Green Skills: Was Bildung heute nachhaltig macht

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Text von Corinna Borer

Warum nachhaltige Kompetenzen mehr sind als Umweltwissen

Nachhaltigkeit lässt sich längst nicht mehr auf einzelne Umweltprojekte reduzieren. Klimawandel, Biodiversitätsverlust, Ressourcenknappheit und globale Ungleichheiten verändern, wie wir lernen, arbeiten, wirtschaften und zusammenleben. Damit wird Nachhaltigkeit zur Kompetenzfrage: Welche Fähigkeiten brauchen Menschen, um diese Veränderungen zu verstehen und verantwortungsvoll mitzugestalten?

Green Skills: Die Kompetenzen hinter den Technologien der grünen Transformation. Der Windpark von Paldiski an der Ostsee. (Bild: Adobe Stock)

In diesem Zusammenhang ist immer häufiger von «Green Skills» die Rede. Der Begriff klingt vielversprechend, bleibt aber erklärungsbedürftig. Während meiner Weiterbildungszeit habe ich mit Lehrenden aus unterschiedlichen Bildungskontexten in der Grund- und Berufsbildung gesprochen und war unter anderem in Schulen in Estland und Finnland. Sowohl das eine als auch das andere Land haben ein angesehenes Bildungssystem und eine für mich interessante geschichtliche Entwicklung durchlaufen. In den Gesprächen wurde für mich deutlich: Green Skills, Greening, Green Life Skills oder Bildung für nachhaltige Entwicklung gelten als wichtig, bleiben aber oft Randthemen oder werden als Modewort wahrgenommen. Gerade deshalb lohnt sich ein genauerer Blick: Was sind Green Skills, und was bedeuten sie für lebenslanges Lernen?

Green Skills: Future Skills mit Nachhaltigkeitskompass

Green Skills ist ein Begriff, der je nach Kontext unterschiedlich gefüllt wird. Häufig werden darunter Kompetenzen verstanden, die Menschen benötigen, um zu einer ressourcenschonenden, klimaverträglichen und nachhaltigen Wirtschaft und Gesellschaft beizutragen. Eng gefasst geht es um technisch-fachliche Fähigkeiten für sogenannte Green Jobs, etwa in erneuerbaren Energien, Energieeffizienz, nachhaltigem Bauen, Kreislaufwirtschaft oder Umweltmanagement.

Für Lernen und Bildung greift dieses Verständnis jedoch zu kurz. Green Skills umfassen auch systemisches Denken, kritisches Urteilen, Kooperation, Kommunikation, Zukunftsdenken sowie den Umgang mit Unsicherheit und Zielkonflikten. Der Begriff «Green Life Skills» von Kwauk und Casey (2021) erweitert den Blick zusätzlich: Es geht darum, dass Menschen die Wurzeln ökologischer und sozialer Krisen verstehen, eigene Handlungsmöglichkeiten erkennen und Verantwortung im Alltag, in Organisationen und in der Gesellschaft übernehmen.

Damit stehen Green Skills in engem Zusammenhang mit der Agenda 2030 und den Sustainable Development Goals. Nachhaltigkeit bedeutet dort nicht nur Klimaschutz, sondern auch Bildung, Gesundheit, Gerechtigkeit, menschenwürdige Arbeit, nachhaltigen Konsum und starke Institutionen.

Green Skills überschneiden sich mit Future Skills, setzen aber einen klareren normativen Fokus: Sie fragen nicht nur, welche Kompetenzen Menschen für die Zukunft brauchen, sondern wie diese Zukunft nachhaltig, gerecht und verantwortungsvoll mitgestaltet werden kann. Kurz gesagt: Green Skills sind Future Skills mit Nachhaltigkeitskompass.

Erst verstehen, dann handeln

In meinen Gesprächen mit Akteur:innen der Berufs- und Erwachsenenbildung in Finnland wurde deutlich, dass Green Skills teilweise als Hype wahrgenommen werden. Wenn der Begriff schnell verwendet wird, ohne dass klar ist, was damit gemeint ist, wird «green» beliebig.

Gerade deshalb braucht es zuerst ein grundlegendes Verständnis: Wie funktionieren Umwelt, Gesellschaft und Wirtschaft? Wie hängen Umweltressourcen, Konsum, Arbeit und Zusammenleben zusammen? Erst auf dieser Grundlage entstehen Kompetenzen, die mehr sind als oberflächliche Anpassung.

Bei SYKLI, einem finnischen Environmental College, wurde für mich klarer, wie gross der Bedarf an Weiterbildung ist. Nachhaltigkeit muss in berufliche und organisationale Praxis übersetzt und gelebt werden: Wie nutzen wir Ressourcen? Wie können Organisationen und Unternehmen nachhaltiger planen und arbeiten? Und welche Kompetenzen brauchen Fachpersonen, Führungskräfte und Lehrende, um Veränderungsprozesse zu realisieren?

Nachhaltigkeit als Kompetenz verstehen

Ein hilfreicher Referenzrahmen dafür ist «GreenComp», der europäische Kompetenzrahmen für Nachhaltigkeit. Er basiert auf dem Europäischen Grünen Deal von 2019 und beschreibt Nachhaltigkeit als Kompetenz in vier Bereichen: Nachhaltigkeitswerte verkörpern, Komplexität annehmen, nachhaltige Zukünfte entwerfen und für Nachhaltigkeit handeln.

GreenComp macht deutlich: Nachhaltigkeitskompetenz bleibt nicht beim Wissen stehen. Lernende sollen Werte reflektieren, Systeme verstehen, Zielkonflikte erkennen, Zukunftsbilder entwerfen und handeln können. Genau darin liegt die Stärke von Green Skills: sie fragen nicht nur, was Menschen über Nachhaltigkeit wissen sollen, sondern was sie brauchen, um Nachhaltigkeit in konkreten Situationen umzusetzen.

Die Dimensionen von Green Skills für nachhaltige Arbeitsmärkte und Gesellschaften. Eigene vereinfachte Darstellung von Corinna Borer auf Basis von Kwauk und Casey (2021).

Ein wichtiger Bezugspunkt ist dabei Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE). BNE fragt, wie Menschen lernen, gute Entscheidungen für eine nachhaltige Zukunft zu treffen – im Alltag, im Beruf und als Teil der Gesellschaft. Green Skills knüpfen daran an und machen konkreter, welche Fähigkeiten dafür gebraucht werden: Zusammenhänge erkennen, unterschiedliche Perspektiven einbeziehen, Zielkonflikte aushalten und ins Handeln kommen. So wird Nachhaltigkeit nicht nur besprochen, sondern in konkreten Situationen angewendet und geübt.

Beim Individuum beginnen – und die Institution mitdenken

Bei meinem Besuch der Gaia Schule in Tallinn wurde sichtbar, wie früh Green Skills angelegt werden können. Die Schule orientiert sich am Gaia-Education-Verständnis von «healthy person, healthy community, healthy world». Nachhaltigkeit wird dort nicht nur als Umweltthema verstanden, sondern als Beziehung: zu sich selbst, zur Gemeinschaft und zur Welt.

Kinder üben im Klassenzimmer oder in der Natur (outdoor schooling), ihre Meinung zu äussern, anderen zuzuhören, zu beobachten, sich zu präsentieren und gemeinsam nach Lösungen zu suchen. Sie lernen beispielsweise, woher Lebensmittel kommen, wie Obst und Gemüse angebaut werden und welche Rolle natürliche Kreisläufe für eine nachhaltige Zukunft spielen. Damit entwickeln sie Kompetenzen, die für nachhaltiges Handeln entscheidend sind: sich selbst und andere wahrnehmen, Zusammenhänge verstehen und Verantwortung in einer Gemeinschaft übernehmen.

Die Natur als Klassenzimmer (outdoor schooling): Green Skills von klein auf fördern. (Bild: Corinna Borer)

Green Skills beginnen also nicht erst in der Berufsbildung. Sie entstehen dort, wo Menschen lernen, sich selbst, andere und die Welt bewusst wahrzunehmen. Gleichzeitig brauchen sie Institutionen, die nachhaltiges Denken und Handeln im Alltag ermöglichen – in Unterricht, Schulkultur, Führung, Partizipation und Zusammenarbeit.

Hochschulen: Nachhaltigkeit lehren und leben

Für Pädagogische Hochschulen ergibt sich daraus eine doppelte Verantwortung. Sie bilden Lehrpersonen, Ausbildner:innen, Schulleitungen und weitere Fachpersonen aus und weiter, die Green Skills in Bildungsorganisationen fördern sollen. Gleichzeitig müssen Hochschulen Nachhaltigkeit in der eigenen Institution glaubwürdig gestalten und leben.

Dass Green Skills heute weit über Umweltwissen hinausgehen, verdeutlichen europäische Erasmus+ Projekte wie ComeThinkAgain, an dem die PH Zürich als Partnerinstitution beteiligt ist, sowie Personal Green Skills in Higher Education, das von der Technischen Hochschule Würzburg-Schweinfurt gemeinsam mit europäischen Partnern umgesetzt wird. Beide Projekte verknüpfen Nachhaltigkeitskompetenzen mit digitalem Denken, Entrepreneurship, Weiterbildung und Train-the-Trainer-Ansätzen.

