«Leitung Bildung» Teil 1: Wie organisiert sich die Stadt Bülach im Bereich Bildung?

Mit dem Entscheid des Kantonsrates vom 20. April 2020 wird es zukünftig möglich sein, dass Gemeinden ihre Schule mit einer zusätzlichen Hierarchiestufe organisieren – Leitung Bildung. Einige Gemeinden im Kanton Zürich haben sich schon so eingerichtet. Andrea Hugelshofer hat mit Markus Fischer, Leiter Bildung in Bülach, über seine Aufgabe gesprochen.

Jede und jeder im Stadtrat Bülach hat eine Abteilungsleitung für das eigene Ressort. In meiner Funktion ist das die Leitung Bildung, sagt Markus Fischer. Der Stadtschreiber führt quasi als CEO diese Abteilungsleitungen und gewährleistet im Rahmen der Geschäftsleitung (GL) eine enge Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Abteilungen.

Die Abteilung Bildung – zu dem auch die schulergänzenden Dienste (Therapiebereich, SPD, SSA, Betreuung) gehören – wird über ein GL-Modell geführt. Die Idee dahinter ist, dass operative und strategische Führung klarer getrennt werden. Da dies aus gesetzlichen Gründen noch nicht vollständig möglich ist, ist das Schulpräsidium Mitglied der GL.

Die Aufgaben der Geschäftsleitung

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Revision des Volksschulgesetzes: Zürcher Kantonsrat hat entschieden

Nicht in der Messehalle, sondern per schriftlichem Verfahren hat am vergangenen Montag, 20. April, der Kantonsrat in zweiter Lesung die Vorlage zur Änderung des Volksschul- und Lehrpersonalgesetzes (5507b VSG und LPG) verabschiedet. Hierbei werden Kompetenzen zwischen Schulbehörde und Schulleitung weiter geklärt und es wird den Gemeinden ermöglicht, eine sogenannte Leitung Bildung einzuführen. Wir haben Christoph Ziegler, den Präsidenten der Kommission für Bildung und Kultur des Kantonsrats (KBIK) zu diesem Entscheid interviewt:

Herr Ziegler, wie verlief die zweite Lesung bezüglich der Einführung von Gesamtschulleitungen im Kantonsrat?

Wegen der Coronakrise gab es bei der zweiten Lesung ein schriftliches Verfahren ohne Diskussion. Es gab also (wie übrigens auch fast immer bei einem normalen Verfahren) keine Änderungen zur ersten Lesung, wo ja hitzig diskutiert und argumentiert wurde.

Welchen Nutzen sieht die Kommission und der Kantonsrat in der Einführung einer Gesamtschulleitung?

Die mögliche Schaffung einer neuen Stelle soll in erster Linie die Schulpflegen in grösseren Gemeinden entlasten. Die Anforderung an das Amt der Schulpflegepräsidien übersteigt dort oft die zeitlichen Möglichkeiten von Milizpolitiker*innen.

Was waren in der Diskussion die umstrittenen Punkte?

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Wie ein Pinguin im Wasser zu einer wertschätzenden Führung

Ein Workshop der Themenreihe «Motiviert und gestärkt in der Schule» an der PHZH beschäftigte sich mit «wertschätzender Führung». In der Vorbereitung fragte sich Andrea Hugelshofer: Wie gestalte ich einen Workshop zu einem Thema, bei dem sich die meisten einig sind, dass es wichtig ist? Und zu einem Thema, dass im Alltag doch gerne wieder vergessen geht, weil aktuelle Schwierigkeiten gemeistert werden müssen?

Ich erinnerte mich an eine Geschichte von Eckhart von Hirschhausen, Moderator und Comedian, in der es darum geht, «im Element zu sein», dort zu sein, wo «es flutscht», wie er es in einer seiner Fernsehsendung nennt.

Wenn es in der Schule «flutscht», dann verstärken sich das körperliche und psychische Wohlbefinden der Schülerinnen und Schüler, der Lehrpersonen und der Schulleitung sowie die Unterrichtsqualität gegenseitig. Es entsteht ein positives Schulklima. Ein wichtiger Beitrag der Schulleitung hierbei kann Wertschätzung im Alltag sein – sich selbst, den Lehrpersonen und Schülerinnen und Schülern gegenüber.

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Wenn unterschiedliche Logiken zusammenkommen

Manchmal prallen unterschiedliche Bedürfnisse und Logiken aufeinander. Zum Beispiel die alltägliche Verantwortung der Schulleitung für die Schüler/innen und Lehrpersonen – und die eigene Mitverantwortung in der Schulpflege, aber auch die eigenen Berufs- und Familienverantwortungen. Andrea Hugelshofer schildert persönliche Momente.

«Mit der Schülerin XY geht es nicht mehr so weiter. Wir haben am nächsten Mittwoch um 12:15 Uhr ein schulisches Standortgespräch abgemacht. Bist du dabei?» Als Mitglied einer Kreisschulbehörde gerate ich bei kurzfristigen Terminanfragen ins Rotieren: Um welches Kind geht es, habe ich schon Informationen in meinen Notizen oder Mails?

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Schulbehörde und Schulleitung – «Wir müssen miteinander!»

Die Zusammenarbeit zwischen Schulbehörde und Schulleitung hat eine anspruchsvolle Ausgangslage: politisch gewählte Laien führen Fachpersonen. Andrea Hugelshofer widmet sich einer wichtigen Grundlage dieser Zusammenarbeit, dem Vertrauen.

«Wichtig ist, dass man sich als Team versteht und ein Vertrauensverhältnis besteht. Hierfür braucht es ein Rollenbewusstsein: Die Schulleitung ist die Fachperson. Ich muss akzeptieren, dass ich Laie bin und mich auf die strategische Arbeit fokussiere – und die Schulleitung muss sich bewusst sein, dass der Präsident Chef ist.» Dies die Aussage eines Schulpräsidenten in einem Gespräch, das ich mit ihm über seine Erfahrungen bezüglich Zusammenarbeit zwischen Schulleitung und Schulbehörde geführt habe.

Auch in anderen Gesprächen wurde immer wieder das Stichwort Vertrauen erwähnt. Eine Schulleitung betont im Gespräch das Vertrauen, das ihr und ihrer Kompetenz geschenkt wird:

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Inklusion durch Kooperation statt Koordination

Die Schulen stehen vor der Herausforderung, die UN-Behindertenrechtskonvention umzusetzen und damit eine Schule zu schaffen, in der alle Kinder und Jugendlichen aufgenommen und optimal gefördert werden. Ziel ist eine inklusive Schulkultur, in der die Individualität aller Kinder und ihre Bedürfnisse im Vordergrund stehen.

Diese Inklusionshaltung fliesst in die Prozesse der Schulentwicklung, der Unterrichtsentwicklung und ganz besonders in die Personalentwicklung ein. Inklusion bedingt kompetente, motivierte und positiv eingestellte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, welche berufsgruppenübergreifend zusammenarbeiten können. Diese Zusammenarbeit muss als notwendig und sinnvoll erkennbar sein, da die Kooperation immer auf die spezifische schulische Situation und auf die Bedürfnisse aller beteiligten Personen fokussiert ist.

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