Schulleitung und Inklusion

Inklusion hat – so könnte man auf den ersten Blick meinen – vor allem mit Lehrpersonen und Heilpädagoginnen und Heilpädagogen zu tun. Schliesslich sind sie diejenigen, welche mit der Diversität umgehen und Inklusion jeden Tag von Neuem gestalten müssen. Gleichzeitig – und das ist meine These, welche ich in diesem Blog vertreten möchte – ist die Schulleitung entscheidend, wenn es darum geht, dass Inklusion an unseren Schulen langfristig gelingt. Ich werde im Folgenden die These aus drei Perspektiven diskutieren.

  1. Ebene der Politik

Die Schweiz hat sich mit der Ratifizierung der UN-Behindertenrechtskonvention zu einem inklusiven Schulsystem verpflichtet. Während der Bundesrat die Konvention unterschrieben hat, haben die Kantone die Grundlagen für die Umsetzung erarbeitet und in Kraft gesetzt. Nun liegt der Ball bei den Schulen und dies mit der schwierigsten Aufgabe: Die ‘Schule für alle’ zur Alltäglichkeit werden zu lassen. Die Schulleitung hat die Aufgabe dafür zu sorgen, dass die Schule inklusiv ist.

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Was sind die Herausforderungen der kommenden 5 Jahre – aus internationaler Sicht?

Stell dir vor, du streckst mit vier renommierten Persönlichkeiten aus Schulführung und Bildungsforschung die Köpfe zusammen und ihr diskutiert über die Herausforderungen deiner Schule in den nächsten 5 Jahren. Und stell dir vor, diese vier Experten stammen aus Australien, den USA, Schweden und Deutschland – und ihr unterhaltet euch in deutsch.

Tollkühner Gedanke? Keineswegs – aber dazu später! Was sind die Herausforderungen der kommenden 5 Jahre – aus internationaler Sicht? weiterlesen

Normal anders sein

Turbulente Szenen auf der Schulanlage Walenbach in Wetzikon ZH. Alle Kinder vom Kindergarten bis zur 6. Klasse erleben während zwei Projekttagen was es heisst „Normal anders sein“.

Das Nachempfinden von körperlichen Beeinträchtigungen bildete die Grundlage der zahlreichen Workshops, die von namhaften Institutionen und Lehrpersonen angeboten werden: Mit dem Rollstuhl fahren, fangen, einen Parcours durchfahren oder Hockey mit der E-Hockey-Mannschaft spielen sind hierbei einige der vielen Highlights. Wer sich in andere hinein fühlen will, muss erst seinen eigenen Körper kennenlernen. Bewegungslandschaften zum Spüren des eigenen Körpers und Grenzen erfahren, bilden weitere körperliche Erlebnisse. Ebenso diverse Sportspiele oder Alltagssituationen mit Seh- oder Hörbehinderungen mit den entsprechenden Erfahrungsmöglichkeiten erweitern das Verständnis der Kinder. Dabei lernen sie blinden oder gehörbeeinträchtigten Menschen zu helfen, wie sie es beispielsweise von Hunden für Blinde oder bewegungseingeschränkte Menschen gezeigt bekommen. Die Betroffenheit der Kinder ist nachhaltig und wird über die kommenden Schuljahre hinweg durch weitere kleinere Sequenzen im fürsorglichen Umgang mit Mitmenschen aller Art vertieft und zu einer sozial geprägten Gesellschaft ausgebaut. Während der zwei Projekttage erleben die Kinder, was anders ist als normal. Und vielen kommt das Ungewohnte am Ende schon fast wie normal vor.

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Frank Bierlein, Schulleiter Schulhaus Walenbach, Wetzikon ZH