Für die PH Zürich bietet die Nachhaltigkeitspolicy einen institutionellen Rahmen. Entscheidend ist jedoch, wie dieser im Alltag sichtbar wird: in Lehrveranstaltungen, Mobilität, Ernährung, Beschaffung, Digitalisierung und Zusammenarbeit. Dozierende müssen dabei keine perfekten Vorbilder sein. Ihre professionelle Vorbildrolle besteht vielmehr darin, Zusammenhänge sichtbar zu machen, Zielkonflikte offenzulegen und mit Studierenden Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln. Eine zentrale GreenComp-Kompetenz ist dabei systemisches Denken: Nachhaltigkeitsfragen nicht isoliert zu behandeln, sondern ökologische, soziale, ökonomische und globale Dimensionen miteinander zu verbinden.

Green Skills sind deshalb weniger ein fertiger Kompetenzkatalog als eine gemeinsame Lernaufgabe — in Lehre, Hochschulkultur und konkretem Handeln. Wenn Green Skills also mehr sein sollen als ein Schlagwort: Wo könnten wir in unserem Bildungsbereich das «green» beginnen — beim Wissen, bei der Haltung, in der Kommunikation, bei der Organisation oder beim konkreten Handeln?

INFOBOX

Projekte

In der internationalen Bildungsentwicklung wird die Frage nach Green Skills besonders anspruchsvoll: Die grüne Transformation ist global, zeigt sich aber lokal sehr unterschiedlich. Deshalb lassen sich Green Skills nicht einfach als fertige Kompetenzliste übertragen, sondern müssen mit Partnern vor Ort entwickelt werden. Hier knüpft das Projekt FutureS in der Republik Moldova der PH Zürich an. Future und Green Skills können hier als Querschnittsperspektive verstanden werden – in Unterrichtsmaterialien, in der Weiterbildung von Lehrpersonen, in Schulentwicklungsprozessen und in der Zusammenarbeit mit lokalen Partnerinstitutionen.

ComeThinkAgain, ein weiteres Projekt der PH Zürich, verbindet Computational Thinking, Entrepreneurship Education und Green Skills in Berufs- und Hochschulbildung.

Literaturtipps/Weitere Informationen

- Die Publikation «Nachhaltigkeit in Bildungsorganisationen gestalten» von Irene Lampert und Dominik Allenspach zeigt, warum BNE nicht als Zusatzthema, sondern als Whole School bzw. Whole Institution Approach verstanden werden muss.
zum Interview mit den Autor:innen und zur Publikation

- GreenComp bietet einen europäischen Kompetenzrahmen für Nachhaltigkeit und unterscheidet vier Bereiche: Werte, Komplexität, Zukunft und Handeln.
Guia Bianchi, Ulrike Pisiotis & Marcelino Cabrera Giraldez, 2022: GreenComp: The European Sustainability Competence Framework

- Gaia Education / Gaia YES! unterstützt Lehrpersonen und Bildungsinstitutionen bei Education for Sustainable Development.
Gaia Education, o. J.: Gaia YES! Curriculum for Teachers and Educators

Über die Autorin

Corinna Borer ist Dozentin für Globales Lernen und leitet Projekte in der Abteilung Internationale Bildungsentwicklung der PH Zürich.

Green Skills: How to make education sustainable

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Contribution by Corinna Borer

Why sustainable skills are more than just environmental knowledge

Sustainability can no longer be reduced to individual environmental projects. Climate change, biodiversity loss, resource scarcity and global inequalities are transforming the way we learn, work, manage our economies and live together. This makes sustainability a question of competence: what skills do people need to understand these changes and help to shape them responsibly?

Green Skills: The competencies behind the technologies of the green transition.
The Paldiski wind farm by the Baltic Sea. (Picture: Adobe Stock)

In this context, there is increasing talk of Green Skills. The term sounds promising, but still needs explaining. During my continuing professional development time, I spoke with teachers from various educational backgrounds in primary and vocational education and visited schools in Estonia and Finland. Both countries have highly regarded education systems and have undergone historical developments that I found particularly interesting. It became clear to me during these discussions that Green Skills, Greening, Green Life Skills and Education for Sustainable Development (ESD) are considered important, yet often remain marginal topics or are perceived as buzzwords. This is precisely why it is worth taking a closer look: what are Green Skills, and what do they mean for lifelong learning?

Green Skills: Future Skills with a Sustainability Compass

Green skills is a term that is defined differently depending on the context. It is often understood to refer to the skills people need to contribute to a resource-efficient, climate-friendly and sustainable economy and society. In the narrowest sense, it refers to technical and specialist skills for so-called «green jobs», for example in renewable energy, energy efficiency, sustainable construction, the circular economy or environmental management.

However, this understanding falls short when it comes to education. Green Skills also encompass systemic thinking, critical judgement, cooperation, communication, forward thinking, as well as dealing with uncertainty and conflicting objectives. The term «Green Life Skills», coined by Kwauk and Casey (2021), broadens the perspective further: the aim is for people to understand the roots of ecological and social crises, recognise their own scope for action and take responsibility in everyday life, within organisations and in society.

Green Skills are therefore closely linked to the 2030 Agenda and the Sustainable Development Goals. In this context, sustainability means not only climate protection, but also education, health, justice, decent work, sustainable consumption and strong institutions.

Green Skills overlap with Future Skills, but have a clearer normative focus: they ask not only what skills people need for the future, but also how this future can be shaped in a sustainable, fair and responsible way. In short: Green Skills are Future Skills with a sustainability compass.

Understand first, then act

In my discussions with stakeholders in vocational and adult education in Finland, it became clear that Green Skills are sometimes perceived as just a fad. If the term «green» is used hastily without clarifying what it means, it becomes a meaningless label.

This is precisely why a fundamental understanding is needed first: how do the environment, society and the economy function? How are environmental resources, consumption, work and community life interconnected? It is only on this basis that skills can emerge which go beyond superficial adaptation.

At SYKLI, a Finnish environmental college, it became clearer to me just how great the need for continuing education is. Sustainability must be translated into vocational and organisational practice and put into action: how do we use resources? How can organisations and companies plan and work more sustainably? And what skills do specialists, managers and teachers need to implement change processes?

Understanding Sustainability as a Skill

A useful reference framework for that is GreenComp, the European competence framework for sustainability. It is based on the 2019 European Green Deal and describes sustainability as a competence across four areas: embodying sustainability values, embracing complexity, designing sustainable futures, and taking action for sustainability.

GreenComp makes it clear that sustainability competence goes beyond mere knowledge. Learners should be able to reflect on values, understand systems, recognise conflicting objectives, envisage future scenarios and take action. This is precisely where the strength of Green Skills lies: they ask not only what people should know about sustainability, but also what they need to put sustainability into practice in specific situations.

The dimensions of Green Skills for sustainable labour markets and societies. Own simplified representation based on Kwauk and Casey (2021).

An important point of reference is Education for Sustainable Development (ESD). ESD asks how people learn to make good decisions for a sustainable future – in everyday life, at work and as part of society. Green Skills build on this and specify more precisely which abilities are needed: recognising interconnections, taking different perspectives into account, managing conflicting goals and taking action. In this way, sustainability is not merely discussed, but applied and practised in specific situations.

Starting with the Individual – and involving the Institution

During my visit to Gaia School in Tallinn, it became clear just how early Green Skills can be introduced. The school is guided by the Gaia Education philosophy of «healthy person, healthy community, healthy world». Sustainability is understood not merely as an environmental issue, but as a relationship: with oneself, with the community and with the world.

Whether in the classroom or out in nature (outdoor schooling), children practise expressing their opinions, listening to others, observing, presenting themselves and working together to find solutions. For example, they learn where food comes from, how fruit and vegetables are grown, and the role of natural cycles in a sustainable future. In doing so, they develop crucial skills for sustainable action, such as self-awareness, understanding interconnections and taking responsibility within a community.

Nature as a classroom (outdoor schooling): fostering Green Skills from an early age.  (Photo: Corinna Borer)

Green Skills, therefore, do not begin with vocational training. They emerge where people learn to be mindful of themselves, others and the world. At the same time, they require institutions that enable sustainable thinking and action in everyday life – in teaching, school culture, leadership, participation and collaboration.

Higher Education Institutions: teaching and practising Sustainability

Universities of teacher education therefore have a dual responsibility. They are responsible for training and providing further training for teachers, trainers, school leaders and other professionals, who are expected to promote Green Skills within educational organisations. At the same time, higher education institutions must credibly promote and practise sustainability within their own organisation.

