Inklusion durch Kooperation statt Koordination

Die Schulen stehen vor der Herausforderung, die UN-Behindertenrechtskonvention umzusetzen und damit eine Schule zu schaffen, in der alle Kinder und Jugendlichen aufgenommen und optimal gefördert werden. Ziel ist eine inklusive Schulkultur, in der die Individualität aller Kinder und ihre Bedürfnisse im Vordergrund stehen.

Diese Inklusionshaltung fliesst in die Prozesse der Schulentwicklung, der Unterrichtsentwicklung und ganz besonders in die Personalentwicklung ein. Inklusion bedingt kompetente, motivierte und positiv eingestellte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, welche berufsgruppenübergreifend zusammenarbeiten können. Diese Zusammenarbeit muss als notwendig und sinnvoll erkennbar sein, da die Kooperation immer auf die spezifische schulische Situation und auf die Bedürfnisse aller beteiligten Personen fokussiert ist.

Eine gute Zusammenarbeit mit anderen Berufsgruppen stellt höhere Anforderungen an die Beteiligten als die Zusammenarbeit innerhalb einer Profession, da sich zuerst immer Respekt vor der benachbarten Disziplin einstellen muss. Wenn es gelingt, dass multiprofessionelle Teams sich mit gemeinsam getragenen Wert- und Zielvorstellungen für ihre Zusammenarbeit auseinandersetzen, kann echte Kooperation (statt «nur» Koordination) entstehen.

Teamarbeit stösst bei allen Beteiligten auf Wünsche und Hoffnungen aber auch auf Vorbehalte und Ängste. Die Schulleitung kann die Auseinandersetzung mit Gelingensbedingungen und Stolpersteinen in einem Klima der Offenheit und Veränderungsbereitschaft unterstützen und damit ein gemeinsames professionelles Rollenverständnis verstärken.

Auch bei bester Zusammenarbeit können Belastungen und kritische Situation die Mitarbeitenden an ihre Grenzen bringen. Im Rahmen der Inklusion ist es besonders wichtig, dass an der Schule für ein Klima gesorgt ist, in dem akute Probleme geäussert werden können und soziale Unterstützung ermöglicht wird.

Otto Bandli, Andrea Hugelshofer, Dozent/in und Berater/in PH Zürich

Bild: Pixabay


Wie Schulleitende durch Personalentwicklung zu dieser Zusammenarbeit beitragen können: Workshop «Personalentwicklung als Schlüssel zur Inklusiven Schule» an der Tagung «Schule leiten inklusiv» (23. November 2019).

Der CAS Personalentwicklung 2019/2020 (Start 28.10.2019) geht vertieft auf dieses Thema ein. Es können auch einzelne Module besucht werden, zum Beispiel:

  • Modul «Mitarbeitende fördern» (14.4. – 15.4.2020)
  • Modul «Zusammenarbeit in Teams und Shared Leadership» (23.6 – 24.6.2020)
  • Modul «Exkurs – Konflikte und Krisen» (25.8. – 26.8.2020).

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