Wie Schulen den Corona Tsunami zu bewältigen versuchen

In den letzten beiden Wochen hat sich Niels Anderegg über die mangelnde Sensibilität mancher Expertinnen und Experten und von verschiedenen Hochschulen und Firmen geärgert. Mit dem Entscheid des Bundesrates die Schulen zu schliessen und den Unterricht mit Fernlernen weiterzuführen, kam auf die Schulen eine riesige Welle von Aufgaben und Pflichten zu.

Von einem Tag auf den anderen mussten die Lehrerinnen und Lehrer ihren Unterricht komplett umstellen und ihn fortan mit digitalen Medien, Selbstlernaufgaben und anderen Unterrichtsmethoden gestalten. Neben didaktischen Herausforderungen waren auch Fragen der Betreuung, der Beziehungspflege und dem Umgang mit Schülerinnen und Schülern aufgetaucht, welche von ihren Eltern kaum oder nicht unterstützt werden können.

Wenn ich auf diese zwei bis drei Wochen zurückblicke, dann bin ich beeindruckt, was vielen Schulen in der so kurzen Zeit gelungen ist und habe höchsten Respekt von dem, wie die Lehrerinnen und Lehrer, Schulleitenden und viele andere Personen sich engagiert haben. Die letzten Wochen waren wieder ein lebender Beweis für die Qualität und Wichtigkeit unserer Schule und den darin engagierten Personen. Ich hoffe, dass die Gesellschaft und Politik sich in den nächsten Jahren daran erinnert und der Schule und den darin tätigen Personen die entsprechende Anerkennung gibt und Ressourcen zur Verfügung stellt.

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Welche Herausforderungen Schneesporttage, Schneesportlager mit sich bringen

Stehen die Sorgeberechtigten, die Schule oder die zuständigen Lehrpersonen in der Verantwortung, Bekleidung und weitere Ausrüstungsgegenstände auf Zweckmässigkeit und Sicherheit hin zu überprüfen? Wer ist für die korrekte Einstellung der Sicherheitsbindung zuständig? Besteht eine Helmtragepflicht beim Schlitteln, Snowboarden oder Skifahren? Dürfen Schülerinnen und Schüler temporär in Gruppen und ohne Begleitung Erwachsener auf markierten, gesicherten Pisten fahren gelassen werden? Falls ja – ab welchem Alter und nach Massgabe welcher persönlichen Voraussetzungen? Jurist Thomas Bucher mit den Antworten.

Um Fragen der genannten Art beantworten zu können, ist zu Beginn die Rechtsstellung von Eltern, Lehrpersonen und der Schule zu prüfen. Klar ist indes, dass die Erziehung des Kindes in der Verantwortung der Eltern beziehungsweise der Erziehungsberechtigten liegt und die zur elterlichen Sorge gehörende Obhut unübertragbar und unverzichtbar ist. Die faktische Obhut geht dagegen an Schneesporttagen und in Schneesportlagern gestützt auf den gesetzlich verankerten Bildungs- und Erziehungsauftrag auf die Schule beziehungsweise die Lehrpersonen über.

66 Abs. 1 lit. b der Volksschulverordnung des Kantons Zürich gibt vor, dass Eltern sowie Dritte, denen die Schülerinnen und Schüler anvertraut sind, dafür verantwortlich sind, dass diese für den Unterricht und für die üblichen besonderen Anlässe wie Schulreisen oder Exkursionen zweckmässig bekleidet und ausgerüstet sind. Damit wird klar, dass es sich um eine Verbundaufgabe handelt und die Schule nicht stillschweigend davon ausgehen darf, dass jedes Kind zweckmässig bekleidet und ausgerüstet zum Schneesporttag oder Schneesportlager erscheinen wird.

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Wertschätzende Schulführung – nicht nur im Advent

Es sind die kleinen Dinge, die Wertschätzung hervorzaubern. Zwischendurch miteinander Lachen, gemeinsam anspruchsvolle Situationen aushalten und füreinander da sein. Es gibt kein Patentrezept. Was für die eine Person gilt, muss bei der anderen nicht stimmig sein. Beat Schäli und Stephanie Kälin sind sich über wertschätzende Führung in deren Schulen einig.

