Das Ende der Hausaufgaben? Aufgaben- und Prüfungskultur in Zeiten der Künstlichen Intelligenz

Generative Künstliche Intelligenz (KI) fordert die schulische Bildung heraus. Mit nur wenig Aufwand lassen sich nicht nur Texte zu unterschiedlichen Themen zusammenfassen und verfassen, sondern auch Aufgaben aller Art lösen. Wie müssen Schulen in Zeiten von ChatGPT & Co. Aufgaben stellen und Prüfungen durchführen? Verschiedene Umgangsweisen lassen sich ausmachen: ein (teilweises) Verbot bei gleichzeitiger Kontrolle, eine auf Transparenz und Offenheit setzende Akzeptanz sowie eine Transformation der bestehenden Aufgaben- und Prüfungsformate. Tobias Röhl, Dozent für Digitales Lernen und Lehren, über den Einsatz von KI bei Prüfungen und Hausaufgaben.[1]

Erste Umfragen bestätigen, dass ein Grossteil der Schüler:innen ChatGPT schon mindestens einmal benutzt hat. [2] Angesichts dieser Verbreitung müssen Schulen überlegen, wie sie mit dem Einsatz von KI im Bildungsbereich umgehen wollen. Es gibt verschiedene Möglichkeiten wie Schulen auf die Möglichkeiten, die ChatGPT und andere KI-Tools bieten, reagieren können. Sie lassen sich kurz und bündig mit Kontrolle, Transparenz und Transformation auf je ein Schlagwort zusammenfassen.

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Externe Evaluation als Anstoss für die Schul- und Unterrichtsentwicklung

Die Fachstelle für Schulbeurteilung (FSB) überprüft im Namen des Kantons fachlich unabhängig die Schul- und Unterrichtsqualität der Zürcher Volksschule. Die externe Evaluation liefert datenbasiertes Wissen über die einzelne Schule und unterstützt damit die lokale Schul- und Unterrichtsentwicklung. Vermittelt werden die entsprechenden Impulse anhand konkreter Handlungsfelder und in einem entwicklungsorientierten Workshop Andreas Brunner, Leiter der FSB Kanton Zürich zeigt auf, wie die Evaluation durchgeführt und ausgewertet wird.

Das Ziel der Überprüfung von Schul- und Unterrichtsqualität durch die externe Evaluation ist es, der einzelnen Schule Hinweise und Anregungen für ihre weitere Entwicklung zu geben und in allen Schulen des Kantons Zürich eine gleichwertige Qualität zu fördern.

Transparente Qualitätsansprüche

Der Qualitätsrahmen FSB bildet die Grundlage für die externe Evaluation der Zürcher Volksschule. Er wird aus dem Handbuch Schulqualität praxisorientiert abgeleitet und beschreibt, welche Merkmale einer guten Schule beurteilt werden. In Form von Qualitätsansprüchen wird transparent gemacht, was im Kanton Zürich unter einer guten Schule und gutem Unterricht verstanden wird. Es ist die Aufgabe der FSB, für jede Schule zu beurteilen, inwieweit diese die geltenden Qualitätsansprüche erfüllt und in welchen Bereichen sie Handlungsbedarf hat.

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Implementation von Nachhaltigkeit in wirtschaftlichen Organisationen und Bildungsinstitutionen

Dr. Irene Lampert diskutiert mit den renommierten Experten Prof. Dr. Laura Marie Edinger-Schons und Prof. Dr. Kai Niebert über die Implementierung von Nachhaltigkeit im Rahmen eines Whole Institution Approachs innerhalb von Organisationen. Sie erörtern entscheidende Kompetenzen, die Führungspersonen entwickeln müssen, und beleuchten sowohl die Herausforderungen als auch die Chancen, die sich in der heutigen Bildungslandschaft bieten.

Wir leben in einer Zeit mit steigenden Herausforderungen, um die geforderte Nachhaltigkeitstransformation innerhalb unserer Gesellschaft voranzutreiben. Die Wirtschaft und die Bildung spielen dabei eine entscheidende Rolle. Führungspersonen von wirtschaftlichen Organisationen und Bildungsinstitutionen sind gefordert, die Anforderungen der «Sustainable Development Goals» (SDGs) zu adressieren.

