Auf die Haltung kommt es an!

Niels Anderegg war Ende September auf Schulbesuch bei Persönlichkeitsgeograph Stefan Schmid und Schulleiter Erwin Müller. Daraufhin hat er sie bezüglich der Haltung «Gelbe Schule» interviewt. Es geht dabei darum, Menschen als Persönlichkeit zu achten und bei ihrer Entwicklung zu begleiten und wie auch Führungs- und Lehrpersonen eine solche Haltung einnehmen können.

Stefan Schmid, immer wieder hört man von Schulleitenden aber auch Lehrpersonen, dass es auf die richtige Haltung ankommt. Wie reagiert ihr auf solche Aussagen?

Der Begriff die «richtige» Haltung ist etwas diskussionswürdig und stellt die Frage nach der «richtigen» Haltung für welche Person? Für die Schüler:innen um in Verbindung mit der Lehrperson gehen zu können? Für Lehrpersonen, um mit zunehmenden Unterrichtsstörungen richtig umgehen zu können? Für Schulleiter:innen, um Schulentwicklung und Innovationen nachhaltig voranzubringen? Für administrative Ebenen, um neue Konzepte und Curricula umsetzen zu können?

Die «richtige» Haltung ist stets mit dem jeweiligen Menschen und seinen eigenen Ressourcen abgestimmt und basiert darauf. So kann es wohl keine pauschale Aussage über die «richtige» Haltung geben, sondern nur über die eigene, die persönliche Haltung. Sie führt dazu, dass das eigene Handeln und Entscheiden sicherheitsgebend für sich selbst und für andere sein kann. Damit ist authentisches Sein gemeint und dass «Führungspersonen, die ihr Umfeld mit dieser Haltung beschenken, nicht perfekt sein müssen!» Wie auch? Bei einer authentischen Haltung gibt man den anvertrauten Personen das gute Gefühl, dass jemand für sie da ist und Sicherheit gibt. Im Kontext Schule ist diese Haltung «Gelbe Schule».

Wenn sich allerdings der Einzelne stets überlegen muss, «ist das jetzt die richtige Haltung, in der ich grade bin, oder brauche ich eine andere?», dann führt das dazu, dass die Menschen wieder im Denken stecken bleiben und nicht ins Sein gehen. Und das würde die Haltung als eine Methode sehen, eine Vorschrift. Genau das ist «Gelbe Schule» nicht.

Was wird mit dem Begriff der Haltung konkret gemeint?

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Das Zürcher Schulführungsmodell

Das Zürcher Schulführungsmodell hat den Anspruch, die verschiedenen Kompetenzen und Ansprüche von Führungspersonen von und in Bildungsorganisationen abzubilden und dabei nicht die Komplexität von Führung in Schulen zu negieren. Es ist dargestellt als ein Prisma mit verschiedenen Linsen, die Schulführung ausmachen: Ansprüche an Führung, Gestaltung von Führung und nicht zuletzt die verschiedenen Handlungsfelder mit den jeweiligen Kompetenzbeschreibungen. Im Kern steht das Verständnis von Führung als ein sozialer Prozess der Einflussnahme. Niels Anderegg und Nina-Cathrin Strauss erläutern das Modell in einer möglichst kurzen und prägnanten Form.

Im Zentrum des Modells steht das dahinterstehende Führungsverständnis. Dieses orientiert sich mehrheitlich an den Arbeiten von James Spillane (2006, 2020). Führung wird als sozialer Prozess – Spillane spricht von einer Praxis – der Einflussnahme zwischen führenden und geführten Personen in Situationen verstanden. Sozialer Prozess bezieht sich im wissenschaftlichen Verständnis darauf, dass beide Personen(gruppen) Einfluss auf das Geschehen haben – egal, ob sie mehr oder weniger sozial sind. Führung entsteht immer in der Interaktion zwischen den Personen und wird nicht nur durch die führende Person bestimmt.