Beat Schäli, Rektor der Schule Walchwil, erlebte in den vergangenen Jahren in der wertschätzenden Schulführung eine Tugend besonders hilfreich – die Demut: Eine Demut, die sagt, dass es Sachen gibt, die grösser und wichtiger sind als die eigene Person und das Renommee. Diese Tugend hat nichts mit Unterwürfigkeit zu tun, sondern damit, Gegebenheiten zu akzeptieren, ohne sie zu werten. Das hilft im Umgang mit Menschen und im Schulalltag geht es bekanntlich immer um Menschen.

Wertschätzend führen, indem man aufeinander zugeht

Lehrpersonen sind der wichtigste Faktor für erfolgreiches Lernen. Sie verdienen Respekt, Vertrauen und ein offenes Ohr. Durch die Präsenz im Schulhaus und in den jeweiligen Klassenzimmern erhalten diese Worte das notwendige Gewicht. Mindestens einmal die Woche, idealerweise nach dem Wochenende, begrüsse ich die Lehrpersonen persönlich. Man nimmt ihr Wohlbefinden wahr und kann Sorgen und Ängste, aber auch Erfreuliches aufnehmen. Diese Zeit ist für mich eine wichtige Investition, gerade auch für Zeiten, wo es nicht so besinnlich zu und hergeht.

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Wenn unterschiedliche Logiken zusammenkommen

Manchmal prallen unterschiedliche Bedürfnisse und Logiken aufeinander. Zum Beispiel die alltägliche Verantwortung der Schulleitung für die Schüler/innen und Lehrpersonen – und die eigene Mitverantwortung in der Schulpflege, aber auch die eigenen Berufs- und Familienverantwortungen. Andrea Hugelshofer schildert persönliche Momente.

«Mit der Schülerin XY geht es nicht mehr so weiter. Wir haben am nächsten Mittwoch um 12:15 Uhr ein schulisches Standortgespräch abgemacht. Bist du dabei?» Als Mitglied einer Kreisschulbehörde gerate ich bei kurzfristigen Terminanfragen ins Rotieren: Um welches Kind geht es, habe ich schon Informationen in meinen Notizen oder Mails?

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These #1: Über Leidenschaft und Lehrpläne – Man wird ja wohl noch fragen dürfen

#1 «Über Leidenschaft und Lehrpläne» lautet der erste von drei Texten von Philipp Zimmer, Schulleiter der Volksschulgemeinde Wigoltingen, die in den kommenden Wochen auf dem Blog Schulführung erscheinen werden. #2 «Über Neugier und Strukturen» und #3 «Über Scheitern und Skills» ergänzen diesen Auftakt und werden in zwei folgenden Blogbeiträgen behandelt. Viel Freude beim Lesen!

Manchmal frage ich mich, was in unserem Schulsystem eigentlich alles „falschrum“ läuft. Warum lernen unsere Kinder und Jugendlichen vorwiegend nur von uns Erwachsenen und nicht umgekehrt und warum fliesst das Lernen dabei meist nur in eine Richtung? Warum beurteilen wir Lernende in der Qualität ihres Denkens und Handelns, aber sie uns nicht? Ist es überhaupt sinnvoll zu urteilen?

Warum vermitteln wir Kindern, dass sie beim Lernen möglichst wenig Fehler zu machen haben, statt möglichst viele? Warum geben künstliche Strukturen wie Schuljahre, Hausaufgaben, Ferien, Notenskalen, Alterskassen, Stundenpläne, 45-Minuten-Rhythmen, Stundentafeln und Fächerkanones den Takt des Lernens vor und nicht die Neugier, Leidenschaft und intrinsische Motivation, die in jedem Menschen von Natur aus schlummert? These #1: Über Leidenschaft und Lehrpläne – Man wird ja wohl noch fragen dürfen weiterlesen