volkschulen gemacht. Seine Gedanken sollen mit anderen Führungspersonen im Blog geteilt werden.

Der Auftrag der Volksschule basiert im Wesentlichen auf der Bundesverfassung sowie auf den kantonalen Verfassungen, Gesetzen und Verordnungen. Er erwächst grundsätzlich aus dem Recht auf Bildung und der daraus hervorgehenden Schulpflicht. Letztere umfasst gleichermassen Bildung und Erziehung und richtet sich an alle Kinder und Jugendlichen in der Schweiz. Die Volksschule ist damit eine der wenigen gesellschaftlichen Institutionen, die alle Menschen während eines wichtigen Teils ihres Lebens durchlaufen. Sie ist zudem der einzige Ort, an dem sich nahezu alle Kinder und Jugendlichen während elf Jahren regelmässig begegnen, unabhängig von Herkunft, Begabung, sozialem Hintergrund oder persönlichen Voraussetzungen.

Dieser Umstand ist wichtiger, als er zunächst scheint. Denn diese besondere Stellung verleiht der Volksschule eine hohe gesellschaftliche Bedeutung, Verankerung und Verantwortung. Sie hat nicht nur die Aufgabe, Wissen und Kompetenzen zu vermitteln, sondern auch die Persönlichkeitsentwicklung zu fördern und die Schüler:innen auf ein verantwortungsbewusstes Leben in einer demokratischen Gesellschaft vorzubereiten. Bildung und Erziehung lassen sich dabei nicht voneinander trennen. An den meisten Schulen in der Schweiz gesellt sich längst auch die Betreuung dazu, die vielerorts einen integralen Bestandteil des Systems «Schule» darstellt. Wenn im Folgenden von «Bildung» und/oder «Schule» die Rede ist, so ist die Betreuung immer explizit mitgemeint.

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Ein Literaturreview über die Konzeption und Wirkung von Teacher Leadership

In einem Literaturreview haben Jëte Aliu, Fjolla Kaçaniku und Blerim Saqipi von der Universität Pristina wissenschaftliche Zeitschriftenbeiträge zum Thema Teacher Leadership untersucht und geschaut, welches Verständnis von Teacher Leadership in diesem vertreten wird und welche Wirkung Teacher Leadership entfalten kann. In dieser Rezension fasst Niels Anderegg die Inhalte und Resultate dieser Studie zusammen und macht Bezüge zur Forschung und zum Verständnis im Bereich Teacher Leadership an der Pädagogischen Hochschule Zürich.

Teacher Leadership hat sich in den letzten Jahrzehnten stark entwickelt. Wurde in den 1970er und 1980er Jahren vor allem die Zusammenarbeit von Lehrpersonen in einem kleinen Rahmen rund um den Unterricht gesehen, entwickelte sich das Konzept Ende der 1980er und Anfang der 1990er Jahre immer mehr in Richtung Schulentwicklung. In den Diskussionen rund um die Schulreformen in den 1990er und 2000er Jahren rückten Teacher Leader als «Change Agents» immer mehr in den Fokus. Um die Jahrtausendwende begann auch das wissenschaftliche Interesse am Konzept Teacher Leadership und die ersten Studien erschienen. Seither nimmt die Forschung rund um Teacher Leadership stetig zu und hat unterdessen auch den europäischen Raum erreicht.

Die verschiedenen Studien zu Teacher Leadership können nach zwei Arten grob unterschieden werden. Einerseits gibt es Studien, welche nach Einflussfaktoren von Teacher Leadership suchen. So weiss man heute beispielsweise, dass die Strukturen einer Schule wie Pädagogische Teams, Steuergruppen oder Fachbereiche oder auch die Schulkultur für den Erfolg von Teacher Leadership wesentlich sind. Andererseits gibt es Studien, welche die Wirkung von Teacher Leadership beispielsweise auf die Kooperation zwischen den Lehrpersonen oder dem Lernen der Schüler:innen untersuchen.

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Die unbewusste Kulturfalle: Ethnozentrismus

Schulen sind Orte kultureller Vielfalt – doch viele Schulleitende treffen Entscheidungen, ohne es zu merken, aus der eigenen kulturellen Brille heraus. Ethnozentrismus ist nicht Böswilligkeit, sondern die unbewusste Annahme, dass die eigene Art, Dinge zu tun, die richtige ist. Im Schulkontext kann das zu Entscheidungen führen, die Lehrpersonen, Eltern und Schüler:innen ausschliessen – ohne, dass Sie es beabsichtigen. Der erste Schritt zur Veränderung? Bewusstsein. Andreia Fernandes erklärt, was Ethnozentrismus ist und wie er sich in der Schulpraxis zeigt.