Dr. Irene Lampert im Gespräch mit Dr. Laura Marie Edinger-Schons und Prof. Dr. Kai Niebert:

In Ihrem Beitrag «Verantwortungsvolle Führung im Kontext der Nachhaltigkeit» der Bertelsmann Stiftung betonen Sie die Notwendigkeit spezifischer Kompetenzen für das Management der Zukunft, um die Nachhaltigkeitstransformation zu bewältigen. Können Sie beschreiben, welche Kernkompetenzen Sie für entscheidend halten?

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Konferenz Bildung Digitalisierung 2024 – für mehr Chancengerechtigkeit und eine gelingende digitale Transformation

Eine achtköpfige Delegation von Bildungsakteur:innen der Schweiz (Jacobs Foundation, proEdu, Staatslabor, Verwaltungen der Kantone Luzern und Aargau, sowie der PH Zürich) hat vom 24. bis zum 25. April 2024 an der jährlichen Konferenz des Forum Bildung Digitalisierung in Berlin teilgenommen. Die Konferenz setzt  sich mit den Herausforderungen und Chancen der Digitalisierung im Bildungsbereich auseinander. Als eine Plattform für Bildungsexperten, Lehrkräfte, Forscher:innen und Entscheidungsträger:innen bot die Konferenz eine Gelegenheit zum Austausch von Ideen, Best Practices und Visionen für die Zukunft der Bildung.

Ein zentrales Thema, das während der Konferenz diskutiert wurde, war die Frage nach der Rolle der Lehrkräfte im digitalen Zeitalter. Es wurde deutlich, dass Lehrerinnen und Lehrer nicht nur technische Fähigkeiten benötigen, um digitale Werkzeuge effektiv einzusetzen, sondern auch eine grundlegende Veränderung in ihrer pädagogischen Praxis vornehmen müssen. Die Integration von digitalen Medien sollte nicht als Selbstzweck betrachtet werden, sondern als Mittel, um individualisiertes Lernen, kritisches Denken und kreative Problemlösung zu fördern.

Insgesamt war die Konferenz des Forum Bildung Digitalisierung ein inspirierendes und ermutigendes Ereignis, das verdeutlichte, dass die Digitalisierung des Bildungswesens eine Chance bietet, die Bildung gerechter, inklusiver und zukunftsfähiger zu gestalten.

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Verspätete Kündigung

Weil im Kanton Zürich die Kündigungsfrist für Lehrpersonen vier Monate beträgt, kann deren Anstellungsverhältnis jetzt nicht mehr mittels ordentlicher Kündigung auf Ende dieses Schuljahres beendet werden. Wie ist nun die Rechtslage, wenn verspätet gekündigt wird? Oder wenn eine Lehrperson und die Schulpflege die Anstellung auf Ende Schuljahr auflösen möchten? (Nachfolgend wird die Rechtslage im Kanton Zürich dargelegt)

Ordentliche Kündigung

Im Regelfall wird das Anstellungsverhältnis einer Lehrperson mittels ordentlicher Kündigung, das heisst einseitig und unter Einhaltung von Kündigungsfrist und Kündigungstermin, aufgelöst. Gemäss § 8 LPG (Lehrpersonalgesetz, LS 412.31) haben die Lehrperson und die Schulpflege die Möglichkeit, die Anstellung unter Einhaltung einer Frist von vier Monaten auf den 31. Juli (Schuljahresende) zu kündigen. Wenn eine Kündigung verspätet eintrifft, zum Beispiel am 10. April 2024, ist sie grundsätzlich erst auf den nächsten ordentlichen Kündigungstermin wirksam, also auf Ende des nächsten Schuljahres (im Beispiel auf den 31. Juli 2025).

Einvernehmliche Verkürzung der Kündigungsfrist

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Org:Id – Organisationale Identifikation als Schlüssel für dynamische Schulen

Unter welchen Bedingungen identifizieren sich Lehrpersonen mit ihrer Schule? Wie beeinflusst dies ihr Arbeitsverhalten an der Schule? Dies und mehr wollen Forschende der PH FHNW zusammen mit Schulen in der Deutschschweiz herausfinden. Im Blog Schulführung geben sie erste Einblicke in das zugrundeliegende Projekt «Org:Id».