The fact that Green Skills nowadays go far beyond environmental knowledge is illustrated by European Erasmus+ projects such as ComeThinkAgain, in which the PH Zurich is involved as a partner institution, and Personal Green Skills in Higher Education, which is being implemented by the University of Applied Sciences Würzburg-Schweinfurt in collaboration with European partners. Both projects link sustainability skills with digital thinking, entrepreneurship, continuing professional development and train-the-trainer approaches.

For the PH Zurich, the sustainability policy provides an institutional framework. What is crucial, however, is how this is reflected in everyday life: in teaching, mobility, catering, procurement, digitalisation and collaboration.

Lecturers do not need to be perfect role models. They should rather highlight interconnections, reveal conflicting objectives and develop options for action with their students. A key GreenComp competence in this context is systemic thinking, which involves considering sustainability issues in the context of their ecological, social, economic and global dimensions rather than in isolation.

Green Skills are therefore less a ready-made catalogue of competencies than a shared learning task — in teaching, university culture and concrete action. So if Green Skills are to be more than just a buzzword, where in our field of education could we start with the «green» aspect — knowledge, attitude, communication, organisation or concrete action?

INFOBOX

Projects

In the context of international educational development, the question of Green Skills is particularly challenging: the green transition is global, yet manifests itself very differently at a local level. For this reason, Green Skills cannot simply be transferred as a ready-made list of competencies, but must be developed in collaboration with local partners. This is where the Project FutureS in the Republic of Moldova comes in. In the project, Future and Green Skills are understood from a cross-cutting perspective – in teaching materials, in the continuing teacher education, in school development processes and in collaboration with local partner institutions.

ComeThinkAgain, another project of the PH Zürich, combines computational thinking, entrepreneurship education and Green Skills in vocational and higher education.

Further information/Literature

- GreenComp provides an European competence framework for sustainability and distinguishes between four areas: values, complexity, future and action.
Guia Bianchi, Ulrike Pisiotis & Marcelino Cabrera Giraldez, 2022: GreenComp: The European Sustainability Competence Framework

- Gaia Education / Gaia YES! supports teachers and educational institutions in Education for Sustainable Development.
Gaia Education, o. J.: Gaia YES! Curriculum for Teachers and Educators

About the Author

Corinna Borer is a lecturer in Global Learning and a project leader in the The Centre for Global Education and Cooperation at PH Zurich.

Zukunft ist ein Muster, kein Affe

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Text von Charlotte Axelsson

Ich mag Wetter-Apps. Oder wie meine Kollegin an der ZHdK, Mela Kocher, gerne zu sagen pflegt: die faszinierendste Glaskugel, in die wir täglich schauen.

Und dennoch ist es – auch an mir – immer wieder lustig zu beobachten, wie überrascht wir sind, wenn nach 26 Grad und heiterem Sonnenschein am nächsten Tag plötzlich ein Drop-down auf 18 Grad und Gewitter kommt. Es ist schwer vorzustellen, aber es kommt trotzdem.

Das ist jetzt vielleicht ein hinkender Vergleich und ein sehr hoher Bogen, den ich spanne. Aber er zeigt zwei Dinge: Zukunft, ob nah oder fern, ist schwer vorstellbar – auch wenn es gute Anzeichen dafür gibt, dass etwas eintreten wird. Und zweitens zeigt er etwas über unser Mindset im Umgang mit Veränderung. Obwohl es für die leichten Sandalen und den Jupe dann wirklich zu kalt ist, ziehen wir es manchmal trotzdem durch.

Vielleicht ist genau das der Punkt: Zukunft ist selten komplett überraschend und selten komplett planbar. Sie liegt irgendwo dazwischen – zwischen Anzeichen, Mustern, Entscheidungen und unserer Fähigkeit, anders zu reagieren, als wir es gestern getan hätten.

Der Affe im Titel bezieht sich auf das Infinite-Monkey-Theorem: Wenn ein Affe unendlich lange zufällig auf einer Schreibmaschine tippt, entsteht irgendwann vielleicht auch Shakespeare. So ähnlich ist es mit Zukunftsprognosen: Manchmal liegt jemand richtig – aber nicht, weil die Zukunft wirklich vorhersehbar wäre. Sondern weil Wahrscheinlichkeit, Muster und Zufall zusammenspielen.

Zukunftsarbeit bedeutet deshalb nicht, richtig zu raten. Sie bedeutet, besser vorbereitet zu sein.

Es ist deshalb vielleicht nicht verwunderlich, dass gerade so viele Formate rund um Future Mindset, Future Skills, Future Tracks, Future Crafting oder Education Futurists entstehen. Was steht dahinter? Und was macht man eigentlich in solchen Future-Mindset-Kursen?

Weil sie marketingmässig gut funktionieren, könnten Kritiker:innen sagen. Ich sage: weil sie notwendig sind. Also mache ich mir die Mühe und gebe einen Blick hinter die Kulissen: Mit welchen Glaskugeln arbeiten Zukunftsforscher:innen, Bildungsanbieter und Organisationen eigentlich?

Manche Zukünfte sind schon gebaut

Ein schönes Beispiel dafür beschrieb mir Martin Sturzenegger von der VBZ am 25 Jubilars von Zeix. Er sagte sinngemäss: In seinem Betrieb sei die Zukunft in Teilen schon gesetzt. Er wisse ziemlich genau, was in den nächsten 25 Jahren umgesetzt werde und was nicht. Trams sind bestellt, Gesetze sind geregelt, Pläne sind erstellt. Natürlich kann immer etwas dazwischenkommen. Aber vieles ist nicht mehr reine Spekulation. Es ist bereits angelegt – in Infrastruktur, Budgets, politischen Entscheiden und langfristigen Planungen.

Der Gedanke brachte mich zur Arbeitsweise der PHZH. Ist es nicht auch ein wenig so mit Bildung?

Zukunftsgespürbrille des Education Futurist im Immerse Theater

Wir bilden heute Menschen aus, die morgen Schüler:innen unterrichten. Diese Schüler:innen stehen dann viel später selbst im Beruf. Plötzlich sprechen wir auch hier von Zeiträumen von 20 oder 25 Jahren. Was heute in der Ausbildung gedacht, vermittelt oder eben ausgelassen wird, wirkt weit in die Zukunft hinein.

Bildung ist also immer auch Zukunftsarbeit. Nicht abstrakt, sondern sehr konkret.

Das bringt mich zu vier Glaskugeln, die uns im Frühjahr 2026 an der internen Weiterbildung Future Track, am 25 Jubilar Zeix Event, am After the Algorithm Festival und am House of Change Festival begleitet haben: Szenariotechnik, Mustererkennung, KI als Verbündete und Haltung. Im Herbst greifen wir diese Fäden wieder auf – im CAS Education Futurist der PH Zürich und in einer spannenden Kooperation mit der ZHdK.

Film zu «Future Track», ein internes Angebot für das administrative und technische Personal der PHZH. (Animation: Walking Frames. walkingframes.tv)

Szenarien als Denkwerkzeuge

Die Szenariotechnik beschäftigt sich mit der Frage: Welche Zukünfte sind denkbar? Welche sind wünschenswert? Welche weniger? Und welche wirken heute vielleicht sogar unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich?

Es geht dabei nicht darum, die eine Zukunft zu finden, die sicher kommt. Sondern darum, vorwegzudenken, was passieren könnte. Szenarien sind keine Orakel. Sie sind Denkwerkzeuge.

Diskussion zur Zukunft am 25 Jahre Zeix am 28.01.2026. Hier das Szenarioprisma. (Foto: Zeix AG)

Jede dieser Möglichkeiten gibt mir einen Hinweis darauf, was ich jetzt und in naher Zukunft tun kann, um einer wünschenswerten Zukunft näherzukommen. Ich kann Strategien entwickeln. Ich kann bestimmte Felder fördern, von denen ich annehme, dass sie in meiner gewünschten Zukunft relevant sind. Oder ich kann Mitarbeitende in Weiterbildungen schicken, damit sie Kompetenzen aufbauen, die sie morgen vielleicht dringend brauchen.

Muster erkennen: Mit Vergangenheiten ab in die Zukünfte

An dieser Stelle mag ich die Idee von Armin Nassehi: Durch das Erkennen von Mustern können wir Prognosen darüber machen, welche Muster sich in der Vergangenheit besonders oft wiederholt haben. Anhand dieser Vergangenheitsanalyse können wir erkannte Muster in die Zukunft projizieren und uns vorstellen, wie sich bestimmte Entwicklungen verhalten, verändern oder wiederholen könnten.

Das wird besonders interessant, wenn man nicht nur auf Gesellschaft, Organisationen oder Technologie schaut, sondern auf die eigene Biografie.

Woher komme ich? Was habe ich gemacht? Was hat sich bei mir immer wieder in bestimmten Abständen, Situationen oder Übergängen wiederholt?

Muster verändern sich – kommen aber immer wieder ähnlich vor, hier das Herz-Symbol der Gen Alpha. (Foto: Charlotte Axelsson)

Vielleicht funktioniert die eigene Biografie manchmal ähnlich wie eine Wetterkarte: Nicht alles ist vorhersehbar, aber es gibt Muster, Wiederholungen und typische Wetterlagen. Wenn wir sie erkennen, können wir bewusster entscheiden, ob wir wieder gleich reagieren – oder diesmal anders.

