Die neue Schulleitungsausbildung an der PH Zürich

Vor einem knappen Jahr hat Niels Anderegg  in einem Blogbeitrag die ersten Ideen für die neue Schulleitungsausbildung an der PH Zürich vorgestellt. Heute freut er sich, die neugestaltete Schulleitungsausbildung – den DAS Schulleitung – vorstellen zu können. Die Ausbildung ist personalisierter, flexibler, kompetenzorientiert und ein wesentlicher Schritt, um die Professionalisierung von Schulleitungen weiter zu stärken.

Mit der neuen Schulleitungsausbildung wird sich auch der Name des Studiengangs ändern. Aus dem ‘CAS Führen einer Bildungsorganisation’ wird, nach über vierzig Durchführungen, ‘DAS Schulleitung’. Der Studiengang umfasst 30 ECTS-Punkte und setzt sich wie folgt zusammen: 10 ECTS-Punkte Studiengangsgruppe, 17 ECTS-Punkte Wahlpflichtmodule und 3 ECTS-Punkte Leistungsnachweise. Die Dauer der Ausbildung kann flexibel gestaltet werden, wobei sie mindestens 2 Jahre dauert.

Ein wichtiges Element des DAS Schulleitung ist der flexible Zugang und die Personalisierung durch die Wahlpflichtmodule.

Im Durschnitt 7 Jahre Schulleiter:in

Die durchschnittliche Verweildauer von Schulleiter:innen im Kanton Zürich beträgt ungefähr 7 Jahre. Diese Zahl überrascht häufig, da deutlich tiefere Zahlen kursieren. Der Grund dafür sind einzelne Schulen, wo die Schulleitung in kürzester Zeit wieder wechseln. Teilweise mehrmals nacheinander. Wir alle kennen aber sicher auch Schulen, welche seit 10 und mehr Jahren von der gleichen Schulleitung geführt werden. Dieser Durchschnitt beträgt 7 Jahre.

Ich gehe davon aus, dass es drei Kategorien von Schulleitungen gibt:

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5 Fragen an Daniel Jeseneg – Schulleiter Schule Zeihen

In unserer Rubrik «5 Fragen an…» interviewt Co-Schulleiter Victor Steiner den Schulleiter Daniel Jeseneg zu seiner Tätigkeit. Der Stafetten-Stab liegt nun bei ihm.

Die Schule Zeihen geht einen eigenen Weg im Bereich der Beurteilung. Kompetenzorientierte Beurteilung ist das Schlagwort. Kannst du das genauer erläutern und über Erfolge und Stolpersteine berichten?

So eigen ist unser Weg gar nicht. Wir machen eigentlich genau das, was uns die Laufbahnverordnung und der Lehrplan vorschreiben. Vielleicht haben wir diese zwei Dokumente ein wenig genauer und sorgfältiger wie andere Schulen studiert und wissen nun, welcher Spielraum uns offensteht. Kurzum: Die Ziffernnoten auf unseren Beurteilungsbelegen haben wir abgeschafft und sie im Rahmen der bilanzierenden Beurteilungen durch Wortprädikate ersetzt (sehr gut erreicht, gut erreicht, erreicht, noch nicht erreicht). Klassische schriftliche Lernstanderhebungen gibt es noch, aber sie reihen sich ein in Selbst- und Peereinschätzungen, Lernberichte, Produkte- und Prozessbeurteilungen – also Lernspuren, die dem Lernen dienen und nicht dem Daumen-hoch-oder-runter-Prinzip.

Bei einer solchen Beurteilungsvielfalt ist es für uns natürlich nicht mehr möglich, mit einer schlichten «Milchbüechlirechnung» (Notenschnitt) zur Zeugnisnote zu gelangen. Aber diese Zeugnisnoten müssen wir ja machen. Da führt kein Weg dran vorbei. Überall sonst braucht es keine Noten. Das kann man in der Promotionsverordnung schwarz auf weiss nachlesen.

