Design Thinking: Ein Wegweiser zu innovativem Unterricht

Folgen Sie dem ZHE auf Social Media
54

Read this blog post in English

Porträt Mònica Feixas

Beitrag von Mònica Feixas, Lehrbeauftragte am ZHE, PH Zürich, und Professorin an der Universitat Autònoma Barcelona (UAB).
Übersetzt ins Deutsche durch Tobias Zimmermann.


Fortsetzung zum Beitrag Creativity in Teaching: Facts and Fancy

“Misserfolg ist Erfolg, wenn wir daraus lernen.”

(Malcolm Forbes)

Was ist Design Thinking?

Design Thinking ist einer dieser Modebegriffe, die in vielen Diskussionen eingebracht werden, während viele Leute nicht ganz sicher sind, was er genau bedeutet. Nach unserem Verständnis basiert Design Thinking auf kognitiven Prozessen, die typischerweise von Designern angewandt werden. Es ist zu verstehen als kreativer Denkprozess, der verschiedene Ebenen umfasst: analytisches, kreatives, ziel- und beziehungsbezogenes Denken und Arbeiten.

Eine design-orientierte Haltung ist nicht problemorientiert, sondern zielt auf Lösungen. Design Thinking lotet den Möglichkeitsraum aus und kreiert Resultate, die für den Endnutzer nützlich sind.

Scheitern zum Erfolg

Laut Brown zeichnet sich ein «Design Thinker» durch folgende Eigenschaften aus: Einfühlungsvermögen, integratives Denken, Optimismus, Experimentierfreudigkeit und Zusammenarbeit. Um in einem Innovationsvorhaben Design Thinking zu betreiben, sollten wir deshalb fünf Phasen iterativ durchlaufen (siehe Grafik): Einfühlen, Definieren, Ideen Generieren, Prototypen Entwerfen, Testen.

5 processes of design thinking
Grafik: 5 Prozesse des Design Thinking
  1. Beim Einfühlen besteht das Ziel nicht darin, sich emotional zu investieren. Vielmehr geht es darum möglichst viele verschiedene Sichtweisen einzunehmen und nachzuvollziehen.
  2. Beim Definieren geht es darum, die Nutzerbedürfnisse und die institutionellen Anforderungen zu erkennen. Ziel ist zu wissen, dass man die richtigen Probleme in Angriff nimmt, und die Kunden früh einzubeziehen.
  3. Ideen zu generieren bedeutet, im “Brainstorming-Modus” so viele Ideen wie möglich zu entwickeln, ohne sie bereits zu werten. Zwischen lächerlichen, absurden, platten, risikoreichen und utopischen Ideen entstehen plötzlich auch umsetzbare und innovative Vorschläge.
  4. Ein Prototyp ist eine Art Modell oder Skizze. Es soll Testnutzern eine schnelle Vorstellung von der entwickelten Idee geben.
  5. Das Ziel des Testens ist zu lernen, was aus Sicht der Nutzer funktioniert und was nicht, und dann den Design-Prozess zu wiederholen. Dabei geht es darum, den Prototypen basierend auf Feedback der Nutzer anzupassen – so lange, bis diese zufrieden sind.

Quintessenz dieses Prozesses: Es ist besser, Fehlschläge früh und oft zu machen – anhand von Prototypen. Aus diesen Misserfolgen kann so lange gelernt werden, bis erfolgreiche Prototypen oder Modelle entstehen.  (Für detailliertere Angaben siehe Institute of Design at Stanford.)

Konferenz zu Design Thinking in Zürich

Im Januar 2017 findet an der PH Zürich eine halbtägige Konferenz zum Thema «Creativity in Learning – Revolutionizing Teaching through Design Thinking» statt. Dort werden Suzi Jarvis und Colman Farrell von der Innovation Academy, University College Dublin, als Gastreferenten auftreten. Wir haben sie zu ihrem Verständnis von Kreativität und Design Thinking befragt sowie über ihre Pläne für die Tagung in Zürich. Die beiden haben aus Malaysa geantwortet und sandten uns ein kurzes Video (3 Minuten):

Suzi Jarvis and Colman Farrell on design thinking
Suzi Jarvis und Colman Farrell sprechen über Design Thinking und ihren Auftritt an der Konferenz im Januar 2017

Summary

Die Keynote-Vorlesung von Suzi Jarvis und die Workshops von ihr und Colman beruhen auf viel Erfahrung. Sie werden die Teilnehmenden erleben lassen, wie sie:

  • die Mentalität, die Fertigkeiten und Instrumente von Designern, Künstlern und anderen Innovatoren entwickeln können.
  • lernen können, sich intensiver in den Austausch mit den Studierenden und anderen Lehrenden zu begeben und dabei Gelegenheiten für Unterrichtsinnovation zu entdecken.
  • Barrieren durchbrechen können, die unser Denken blockieren.
  • experimentieren können: durch das Generieren von Ideen, kritisches Denken, Ausloten des ästhetischen Wissens, Problemlösen und schnelles Erstellen von Prototypen («rapid prototyping»).
  • eine Lehr-Lern-Kultur fördern können, die Kreativität und Innovation begünstigen.
Konferenz: Kreativität und Design Thinking standen im Zentrum der Kurztagung «Creativity in Learning. Revolutionizing Teaching through Design Thinking» im Januar 2017. Gastdozierende waren Prof. Dr. Suzi Jarvis und Dr. Colman Farrell von der Innovation Academy, University College Dublin.

Weitere Informationen auf der Tagungs-Webseite: www.phzh.ch/zhe-kurztagung.

Tagungsbericht auf der PHZH-Website

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.