Future Skills und KI als Verbündete

Im Rahmen des «Future Track», einer internen Weiterbildung für das administrative technische Personal der PH Zürich, kam auch die Frage auf, welche Fähigkeiten in einer sich verändernden Arbeitswelt zentral werden. Und natürlich, ob KI unsere Arbeit komplett übernehmen wird?

Nach dem Input von Eva Pauline Bossow zu «Future Skills» brachte die Kursteilnehmerin Stefanie Casanova einen Gedanken besonders schön auf den Punkt: Wir brauchen eine Art «Anpassungsintelligenz». Entscheidend werden nicht nur fachliche oder technologische Fähigkeiten, sondern vor allem menschliche Kompetenzen wie Resilienz, Agilität und Flexibilität.

Gerade Flexibilität ist dabei mehr als blosses flexibles Anpassen. Es geht darum, mit Unsicherheit umgehen zu können, Perspektiven zu wechseln und Veränderung aktiv mitzugestalten, statt nur darauf zu reagieren.

Oder wie Raim Idrizovic, Teilnehmer des «Future Tracks», zusammenfasst: «Wir sollten KI als einen Verbündeten für die berufliche Zukunft nutzen, in welcher vor allem die Flexibilität zählt!»

Im März am Festival «After The Algorithm» wurde bei «Kaffee, Kuchen & KI» diskutiert. (Foto: Damien Jenal)

Das trifft einen wichtigen Punkt. KI-Technologien sind nicht nur Tool, Bedrohung oder Hype. Sie ist auch ein Spiegel dafür, wie beweglich wir im Denken, Lernen und Arbeiten werden müssen. KI-Technologien können uns helfen, Muster schneller sichtbar zu machen. Entscheidend bleibt aber, wie wir diese Muster deuten, einordnen und verantwortungsvoll nutzen.

Positive Zukunftsbilder

Als Letztes möchte ich noch die Methode der Utopie bis hin zur Protopia beschreiben. Und was das mit unserer individuellen und kollektiven Einstellung zu tun hat.

Medial werden wir ständig mit möglichen Zukünften konfrontiert: in Science-Fiction-Filmen, Medienbildern, politischen Narrativen oder technologischen Versprechen. Diese Bilder bereiten uns auf Zukünfte vor. Manchmal öffnen sie Möglichkeitsräume. Manchmal machen sie Angst. Manchmal werden sie auch strategisch eingesetzt.

Unsere Zukünfte sind also beeinflussbar. Und manchmal auch manipulierbar.

Das kann man im Grossen analysieren. Ich bleibe hier aber im Kleinen: Wenn ich mich mit positiver Autosuggestion beschäftige, merke ich schnell, dass eine grundsätzlich positive Betrachtung auch die gewünschte Zukunft positiver erscheinen lässt. Umgekehrt funktioniert es ebenso. Wenn ich davon ausgehe, dass ohnehin alles schlechter wird, erkenne ich weniger Handlungsspielraum.

Eine Beobachtung aus dem Festival am House of Change wurde mir besonders wichtig: die Kraft des positiven Bildes. Nicht als naives Schönreden. Nicht als «alles wird gut»-Plakat. Sondern als Haltung, die Menschen in Bewegung bringt.

Diskussion zur Menschlichkeit, Bildung und Freundlichkeit am House of Change Festival 2026. (Foto: Mirjam Kluka)

Wenn wir eine Zukunft nicht nur als Bedrohung beschreiben, sondern auch als gemeinsamen Möglichkeitsraum, verändert sich etwas. Dann wird Zukunft nicht nur etwas, das auf uns zukommt. Sondern etwas, das wir mitgestalten können.

Dabei geht es für mich stark um Menschlichkeit und Zusammenhalt. Denn durch Menschlichkeit und Zusammenhalt sind wir stärker als alleine. Gerade in Zeiten, in denen vieles komplex, unsicher oder überfordernd wirkt, ist das vielleicht eine der wichtigsten Zukunftskompetenzen überhaupt: nicht nur individuell resilient zu sein, sondern kollektiv tragfähig zu werden: mit Freundlichkeit. Alle haben unterschiedliche Erfahrungen und wollen alle in eine wünschenswerte Zukunft.

Oder wie es Kay Janina Hefti nach der Weiterbildung «Future Track» formulierte:

«Es gibt keine singulare Zukunft, sondern multiple Zukünfte. Und die Zukunft ist auch unfair verteilt: Leute, die sich schon längstens mit AI etc. beschäftigen, befinden sich in einer anderen Gegenwart als Leute, die sich überhaupt noch nicht damit befasst haben.»

Dieser Satz bleibt hängen. Denn er zeigt: Zukunft ist nicht für alle gleich weit weg. Manche leben bereits in Arbeitsrealitäten, die für andere noch wie Science Fiction wirken. Manche experimentieren längst mit KI, Automatisierung und neuen Lernformen. Andere stehen noch vor der Frage, ob sie sich überhaupt damit beschäftigen sollen.

Betrachtung

Im Umkehrschluss heisst das: Wir brauchen diese ganzen Future-Initiativen auf verschiedenen Ebenen. Nicht, weil sie die Zukunft vorhersagen können. Sondern weil sie helfen, komplexe Entwicklungen zu verstehen, Entscheidungen vorzubereiten, Unsicherheit auszuhalten und eigene Handlungsmöglichkeiten zu erkennen.

Sie geben uns Werkzeuge an die Hand, um die eigene Zukunft in einer schnell verändernden Zeit aktiver mitzugestalten.

Und wieso ist das wichtig?

Weil früher der persönliche Weg oft klarer schien. Mein Vater war Schuster, also wurde ich – wenn männlich gelesen – vielleicht auch Schuster. Heute ist das nicht mehr der Fall. Berufswege, Rollen, Technologien und Lebensentwürfe sind offener, brüchiger, flexibler geworden.

Zukunft ist deshalb kein Affe, der zufällig etwas Richtiges tippt.

Zukunft ist ein Muster, das wir erkennen können.

Und ein Mindset, mit dem wir entscheiden, wie wir darauf reagieren.

Vielleicht brauchen wir dafür genau das: eine Zukunftsgespürbrille. Keine Glaskugel, die uns sagt, was kommt. Sondern eine Haltung, mit der wir Muster erkennen, Möglichkeiten sehen und gemeinsam handlungsfähig bleiben.

INFOBOX

Die Zukunftsgespürbrille kann man übrigens auch im CAS Education Futurist der PH Zürich anziehen. Weitere Informationen und nächste Infoveranstaltungen finden sich hier.

Mehr zum Thema gibt es im Podcast zum Hören mit Charlotte.

Und wer sich für das interne Angebot «Future Track» für eine starke Hochschuladministration interessiert, darf sich gerne per E-Mail bei Charlotte Axelsson melden.

Charlotte freut sich ausserdem über Rückmeldungen: Was ist deine Lieblings-App auf der du die Zukunft erahnst?

Zur Autorin

Hochschullehre im Kontext: Spielräume nutzen!

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Text von Franziska Zellweger und Markus Weil

Context matters – Warum Sie sich mit Bildungspolitik befassen sollten

Wer hat eigentlich festgelegt, dass Veranstaltungen im 90-Minutentakt stattfinden? Warum umfasst ein ECTS 25–30 Lernstunden? Wer definiert Prüfungsformate? «Hintergrundrauschen» könnte man sagen, wenn es um Kontextbedingungen der Lehre geht. Im konkreten Lehrsetting kaum verhandelbar. Doch wenn man genauer hinsieht, sind viele Bedingungen geprägt von Konventionen. Sie wirken selbstverständlich – sind es aber nicht. Nicht verwunderlich, wenn Studierende sich im Studienstart wie ein Pinguin in der Wüste fühlen oder diesen mit einer Mondlandung gleichsetzen, wie sie es im Projekt «Diversity in Engagement» formulierten.

KI-generierte Abbildung, erstellt mit Google Gemini (2026)

Dozierende können Bedingungen hinterfragen, bis zu einem gewissen Grad mitgestalten oder mindestens produktiv nutzen. Denn die Hochschullandschaft ist nicht einheitlich, zum Teil gar widersprüchlich – und sie verändert sich. Professionelle Lehrplanung heisst deshalb auch, diese Bedingungen und entsprechende Handlungsspielräume zu kennen. 

Machen Sie den Selbsttest – wie gut kennen Sie Ihren Kontext wirklich?

  • Können Sie drei Personen benennen, die in benachbarten Modulen oder Studiengängen Verantwortung tragen?
  • Haben Sie im letzten Jahr Studierende gefragt, wie sie den Aufbau ihres Studiums erleben – und was sie als grössten Lerngewinn sehen?
  • Kennen Sie zentrale Dokumente zu Finanzierung, Akkreditierung oder politischen Vorgaben Ihrer Hochschule?
  • Können Sie in einer Minute auf den Punkt bringen, was Ihre Lehre auszeichnet – auch gegenüber jemandem aus der Bildungspolitik?
  • Können Sie die wichtigsten Punkte der Hochschulstrategie kurz zusammenfassen?
  • Wissen Sie, wer tatsächlich entscheidet, was in der Lehre angeboten wird?

