Was der neue Kinofilm«Systemsprenger» aufzeigt

In dem aktuellen Kinofilm «Der Systemsprenger» geht es um die neunjährige Benni. Schwer traumatisiert reagiert sie mit kaum nachvollziehbarer Aggressivität. Egal wohin sie hinkommt, ob zur Pflegefamilie oder in die Sonderschule, sie wird wieder rausgeworfen. Der Zuschauer erlebt die Ereignisse aus ihrer Perspektive. Eckart Störmer, Schulleiter Tagesschule Oberglatt, beschreibt, warum er den Film empfiehlt.

Rasant und intensiv, beschreibt der Film «Systemsprenger» aus der Perspektive der jungen Benni. Wie sie ohne Zögern eine Gruppe Jungs angreift, wie sie ausrastet, wie sie Scheiben einschlägt und immer wieder davonrennt. Aber auch, ihre Suche nach Nähe, ihre Sehnsucht nach ihrer Mutter und die tiefe Enttäuschung, wenn diese wieder ein Treffen absagt.

Ebenso werden die Erwachsenen in ihrem Engagement und ihrer Hilflosigkeit sehr menschlich gezeigt. Den Zuschauer lässt der Film gerührt und betroffen zurück. Was der neue Kinofilm«Systemsprenger» aufzeigt weiterlesen

5 Fragen an Ruth Hedinger, Schulleiterin der Primarschulen Buechwis und Bommern

In der Rubrik «5 Fragen an…» interviewt Schulleiterin Isabelle Niederhauser die Schulleiterin Ruth Hedinger und befragt sie zu ihrer Rolle. Somit wird der Stafetten-Stab weitergereicht:

Ruth, du bist schon lange Schulleiterin. Was hat sich an deiner Rolle der Schulleitung in dieser Zeit verändert?

Äusserlich quasi alles: Vor gut 20 Jahren war die Teilautonomie unserer Schule oberstes Ziel, die basisdemokratische Haltung des Teams war fest etabliert und die Digitalisierung steckte erst in den Kinderschuhen. Ich führte eine Doppelklasse und war für drei Wochenlektionen für die Leitung der Schule freigestellt.

Innerlich haben sich die Werte der Schulleitung jedoch kaum verändert: Gefragt ist der Mensch, der die Persönlichkeit des Schulleiters oder der Schulleiterin prägt, seine Wertschätzung den Mitmenschen gegenüber und im Besonderen seine pädagogische Haltung.

Viele Veränderungen kamen durch: Unsere Schule wurde integrierend, die Mitwirkung der Eltern wurde zentraler, die Elektronik ist nicht mehr wegzudenken. Als Schulleiterin «führe» ich nun die Mitarbeitenden. Und diese personellen Aufgaben sind mir speziell ans Herz gewachsen.

Du kannst auf eine lange «Schulzeit» zurückblicken. Was wünschst du dir für die Zürcher Volksschule in der Zukunft?

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Inklusion durch Kooperation statt Koordination

Die Schulen stehen vor der Herausforderung, die UN-Behindertenrechtskonvention umzusetzen und damit eine Schule zu schaffen, in der alle Kinder und Jugendlichen aufgenommen und optimal gefördert werden. Ziel ist eine inklusive Schulkultur, in der die Individualität aller Kinder und ihre Bedürfnisse im Vordergrund stehen.

Diese Inklusionshaltung fliesst in die Prozesse der Schulentwicklung, der Unterrichtsentwicklung und ganz besonders in die Personalentwicklung ein. Inklusion bedingt kompetente, motivierte und positiv eingestellte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, welche berufsgruppenübergreifend zusammenarbeiten können. Diese Zusammenarbeit muss als notwendig und sinnvoll erkennbar sein, da die Kooperation immer auf die spezifische schulische Situation und auf die Bedürfnisse aller beteiligten Personen fokussiert ist.

