Die integrative Kraft des Orchesters – Warum es sich als Schule lohnt, einen Vollblutmusiker anzustellen

An der Tagesschule Oberglatt, einer Schule für Schüler mit Problemen im sozial- emotionalen Bereich, lernt jeder Schüler ein selbst gewähltes Instrument und spielt in einer Band oder einem Orchester. Dies hilft den Schülern, sich wieder als Teil eines Ganzen zu empfinden.

Schüler mit herausforderndem Verhalten sind in unserem Schulsystem oft die, die nicht mitspielen dürfen. Sie befinden sich in einem Misfit in Bezug auf ihr Umfeld. Sie sind aus dem Rhythmus gefallen.

Im Schulorchester können sie selber ihre Rolle auswählen – nicht jeder möchte Flöte spielen – und sich mit ihren Fähigkeiten und ihrem Temperament einbringen. Um dabei zu sein, genügt es am Anfang, im richtigen Moment einen einzigen Ton zu spielen. Die integrative Kraft des Orchesters – Warum es sich als Schule lohnt, einen Vollblutmusiker anzustellen weiterlesen

Das Reallabor – Ein Plädoyer für partizipative Lernraumgestaltung

Würde man 100 Menschen verschiedener Generationen ein Bild von schulischem Lernen skizzieren lassen, sähen wohl viele Exemplare annähernd identisch aus: Ein einheitlich gestaltetes Klassenzimmer, frontale Sitzordnung, monotone und einheitliche Lehrmittel, die grüne Tafel an der Stirnseite, von der Lehrperson in Schreibschrift angekreidet mit dem Unterrichtsstoff eines obligatorischen Lehrplans. Eine Tür und Wände, die das Lernen vor der Aussenwelt verschliessen und verstecken. 

So etwa sähe zumindest das Bild meiner konstruierten Schulzeit sowie auch das vieler unserer Eltern und Grosseltern aus. Und auch die Erinnerungen unserer Kinder sähen zukünftig so aus, wenn wir ihnen alsbald keine andere Vorstellung von Schule ermöglichen werden.

Lernen wird stetig mehr – mehr selbstorganisiert, kompetenzorientiert und selbstbestimmt, mehr individualisiert, personalisiert und massgeschneidert, mehr digital, flexibel, orts- und zeitunabhängig. Aber Lernen wird auch hoffentlich weniger – weniger selektiv und separativ. Für mich gelten dabei drei Thesen, die ich in meinem Alltag predige: Das Reallabor – Ein Plädoyer für partizipative Lernraumgestaltung weiterlesen

«Everyone can create» – kreativer Einsatz digitaler Medien im Unterrichtsalltag

Eine Gruppe interessierter Schulleitenden und PICTS besuchten im Januar 2019 die ACS Hillingdon und die Tormead School in London. An beiden Schulen werden Schülerinnen und Schüler von vier bis achtzehn Jahren unterrichtet. Wir erhielten einen spannenden Einblick in ihren Schulalltag und ihren Umgang im Einsatz digitaler Medien im Unterricht.

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Weiterbildung «Fachbegleitung am Arbeitsort»

Die Fachbegleitenden begleiten als erfahrene Lehrpersonen berufseinsteigende Kolleginnen und Kollegen in den ersten beiden Jahren nach Erhalt des Lehrdiploms am Arbeitsplatz. Um Fachbegleitende im professionellen Handeln zu unterstützen, besuchen sie im Auftrag des Volksschulamtes (VSA) eine Weiterbildung an der PH Zürich. Die Weiterbildung verfolgt folgende Ziele:

Doppelte Personalentwicklung

Die Weiterbildung verläuft parallel zur ersten Fachbegleitung der berufseinsteigenden Lehrperson. In zehn Halbtagen setzen sich die Teilnehmenden im ersten Jahr mit den Grundlagen der Fachbegleitung  auseinander (z. B. Rolle, Haltung, Gesprächsführung, Zusammenarbeit). Im zweiten Jahr wählen die Teilnehmenden aus einer Palette von Veranstaltungen zwei aus. Konkrete Fragen aus der Fachbegleitung legen den Roten Faden durch die Weiterbildung. Das gilt für die vermittelten Inhalte genauso wie für Fallbesprechungen unter den Teilnehmenden.

Impulse für die Beratungspraxis

Die Fachbegleitenden sind in ihrer Funktion darin gefordert, eine begleitende Haltung zu entwickeln. Konkret bedeutet dies, sich eine personenzentrierte Gesprächshaltung anzueignen, Berufseinsteigende darin zu unterstützen, ihr eigenes Profil als Lehrperson zu schärfen, sich mit Tipps zurückzuhalten, es sei denn, die berufseinsteigene Lehrperson kommt wirklich nicht mehr weiter, akzeptieren, dass andere Wege zum Unterrichten genauso gut sind wie die eigenen.

Persönliche Beratung

Die Weiterbildung ist bewusst auf zwei Jahre angelegt, damit die Teilnehmenden sich regelmässig mit Kolleginnen und Kollegen treffen und zu aktuellen Fragen austauschen können. Allen Schulleitenden, Fachbegleitenden und Berufseinsteigenden steht zudem die Programmleiterin «Fachbegleitung am Arbeitsort» bei Fragen zur Verfügung.