Wenn Sie alle Fragen mit «Ja» beantworten können, ist die weitere Lektüre vermutlich unnötig.  

Für alle anderen: Wir laden Sie ein, Ihr Wirken als Dozent:in als Bewegung in einem Mehrebenensystems zu verstehen und ihre Hochschule in einem Orientierungslauf neu zu erkunden.

Orientierung auf drei Ebenen – Stellen Sie Fragen! 

Wir diskutieren drei Ebenen ausführlich in einem Buchbeitrag mit dem Titel «Kontexte, Ressourcen, Spielräume: Orientierung in einer sich wandelnden Hochschullandschaft» (siehe Infobox am Ende des Beitrages):

  • Direkte Kontextbedingungen nehmen auf der Ebene Modul und Studiengang auf das Lehrangebot der Dozierenden und die Nutzung und die Wirkung bei den Lernenden Einfluss. Es ist von Bedeutung, die zentralen Akteure im Studiengang zu kennen.
  • Indirekte Kontextbedingungen wirken als grössere gesellschaftliche Entwicklungen sowie politische und institutionelle Steuerungsversuche auf das Lehren und Lernen an der Hochschule ein. Welche gesellschaftlichen Trends beeinflussen die Entwicklung der Hochschulen? Wie setzt die Bildungspolitik rechtliche und finanzielle Rahmenbedingungen?
  • Dazwischen erfolgt auf Ebene der Hochschule als Organisation eine wichtige Übersetzung beispielsweise durch Studiengangsleitende, Qualitätsverantwortliche und weitere Personen, die gestaltend auf die Arbeit von Dozierenden einwirken.
Mehrebenenmodell mit Kontextbedingungen für Lehrende (eigene Darstellung, in Anlehnung an Fend 2008; Schrader 2011; Weil 2023)

Wie sich diese Ebenen konkret im Alltag zeigen, wird besonders deutlich im Gespräch mit Joshua Weidlich, Brückenprofessor zwischen Universität Zürich und PH Zürich.

Zwei Institutionen, unterschiedliche Logiken, viele Erwartungen 

Als Brückenprofessor zwischen zwei Hochschulen ist Joshua Weidlich vielfältigen und zum Teil widersprüchlichen Einflüssen ausgesetzt. Im Gespräch berichtet er, wie er sich in diesem Geflecht an Bedingungen und Erwartungen orientiert, warum Gespräche oft der wichtigste erste Schritt sind und wie Fragen zu den drei Ebenen ein zielführendes Ankommen in einem neuen Hochschulumfeld unterstützen können.

Josh stellt sich gleich selber vor:

Der Spagat zwischen zwei Hochschulen:

Warum viele Gespräche keine Zeitverschwendung sind:

Arrivierte und Newcomer sind gleichermassen interessant:

Die Suche nach Impact:

Warum es sich lohnt, unseren Text zu lesen:

Buchprojekt «Handlungsfelder der Hochschuldidaktik»

Die Erfahrungen von Joshua Weidlich zeigen exemplarisch: Orientierung in der Hochschullehre entsteht nicht nebenbei – sie ist Teil professionellen Handelns. Genau hier setzt auch das Buchprojekt an in der Reihe Forum Hochschuldidaktik und Erwachsenenbildung und bündelt Perspektiven auf zeitgemässe Hochschullehre entlang von drei zentralen Handlungsfeldern: 

  • Beziehungen bewusst gestalten 
  • Lehrveranstaltungen professionell planen 
  • sich im wandelnden Hochschulsystem orientieren 
Zürcher Rahmenmodell für wirksame Hochschullehre

Unser Beitrag verortet sich im dritten Feld, Orientierung, und fragt, wie Dozierende ihre Kontexte verstehen, Ressourcen erkennen und Spielräume nutzen können. Das Buch «Handlungsfelder der Hochschuldidaktik: Beziehung aufbauen, Lehre gestalten, Orientierung ermöglichen» erscheint im Oktober 2026 (siehe Infobox). Auch Joshua Weidlich ist als Autor beteiligt und widmet sich gemeinsam mit Mònica Feixas dem Thema Feedback. Zum Abschluss hier Josh’s Lektüreempfehlung:

INFOBOX

Band 14 der Buchreihe Forum Hochschuldidaktik und Erwachsenenbildung,
«Handlungsfelder der Hochschuldidaktik: Beziehung aufbauen, Lehre gestalten, Orientierung ermöglichen»
, Hrsg. Tobias Zimmermann, Mònica Feixas und Petra Weiss, erscheint im Oktober 2026 bei hep.

Save-the-date: Am 19. März 2027 wird eine Kurztagung zum Thema stattfinden.


Wenn Sie über das Erscheinen des Buches oder des Tagungsprogramms informiert werden möchten, können Sie uns dies hier mitteilen.

Zu den Autor:innen

Franziska Zellweger ist Professorin für Hochschuldidaktik am Zentrum für Hochschuldidaktik und -entwicklung der PH Zürich

Im Falle des Kupfers

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Text: Marcial Koch

Wie ein nicht menschlicher Akteur Digitalität begründete

Alles begann, als vor ein paar Jahren eine Rolle Kupferdraht auf meinem Schreibtisch vergessen wurde. Ich bemerkte, dass ein ähnlicher Kupferdraht auf der Rückseite von Lautsprechern aufgewickelt war. Ohne weiter darüber nachzudenken, begann ich, den rohen Kupferdraht aufzuwickeln, bis eine Spule mit etwa dreissig Windungen entstand. Nachdem ich beide Enden der Spule an den linken/rechten Ausgang eines Audio-Verstärkers anschloss, hörte ich ein leises Brummen aus der Spule. Ich brachte einen Magneten näher an die Spule heran, bis ich die Musik durch den Magneten an meinen Fingerspitzen vibrieren spürte. Als ich den Magneten an ein hohles Gefäss befestigte, entstand ein Resonanzkörper, der den Klang durch die Luft klar hörbar machte. So baute ich versehentlich meinen ersten ineffizienten Lautsprecher.

Was in diesem Moment besonders faszinierte, war die Interaktion zwischen dem Material Kupfer, dem Menschen und der Elektrizität. Durch das Zusammenspiel dieser drei Entitäten wurde das Material durch Bewegung und Klang zu einem sicht- und hörbaren Vermittler. Der Kupferdraht zog die Aufmerksamkeit auf sich und regte zur Interaktion an, damit er sich weiter entfalten konnte. Im nächsten Schritt verbündete er sich mit der Elektrizität und beeinflusste schlussendlich weitere Materialien um ihn herum, die Atmosphäre und andere Personen im Raum.
In der gegenwärtigen Weltanschauung wird nicht lebende Materie als passiv und träge angesehen, während Lebewesen, insbesondere der Mensch, als aktive Agenten der materiellen Welt betrachtet werden. Zeitgenössische Forscher:innen wie Jane Bennett, Bruno Latour, Donna Haraway und weitere stellen dieses anthropozentrische Paradigma in Frage, indem es der nicht-lebenden Materie eine Agency – Handlungsfähigkeit – zuspricht.

Vom Mineral zum Material

Die Entdeckung des Kupfers geht auf prähistorische Zeiten zurück, als Mineralien wie Malachit in der glühenden Asche zurückblieben und sich plötzlich in ein rötlich glänzendes Stück Metall verwandelten. Bei dem grünlichen Mineral handelt es sich um Kupfercarbonat-Hydroxid, das unter dem Einfluss von Hitze alle anderen Bestandteile auflöst, bis nur noch reines Kupfer übrigbleibt. Der Werkstoffingenieur Mark Miodownik beschreibt diese Offenbarung für die Menschen der Antike als «mysterious stuff that had an inner life» (Miodownik, 2014). Tatsächlich liegt der Ursprung alles metallurgischen Wissens in dieser ersten Begegnung zwischen Kupfer und dem Menschen um 5000 bis 3000 v. Chr. Die Tatsache, dass der Schmelzpunkt von Kupfer bei 1084°C liegt, hat die heutige anthropologische Geschichte erst in Gang gesetzt. Denn diese Temperatur ist etwa die Obergrenze dessen, was ein normales Lagerfeuer erreichen kann. Wäre der Schmelzpunkt nur 150°C höher, hätte die Kupferzeit möglicherweise nicht so stattgefunden, was höchstwahrscheinlich zu einer anderen Realität geführt hätte, als wir sie heute kennen.

