Inklusion durch Kooperation statt Koordination

Die Schulen stehen vor der Herausforderung, die UN-Behindertenrechtskonvention umzusetzen und damit eine Schule zu schaffen, in der alle Kinder und Jugendlichen aufgenommen und optimal gefördert werden. Ziel ist eine inklusive Schulkultur, in der die Individualität aller Kinder und ihre Bedürfnisse im Vordergrund stehen.

Diese Inklusionshaltung fliesst in die Prozesse der Schulentwicklung, der Unterrichtsentwicklung und ganz besonders in die Personalentwicklung ein. Inklusion bedingt kompetente, motivierte und positiv eingestellte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, welche berufsgruppenübergreifend zusammenarbeiten können. Diese Zusammenarbeit muss als notwendig und sinnvoll erkennbar sein, da die Kooperation immer auf die spezifische schulische Situation und auf die Bedürfnisse aller beteiligten Personen fokussiert ist.

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Führungsmatrix in Zeiten des Wandels

Der Mensch sehnt sich in Zeiten der Veränderungen und des Wandels nach Klarheit und Orientierung. Auch die Schule erlebt die Schnelllebigkeit der Veränderungszyklen. Sie ist gezwungen Antworten zu finden, wie sie den technischen Fortschritt ins System Schule integriert und wie sie ihren erweiterten Bildungsauftrag erfüllen kann.

Die Schulleitung hat in diesem Kontext eine tragende Rolle. Es gehört zu ihrer Kernaufgabe, zu wissen, wo die eigene Schule steht und wohin die Schulleitung sie hinsteuern soll.

Das Dreieck-Modell «Struktur, Strategie und Kultur», oft auch als magisches Dreieck bezeichnet, ist ein ausbalanciertes Steuerungs- und Orientierungsinstrument. Die drei Elemente können nicht isoliert betrachtet werden, vielmehr geht es darum, diese in ein dynamisches Gleichgewicht zu bringen.

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Würden Sie bei Schule an Musse denken?

Der Besuch eines Workshops bei Prof. Olaf-Axel Burow am Symposium Personalmanagement – 24.5.19

Dies war nicht die einzige Frage, mit der Prof. Burow die Aufmerksamkeit der Teilnehmenden am Symposium Personalmanagement an der PH Zürich gewann – im Übrigen spielte er mit seiner Frage auf die Herleitung des Wortes «Schule» aus dem griechischen «schole» (Musse, Beschäftigung während der Musse) an. Mit der Zusammentragung von mehr oder weniger bekannten und provokanten Aussagen wie «Erziehung ist die Bildung des Menschen zur Glückseligkeit», «Wie ist das Glück in der Schule verschwunden?» oder «Wir wollen keine Kuschelschule sein», konnte Prof. Burow auch die emotionale Beteiligung seiner Zuhörer erreichen.

Er untermauerte die Notwendigkeit, dem Wohlbefinden in der Schule mehr Aufmerksamkeit zu widmen mit einigen Ergebnissen aus der Forschung, die zeigen, dass 2/3 aller Personen ihren Job lustlos ausüben und 17 Prozent aller Lehrpersonen keine emotionale Bindung zu ihrem Arbeitsplatz haben.

Was aber können Schulleitende tun? Prof. Burow zeigte auf, dass gute Schulentwicklung die Aufgabe Nr.1 bei Schulleitenden sein soll. Hier zeigt Schulleitungshandeln bei drei Zielen eine grosse Wirksamkeit: Equity (Förderung der Chancengleichheit), Excellence (Anspruchsvolle Leistungen anstreben) und Well-Being (an diesem Ziel kann sofort etwas geändert werden).

Und wie können Schulleitende vorgehen? Für die Umsetzungsphase bei der Schulentwicklung empfahl Prof. Burow ein dreischrittiges Vorgehen:

  1. Wertschätzungsphase: Den Lehrpersonen wird gezeigt, dass sie alle top Pädagogen sind, dass sie eine Spitzenarbeit machen, aber nicht jeden Tag.
    Die Frage, «Wie sind wir, wenn wir gut sind?» leitet diese Phase.
  2. Visionenphase: Eine auf einen Zeitraum von fünf Jahren ausgerichtete, gemeinsame Vorstellung wird entwickelt.
  3. Umsetzungsphase: Diese Phase wird bestimmt durch die Frage: «Wie kommen wir dahin?» und ist darauf ausgerichtet, wie Schule gestaltet wird, wenn alles möglich ist.

Und schliesslich gab es noch gute Tipps und Hinweise, die auch zum Reflektieren des Schulleitungshandelns an der eigenen Schule anregten:

  • Team-Flow schafft Entlastung: Haben wir wirkungsvolle Formen der Unterstützung?
  • Die Anzahl der Festveranstaltungen in der Schule ist ein Indikator für eine wertschätzende Schulleitung.
  • Wie kann die Verwaltung verringert und die Gestaltung gesteigert werden?
  • Positive und kritische Rückmeldungen mindestens im Verhältnis 3:1 geben.
  • Glück und Zufriedenheit sind erlernbar.