Beispielsweise kann ein Schulleiter in seiner Funktion als Vorgesetzter einer Lehrerin Anweisungen geben. Doch was die sie daraus macht, liegt nicht in der alleinigen Macht der Schulleitung. So kann die Lehrerin die Anweisung mit viel Engagement ausführen, sie kann sie aktiv verweigern oder passiv ignorieren. Das Handeln der Lehrerin wiederum führt zu unterschiedlichen Reaktionen des Schulleiters, was wieder Einfluss auf die Reaktion der Lehrerin hat.

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Was ist Teacher Leadership?

Sowohl in den Vereinigten Staaten als auch auf internationaler Ebene wird der Begriff Teacher Leadership verwendet, um eine Vielzahl unterschiedlicher Rollen und Aufgaben von Lehrer:innen zu bezeichnen. Im folgenden Beitrag sollen diese anhand von sechs Eigenschaften von Teacher Leader herausgearbeitet werden. Übersetzt aus dem Englischen von Niels Anderegg.

Teacher Leadership ist ein Prozess und Teacher Leader sind Fachleute, welche diesen Prozess vorantreiben. Dies mit dem Ziel, den Wandel in ihren Schulen zum Wohle aller Schüler:innen zu gestalten. Teacher Leader treten aus ihrem Klassenzimmer heraus und nehmen die Herausforderungen an, um die Praxis durch die Zusammenarbeit mit Kolleg:innen, dem Fachpersonal und der Schulleitung als auch mit den Schüler:innen und ihren Familien zu verbessern.

Eine der Verwirrungen bei der Definition von Teacher Leadership und der Identifizierung von Teacher Leader besteht darin, dass Führung nicht an einer Position oder einem Titel festgemacht wird. In den meisten Schulen gibt es Lehrer:innen, welche die Leitung von Teams oder Abteilungen innehaben. Die Bezeichnung Teamleiter:in meint jedoch nicht dasselbe wie die Bezeichnung Teacher Leader.

Sie zeichnet sich durch bestimmte Eigenschaften aus. Zwar besitzen alle Lehrer:innen mehrere dieser Eigenschaften, aber nur Teacher Leader setzen sie konsequent und gleichzeitig in Form von Teacher Leadership ein.

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Lernräume: vernetzt – offen – agil

An der diesjährigen Tagung Unterrichten mit neuen Medien (UNM) unter dem Titel «Lernräume: vernetzt – offen – agil» stehen Fragen rund um die Gestaltung von Schule als Lern- und Begegnungsraum im Zentrum. Die Tagungsleitenden Eliane Burri und Tobias Schifferle beleuchten in diesem Blogbeitrag, inwiefern Offenheit, Vernetzung und Agilität Merkmale zukunftsgerichteter Lern- und Arbeitswelten sind.

Wir leben in einer digital geprägten Welt, die sich ständig verändert. Dies hat auch Einfluss darauf, wie und wo wir Lernen. Innerhalb und ausserhalb der Schule verschwimmen die Grenzen zwischen Lernräumen und -orten zunehmend. Traditionelle Lehrangebote verschmelzen mit informellen Lerngelegenheiten. Schüler:innen informieren sich in sozialen Netzwerken und tauschen sich über digitale Plattformen aus. Dies führt nicht nur zur Erweiterung der Lernräume, sondern auch zu einer zeitlichen Flexibilisierung, die neue Lern- und Arbeitsstrukturen ermöglicht.

Ein ganzheitliches, zukunftsorientiertes (Schulraum-) Konzept berücksichtigt sowohl die räumliche Gestaltung, analoge und digitale Infrastrukturen als auch didaktisch methodische Überlegungen gleichermassen. Um anschlussfähig zu bleiben, müssen also bestehende Modelle hinterfragt und über traditionelle Begrenzungen hinaus neu gedacht werden.