Wir sind im Moment wirklich noch auf der Suche nach einem einigermassen mach- und leistbaren Rezept für den Ermessensentscheid bei der Zeugnisnote. Letztendlich offenbart sich aber genau hier das Dilemma zwischen einem zeitgemässen Lernverständnis – und da leistet der Lehrplan meines Erachtens wirklich Grossartiges – und einer Leistungsdokumentation (Zeugnis), die aus dem letzten beziehungsweise vorletzten Jahrhundert stammt. Dieses Dilemma ist wahrlich ein Stolperstein, wohl eher eine ganze Stolper-Geröllhalde. Hier wünsche ich mir sehnlichst mutige Pionierarbeit beziehungsweise Unterstützung durch die Volksschulämter.

Ihr praktiziert eine «Draussenschule». Was genau bedeutet das?

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Leitung Bildung unterstützt Schulpflege und Schulleitung

Mit der Änderung des Volksschulgesetzes per 1. Januar 2021 erlaubt nun der Gesetzgeber im Kanton Zürich den Gemeinden, selbst zu entscheiden, ob sie eine weitere Hierarchiestufe zwischen Schulleitung und Schulpflege führen wollen – etwas, was viele Gemeinden schon lange vor dieser Gesetzesänderung getan haben. Rektor, Abteilungsleiterin, Schulkoordinator, Geschäftsleiterin – die Begriffe dafür waren so vielfältig wie die Aufgaben dazu. Karin Zulliger, Leiterin Bildung, Primarschule Dübendorf, stellt sich vor.

Der Gesetzgeber vollzog mit der Gesetzesänderung einen Wandel in der Organisation der Volksschulen im Kanton Zürich, welcher bereits schon seit Jahren an vielen Schulen zum Alltag gehört. Wie beispielsweise an der Primarschule Dübendorf.

Die Stadt Dübendorf ist die viertgrösste Gemeinde im Kanton Zürich. Sie gehört zur Einheitsgemeinde und die Sekundarschule Dübendorf bildet zusammen mit Schwarzenbach eine eigene Schulgemeinde.

An der Primarschule Dübendorf gibt es eine ähnliche Funktion unter dem Namen Geschäftsleitung bereits seit 2006. Sie bestand von 2006 bis 2021 aus zwei Personen – der Leitung Schulen und der Leitung Dienste. Einfach formuliert waren alle Aufgaben mit einem pädagogischen Bezug bei der Geschäftsleitung Schule angesiedelt. Diese Definition erwies sich als immer schwieriger umzusetzen, da letztendlich – und zum Glück –  in der Schule ja alles einen pädagogischen Bezug hat oder haben sollte. Dies führte dazu, dass die Schulpflege sich 2020 auf den Weg machte, die Organisation der ganzen Primarschule Dübendorf grundsätzlich zu überprüfen. Per 1. August 2021 wurde die Geschäftsleitung aus zwei Personen durch eine Leiterin Bildung ersetzt.

Der Alltag einer Leiterin Bildung

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Den digitalen Wandel in der Schule kompetent gestalten

Wenn Schüler:innen im Unterricht ein Video produzieren, die Klassenlehrerin die Eltern über ein digitales Kommunikationstool zum Beurteilungsgespräch einlädt und die Lehrpersonen der Mittelstufe gemeinsam die nächste Projektwoche auf die Beine stellen, braucht es zweifelsohne die notwendige Infrastruktur dafür. Diese ist aber nur dann hilfreich, wenn man weiss, welche digitalen Werkzeugen wann zum Einsatz kommen und wie adäquat damit umgegangen werden kann. Eliane Burri geht der Frage nach, was die Kompetenzentwicklung von Lehrpersonen vor dem Hintergrund des digitalen Wandels bedeutet und wie der Kompetenzaufbau begünstigt werden kann.

Lehrpersonen sind von den durch die Digitalisierung ausgelösten Veränderungen in hohem Masse betroffen. Die Unterrichtsinhalte ändern sich, neue Kompetenzanforderungen werden an die Schüler:innen und auch an die Lehrpersonen gestellt. Die damit verbundenen Entwicklungsprozesse gestalten Schulleitungen und Lehrpersonen gemeinsam. Dadurch ergeben sich neue Anforderungen an die professionellen Kompetenzen von Lehrpersonen. Über ihre fachliche und pädagogische Expertise hinaus müssen sie zunehmend in der Lage sein, digitale Medien in der Schule und im Unterricht sinnvoll zu integrieren.