Und wenn Schulleitende letztendlich noch eine salutogene Haltung einnehmen (Verstehbarkeit, Bedeutsamkeit und Handhabbarkeit von Veränderungen aufzeigen beziehungsweise fördern), steht einer wertschätzenden Schulentwicklung nichts mehr im Wege! Zumindest zeigte der Applaus in den Workshops, dass die Botschaft ankam und auf ein zufriedenes Publikum gestossen ist.

Dr. Heike Beuschlein, Dozentin Zentrum Management & Leadership der PHZH

Schulleitung und Inklusion

Inklusion hat – so könnte man auf den ersten Blick meinen – vor allem mit Lehrpersonen und Heilpädagoginnen und Heilpädagogen zu tun. Schliesslich sind sie diejenigen, welche mit der Diversität umgehen und Inklusion jeden Tag von Neuem gestalten müssen. Gleichzeitig – und das ist meine These, welche ich in diesem Blog vertreten möchte – ist die Schulleitung entscheidend, wenn es darum geht, dass Inklusion an unseren Schulen langfristig gelingt. Ich werde im Folgenden die These aus drei Perspektiven diskutieren.

  1. Ebene der Politik

Die Schweiz hat sich mit der Ratifizierung der UN-Behindertenrechtskonvention zu einem inklusiven Schulsystem verpflichtet. Während der Bundesrat die Konvention unterschrieben hat, haben die Kantone die Grundlagen für die Umsetzung erarbeitet und in Kraft gesetzt. Nun liegt der Ball bei den Schulen und dies mit der schwierigsten Aufgabe: Die ‘Schule für alle’ zur Alltäglichkeit werden zu lassen. Die Schulleitung hat die Aufgabe dafür zu sorgen, dass die Schule inklusiv ist.

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Lernen international: Vaduz / Malbun – Tallinn – Amsterdam

Eine Binsenwahrheit für Pädagoginnen und Pädagogen: Lernen hat auch damit zu tun, Bekanntes loszulassen und Platz für neue Eindrücke zu schaffen. Die Reisen nach Vaduz / Malbun, Tallinn und Amsterdam, welche im Rahmen des «CAS Pädagogische Schulführung» oder separat als «Schulführung und -entwicklung international» gewählt werden können, bieten solche Lernchancen.

Zu erfahren, wie andere Länder mit Trends oder Bildungsreformen umgehen, welche Rolle die Schulführung dabei spielt und wie sich Schulsysteme diesbezüglich unterscheiden, eröffnet neue Perspektiven für den eigenen Berufsalltag und sind ein zentrales Ziel dieser Reisen.

Darüber hinaus «leben» die Studienaufenthalte von persönlichen Begegnungen, kulturellen Differenzen, von Neugierde und Offenheit. Und auch von der Überzeugung, dass das Verlassen der eigenen Komfortzone als Motor für das eigene Lernen dient und eine positive Wirkung auf die eigene Arbeit haben kann.

Das Gewinnen von Eindrücken rund um Schulführung und Schulentwicklung steht bei diesem Programm im Fokus. Ein Teilnehmer schildert dies wie folgt:

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Was hat Innovation mit sozialen Netzwerken zu tun?

Damit eine Innovation verbreitet wird, muss sie einfach nur gut sein – das habe ich lange gedacht. Als ich mehr darüber gelesen und nachgedacht habe, kamen viele Fragen auf.

Was ist eigentlich eine gute Innovation oder Neuerung? Was ist überhaupt gut? Schneller, mehr, effizienter? Ab welchem Zeitpunkt ist sie gut?

Wenn ich eine Innovation erwerbe, zum Beispiel in Form eines neuen Handys, dauert es Wochen, bis ich mich darüber freuen kann. Woran erkennen wir, dass durch die Innovation etwas besser wird? Oder für wen die Innovation gut ist? Für das Unternehmen oder für die Mitarbeitenden?

Kategorien wie «gut» und «besser» haben mit unseren Normen und Werten zu tun, die sozial konstruiert sind. Wie Haruki Murakami im Roman «Die Ermordung des Commendatore» so schön verspielt schreibt: «Die Welt ist Vorstellung, das ist die Wahrheit. Vorstellung ist Wahrheit und Wahrheit ist Vorstellung.»

Die gute Idee gibt es also gar nicht und so bleibt die Frage offen: Wovon hängt es ab, ob sich eine Innovation verbreitet? Eine mögliche Antwort darauf gibt die soziale Netzwerktheorie. Die Qualität des sozialen Netzes, in dem sich die Innovation befindet, beeinflusst die Verbreitung.

«Auch technische oder technologische Neuerungen bleiben auf ihre soziale Anwendung und Durchsetzung angewiesen, um schließlich real zu werden». Dieser Satz von Inka Bormann im Buch «Innovationen im Bildungswesen» hat bei mir einen Aha-Effekt ausgelöst. Ist das soziale Netz eng, interagieren viele Mitglieder regelmässig miteinander, verbreitet sich die Idee schnell – die Innovation hat eine Chance. Sind die Betroffenen Einzelgänger, ohne regelmässigen Austausch, kommt die Innovation vielleicht nie bei ihnen an.