Identifikation als Schlüssel für dynamische Schulen?

Im Zentrum des Projekts Org:Id steht die organisationale Identifikation. Sie beschreibt das Phänomen, dass sich Mitarbeitende als Teil einer Organisation sehen und sich auch mit ihren Werten und Zielen auseinandersetzen und damit identifizieren. Diese Identifikation bewirkt, dass sich Mitarbeitende ihrer Rolle innerhalb der Organisation bewusster sind und sich stärker für das Gesamtwohl der Organisation engagieren. Forschungen in der Privatwirtschaft haben gezeigt, dass Führungskräfte die Identifikation ihrer Mitarbeitenden durch unterstützendes Verhalten und gerechte Entscheidungen positiv beeinflussen können. Obwohl die spezifischen Bedeutungen und Zusammenhänge im schulischen Kontext noch wenig erforscht sind, deuten erste Erkenntnisse darauf hin, dass Lehrpersonen mit starker Identifikation mehr Bereitschaft zeigen, ihr Arbeitsverhalten gewinnbringend an der Schule einzusetzen. Des Weiteren erscheint auf Basis von Studien aus der Privatwirtschaft möglich, dass Personen mit hoher organisationaler Identifikation resilienter gegenüber Burnouts sind, weniger Kündigungsabsichten zeigen und ein höheres Vertrauen in sich und ihr Team haben, was die Bewältigung schwieriger beruflicher Anforderungen vereinfacht.

Wie lässt sich organisationale Identifikation stärken?

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Schulleitungen im Kanton Zürich – Wer sind sie?

Überraschenderweise gibt es wenig gesichertes Wissen über die Schulleitungen im Kanton Zürich. Im Rahmen der wissenschaftlichen Begleitung der neugestalteten Schulleitungsausbildung an der PHZH mit den verschiedenen Varianten des DAS Schulleitung, dem CAS Quereinstieg Schulleitung und den Grundlagen Teacher Leadership sollen unter anderem Strukturdaten über die Profession der Schulleitung im Kanton Zürich gesichert werden. Im folgenden Beitrag werden die ersten Erhebungsdaten mit älteren Strukturdaten verglichen. Dabei zeigen sich interessante Veränderungen, welche zukünftig weiter beobachtet werden sollten.

Für die wissenschaftliche Begleitung der Schulleitungsausbildung werden alle Teilnehmenden einmal pro Jahr schriftlich befragt. Dabei geht es unter anderem um ihre Arbeitssituation als Schulleiter:innen. Unterdessen liegen die Daten der ersten fünf Studiengänge, welche im Frühlings- und Herbstsemester 2023 gestartet sind, vor. Sie zeigen die Arbeitssituation der Schulleitenden zu Beginn der Ausbildung.

Diese Daten haben wir mit Strukturdaten aus den Jahren 2012 und 2017 kontrastiert. Peter Altherr vom Volksschulamt Zürich (VSA) und Niels Anderegg haben die Daten für einen Vortrag aufbereitet und statistisch bearbeitet. Sie stammen aus der Datenbank der Anstellungen des VSA und zeigen im Gegensatz zu unseren Zahlen die Situation aller Schulleiter:innen im Kanton Zürich. Insofern sind die Ergebnisse nicht direkt vergleichbar, zeigen aber Tendenzen, welche in den nächsten Jahren mittels Daten aus der Begleitforschung der Schulleitungsausbildung überprüft werden können.

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Erkennen von Gelegenheiten und Kreativität als wesentliche Erfolgsfaktoren von Führung

Am 27. März 2024 fand zum Thema «Entrepreneurship» ein Web-Dialog im Rahmen vom Webjournal #schule-verantworten statt. Niels Anderegg war dabei und ihm wurde beim Zuhören bewusst, wie wichtig das Erkennen von Gelegenheiten und der kreative Umgang mit diesen Situationen für das Führen von und in Bildungsorganisationen ist.

Inhaltlich gestaltet wurde der Web-Dialog von Michaela Tscherne von der Pädagogischen Hochschule Niederösterreich, welche wissenschaftliche Modelle und Erkenntnisse präsentierte. Ulrike Schleicher, Schulleiterin an einer Berufsschule in Österreich, und Stefanie de Buhr, Schulleiterin an einer Primarschule in der Schweiz, berichtete aus ihrer Praxis.