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5 Fragen an Isabelle Niederhauser, Schulleiterin Primarschule Bassersdorf

In der Rubrik «5 Fragen an…» interviewt Schulleiterin Susanne Gasser die Schulleiterin Isabelle Niederhauser zu ihrer Erfahrung und reicht den Stafetten-Stab weiter:

Wie lange bist du schon als Schulleiterin tätig und wie bist du zu deiner aktuellen Stelle gekommen?

Seit fünf Jahren bin ich als Schulleiterin tätig. Seit dem 1. April 2017 arbeite ich zusammen mit meiner Stellenpartnerin im Schulhaus Chrüzacher in Bassersdorf. Die Chance, eine komplett neue Schule von Grund auf aufbauen zu können, hat uns beide neugierig gemacht und so haben wir uns gemeinsam beworben und die Stellen erhalten.

Was sind aus deiner Sicht die grössten Vor- und Nachteile einer Co-Schulleitung?

Für mich hat das Arbeiten in einer Co-Schulleitung sehr viele Vorteile. Die wichtigsten Punkte sind für mich die gemeinsam getragene Verantwortung, das Verteilen der Aufgaben nach Kompetenzen und die Möglichkeit, sich in strategischen und schwierigen Entscheidungen austauschen zu können.

Damit eine Co-Leitung wirklich funktioniert, braucht es einen intensiven Austausch, gegenseitiges Vertrauen, die Klärung des gemeinsamen Auftrags sowie gemeinsame Ziele. Obwohl dies viel zeitaufwändiger ist, was man als Nachteil werten könnte, sind die Vorteile einer Co-Leitung für mich klar gegeben. Funktioniert das Zusammenspiel der beiden Schulleitenden nicht und treten sie gegenüber dem Team und gegen aussen nicht als Einheit auf, dann sehe ich dies als einen grossen Nachteil, für die betroffenen Schulleitenden und vor allem auch für die Schule.

Wofür hättest du im Schulleitungsalltag gerne mehr Zeit?

Ich wäre gerne öfters in den Pausen und über Mittag präsent im Teamzimmer. Zwischen «Gipfeli», Sandwiches und Salat spürt man die aktuelle Stimmung und bekommt mit, was die Lehrpersonen beschäftigt, freut oder ärgert. Diese «zwischenmenschlichen» Momente steigern das gegenseitige Vertrauen, zeigen Wertschätzung und Respekt. Wenn die Beziehung stimmt, dann ist eine wichtige Grundlage für die Arbeit gegeben.

Was wünschst du dir für die Schule der Zukunft?

Die Schule der Zukunft unterstützt unsere Schülerinnen und Schüler, sich in einer sich verändernden Welt zurechtzufinden, selbständig zu denken und mit Empathie im Team zu arbeiten. Soziale und emotionale Kompetenzen werden dabei genauso hoch bewertet wie kognitive Fähigkeiten.

Was war ein besonders schönes Erlebnis in deiner Funktion als Schulleiterin?

Es gibt ganz viele, kleine und grosse Erlebnisse, die ich als Schulleiterin bereits erleben durfte. Es gibt aber einen Anlass, den ich nie vergessen werde. Am 14. Juni 2017 haben die ersten Schülerinnen und Schüler, sowie alle Lehrpersonen, das neue Schulhaus bezogen.

Die Klassen, die aus den beiden bestehenden Schulhäusern ins Chrüzacher wechselten, haben sich auf dem Dorfplatz getroffen. Mit viel Lärm, sodass es alle Bewohner und Bewohnerinnen von Bassersdorf mitbekommen haben, sind wir dann gemeinsam ins Chrüzacher gelaufen. In der Aula haben wir das Chrüzacher-Lied gesungen und dann endlich durften die Kinder ihr neues Schulhaus entdecken. Ein einmaliges Erlebnis, das mich heute noch Gänsehaut spüren lässt.

Susanne Gasser, Co-Schulleiterin an der Sekundarschule Niederweningen