Dies gilt auch für Weiterbildungen in Schulen, wie Alan Daly von der University of California, San Diego, argumentiert. Schulteams, in denen viele Personen isoliert sind oder die aus kleinen, nicht miteinander verbunden Gruppen bestehen, profitieren von Weiterbildungen weniger als Teams mit einer hohen Dichte an professionellen Beziehungen.

Wie Daly sagt, ist jede Innovation, jede Veränderung, die wir durchführen wollen, immer auf der bestehenden Basis von Beziehungen aufgebaut. Diese Basis bestimmt dann die Aufnahme, die Geschwindigkeit und die Tiefe der Veränderung.

Wie genau? Darüber wird Prof. Dr. Alan Daly am 18.09.2019 17:15 Uhr an der PH Zürich referieren. Der Vortrag ist auf Englisch, die PowerPoint-Präsentation ist auf Deutsch übersetzt.

Weitere Informationen zum Referat finden Sie im Flyer:

Flyer Referat Professor Alan J. Daly

Enikö Zala-Mezö, Leiterin des Zentrums für Schulentwicklung, PH Zürich

Eins aufs Dach – Solarenergie für die Schule

Der Klimawandel fordert alle. In den nächsten Jahrzehnten muss die gesamte Energieversorgung auf erneuerbare Energien umgestellt werden. Auch Schulen als Knotenpunkt der Gesellschaft tragen hier eine grosse Verantwortung wie auch der Lehrplan 21 festhält: «Nachhaltige Entwicklung kann nur gelingen, wenn sich Frauen und Männer, Junge und Alte an den Entscheidungsprozessen und an der Umsetzung der Entscheidungen beteiligen können.» LP 21

Die Tagesschule Oberglatt führt deshalb gemeinsam mit der Klimaschutzorganisation MyBluePlanet das mehrjährige Bildungs- und Klimaschutzprojekt «Jede Zelle zählt!» durch. Ein erster Höhepunkt fand kurz vor Ostern mit dem Bau der Solaranlage statt.

Die Schüler konnten mitbauen. Zusammen mit den Solarteuren der EKZ verlegten und verkabelten die Oberstufenschüler zahlreiche Solarmodule und hatten sichtlich Freude bei der Realisierung. Die 13-jährige Lynn schätzte die Tätigkeit besonders: «Ich denke nicht, dass ich das nochmal woanders machen kann.»

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Schulen stärken mit Schulassistenzen

Ist an Ihrer Schule eine Schulassistenz tätig? Der Einsatz von Assistenzpersonal bietet Chancen, um auf Herausforderungen in Schulen schnell reagieren und Lehrpersonen entlasten zu können. Doch was gilt es dabei für Sie, als Schulleitung, zu beachten?

Sorgfältige Einführung

Schulassistenzen betreuen und begleiten einzelne Kinder oder Schülergruppen im Unterricht nach Anleitung einer Lehrperson. Ihr Einsatz bedarf jedoch einer sorgfältigen Einführung und kann je nach Klassensituation leicht variieren. Deshalb empfiehlt es sich, die Rolle und Aufgabenbereiche der Schulassistenz mit ihr und allen beteiligten Lehrpersonen im Vorfeld zu klären.

Hilfreiche Hinweise dazu gibt es in der Broschüre des Volksschulamtes, welche das Anforderungsprofil und die Handlungsfelder von Schulassistenzen beschreiben sowie rechtliche Grundlagen ihrer Anstellung erläutern.

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Rezension: Die Führung einer Schule von Rolf Dubs

Lange haben wir darauf gewartet, nun ist es endlich in einer völlig überarbeiteten dritten Auflage 2019 erschienen – das Standardwerk von Rolf Dubs: «Die Führung einer Schule – Leadership und Management». Ein Buch, das in die Bibliothek jeder Schulleitungsperson gehört!

Rolf Dubs hat sich seit 2006 einige Zeit genommen, bis die Neuauflage erschienen ist – und dies hat sich auf jeden Fall gelohnt. Diejenigen, die das alte Buch kennen und für lesenswert halten, werden auch im neuen von der Struktur her abgeholt.

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Schulentwicklung beginnt in den Köpfen – Konsens und Sinnfindung im Team

Unsere Meinung verändert sich. Zum Glück! Bei unserem Verhalten allerdings ist das nicht so einfach. Routinen, die wir nicht hinterfragen, sondern automatisch einsetzen, sind besonders hartnäckig. Wenn wir Schulentwicklung als Veränderung solcher Routinen verstehen, dann braucht es einiges. Wie passiert das? Oft im Gespräch oder in Interaktionen, wenn jemand etwas sagt was mich überrascht oder sogar irritiert. Schulentwicklung beginnt in den Köpfen – Konsens und Sinnfindung im Team weiterlesen