Blick über das Schulzimmer hinaus

Lernräume sind heute mehr als physische Räume. Sie sind als soziale Umgebungen zu verstehen, die Schüler:innen dazu ermutigen, ihre Interessen zu erkunden, Fragen zu stellen und gemeinsam sowie auch eigenverantwortlich zu lernen. Lernen findet an realen und relevanten Problemstellungen statt, die sich weder auf das Schulzimmer noch das Schulhaus begrenzen: Es geschieht auf dem Schulweg, am Mittagstisch oder in der Bäckerei um die Ecke und kann mittels digitaler Technologien auch in virtuelle Lernwelten erweitert werden.

Durch den Einbezug ausserschulischer Lernorte ergeben sich neue, vielfältige Zugänge. Perspektivenübergreifende Themen verschieben neben Fächergrenzen auch Zeitstrukturen. Beim projektorientierten Lernen wird oft ausserhalb von starren Stundenplänen in grösseren Zeit- und Themengefässen gearbeitet. Neben der inhaltlichen Auseinandersetzung sind dabei auch Steuerungs- und Selbstmanagementkompetenzen gefordert.
Offene Lernräume repräsentieren somit ein Verständnis von Lernen, welches anstatt starrer Strukturen viel Freiraum für Flexibilität und Kreativität schafft und zur gemeinschaftlichen Lösungsentwicklung anregt.

Gemeinsam lernen

Wir leben in einer vernetzten Welt. Schüler:innen bewegen sich zunehmend fliessend in analogen und digitalen Welten. Sie haben mittels Laptops, Tablets oder Smartphones jederzeit Zugang zu Wissen. Sie teilen Erfahrungen in Chatgruppen und kommunizieren über geografische Grenzen hinweg. Kollaborative Lernumgebungen unterstützen nicht nur den Wissensaustausch, sie bieten auch Diskussionsforen und Zugriff auf gemeinsame Ressourcen und regen zur Ko-Konstruktion an.

Digital vernetztes Lernen hat das Potenzial, traditionelle Lernmodelle zu erweitern und Erfahrungen anzureichern. Dabei ist die fachkundige Begleitung durch die Lehrperson bedeutsam. Sie unterstützt die Schüler:innen dabei, einen ausgewogenen und kompetenten Umgang mit digitalen Technologien zu finden, um deren Vorteile für das Lernen zu nutzen. Kompetenzen im Bereich Anwendung, Medien- und Informatik sowie die 4K (kritisches Denken, Kreativität, Kollaboration, Kommunikation) sind dafür zentral.

Soziale und emotionale Werte spielen beim Lernen ebenfalls eine wichtige Rolle. Schule soll ein Begegnungsort sein, der positive Gefühle auslöst, an dem sich Menschen mit ihren Fähigkeiten einbringen können und selbstwirksam erleben. Über das Vermitteln von Wissen hinaus geht es um persönliche und soziale Erfahrungen. Eine anregende, förderorientierte Lernumgebung lädt zum Erproben und Tüfteln ein und versteht Fehler als Bestandteil des Lernprozesses.

Veränderung gestalten und begleiten

Die Welt, in der wir leben, befindet sich im Umbruch. Schule als Teil der Gesellschaft ist herausgefordert, sich zu verändern. Agile Arbeitsmethoden und Infrastrukturen unterstützen nicht nur Schüler:innen, sondern auch Schulleitungen und ihre Teams dabei, ihren Arbeitskontext zu reflektieren und Schulentwicklungsprozesse zu gestalten. Lehrpersonen und Schulleitungen lernen voneinander, teilen Bewährtes und arbeiten an innovativen Ansätzen. Eine unterstützende, vertrauensfördernde Zusammenarbeitskultur und digitale Infrastrukturen schaffen die Voraussetzung für eine agile Arbeitsweise.