Ethnozentrismus bedeutet nicht Rassismus oder bewusste Diskriminierung. Es ist subtiler: Es ist die unbewusste Überzeugung, dass die Normen, Werte und Arbeitsweisen Ihrer eigenen Kultur der Standard sind (und insgeheim die Hoffnung, dass alle anderen sich daran anpassen).

Als Schulleiter:in prägen Sie täglich die Kultur Ihrer Schule. Sie entscheiden über Kommunikationsstile, Entscheidungsprozesse, Feedback-Kultur und Elternbeteiligung. Jede dieser Entscheidungen trägt Ihre kulturelle Prägung in sich ─ oft unbewusst.

Die Folge: Eltern mit anderem kulturellem Hintergrund fühlen sich nicht gehört. Lehrpersonen aus anderen Kulturen passen sich an, statt sich authentisch einzubringen. Und Sie wundern sich, warum es nicht läuft.

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Rechtsmittelzug gegen die Gymi-Aufnahmeprüfung bei der Beanstandung der Erfahrungsnote

Der Schüler E bestand im Frühling 2024 die Aufnahmeprüfung ins Langgymnasium nicht. Gegen den Nichtaufnahmeentscheid rekurrierten die Eltern und beantragten die Anpassung der Erfahrungsnote respektive der Zeugnisnoten der 6. Klasse in den Fächern Deutsch und Mathematik. Später gelangten die Eltern an das Verwaltungsgericht des Kantons Zürich. Dieses hat in einem wegweisenden Entscheid festgelegt, wie das Verfahren bei einer Anfechtung des Aufnahmeentscheides mit Beanstandung der Zeugnisnoten der 6. Klasse verläuft und wie der Rechtsmittelzug aussieht. Reto Allenspach fasst den Entscheid zusammen.

Bei der Aufnahmeprüfung ins Langgymnasium aus der 6. Primarklasse zählt im Kanton Zürich nebst der Prüfungsnote auch die Erfahrungsnote, die sich aus den Zeugnisnoten in Deutsch und Mathematik aus dem ersten Semester der 6. Klasse zusammensetzt (§§ 10 ff. des Reglements für die Aufnahme in die Gymnasien mit Anschluss an die 6. Klasse der Primarschule [AufnahmeR, LS 413.250.1]). Die Anfechtung eines Nichtaufnahmeentscheides ist in § 22 AufnahmeR wie folgt geregelt:

                   1 Die Entscheide über die Aufnahme können mit Rekurs bei der Bildungsdirektion angefochten werden.

                   2 Bei Anordnungen über die Erfahrungsnoten kann ein Entscheid der Schulpflege verlangt werden.

                   3 Werden die Erfahrungsnoten zusammen mit dem Entscheid über die Aufnahme angefochten, sistiert die Bildungsdirektion das Rekursverfahren in der Regel bis zum Vorliegen des Entscheides der Schulpflege.

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Voraussetzungen für das rechtmässige Querversetzen in der Volksschule des Kantons Zürich

Es existieren verschiedene Ausgangslagen, die eine Schulleitung oder die Schulpflege veranlassen können, ein:e Schüler:in in eine parallel geführte Klasse zuzuweisen. Begrifflich handelt es sich um eine sogenannte Querversetzung. Hierbei kann es zu konfligierenden Interessen zwischen den Erziehungsberechtigten und der Schulleitung beziehungsweise der Schulpflege kommen. Was die rechtlichen Bedingungen sind und was dazu führen kann, ein Kind querzuversetzen, erläutert Thomas Bucher.

Die nachfolgenden Ausführungen referenzieren auf ein Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Zürich vom 18. März 2021 (VB.2021.00109) und sind für Schulleitungen und Schulpflegen nicht nur im Falle von Querversetzungen bedeutsam.

Art. 62 Abs. 1 der Schweizerischen Bundesverfassung vom 18. April 1999 (BV, SR 101) nennt die Kantone als für das Schulwesen zuständig. Sie haben für einen ausreichenden, an öffentlichen Schulen unentgeltlichen, Grundschulunterricht zu sorgen, der obligatorisch ist und allen Kindern offensteht (Art. 19 in Verbindung mit Art. 62 Abs. 2 BV).