Malachit aus der Mine in Tsumeb, Namibia, gefunden auf einem Flohmarkt in Rapperswil, Schweiz

Vom Material zum Objekt

Im September 1991 wurde mit dem kupfersteinzeitlichen Fund in den Ötztaler Alpen, die älteste erhaltene Kupferaxt entdeckt. Die Axt ermöglichte es Ötzi, seine Interaktionen mit der Welt zu erweitern. Gleichzeitig offenbarten sich dadurch auch Unmöglichkeiten, die in den physikalischen Eigenschaften des Kupfers selbst begründet lagen. Während die Axt zum Beispiel effiziente Holzbearbeitung ermöglicht, macht die weiche Beschaffenheit von Kupfer sie ungeeignet für anspruchsvollere Aufgaben, die während der Benutzung erst wünschenswert geworden wären. Als Designer erinnert mich das an die Affordanz – den Aufforderungscharakter eines Objektes – der aus unterschiedlichen Faktoren wie Materialität, Form und der Bedeutung des Gegenstandes resultiert. Dies zieht sich bis in die Moderne, denn jedes Objekt fordert zu Interaktionen auf, auch ohne die genaue Anwendung zu kennen (Norman, 2013) . Auch digitale Werkzeuge werden mittels Methoden aus dem User Experience Design (UX Design) so gestaltet, dass der Aufforderungscharakter möglichst mit der Intuition der Benutzer:innen übereinstimmt. Das Spielentwicklungs-Duo Playables aus Zürich zeigt am Beispiel ihres Experiments Coin, dass die intuitivsten digitalen Eingaben oft einen analogen Bezug aufweisen.

Ötzi’s Kupferaxt als Vorgänger von heutigen digitalen Werkzeugen. Gefunden Mitte 1991 (datiert auf 3300 v. Chr.). Similaun-Gletscher, Tiroler Ötztaler Alpen. Foto: Südtiroler Archäologiemuseum/Harald Wisthaler 

Vom Objekt zur Digitalität

Ein entscheidender Wendepunkt ereignete sich im Mai 1825, als der britische Erfinder William Sturgeon eines seiner elektrischen Instrumente im Journal of the Royal Society of Arts veröffentlichte. Mit einer einfachen Anordnung aus einem Kupferdraht und einem Stück Eisen schuf Sturgeon den ersten Elektromagneten. Dieser Durchbruch war nicht das Ergebnis institutioneller Forschung, sondern vielmehr das Werk eines autodidaktischen Enthusiasten, der praktische Experimente durchführte – eine Geschichte, die an meine eigene am Anfang dieses Blogbeitrages erinnert. Der Elektromagnet bildet die Basis für grundlegende elektrische Erfindungen wie den Elektromotor, den Transformator, das Telefon und den Computer. Durch den geringen elektrischen Widerstand, die hohe Formbarkeit und die damalige weite Verbreitung, diente Kupfer nicht nur als passiver Stromleiter, sondern trug aktiv zum menschlichen Fortschritt bei der elektrischen Innovation bei. Genauer betrachtet folgt die Elektrizität nicht immer festen Bahnen, sondern reagiert dynamisch auf die Körper, auf die sie trifft, und passt ihren Verlauf an. Zu sehen sind diese überraschenden performativen Aspekte beispielsweise in Nam June Paiks Arbeit Nixon. Ein elektromagnetisches Feld, das allein durch eine Kupferspule erzeugt wird, verzerrt Nixons Bild auf dem Bildschirm des Kathodenstrahlröhren-Fernseher. Diese nicht voraussehbaren Effekte sind überall anzutreffen. Kupfer beeinflusst, wie wir Menschen in der modernen Welt sehen, hören, fühlen und uns bewegen. Von prähistorischen Äxten bis hin zur KI hat dieses Element den Verlauf der Menschheitsgeschichte nicht nur begleitet, sondern aktiv herbeigeführt. Am Ende ist Digitalität im Grunde also doch mehr Material als digital.

Die Transformation von Kupfer vom Mineral bis zur Digitalität.
Arbeit von Marcial Koch, Bild von Camilla Fivian
INFOBOX

Noch dieses Jahr wird zu dem Thema eine Lecture/Material-Performance stattfinden. Datum und Ort sind noch nicht bekannt. Bei Interesse gerne direkt bei Marcial Koch anfragen: marcial.koch@phzh.ch. Plätze sind beschränkt.

Weitere Informationen

- The Performativity of Matter: Zoe Laughlin at TEDxBrussels
- Materialarchiv Schweiz
- Technikwelt Solothurn

Und hier noch ein tolles Beispiel, wie sich ein digitales Lernszenarion erst recht mit der analogen Welt entfaltet: Lernmodul für Synthesizer

Zum Autor

Marcial Koch ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Zentrum Digital Learning der PH Zürich.

Zehn Wochen, die verändern

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Text von René Schneebeli

Basierend auf aktuellen Studienergebnissen werfen wir einen Blick auf die transformative Kraft der Intensivweiterbildung der Sekundarstufe II. So viel vorneweg: Die IWB wirkt tiefer als man denkt und anders als man erwartet.

Keine gewöhnliche Weiterbildung

Die Intensivweiterbildung (IWB) ist ein Sonderfall im Zürcher Bildungswesen. Nach zwölf unbefristeten Dienstjahren erhalten Lehrpersonen an Berufsfachschulen das Recht auf eine zehnwöchige Freistellung vom Unterricht; bezahlt, mit Stellvertretung und auf Wunsch begleitet durch die PH Zürich. Was sie in dieser Zeit tun, bestimmen sie weitgehend selbst. Das klingt nach Sabbatical. Ist es aber nicht: Die gesetzliche Regelung verlangt ein Projekt, eine Standortbestimmung und ein Ziel, das auch der Schule dient. Genau diese Mischung aus Freiheit und Verbindlichkeit, so zeigt eine aktuelle Forschungsarbeit des Autors, macht den Unterschied.

Vom Argwohn zur Erkenntnis

Für die Studie «Was verändert die Intensivweiterbildung?» wurden elf Absolvent:innen aus verschiedenen Jahrgängen interviewt. Die Ergebnisse sind bemerkenswert. Manche berichten, dass sie anfangs nicht wussten, was sie mit der geschenkten Zeit anfangen sollten. Andere geben zu, dem Begleitprogramm zunächst keinen Mehrwert zugestanden oder es für esoterisch gehalten zu haben. Und wieder andere sagen, dass die positiven Effekte verblassen können, wenn das schulische Umfeld den Rückkehrenden keinen Raum für Veränderung lässt.

Das Begleitprogramm zur IWB: Mehrwert oder nicht?

Was sich wirklich verändert

Und trotzdem – oder gerade deswegen: Die IWB wirkt. Nicht primär auf der Ebene neuer Unterrichtsmethoden oder fachlicher Zertifikate, obwohl das natürlich vorkommt. Sondern dort, wo Weiterbildung selten hinreicht: bei der Persönlichkeit. Gelassenheit, Geduld, Resilienz und eine geklärte Perspektive; das sind die Stichworte, die in den Interviews immer wieder auftauchen. Acht von elf Befragten berichten von langfristigen Gesundheitsvorteilen. Eine Lehrperson bringt es auf den Punkt: Die IWB sei «letztlich auch eine Burnout-Prophylaxe».

Ausgewertet nach dem Evaluationsmodell von Kirkpatrick auf den vier Ebenen Reaktion, Lernen, Verhalten und Resultate, zeigt sich ein differenziertes Bild. Die Zufriedenheit ist durchweg hoch: Neun von elf Befragten bezeichnen die IWB als «Geschenk» oder «Privileg». Auf der Ebene des Gelernten liegt der stärkste Effekt nicht beim Fachwissen, sondern bei der Persönlichkeitsentwicklung und der Klärung beruflicher Perspektiven. Manche haben in der IWB ihre Sinnfrage geklärt und dem Beruf eine neue Bedeutung gegeben. Andere haben den Rollenwechsel von der Schulleitung zurück ins Klassenzimmer erfolgreich bewältigt. Eine Lehrperson erschloss sich durch eine Weiterbildung in positiver Psychologie neue Strategien, um mit der anhaltenden Belastung durch Schulreformen umzugehen. Wieder andere haben aus ihrer verbleibenden Berufszeit statt einer vermeintlichen Durchhalteübung eine lustvolle Gestaltungsaufgabe gemacht. Wie kreativ die Projekte sein können, zeigt das Beispiel zweier Berufskundelehrer für Köch:innen: Sie besuchten einen Molkereikurs und halfen danach sechs Wochen lang auf einer Kuhalp bei der Milchverarbeitung mit. Auf der anschliessenden Biketour reflektierten sie, was sie erlebt hatten. Erfahren Sie mehr darüber im folgenden Film zur IWB:

Film zur IWB

Besonders aufschlussreich ist der Befund zur Selbstbestimmung: Die Teilnehmenden schätzen die Freiheit, ihr Projekt selbst zu definieren – aber fast ebenso sehr die Abwesenheit von Fremdbestimmung. Es ist nicht nur das Tun-Dürfen, das befreit, sondern auch das Nicht-Müssen. Dabei passiert etwas Paradoxes: Gerade jene, die anfangs mit der Autonomie haderten, entwickelten später die höchste Zielbindung.