Agiles Lernen und Arbeiten erfordert auch konstante Rückmeldung. Lehrpersonen begleiten das Lernen ihrer Schüler:innen, indem sie regelmässige Feedbackschlaufen einbauen, um Lernprozesse besser zu verstehen und adäquat zu gestalten. Moderne Technologien bieten dabei vielfältige Möglichkeiten, Lernfortschritte zu dokumentieren. Mittels Audio- und Videofeedbacks können Lehrpersonen beispielsweise Rückmeldungen anreichern und so die Nachvollziehbarkeit erhöhen.

Innovative Lernumgebungen verlangen nach situativ anpassbaren Räumen. Flexibel einsetzbares Mobiliar bereichert die Lehr- und Lernerfahrungen sowohl von Schüler:innen als auch von Lehrpersonen. Anstatt starrer Pultreihen können bewegliche Möbelstücke je nach Unterrichtsbedarf umgestellt werden, sei es für Einzelarbeit, Gruppenprojekte oder Präsentationen. Zugang zu adäquaten technologischen Hilfsmitteln und ein zuverlässiges Internet tragen ausserdem zu einer anregenden Lernumgebung bei.  

Schule ist mehr als ein Ort

Es ist ein Ort, wo Menschen zusammenkommen und sich gemeinschaftlich mit bedeutsamen Themen auseinandersetzen. Die Schule soll auch positive Emotionen auslösen und dadurch gerne besucht werden. Dies muss sich nicht länger auf das Klassenzimmer und das Schulareal beschränken. Ausserschulische, analoge und digitale Umgebungen eröffnen erweiterte Räume, um miteinander zu lernen, miteinander zu kommunizieren und zu reflektieren.

Offene, vernetzte und agil gestaltete Lern- und Arbeitsumgebungen tragen dazu bei, dass Schüler:innen die Kompetenzen erwerben, die sie brauchen, um an einer digitalen Welt teilzuhaben und sie mitzugestalten.

Obwohl in der digital geprägten Welt bisher als schultypische erachtete Reglementierungen wie Curricula, Stundenpläne und Räumlichkeiten vermehrt aufgebrochen werden, ist dennoch anzunehmen, dass die Schule weiterhin ein zentraler Ort des Lernens und der Gemeinschaft bleiben wird.

INFOBOX

Melden Sie sich jetzt zur UNM-Tagung an, die am 28. Oktober 2023 stattfindet.

Oder interessieren Sie sich für einen Weiterbildungskurs? Dann finden sie im Schulhaus der Zukunft oder «Lernen sichtbar machen» in unserer Kultur der Digitalität: Tools konkret sicher die passenden Inhalte.

Im MIA Aufbaumodul geht es um das Leben in medialen und virtuellen Räumen.

Zu den Autor:innen

Eliane Burri

Eliane Burri leitet das Zentrum Medienbildung und Informatik an der Pädagogischen Hochschule Zürich. Ihre Arbeitsschwerpunkte sind Digital Leadership in Education und die Begleitung von Schulen im digitalen Wandel. Als ehemalige Schulleiterin verantwortete sie die digitale Schulentwicklung an einer Berufsfachschule. Ab Herbst leitet sie mit Tobias Röhl den neuen CAS Schule entwickeln – Profil Digitalität.  

Tobias Schifferle

Tobias M. Schifferle ist Erziehungswissenschaftler und Primarlehrer mit Hang zur Informatik. Als Dozent am ZMI arbeitet er in verschiedenen Funktionen an Angeboten und Kooperationen der Aus- und Weiterbildung. Als Didaktischer Leiter unterstützt er das MINT-Förderungsprojekt mint & pepper der ETH. 

Redaktion: Melina Maerten
Titelbild: adobe stock von Halfpoint

Literaturverzeichnis

Ebner-Zarl, A. 2021. Die Entgrenzung von Kindheit in der Mediengesellschaft. Springer VS, Wiesbaden.