Der erwähnte Anspruch auf ausreichenden und unentgeltlichen Schulunterricht erstreckt sich nicht auf die freie Schul- oder Klassenwahl. § 62 Abs. 2 der Volksschulverordnung des Kantons Zürich vom 28. Juni 2006 (VSV, LS 412.101) verwehrt die Elternmitwirkung explizit bei «Anordnungen organisatorischer Art wie der Zuteilung zu einer Schule oder einer Klasse sowie bei Weisungen im Schulalltag oder bei der Notengebung und der Schülerbeurteilung».

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Schule steht Kopf

Eine Woche lang übernahmen die Schüler:innen der Sekundarschule Hedingen die Rollen von Lehrer:in, Hauswart:in, Schulleitenden, Heilpädagog:in und Schulsozialarbeiter:in. Dabei entstand ein spannender Perspektivenwechsel – und ein Einblick in die Herausforderungen des Schulalltags.

In der Woche vom 22. bis 26. April fand an der Schule Hedingen die Projektwoche «Schule steht Kopf» statt. Dabei übernahmen die Schüler:innen verschiedene Rollen, um den Schulalltag aus neuen Perspektiven zu erleben. Ziel war es, die Woche spannend zu gestalten, weshalb einige Schüler:innen ein Spezialprogramm am Donnerstagnachmittag organisierten, das alle einschloss. Zur Dokumentation gab es ein Kamerateam und Journalist:innen, was den Schüler:innen viel Verantwortung übertrug, da sie zwei Tage ohne Lehrpersonen verbrachten. Lehrer:innen und Lernende waren gespannt auf die Woche.

Planung und Vorbereitung

Am Dienstag trafen sich die Jugendlichen in den jeweiligen Gruppen mit den gleichen Rollen. Für die gewünschten Rollen durften sie sich einige Wochen zuvor bewerben. In diesen kleinen Gruppen organisierten sie sich, verteilten Aufgaben und entwickelten kreative Unterrichtskonzepte. Manche kümmerten sich darum, ein Fach zu übernehmen und zeigten dabei ein hohes Mass an Verantwortung und Teamarbeit. Andere übernahmen organisatorische Aufgaben, wie zum Beispiel das Spezialprogramm.

Diejenigen, die keine Rolle übernahmen und Schüler:innen blieben, konnten an persönlichen Projekten weiterarbeiten – etwa eine neue Sprache anfangen zu lernen oder etwas Kreatives zu basteln.

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Wie kollegiale Beratung die Zusammenarbeit und Professionalisierung an Schulen stärkt

Kollegiale Beratung wird an vielen Schulen eingesetzt. Am Beispiel einer Schule in Dürnten wird gezeigt, wie kollegiale Beratung Mitarbeitende stärkt und die Zusammenarbeit fördert. Beraterin Andrea Hugelshofer und Schulleiterin Annett Kother stellen Chancen von kollegialer Beratung dar und zeigen auf, welche Rahmenbedingungen nötig sind.

Annett Kother, Schulleiterin einer Primarschule in Dürnten, stellte fest, dass verhältnismässig viele Kinder ihrer Schule integrativ gefördert werden. Sie erkennt unter anderem ein Entwicklungspotenzial in der Zusammenarbeit der schulischen Heilpädagog:innen (SHP) und initiiert kollegiale Fallbesprechungen in dieser Fachgruppe. Die SHP lassen sich darauf ein, und innerhalb einiger Monate entwickelt sich die kollegiale Beratung zu einem wirkungsvollen Instrument.

Gemeinsam erarbeiten die SHP Optionen für anspruchsvolle Schüler:innensituationen. Zunehmend werden weitere Fach- und Lehrpersonen in diese Fallbesprechungen und somit in die Lösungssuche einbezogen. Als Personalverantwortliche und Vorgesetzte geht Annett Kother sorgfältig mit möglichen Rollenkonflikten um.

Was ist kollegiale Beratung im schulischen Kontext?

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Anfechtung von Zeugnissen

Die Schüler:innen haben vor den Sommerferien ihre Zeugnisse erhalten, in denen deren Leistungen und Verhalten beurteilt wurden. Immer wieder kommt es vor, dass Eltern eine von der Lehrperson gesetzte Zeugnisnote oder Verhaltensbeurteilung als ungerechtfertigt betrachten. Können sie sich dann an die Schulleitung wenden und die Abänderung des Zeugniseintrags verlangen (Frage 1)? Oder können die Eltern den Zeugniseintrag gar mit einem ordentlichen Rechtsmittel bei einer Behörde oder einem Gericht anfechten (Frage 2)? Reto Allenspach beantwortet diese Fragen mit Blick auf die Rechtslage im Kanton Zürich.

