Würden Sie bei Schule an Musse denken?

Der Besuch eines Workshops bei Prof. Olaf-Axel Burow am Symposium Personalmanagement – 24.5.19

Dies war nicht die einzige Frage, mit der Prof. Burow die Aufmerksamkeit der Teilnehmenden am Symposium Personalmanagement an der PH Zürich gewann – im Übrigen spielte er mit seiner Frage auf die Herleitung des Wortes «Schule» aus dem griechischen «schole» (Musse, Beschäftigung während der Musse) an. Mit der Zusammentragung von mehr oder weniger bekannten und provokanten Aussagen wie «Erziehung ist die Bildung des Menschen zur Glückseligkeit», «Wie ist das Glück in der Schule verschwunden?» oder «Wir wollen keine Kuschelschule sein», konnte Prof. Burow auch die emotionale Beteiligung seiner Zuhörer erreichen.

Er untermauerte die Notwendigkeit, dem Wohlbefinden in der Schule mehr Aufmerksamkeit zu widmen mit einigen Ergebnissen aus der Forschung, die zeigen, dass 2/3 aller Personen ihren Job lustlos ausüben und 17 Prozent aller Lehrpersonen keine emotionale Bindung zu ihrem Arbeitsplatz haben.

Was aber können Schulleitende tun? Prof. Burow zeigte auf, dass gute Schulentwicklung die Aufgabe Nr.1 bei Schulleitenden sein soll. Hier zeigt Schulleitungshandeln bei drei Zielen eine grosse Wirksamkeit: Equity (Förderung der Chancengleichheit), Excellence (Anspruchsvolle Leistungen anstreben) und Well-Being (an diesem Ziel kann sofort etwas geändert werden).

Und wie können Schulleitende vorgehen? Für die Umsetzungsphase bei der Schulentwicklung empfahl Prof. Burow ein dreischrittiges Vorgehen:

  1. Wertschätzungsphase: Den Lehrpersonen wird gezeigt, dass sie alle top Pädagogen sind, dass sie eine Spitzenarbeit machen, aber nicht jeden Tag.
    Die Frage, «Wie sind wir, wenn wir gut sind?» leitet diese Phase.
  2. Visionenphase: Eine auf einen Zeitraum von fünf Jahren ausgerichtete, gemeinsame Vorstellung wird entwickelt.
  3. Umsetzungsphase: Diese Phase wird bestimmt durch die Frage: «Wie kommen wir dahin?» und ist darauf ausgerichtet, wie Schule gestaltet wird, wenn alles möglich ist.

Und schliesslich gab es noch gute Tipps und Hinweise, die auch zum Reflektieren des Schulleitungshandelns an der eigenen Schule anregten:

  • Team-Flow schafft Entlastung: Haben wir wirkungsvolle Formen der Unterstützung?
  • Die Anzahl der Festveranstaltungen in der Schule ist ein Indikator für eine wertschätzende Schulleitung.
  • Wie kann die Verwaltung verringert und die Gestaltung gesteigert werden?
  • Positive und kritische Rückmeldungen mindestens im Verhältnis 3:1 geben.
  • Glück und Zufriedenheit sind erlernbar.

Und wenn Schulleitende letztendlich noch eine salutogene Haltung einnehmen (Verstehbarkeit, Bedeutsamkeit und Handhabbarkeit von Veränderungen aufzeigen beziehungsweise fördern), steht einer wertschätzenden Schulentwicklung nichts mehr im Wege! Zumindest zeigte der Applaus in den Workshops, dass die Botschaft ankam und auf ein zufriedenes Publikum gestossen ist.

Dr. Heike Beuschlein, Dozentin Zentrum Management & Leadership der PHZH

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