Mirjam Beglinger, Dozentin Zentrum Person und Profession, PH Zürich

Haben Sie den ersten Teil verpasst? Hier können Sie ihn lesen.

Herumschwirren als Schulleitungshandeln

Classroom Walkthrough (CWT), kurze Unterrichtsbesuche, haben in den letzten Jahren Einzug in den Schweizer Schulen gehalten. Ich habe die Methode vor ein paar Jahren kennengelernt, da Johanna Schwarz, die CWT in den deutschsprachigen Raum gebracht und dazu auch ein Buch geschrieben hat, wie ich auch im ILE Netzwerk der deutschsprachigen OECD-Länder aktiv waren. Von Beginn an hatte ich ein gespaltenes Verhältnis zu CWT.

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Auswahl der Fachbegleitenden

Berufseinsteigende Lehrpersonen werden in den ersten zwei Jahren nach Erhalt des Lehrdiploms an ihrem Arbeitsort von einer erfahrenen Lehrperson begleitet. Es ist Aufgabe der Schulleitenden, dieses obligatorische Angebot einzurichten und eine geeignete Lehrperson für die Fachbegleitung zu finden. Jörg Berger dazu im Gespräch mit der Programmleiterin der Weiterbildung «Fachbegleitung am Arbeitsort»:

Berger: Wer kann eine Fachbegleitung übernehmen?

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«Auf den Spuren guter Schulen» – Arthur-Kutscher-Realschule

Das Zentrum Management und Leadership der PH Zürich führt vom 19. – 23. Mai 2019 eine Studienreise für Führungspersonen im Bildungsbereich nach München durch.

Wir besuchen vier unterschiedliche, interessante Schulen, die in einem Kurzportrait hier vorgestellt werden.

Teil 4: Arthur-Kutscher-Realschule (http://www.akr.musin.de/index.php)

Am Nachmittag des dritten Tages besuchen wir die Arthur-Kutscher-Realschule, eine Schule mit über 700 Schülern der Sekundarstufe, die neben einem Gymnasium und einer Grundschule in einem Schulzentrum im Norden Münchens untergebracht ist.

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Zusammenarbeit nach Plan?

Als Schulleiter einer Tagessonderschule begrüsse ich den neuen Berufsauftrag, weil er Zusammenarbeit als wesentliche Aufgabe von Lehrpersonen anerkennt und ihr Zeit einräumt. Zusammenarbeit oder Kooperation – eine Mega-Aufgabe unserer Zeit. Auch im Lehrplan 21 ist sie deshalb ein wichtiger Lerninhalt. Hilft der neue Berufsauftrag, angemessen zusammenzuarbeiten oder schränkt er unnötig ein?

Mir gefällt dazu die Unterscheidung von blauer und roter Kooperation von André Woodtli. Blaue Kooperation wirkt bei Prozessen, deren Lösungen im Prinzip bekannt sind. Je genauer die einzelnen Schritte vorher beschrieben werden, um so besser die Lösung. Die Schule kennt eine Unzahl blauer Prozesse, vom Lehrplan bis zur Schulordnung.

Was helfen diese aber, wenn Chaled sichtlich erregt vor mir steht und “Ich hasse Sie!” schreit? Hier sofort eine Massnahme zu verhängen, wie es der Massnahmenkatalog vorsieht, kann ziemlich daneben liegen.

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Forschungsprojekt zur Schulentwicklung von Primarschulen: 100 Primarschulen in der Deutschschweiz gesucht

Wie arbeiten Sie und Ihr Team konkret im Schulalltag, um die eigene Schule und den Unterricht weiterzuentwickeln? Wie gelingt es Ihnen, Ihre Schülerinnen und Schüler optimal zu fördern? Diesen und weiteren Fragen geht die Studie „School Improvement Capacity for Academic Learning“ am Institut für Erziehungswissenschaft der Universität Zürich nach und sucht dazu 100 Primarschulen.

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Neuer Berufsauftrag – (Sinn) -voll umgesetzt

An jeder Schule sollte seit dem 1. August 2017 im ganzen Kanton Zürich der neue Berufsauftrag für Lehrerinnen und Lehrer auf eine lokal sinnvolle Weise umgesetzt werden. Es ist spannend, wie unterschiedlich das gemacht worden ist. Bereits hört man viele Stimmen, die schon wieder eine Abschaffung fordern – und dies, bevor überhaupt flächendeckend ausprobiert, evaluiert oder auf Gesetzesebene angepasst worden ist. 

Es ist richtig, dass Schulleitungen mit der Umsetzung des Berufsauftrages mehr Arbeit erhalten haben und es ist auch korrekt, dass dafür mehr Arbeitszeit vom Kanton berechnet wurde. Zwei kritische Fragen in dieser Sache stellen sich aber dennoch für viele Schulleitungen:  

Bringt der effektive Aufwand den entsprechenden Ertrag?  

Soll man alle Mitarbeitenden gleich behandeln? 

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