Hauck-Thum, U. 2021. «Grundschule und die Kultur der Digitalität.» In: Was ist Digitalität?. Hrsg. v. Hauck-Thum, U., Noller, J.,73 – 82. Berlin, Heidelberg: Metzler

swissuniversities. 2021. «Grundsätze und Leitvorstellungen für die Mitgestaltung von Schule und Lernen in einer Kultur der Digitalität.»

Innovative Ideen als Impulsgeber für Schulentwicklung

Wer kennt das nicht? Die Schulleitung, Behördenmitglieder oder Lehrpersonen-Teams besuchen eine innovative, vielleicht sogar preisgekrönte Schule, deren Ideen sie überzeugen und möchten die gewonnenen Erkenntnisse an ihrer eigenen Schule umsetzen. Vor Ort sind sie enthusiastisch und motiviert und möchten am liebsten sofort die Ärmel hochkrempeln und loslegen. Alle wissen, was gemacht werden soll, aber nicht so richtig wie. Was sind die ersten Schritte? Wie wird der Prozess geplant und gestaltet? Wer wird involviert? Heike Beuschlein ging diesen Fragen nach.

Aus der Forschung wissen wir, dass gesammelte Daten aus verschiedenen Kontexten, auch «Data Richness» genannt, als ein Merkmal erfolgreicher Schulen identifiziert wird. Damit sind Daten gemeint, die viel Aussagekraft und eine grosse Relevanz für die jeweilige Fragestellung der Schule haben und sich aus der Kombination unterschiedlicher Quellen ergeben. Oft sind dies objektivierbare und quantitativ gesammelte Daten, die sich auf die Leistungen von Schüler:innen beziehen. Die Hospitation und der Besuch an einer anderen Schule können eine weitere Quelle sein, die helfen, Entwicklungsziele zu generieren oder auch einen Handlungsbedarf aufzudecken.

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Teacher Leader im Einsatz für die Schulqualität

Schulqualität ist nicht allein Aufgabe von Schulleitungen oder den formalen Entscheidungsträger:innen in Schulen. Die gemeinschaftliche Auseinandersetzung mit Qualität ist ein wichtiges Anliegen an guten Schulen – auch, aber nicht nur, wenn die externe Schulevaluation mal wieder vorbeikommt. Ein Praxisbeispiel für Schulqualität als gemeinsame Verantwortung zeigt Janine Freivogel vom Zentrum für Brückenangebote Baselland.

In einer «guten Schule» ist die systematische Auseinandersetzung mit der Qualität der eigenen Arbeit und der Leistungen auf Ebene der ganzen Organisation ein wesentliches Merkmal. Im Diskurs über die Zusammenhänge zwischen Schulführung und dem Lernen der Schüler:innen («Leadership for Learning») spricht man in diesem Zusammenhang von einer «shared accountability», von einer gemeinschaftlich geteilten Verantwortung für die Schüler:innen und Lernenden – für ihre Entwicklung beziehungsweise ihre Leistungen.

Diese gemeinsame Verantwortung nimmt an organisationalen Grenzen nicht unbedingt ein Ende, sondern bezieht sich auf das System als Ganzes. Dies zeigt sich am Beispiel von Janine Freivogel, wissenschaftliche Mitarbeiterin am kantonalen Zentrum für Brückenangebote Baselland (ZBA BL). Das Zentrum begleitet Lernende ohne Anschlusslösung nach der Sekundarschule beim Übergang in die Berufsbildung. Freivogel beschreibt in aller Kürze anhand eines Beispiels, welche Elemente wesentlich waren für die Arbeit an Schulqualität:

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Make a Makerspace – Hochschule macht Making

Mit Making regen Lehrpersonen durch handlungsorientierte Projekte und kreative Designprozesse das Interesse der Schüler:innen an. Ein Makerspace ist ein hierfür konzipierter Raum und stellt Infrastruktur und Materialien bereit. Die Schüler:innen können dort experimentieren, interagieren und ihre Kreativität und praktischen Fähigkeiten entfalten. Bernadette Spieler zeigt auf, wie eine Making-Lernumgebung ein kompetenzbasiertes und ko-konstruktives Lernen an Schulen fördern kann.