Das unsichtbare Wirken

Auf der Verhaltensebene zeigen sich kurzfristig neue Methoden im Unterricht und mehr Geduld im Umgang mit Lernenden. Langfristig sind die Veränderungen subtiler: eine gesteigerte Selbstreflexion, mehr innere Ruhe, ein verändertes Selbstverständnis. Und genau hier liegt das Paradox der IWB: Ihre wertvollsten Wirkungen sind die am schwersten sichtbaren. Eine Lehrperson beschreibt es sinngemäss so: Die IWB mache mit einem ganz viel, aber das meiste davon werde nirgends sichtbar. Sie sei vielleicht die teuerste Ausbildung, bringe enorm viel, sei aber sehr schwer zu begründen. Gerade weil die Veränderungen tief in der Persönlichkeit ansetzen, entziehen sie sich klassischen Kennzahlen.

Nicht Sabbatical, sondern Entwicklungsimpuls

Bereits 2015 hatte der Autor untersucht, warum Anspruchsberechtigte die IWB nicht in Anspruch nehmen. Die Antwort damals: weil der richtige Zeitpunkt noch nicht gekommen scheint, wegen familiärer Verpflichtungen oder schlicht, weil ein Drittel der Berechtigten gar nicht weiss, dass es die IWB gibt. Die neue Studie liefert nun die Antwort: Was bringt die IWB denen, die sich darauf einlassen? Offenbar eine ganze Menge, aber oft anders, als man vorher plant.

Was die IWB von einem reinen Sabbatical unterscheidet, ist das Begleitprogramm der PH Zürich. Es erstreckt sich über achtzehn Monate von der Standortbestimmung über die Projekttage bis zu den Transfertagen nach der Rückkehr. Es gibt der Erfahrung einen reflexiven Rahmen. Die Forschung zeigt, dass eine blosse Freistellung kaum nachhaltig wirkt: Erholungseffekte verpuffen, weil sich weder das Bewältigungsverhalten noch die Arbeitsumstände verändern. Erst die systematische Reflexion macht aus einer Auszeit einen Entwicklungsimpuls. Die Studie bestätigt das: Teilnehmende, die sich auf die biografische Arbeit einliessen, berichteten von den tiefgreifendsten Veränderungen.

Ein weiterer Befund verdient Beachtung: Die IWB fällt oft in eine vulnerable Phase der Berufsbiografie. Nach einem Jahrzehnt im Schuldienst, das nicht selten mit Ermüdungserscheinungen einhergeht und in die entwicklungspsychologisch sensible Lebensmitte fällt, stellen sich Sinnfragen. Die Erkenntnis, dass mehr Berufsjahre hinter einem liegen als vor einem, verändert die Perspektive. Eine Lehrperson sprach vom «Aufbruch zum Ende». Die IWB bietet in dieser Übergangsphase einen geschützten Raum, um Bilanz zu ziehen und neue Ziele zu formulieren – ein Zeitfenster, das viele als entscheidend für ihren weiteren Berufsweg beschreiben.

Die IWB gibt Raum, um Bilanz zu ziehen und neue Ziele zu formulieren.

Mehr als ein individuelles Privileg

Diese Vielschichtigkeit positioniert die IWB als wirksames Instrument an der Schnittstelle dreier Handlungsfelder: Sie fördert die Professionsentwicklung, indem die Teilnehmenden ihre berufliche Identität reflektieren und ihr Selbstverständnis als Lehrperson klären. Sie wirkt als Gesundheitsprävention, indem sie Burnout vorbeugt und Resilienz fördert – und sie ist ein Instrument der Personalentwicklung: Dankbarkeit und Verbundenheit mit dem Arbeitgeber nehmen deutlich zu, Rückkehrende berichten, sich stärker eingebunden zu fühlen.

Allerdings entfaltet die IWB ihre volle Wirkung erst, wenn die Rückkehr bewusst gestaltet wird. Wo Schulleitungen und Kollegien den Rückkehrenden Raum geben, multipliziert sich der Nutzen: Neue Impulse fliessen ins Team, frische Methoden werden erprobt, und die Reflexionskultur erhält Impulse. Wer die IWB nur als individuelles Privileg betrachtet, greift zu kurz. Sie ist eine notwendige Investition in die Zukunftsfähigkeit pädagogischer Professionalität. Die Schulen wären gut beraten, sie aktiver und systematischer für ihre Personalentwicklung einzusetzen.

Die IWB ist keine gewöhnliche Weiterbildung und gerade deshalb wirksam. Sie entfaltet ihre Kraft wegen der Freiheit, die sie gewährt. Und sie ist dann am nachhaltigsten, wenn Teilnehmende den Mut aufbringen, sich auf einen Prozess einzulassen, dessen Ausgang sie noch nicht kennen. Wie würden Sie Ihre zehn Wochen nutzen?

INFOBOX

Die Intensivweiterbildung richtet sich an Lehrpersonen der Zürcher Berufsfachschulen mit mindestens zwölf Dienstjahren. Informationen zum Angebot und zum Begleitprogramm der PH Zürich finden sich auf phzh.ch/iwb.

Zum Autor

René Schneebeli ist Dozent im Zentrum Berufs- und Erwachsenenbildung der PH Zürich und Verantwortlicher für die IWB Sek II.

Future Skills: Mehr als nur ein Hype? Ein Kompass für die Schweizer Bildungslandschaft

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Text: Tobias Zimmermann und Daniel Degen

Vielleicht kennen Sie das Gefühl aus Ihrem Dozierenden-Alltag: Die Studierenden beherrschen die Theorien, bestehen die Prüfungen mit Bravour – und stehen dennoch ratlos da, wenn ein Projekt in der Praxis plötzlich «völlig anders» verläuft als geplant. Das Wissen ist da, aber die Handlungsfähigkeit fehlt. Oder umgekehrt: Die Studierenden kommen mit viel Praxiserfahrung in den Unterricht, können aber nicht erläutern, warum sie wie handeln. Am Ergebnis ändert sich nichts: In beiden Fällen sind die Studierenden bei sich verändernden Praxisfällen plötzlich überfordert.

In der Schweizer Bildungsdiskussion geistert seit einiger Zeit ein Begriff umher, der genau diese Lücke schliessen will: Future Skills. Doch was verbirgt sich dahinter? Ist es der nächste bildungspolitische «Hype» oder der notwendige Kern einer neuen Lernkultur?

Future Skills: Ein bildungspolitischer Hype oder notwendiger Kern einer neuen Lernkultur? (Bildquelle: Adobe Stock)

Zwischen Hype und Handlungsnotwendigkeit

Kritiker mahnen oft, der Begriff sei alter Wein in neuen Schläuchen. Tatsächlich erinnert die Debatte an den Diskurs um die «Schlüsselkompetenzen» der 1990er Jahre. Doch hier ist Vorsicht geboten: Wie der Bildungsforscher Franz E. Weinert bereits hinreichend belegte, gibt es keine «inhaltleeren» Kompetenzen. Kompetenz ohne Fachwissen ist wie «Stricken ohne Wolle» (Schiefner & Weil 2010).

Der relevante Kern von Future Skills liegt daher nicht in der Ersetzung von fachbezogenem Wissen und Können. Vielmehr geht es um die Disposition, solches Wissen und Können in unvorhersehbaren Situationen verantwortungsvoll anzuwenden. Mit anderen Worten: Es geht um die Fähigkeit, in ungewissen Situationen nicht nur zu reagieren, sondern solche aktiv und fundiert gestalten zu können (OECD 2018).

Was treibt uns an? Die Ergebnisse einer Umfrage

Eine informelle Umfrage gibt Hinweise, wo Lehrende der Tertiärstufe den grössten Entwicklungsbedarf sehen. 26 Personen beantworteten unsere Online-Umfrage (Mehrfachnennungen möglich). Aus einer Auswahl von sechs gesellschaftlichen oder technologischen Trends halten sie die folgenden beiden für die stärksten Treiber, die eine Anpassung der Bildungsziele an Hochschulen und in der Höheren Berufsbildung nötig machen (je 18 Nennungen):

  • Demokratische Resilienz: Die Befähigung, komplexe gesellschaftliche Debatten mitzugestalten.
  • Generative KI und Automatisierung: Die Ablösung kognitiver Routineaufgaben.

Auch psychische Resilienz wurde mit 14 Nennungen als wichtig eingeschätzt, während Klimakrise (11), globale Vernetzung (9) und demografischer Wandel (5) von weniger als der Hälfte der Teilnehmenden gewählt wurden.

Diese Ergebnisse spiegeln wider, dass Future Skills keine rein technologische Antwort auf das Silicon Valley sind. Es geht um Societal Agency – die Fähigkeit, den gesellschaftlichen Wandel verantwortungsvoll mitzugestalten (Ehlers 2026, siehe Infobox).