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Partizipation ist wichtiger als Hierarchien oder Rollen

Im Rahmen des Schulleitungsmonitors Schweiz erhielten über 2’000 Schulleitende die Gelegenheit, frei ihre Vision der Schule des 21. Jahrhunderts zu beschreiben. Nachfolgend skizziert Ella Grigoleit die zentralen Themenfelder der 1100 eingegangenen Rückmeldungen.

Für viele der befragten Schulleitungen fusst die Schule des 21. Jahrhunderts auf einer engen Zusammenarbeit verschiedener Anspruchsgruppen: Sie wünschen sie sich intensivere Austausch- und Kooperationsformate mit Bildungsinstitutionen, Betrieben und übergeordneten Instanzen wie kantonalen Vertretungen und Gemeinden. Auch die schulinterne Zusammenarbeit und Partizipation sowohl in der Gestaltung des Alltags als auch in Schulentwicklungsbelangen sollte, so die Befragten, in der Schule der Zukunft noch intensiver sein.

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Um Lehrpersonen werben – eine Herausforderung für Schulleitungen

Der Lehrermangel im Kanton Zürich ist aktuell wieder ein Thema. Lehrpersonen befinden sich in der angenehmen Situation, dass sich die Schulen um sie reissen. Der Markt spielt. Das Angebot ist aber viel kleiner als die Nachfrage. Für Schulleiterin Martina Arpagaus eine ungünstige Ausgangslage. Sie teilt mit uns ihre Erfahrungen:

Frische Blumen, Gratiskaffee und vielleicht sogar in der einen Hälfte des Kindergarten-Sandkastens ein Jacuzzi? Heutzutage muss man Lehrpersonen etwas Besonderes bieten, damit sie die eigene Schule als neuen Arbeitsort aussuchen. Das Zürcher Volksschulamt hat soeben den Lehrer:innenmangel bestätigt. Vor allem auf der Kindergartenstufe ist die Misere gross. Wir in unserer Schuleinheit haben 2,5 Stellen zu besetzen und so gut wie keine Bewerbungen. Das Besetzen von Stellen ist anspruchsvoll, aufwendig, gelegentlich frustrierend und bedarf Innovationen sowie neuer Ideen.

Kündigungen von Lehrpersonen nicht persönlich nehmen

Kurz vor dem Kündigungstermin wurden mir drei Kündigungen auf den Tisch gelegt. Alle drei unerwartet. Jede der Lehrperson hatte eine persönlich nachvollziehbare Begründung, zwei nannten den näheren Arbeitsweg zur neuen Stelle. Dagegen komme ich natürlich nicht an.

Es ist der Situation geschuldet, dass ausgebildete, gute Lehrkräfte gegenwärtig einem Wust von freien Stellen gegenüberstehen.

Dass die Kündigungen aber so kurz vor Ende der Frist und ohne vorgängige Andeutung auf meinem Pult landen, nehme ich in den ersten Minuten schon etwas persönlich. Nach ein paar innerlichen Zweifelrunden stürze ich mich in die Ausschreibung der Stellen, mache erste Telefonate und führe Vorstellungsgespräche. Ich gebe zu, das passiert mit der mir eigenen Zuversicht, aber schon auch mit etwas Sorge.

Frisst der Teufel zur Not Fliegen?

Man schreibt die Stellen aus und bekommt kaum Bewerbungen. Wenn sich jemand mit den geeigneten Qualifikationen bewirbt, kommt es fast automatisch zum Vorstellungsgespräch. Man wird toleranter, weil man weiss, dass man nicht wirklich die Wahl hat. Eine Kandidatin wird ein zweites Mal ins künftige Klassenzimmer geführt, weil sie es noch einmal spüren will. Unter normalen Umständen hätte sie das womöglich nicht verlangt und ich wahrscheinlich nicht gemacht. Es kam in diesem Fall zu keiner Anstellung. Ich habe mir erlaubt, auch Personen abzusagen, obwohl sie das Diplom hatten: Eine Person konnten wir uns nicht vor einer Klasse vorstellen, die andere bekam sehr schlechte Qualifikationen von ihrer Referenzperson.