Durch den Fokus auf die Entwicklung kreativer Lösungen für aktuelle und zukünftige Herausforderungen fördert Making ein breites Spektrum an Fähigkeiten. In diesem Prozess werden zahlreiche digitale und zukunftsorientierte Kompetenzen geschult und der Umgang mit technischen Geräten wird erlernt. Die bearbeiteten Herausforderungen sind meist interdisziplinärer Art, einschliesslich der Bewältigung von Herausforderungen im Bereich der Nachhaltigkeit.

Makerspaces als physische Lernumgebungen für Making-Aktivitäten erfahren in der Schweiz ein wachsendes Interesse. Angebote diesbezüglich sind beispielsweise die FabLabs Zürich und Winterthur, Startbahn29, CreativeLabZ, Makerspace PH Thurgau oder das ETH Student Project House. Makerspaces sind lebendige Treffpunkte, an denen sich Interessierte versammeln, um Ideen und Projekte gemeinsam zu entwickeln, sich gegenseitig zu unterstützen und Probleme zu lösen. Sie bieten ein ideales Umfeld für das praktische Erlernen von essenziellen Zukunftskompetenzen. Auf Hochschulebene wird zudem erforscht, wie Making im schulischen Kontext noch stärker gefördert werden kann (Making im Unterricht).

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Warum Zusammenarbeit im Bildungswesen bereichernd ist

Frank Brückel ist seit vielen Jahren in der Schulentwicklung tätig, hat als Dozent an der PH Zürich engen Kontakt zu vielen Schulen und Gemeinden und er beschäftigt sich mit vergangenen, laufenden und zukünftigen Entwicklungen. Der Austausch mit Schulleitungen, Schulpflegen und Mitarbeiter:innen aus der Verwaltung sind ihm wichtig. Im Beitrag geht er dabei besonders auf die aktuellen Freuden und Herausforderungen ein.

Bei den Freuden sind sich alle einig: Das Schönste am Beruf ist die Arbeit mit den Schüler:innen oder der eigene Beitrag dazu, dass Schulen jeden Tag ihre Arbeit machen können. Auch die Antworten auf die Herausforderungen lassen sich gruppieren: neben dem Fachkräftemangel wird nicht selten der Umgang mit einer zunehmenden Heterogenität in der Schülerschaft genannt, daneben der digitale Wandel, die Umstellung auf Tagesschulen oder die Einführung von erweiterten Tagesstrukturen, eine gelingende Zusammenarbeit mit den Eltern sowie die Sorge um die Gesundheit der Teammitglieder verbunden mit einer zunehmenden Belastung in den Kollegien. Wahrscheinlich kommt noch das eine oder andere Thema hinzu.

Ausgehend von diesen Fragen entwickelt sich oft eine spannende Diskussion darüber, wie diesen Herausforderungen am besten begegnet werden kann. Die am häufigsten genannte Lösung erscheint auf den ersten Blick einfach, wird aber bei näherer Betrachtung schnell komplex: Je besser wir zusammenarbeiten, desto besser können wir den Herausforderungen begegnen.

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Personalentwicklung von Schulleitenden als (aktuelle) Kernaufgabe von Schulbehörden

Gibt es zu wenige Lehrer:innen, wählen sich diese ihre Schulen und damit auch ihre Schulleitungen aus. Gibt es zu wenige Schulleitende, so suchen sich diese ihre Schulen und ihre Schulpflegen aus. Personalentwicklung wird dadurch für die Schulpflegen zu einem viel wichtigeren Thema. Niels Anderegg zeigt auf, dass es einen Zusammenhang zwischen dem Mangel an Lehrer:innen und an Schulleitenden geben kann.