Beurteilung als pädagogische Aufgabe

Die Beurteilung von Schüler:innen (SuS) bei einzelnen Unterrichtsanlässen (Prüfungen etc.) sowie im Zeugnis ist eine pädagogische Aufgabe, welche Lehrpersonen im Rahmen ihres Berufsauftrages zu erfüllen haben. Als Bestandteil der Unterrichtstätigkeit wird die Beurteilung von der Methodenfreiheit gemäss § 23 VSG (Volksschulgesetz, LS 412.100) erfasst. Die Lehrperson entscheidet grundsätzlich selbst, wie sie zu einer professionellen und pädagogisch sachgerechten Beurteilung gelangt. Ihr steht dabei ein erheblicher Beurteilungsspielraum zu, handelt es sich bei der Notensetzung doch nicht um ein exaktes «Messverfahren».

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Quereinstieg: Vom Bankwesen in die Schulleitung

Christine Finney ist seit bald zwei Jahren als Co-Schulleiterin in Thalwil tätig. Zuvor war sie 16 Jahre lang als Rechtskonsulentin in zwei Banken, in unterschiedlichen und auch leitenden Funktionen. Danach stellte sie sich die Frage, was sie beruflich noch bewirken möchte. Finney schildert ihren Quereinstieg in die Schulleitung.

«Hund und Jugend»-Training mit Primarschulkindern als privates Engagement, Schulungskonzepte erarbeiten und Mitarbeitende sowie Lernende schulen, ein Modul «Aufgepasst Betrüger» für den Zukunftstag erstellen, lösungsorientierte Gespräche mit anspruchsvollen Kund:innen – das waren Tätigkeiten, welche mir sehr Spass machten. Ansonsten fand ich, es sei Zeit für eine Neuorientierung. Ich wurde auf die Möglichkeit zur Schulleitung aufmerksam gemacht. Ich stellte fest, dass mir viele der dazugehörenden Aufgaben nicht fremd sein dürften, das Umfeld jedoch sinnstiftend wäre, indem ich etwas bewirken könnte. Geld war für mich noch nie der hauptsächliche Motivator für eine Stelle und ich war bereit, auf Lohn zugunsten einer spannenden Stelle zu verzichten.

Den CAS Quereinstieg Schulleitung absolvierte ich zunächst inkognito und neben meiner 100 Prozent Anstellung, um mich in Ruhe und ohne Druck heranzutasten. Die Tage an meiner Praxisschule halfen mir, realistische Erwartungen zu entwickeln. Die Stellensuche gegen Ende des CAS verlief anfangs noch harzig, doch dann konnte ich zwischen mehreren Angeboten wählen.

Von Anfang an war mir klar: Ich möchte in einer Co-Schulleitung und in einer öffentlichen Primarschule arbeiten. Meine Kollegin und ich bringen unterschiedliche Hintergründe mit, ticken aber in zentralen Fragen gleich – etwa in unserer Haltung und bei Personalentscheiden.

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Was Schmetterlinge mit einer rassismussensiblen Schulkultur zu tun haben

Bearbeiten wir das Thema Rassismus in der Schule, leisten wir einen aktiven Beitrag zur Gewaltprävention. Wir schaffen damit eine sichere Lernatmosphäre für alle Beteiligten einer Schule: für die direkt sowie indirekt Betroffenen. Rahel El-Maawi, selbstständig tätige im Bildungsbereich und Autorin beschreibt, was es für eine rassismussensible Schulkultur benötigt.

Kürzlich sind mir in einer Schulhaus-Toilette eckige Schmetterlinge begegnet. Sie zeugen von zivilcouragiertem Handeln. Weder die Lehrpersonen noch die Schulleitung wussten, wer sie gezeichnet hatte. Tatsächlich war es das Hauswartsteam, das rassistische Symbole regelmässig überarbeitet. Da Übermalen nicht möglich war, verwandelten sie die Kreuze in Schmetterlinge.

Dieses Beispiel zeigt auf, wie wichtig das gemeinsame Handeln aller Schul-Akteuer:innen ist. Eine rassismuskritische Schule braucht Strategien, um eine diskriminierungssensible Schulkultur zu stärken.

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