Film ab für neue Kindergärtner:innen

Die Ausgangslage auf der Kindergartenstufe ist ernst, aber hoffnungsvoll. Deshalb geht mein Schulkreis nun in die Offensive und finanziert neben einer Assistenz an den Vormittagen auch ein professionelles Filmteam, um mit einem sympathischen Porträt auf unsere Schule als attraktiven Arbeitsplatz aufmerksam zu machen. Das Drehbuch schrieb ich selbst und rückte dabei alle unsere Vorzüge in den Vordergrund. Allen voran natürlich jene Kindergärtnerinnen, die bei uns bleiben. Sie priesen professionell, herzlich und authentisch die Vorteile ihres Arbeitsplatzes an. Auch unsere Lage mit viel Natur und nahe bei einem Bahnhof kam zum Tragen. Inwiefern der Film Früchte trägt, werden die nächsten Wochen zeigen.

INFOBOX

Als die Arbeitskollegin von Martina Arpagaus gerade im Urlaub weilte und die Omikron-Welle über die Schule rollte, musste die Schulleiterin Prioritäten setzen. Wie ihr das gelang, erfahren Sie im letzten Beitrag.

Zur Autorin

Martina Arpagaus


Martina Arpagaus ist 47 Jahre alt. Nach ihrer Ausbildung als Kindergärtnerin arbeitete sie zwei Jahrzehnte als Radiojournalistin. Dann unterrichtete sie Deutsch als Zweitsprache und seit dem Sommer 2021 arbeitet sie als Schulleitung 2 in einer Zürcher Primarschule.»   

Redaktion: Melina Maerten

Titelbild: adobe stock

Endlich wieder eine Tagung unter Menschen

Niels Anderegg genoss es anfangs April endlich wieder einmal an eine Tagung zu reisen und vor einem Publikum zu sprechen. In seinem Tagebuch-Blog erzählt er von seinen Erfahrungen an der österreichischen Bundeskonferenz zur Begabungsförderung in Kärnten und warum er solche Tagungen während der Corona-Pandemie vermisst hat.

Dienstag, 5. April 2022

Seit langer Zeit steige ich zum ersten Mal wieder in einen Nachtzug ein. Nach einem intensiven Arbeitstag geniesse ich es, vor der Abfahrt mit einem Kollegen ein Bier zu trinken und dann anschliessend Richtung Kärnten zu fahren.

Zugfahrt zur Tagung in Kärnten

Auch wenn das Schlafen im Nachtzug nicht so komfortabel ist wie zu Hause, so geniesse ich die Fahrt dennoch. Während man bei einer Online-Tagung sich 5 Minuten vor Beginn einfach am Bildschirm einloggt, mache ich mich nun auf die Reise und werde nicht nur neue Inhalte, sondern auch mir bisher unbekannte Menschen treffen und einen neuen Ort kennenlernen.

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5 Fragen an Victor Steiner, Co-Schulleiter Grundacherschule in Sarnen

In unserer Rubrik «5 Fragen an…» interviewt Schulleiter Pirmin Stadler den Co-Schulleiter Victor Steiner zu seinen Visionen und zur Definition von guten Schulleitungen. Der Stafetten-Stab wurde damit weitergereicht.

Victor, was ist deine Vision einer guten Schule? Und wie beschreibst du sie einem Kindergartenkind? 

«Lieber Aaron, bald kommst du in die Schule. Du kannst dich darauf freuen. Du wirst ganz viele Möglichkeiten haben, zu spielen und Dinge zu lernen und zu tun, die dich interessieren. Du kannst dich zum Beispiel mit Pilzen beschäftigen, die dich so faszinieren und es gibt viele Bücher dazu. Wenn du willst, kannst du den ganzen Tag Pilze unter dem Mikroskop betrachten oder auch mal einen Nachmittag mit deinem Götti Pilze sammeln gehen, der sich sehr gut damit auskennt. Falls du welche findest, kannst du uns damit gerne ein Zmittag kochen. Wenn es die anderen der Gruppe auch interessiert, besuchen wir zusammen die Pilzfabrik im Nachbarsdorf. Solltest du einmal keine Idee haben und nicht wissen, was du tun möchtest, findest du bestimmt jemanden in der altersgemischten Gruppe, der etwas Spannendes macht. Da kannst du dich anschliessen oder etwas Eigenes daraus machen.»