Zurzeit steht der Lehrpersonenmangel im Zentrum vieler Diskussionen. Gute Schulen brauchen gute Lehrer:innen – fehlen diese, so besteht die Gefahr, dass auch die Qualität der Schule sinkt. Der Fachkräftemangel betrifft jedoch nicht nur die Lehrpersonen, sondern auch die Schulleitenden. Schon seit einiger Zeit scheint der Markt an guten Schulleiter:innen trocken zu sein und etliche Präsident:innen von Schulpflegen haben in den letzten Jahren berichtet, dass es immer schwieriger wird, eine gute Schulleitung zu finden. Findet man jedoch keine geeignete, wird es in mehrfacher Hinsicht teuer:

  • Besetzt man die Stelle mit einer ungeeigneten Person, besteht die Gefahr, dass gute Lehrer:innen die Schule verlassen und die Suche nach neuen dadurch nicht vereinfacht wird. Wer will – wenn man schon die Auswahl hat – an einer Schule arbeiten, die von Lehrer:innen verlassen wird?
  • Trennt man sich nach etlichen Schwierigkeiten und Krisen von der Schulleitung, steht man wieder am Anfang der Suche. Jedoch aus einer deutlich geschwächten Position heraus. Wer will eine Schule leiten, welche in den letzten Jahren etliche Schwierigkeiten und Krisen hatte?
  • Stellt man statt einer ungeeigneten Person eine:n Springer:in ein, hat man die Chance, dass die Schule ruhig weiterläuft. Man gibt jedoch einiges an Geld aus und gewonnen hat man – ausser der Zeit – noch nichts. Die neue Schulleitung muss weiterhin gefunden werden.

Was kann man als Schulpflege tun, damit man nicht in einen solchen Teufelskreis kommt? Nachfolgend werden drei Themenfelder zur Diskussion gestellt.

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Geordnetes Schulsystem und Lernspass – darum braucht es beides

Im dritten Beitrag über das erste Jahr als Schulpräsidentin in Uitikon, stellt sich Caroline Čada Fragen zur Rolle der Schule als Lern- und Lebensort.

Vor ein paar Tagen stand ich auf dem Pausenplatz unseres Schulhauses. Lässige Musik ertönte aus dem Radio,  die Schüler:innen tanzten, unterhielten sich und spielten. Es war gleichzeitig Besuchsmorgen, viele Eltern waren anwesend. Erwachsene und Kinder genossen entspannt die Frühlingssonne. In diesem Moment dachte ich an die Rolle der Schule als Lern- und Lebensort.

Die Schüler:innen, die Lehrpersonen und die Schulleitung verbringen meistens mehr Zeit in der Schule als zu Hause. Man kennt sich. In der Schule als Lebensort werden Werte und Haltungen vermittelt, gewisse Verhaltensweisen gefordert und andere abgelehnt, Kinder unterschiedlicher Herkunft zusammengebracht und Toleranz gelehrt. Die Schule bringt Stabilität und Struktur. Im Auftrag unserer Gesellschaft verfolgt sie höhere Ziele: die Vermittlung von Bildung im umfassenden Sinne, die Förderung der Kreativität und des kritischen Geistes, das Schaffen von künftigen mündigen Bürgern, die für sich selbst und ihre Umwelt Verantwortung übernehmen.

Auf dem Pausenplatz stehend, erinnerte ich mich an dieses Gedicht von Khalil Gibran:

«Ihr dürft ihnen eure Liebe geben, aber nicht eure Gedanken,
Denn sie haben ihre eigenen Gedanken.
Ihr dürft ihren Körpern ein Haus geben, aber nicht ihren Seelen,
Denn ihre Seelen wohnen im Haus von morgen, das ihr nicht besuchen könnt, nicht einmal in euren Träumen.»

Gemäss Gibran sollten wir die Köpfe unserer Kinder nicht mit starren Vorstellungen füllen, «…denn das Leben läuft nicht rückwärts, noch verweilt es im Gestern…».

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