Ein wesentliches Element von Führung als Entrepreneurship ist das Erkennen und Nutzen von Gelegenheiten. Auch in unserem eigenen Forschungsprojekt, in dem wir das Führungshandeln der Schulleitungen von Schulen, die mit dem Deutschen Schulpreis ausgezeichnet sind, untersuchten, zeigte sich, dass Schulleiter:innen von pädagogisch erfolgreichen Schulen unterschiedliche Möglichkeiten finden, um das Lernen der Schüler:innen und aller an der Schule Beteiligten zu fördern. Oder um es mit Facetten erfolgreicher Schulführung zu beschreiben, die wir im Projekt ausgearbeitet haben: Schulleiter:innen «überblicken» ihre Schule, sind «aufmerksam», um einzelnen Elementen «Bedeutung [zu]geben», damit sich Schulen dem sinnhaften Zweck – in der englischen Literatur wird meist vom «moral purpose» gesprochen – entsprechend weiterentwickeln.

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Wie akademische Freiheit und nachhaltige Entwicklung an Hochschulen gewährleistet wird

Hochschulen und insbesondere deren Führungspersonen sehen sich in einem Spannungsfeld zwischen Forderungen nach akademischer Freiheit und nachhaltiger Entwicklung der Hochschulen. Wie können Führungspersonen hier Brücken bauen? Indem sie die partizipative Erarbeitung und Diskussion eines Nachhaltigkeitsverständnisses sowie disziplinäre Anknüpfungspunkte an Nachhaltigkeitsherausforderungen ermöglichen, erläutert Dominik Allenspach.

Die akademische Freiheit beziehungsweise Wissenschaftsfreiheit kann als «core value» der Hochschulen bezeichnet werden. Betont werden die Autonomie der Hochschulen gegenüber politischen, wirtschaftlichen und ideologischen Kräften sowie die Freiheit der Forschung und Lehre als Grundvoraussetzung des hochschulischen Lebens. Gleichzeitig wird von verschiedenen hochschulexternen wie auch -internen Akteur:innen gefordert und erwartet, dass die Hochschulen über ihre Forschung und Lehre einen Beitrag zur Bewältigung der Nachhaltigkeitsherausforderungen leisten sowie ihren Betrieb nachhaltig gestalten.

Diese Forderungen sowie generell die Nachhaltigkeit als normatives Konzept können von Hochschulmitgliedern sowohl als Einschränkung der akademischen Freiheit als auch irrelevant für ihren Bereich eingeschätzt werden. In diesem Spannungsfeld zwischen akademischer Freiheit und nachhaltiger Entwicklung von Hochschulen stehen insbesondere die Führungspersonen von Hochschulen. Da sie intensive Beziehungen zu unterschiedlichen hochschulinternen und -externen Akteur:innen pflegen, werden sie mit jeweils unterschiedlichen Ansichten darüber konfrontiert, wie eine nachhaltige Hochschule aussehen soll.

Partizipative Erarbeitung eines Nachhaltigkeitsverständnisses

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Lernentwicklungsportfolios als Motor für eine gemeinsame Beurteilungskultur

Eine gemeinsame kompetenzorientierte Beurteilungspraxis im Schulteam stellt für Schulen eine Herausforderung dar. Um dieser zu begegnen, haben sich einige Schulen mit einem Lernentwicklungsportfolio auf den Weg gemacht. Christine Eckhardt begleitet Schulen und Lehrpersonen bei dieser Aufgabe und führt das Potenzial von Lernentwicklungsportfolios nachfolgend aus.

Eine Beurteilungspraxis nach dem Lehrplan 21 fokussiert einerseits auf Kompetenzen und damit auf die Stärken der Lernenden. Andererseits rückt sie die formative Beurteilung ins Zentrum, bei welcher beurteilt wird, um die Schüler:innen in ihrem Lernen bestmöglich zu fördern. Beidem kann das Lernentwicklungsportfolio gerecht werden. Ergänzend dazu kann es auch den Anspruch einer gemeinsamen Beurteilungspraxis im Schulteam über die Stufen hinweg vom Kindergarten bis zur Sekundarschule abdecken.

Was sind Portfolios?

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