Vier Länder, eine Frage: Wie Schulen eine Antwort auf Künstliche Intelligenz finden

Drei Monate lang hat sich Heike Beuschlein mit einer einzigen Frage durch Fachliteratur, Interviews und Zeitzonen gearbeitet: Wie gehen Schulen auch in anderen Ländern mit dem um, was uns gerade alle beschäftigt, die KI? Nicht als Technologiefrage, sondern als Schulentwicklungs- und Führungsfrage. Sie wollte wissen, wie Schulleitungen, Forschende, Behörden und andere Institutionen in Hamburg, in den Niederlanden (Twente), Kanada (British Columbia) sowie in Singapur an diese Aufgabe herangehen. Herausgekommen ist ein Berg an Material und ein paar Erkenntnisse, die sie seither nicht mehr loslassen.

Die erste Erkenntnis in den Niederlanden: Wissen reicht nicht

An der Universität Twente sass ich mit den Forschenden zusammen, die eng mit Schulen zusammenarbeiten, und hörte dort eine Zahl, die mich in ihrer Höhe aufmerksam gemacht hat: 95 Prozent des Kollegiums hatten eine Weiterbildung zu formativer Beurteilung absolviert. Und trotzdem veränderte sich die Unterrichtspraxis kaum.

Dieses Muster ist auch uns nicht unbekannt. Die Antwort, die man in Twente daraus entwickelt hat, war nicht noch mehr Wissen, sondern eine neue Rolle: sogenannte Change Leaders, Personen im Kollegium, die Coaching, Moderation und Wissensaufbau dauerhaft am Laufen halten. Nicht ein Anlass, sondern eine Struktur.

Das hat erst mal nichts mit Künstlicher Intelligenz (KI) zu tun, kann aber eine Grundlage oder ein Ansatz zur Entwicklung der eigenen Schule mit KI sein: Fortbildung verändert Wissen, aber erst das Umsetzungs-Know-how in Form von etablierten Rollen wie Teacher Leaders im Change-Prozess verändert nachhaltig die Praxis.

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Das Ende der Hausaufgaben? Aufgaben- und Prüfungskultur in Zeiten der Künstlichen Intelligenz

Generative Künstliche Intelligenz (KI) fordert die schulische Bildung heraus. Mit nur wenig Aufwand lassen sich nicht nur Texte zu unterschiedlichen Themen zusammenfassen und verfassen, sondern auch Aufgaben aller Art lösen. Wie müssen Schulen in Zeiten von ChatGPT & Co. Aufgaben stellen und Prüfungen durchführen? Verschiedene Umgangsweisen lassen sich ausmachen: ein (teilweises) Verbot bei gleichzeitiger Kontrolle, eine auf Transparenz und Offenheit setzende Akzeptanz sowie eine Transformation der bestehenden Aufgaben- und Prüfungsformate. Tobias Röhl, Dozent für Digitales Lernen und Lehren, über den Einsatz von KI bei Prüfungen und Hausaufgaben.[1]

Erste Umfragen bestätigen, dass ein Grossteil der Schüler:innen ChatGPT schon mindestens einmal benutzt hat. [2] Angesichts dieser Verbreitung müssen Schulen überlegen, wie sie mit dem Einsatz von KI im Bildungsbereich umgehen wollen. Es gibt verschiedene Möglichkeiten wie Schulen auf die Möglichkeiten, die ChatGPT und andere KI-Tools bieten, reagieren können. Sie lassen sich kurz und bündig mit Kontrolle, Transparenz und Transformation auf je ein Schlagwort zusammenfassen.

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