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5 Fragen an Pirmin Stadler, Schulleiter Kreisschule Urner Oberland

In unserer Rubrik «5 Fragen an…» interviewt Schulleiter Thomas Walker den Schulleiter Pirmin Stadler über den Einsatz von digitalen Geräten im Unterricht. Er übernimmt den Stafetten-Stab.

An einigen Schulen im Kanton Uri ist 1to1 – Ausstattung bei digitalen Schülerinnen und Schülern sowie Schülergeräten – schon Realität. Viele Schulen stehen kurz vor der Umsetzung.

Pirmin, was können Schulleitungen tun, damit der Einsatz von digitalen Geräten die Unterrichtsentwicklung positiv beeinflusst?

Die kurze Antwort: Auf den richtigen Zeitpunkt warten. Denn digitale Medien wirken als Verstärker. Sie machen guten Unterricht noch besser. Und schlechten Unterricht noch schlechter.

Die längere Antwort: Die These des Medienpädagogen Jöran Muuss-Merholz sagt, dass digitale Medien als mächtige Verstärker für Vorhandenes wirken. Wer gerne Zeit auf dem Sofa verbringt, kann mit digitalen Medien noch besser Zeit auf dem Sofa verbringen. Wer sich gerne mit anderen Menschen vernetzt und Neues entdeckt, kann das mit digitalen Medien noch besser tun.

Wer gerne lehrerzentriert und mit enger Kontrolle unterrichtet, kann das mit digitalen Medien noch besser tun. Zu diesem Unterricht passen dann eine interaktive Wandtafel, automatische Anwesenheitsberichte bei Videokonferenzen und Aufgaben am Computer, bei denen kontrolliert werden kann, wer wann was gelöst hat.

Wer den Lernenden ermöglicht, persönliche Ziele zu verfolgen und Mitverantwortung für ihr Lernen zu übernehmen, erhält mit digitalen Medien noch mehr Möglichkeiten. Die Lernenden werden dann Bücher, Bleistift und Computer nutzen, um gemeinsam ihren Fragen nachzugehen und Probleme zu lösen. Es entstehen unterschiedliche Lernprodukte in analoger und digitaler Form.

Darum lohnt es sich, zu fragen: Welchen Unterricht wollen wir verstärken? Verstärken und optimieren wir nur das Lernen des 19. und 20. Jahrhunderts? Oder entwickeln wir neue Formen? Und vielleicht ist es dann auch sinnvoll, mit einer 1to1-Ausstattung als Verstärker noch zu warten, bis man als Schule gemeinsame Antworten auf solche Fragen gefunden hat.

Welchen Mehrwert für die Schüler:innen, Lehrpersonen und Schule erkennst du betreffend den Einsatz von digitalen Geräten?

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Wie wichtig Organisationsregeln- und brüche sind

Vielleicht kann man den Professor für Soziologie, Stefan Kühl, auch als «Business Punk» oder «systemischen Querdenker» betiteln. Immer wieder nimmt er allgemeingültige Management- und Organisationsregeln auseinander und denkt sie anders. Auch in seinem neusten Buch. Johannes Bereitschaft mit der Rezension.

Stefan Kühl entwickelt die Gedanken des Soziologen Niclas Luhmann in seinem Buch zur «brauchbaren Illegalität» weiter. Nehmen wir an, dass alle Regeln und Anweisungen buchstabengetreu ausgeführt werden: Die Folge davon ist, dass eine Organisation auch bei noch so guter Planung immer schwerfälliger wird und sie an der rigiden Auslegung ihrer formalen Strukturen zerbricht, Kreativität kaum Platz findet, Neues seltener entsteht.

Was unterschiedliche Publikationen wie Talebs «Antifragilität» oder Wüthrichs «Musterbrecher» andeuten, wird hier durch Kühl gezielt aus Sicht der Organisationsperspektive thematisiert: In Zeiten, in denen die Einflussfaktoren Volatilität, Unsicherheit, Komplexität, Ambiguität (VUCA) eine immer höhere Bedeutung haben, kann man davon ausgehen, dass eine Organisation die Intelligenz vieler braucht. Diese beinhaltet auch das Gespür, welche Dehnungen oder Überschreitungen von organisationsbezogenen Regeln sinnvoll für das Ganze sind und die Organisation als solches weiterbringt – aus verwaltungsorientierter Sicht ein zumindest kühner Gedanke!

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