Vier Länder, eine Frage: Wie Schulen eine Antwort auf Künstliche Intelligenz finden

Drei Monate lang hat sich Heike Beuschlein mit einer einzigen Frage durch Fachliteratur, Interviews und Zeitzonen gearbeitet: Wie gehen Schulen auch in anderen Ländern mit dem um, was uns gerade alle beschäftigt, die KI? Nicht als Technologiefrage, sondern als Schulentwicklungs- und Führungsfrage. Sie wollte wissen, wie Schulleitungen, Forschende, Behörden und andere Institutionen in Hamburg, in den Niederlanden (Twente), Kanada (British Columbia) sowie in Singapur an diese Aufgabe herangehen. Herausgekommen ist ein Berg an Material und ein paar Erkenntnisse, die sie seither nicht mehr loslassen.

Die erste Erkenntnis in den Niederlanden: Wissen reicht nicht

An der Universität Twente sass ich mit den Forschenden zusammen, die eng mit Schulen zusammenarbeiten, und hörte dort eine Zahl, die mich in ihrer Höhe aufmerksam gemacht hat: 95 Prozent des Kollegiums hatten eine Weiterbildung zu formativer Beurteilung absolviert. Und trotzdem veränderte sich die Unterrichtspraxis kaum.

Dieses Muster ist auch uns nicht unbekannt. Die Antwort, die man in Twente daraus entwickelt hat, war nicht noch mehr Wissen, sondern eine neue Rolle: sogenannte Change Leaders, Personen im Kollegium, die Coaching, Moderation und Wissensaufbau dauerhaft am Laufen halten. Nicht ein Anlass, sondern eine Struktur.

Das hat erst mal nichts mit Künstlicher Intelligenz (KI) zu tun, kann aber eine Grundlage oder ein Ansatz zur Entwicklung der eigenen Schule mit KI sein: Fortbildung verändert Wissen, aber erst das Umsetzungs-Know-how in Form von etablierten Rollen wie Teacher Leaders im Change-Prozess verändert nachhaltig die Praxis.

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Drei Tage einsteigen … international. Rückblick auf den Einstieg Teacher Leadership International.

Vom 13. bis 15. Juli 2026 fand im Tagungszentrum Schloss Au der Einstieg in die Grundlagen Teacher Leadership zum ersten Mal international statt. Es waren neben Teilnehmenden aus der Schweiz auch Teilnehmende von Schweizer Schulen im Ausland dabei. Sie brachten Schulkontexte mit, die sich in Strukturen, Ressourcen und Rahmenbedingungen teils deutlich von Schweizer Volksschulen unterscheiden. Die drei Tage standen im Zeichen vom Verstehen des jeweiligen Systems, des Führungskontextes und der individuellen Rolle und waren geprägt von Einblicken in diverse schulische und ausserschulische Kulturen.  

Max (Name geändert) hat sich entschieden nach Singapur an die Schweizer Schule zu wechseln. Neben den drei Tagen auf dem Schloss Au, steht die Organisation eines Umzugs gerade auf seinem Arbeitsplan. Es müssen Absprachen bezüglich Visums, Wohnung und Einstieg in die neue Schule vorbereitet werden. Er weiss noch nicht so genau was auf ihn zukommt. Seine Aufgabe und die Schule kennt er. Die Kultur des Landes und der Schule, die Kolleg:innen und ihre Erwartungen und Bedürfnisse noch nicht. Wie wird dort Verantwortung verteilt? Wer entscheidet, was gilt als selbstverständlich und wie wird Neues aufgenommen?

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