Die drei Säulen der Handlungsfähigkeit

Mit Ehlers (2026) lassen sich diese Anforderungen in drei Kompetenzfeldern bündeln (vgl. das NextSkills-Forschungsprogramm):

  • Subjektentwicklung: Wer andere führen will, muss sich selbst führen können. Selbstwirksamkeit und Ambiguitätstoleranz (das Aushalten von Widersprüchen) sind hier das Fundament.
  • Objektbezogene Gestaltung: Hier geht es um Kreativität, Systemkompetenz und digitale Gestaltungskraft. Nicht nur Fragen beantworten, sondern die richtigen Fragen stellen.
  • Organisationsbezogene Navigation: In einer vernetzten Welt ist niemand mehr allein kompetent. Kooperation und «Sensemaking» (Sinnstiftung) sind die Brücken zur kollektiven Wirksamkeit.

Damit umfassen Future Skills wesentliche Elemente von personalen, sozialen und methodischen Kompetenzdimensionen. Der Aufbau von fachlichen und überfachlichen Kompetenzen gelingt nur dann, wenn wir verstehen, dass Lernen einen aktiven, individuellen Konstruktionsprozess der Lernenden voraussetzt (Schunk 2020). In anderen Worten: Dozierende können Lernprozesse anstossen und begleiten, das Lernen bleibt aber Sache der Lernenden.

Herausforderungen für die Praxis: Stofflogik vs. Wirkungslogik

Einige Wortantworten in unserer Umfrage kritisieren, es würden immer noch viele Lehrende zu sehr vom Lehren ausgehen und am Stoff, an den Inhalten, hängen. Future Skills würden deshalb oft als «Add-on» betrachtet, statt sie ins Zentrum des Lernens zu integrieren. Das Beharrungsvermögen einzelner Dozierender ist gewiss eine von verschiedenen Hürden für die breite Implementierung von Future Skills.

Das Problem ist jedoch systemisch: Solange immer noch viele Leistungsnachweise primär die Reproduktion von Wissen belohnen und die Bildungsinstitutionen den Transfer zwischen Wissen und Können nicht einfordern, fördern sie keine echte Handlungsfähigkeit in Breite und Tiefe. Wir brauchen deshalb eine Wende von der Stofflogik (Was müssen wir alles durchnehmen?) zur Wirkungslogik: Zu welcher Veränderung der Urteils- und Handlungskompetenz führt diese Einheit?

Für die Schweizer Bildungsinstitutionen bedeutet dies konkret:

  • Tertiär B (Höhere Berufsbildung): Die enge Verzahnung von Theorie und Praxis, wie sie im Schweizerischen Berufsbildungsgesetz verankert ist, bietet eine ideale Startrampe. Hier können Realsituationen direkt als Lernarchitektur genutzt werden. Curricula müssen der tatsächlichen Verbindung von handlungsleitendem Wissen mit praktischen Anwendungen aber stärker gerecht werden und zwischen Kompetenz, Lernaktivität und Beurteilung eine didaktische Kohärenz sicherstellen.
  • Tertiär A (Hochschulen): Der 1995 von Barr & Tagg geforderte «Shift from Teaching to Learning» wurde im Rahmen der Bologna-Reform vielerorts durch operationalisierte Lernziele umgesetzt. Um Lernaktivitäten, Beurteilungsformate und tatsächliche Urteils- und Handlungskompetenz zu verbinden, sollten sich die Hochschul-Curricula noch stärker zu vernetzten Lernökologien entwickeln. Solche sind mehr als ein Puzzle aus einzelnen Modulen; Ziel wären Lernprozesse, in denen auch Scheitern und Neuanfangen als wichtige Bestandteile nachhaltigen Lernens verstanden werden.
Leistungsnachweise: Idealerweise ein Transfer zwischen Wissen und Können. (Bildquelle: Adobe Stock)

Fazit: Future Skills Literacy als neues «Betriebssystem»

Eine Antwort zu unserer Umfrage lautet: «Wir sollten nicht von Future Skills sprechen, denn wir brauchen sie auch in der Gegenwart.» Wie aber setzen wir Future Skills konkret und zeitnah um?

Mit Gesetzen, Regulatorien und Lehrplänen/Curricula ist es noch nicht getan. Für eine breite Umsetzung von Future Skills ist gemäss Ehlers (2026) eine Future Skills Literacy der Lehrenden erforderlich: die Kompetenz also, Lernarchitekturen zu entwerfen, in welchen die oben genannten drei Säulen der künftigen Handlungsfähigkeit erworben werden können.

Die Höhere Berufsbildung und die Hochschulen stehen vor ähnlichen Fragen und können gegenseitig voneinander, aber auch von den Umsetzungen aus der beruflichen Grundbildung auf Stufe Sek II lernen (Berufsfachschulen oder aktuelle WEGM-Reform an den Gymnasien). Aus dieser Perspektive liegt hier eine grosse Chance: Die akademische Stärke von Hochschulen trifft auf die Praxisnähe der Höheren Berufsbildung. Future Skills können so zu einem gemeinsamen Bindeglied werden. Dies erfordert Austausch, didaktische Entwicklung und Kooperation zwischen den beiden Bildungsbereichen.

Mit der Lancierung einer neuen Veranstaltungsreihe übernimmt die PH Zürich Verantwortung und stärkt den Dialog zwischen Tertiär A und B – siehe Infobox.

INFOBOX

Netzwerkanlass «Future Skills konkret – Dialog tertiäre Bildung», 21. Mai 2026, PH Zürich

Im Gespräch mit Gästen machen wir das Konzept an konkreten Beispielen greifbar. Das dialogische Format mit anschliessendem Apéro ermöglicht vielseitigen Austausch.

Literaturempfehlungen

Der Beitrag von Dagmar Bach und Franziska Zellweger erläutert Curriculumsentwicklung aus einer kompetenzorientierten Perspektive, bezogen auf professionsorientierte Bildungsgänge an Höheren Fachschulen und Fachhochschulen:
Dagmar Bach & Franzsika Zellweger, 2022: Entwicklung berufsorientierter Curricula. In Höhere Fachschulen in der Schweiz: Herausforderungen und Perspektiven.

Das Kapitel von Ulf-Daniel Ehlers zu Future Skills in der Hochschuldidaktik wird im Oktober 2026 erscheinen:
Ulf-Daniel Ehlers, 2026 (im Druck): Future Skills und Future Skills Literacy. Zur Gestaltung von Hochschullehre für Future Skills (Arbeitstitel). In Handlungsfelder der Hochschuldidaktik. Beziehung aufbauen, Lehre gestalten, Orientierung ermöglichen.

Zu den Autoren

Daniel Degen ist Leiter des Zentrums Berufs- und Erwachsenenbildung der PH Zürich.

Der Preis der kognitiven Entlastung beim digitalen Lesen von Aussagen aus der generativen KI

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Text von Maik Philipp

Trau, schau wem

45 Prozent. Das ist der Anteil von Antworten aus Anwendungen der generativen Künstlichen Intelligenz (genKI), die laut einer Studie verschiedener Rundfunkanstalten im Jahr 2025 in mindestens einer Hinsicht problematisch waren. Gefragt wurden ChatGPT, Copilot, Gemini und Perplexity Fragen wie «Kann Trump für eine dritte Amtszeit kandidieren?», «Wer ist der Papst?» oder «In wie vielen Ländern wird die FIFA-Weltmeisterschaft 2026 ausgetragen?». Die Antworten auf die Fragen waren in öffentlich-rechtlichen Rundfunkkanälen vorfindbar, und die Fragen entsprachen typischen Anfragen zum Zeitpunkt der Durchführung.

Vier von neun Antworten waren also mit mindestens einem Problem behaftet, welches die Aussage mindestens als falsch oder irreführend machte, wie die Überprüfungen jeder einzelnen der 2700 Antworten durch 270 Journalist:innen ergaben. Dabei erwies sich Gemini als besonders fehlerhaft (nämlich in Form von doppelt so hohen Fehlerquoten wie die anderen drei Apps), und die Probleme verteilten sich unterschiedlich stark auf verschiedene Bereiche. Über alle vier Apps hinweg

  • umfassten 31 Prozent der Antworten keine, ungenaue oder falsche Quellen,
  • waren 20 Prozent der Aussagen inhaltlich nicht ausreichend korrekt,
  • enthielten 14 Prozent der Antworten zu wenig kontextualisierende Informationen, als dass Laienpersonen die Antwort hätten ausreichend verstehen können.

Wie gesagt: Die Informationen auf Antworten waren öffentlich zugänglich in den jeweiligen Ländern, darunter der Schweiz. Wenn aber übliche Fragen zu tages- und weltpolitischen Vorfällen zu Antworten mit einer Ungenauigkeitsquote von über 40 Prozent führen, wie sehr sollten Personen Aussagen der genKI dann trauen? Bzw. anders gefragt: Was bedeutet das für die Anforderungen an die Lesefähigkeiten?

(Bildquelle: DeeVid AI, KI-generiert)

Fleissiges Helferlein oder kognitive Outsourcingoption?

Man könnte die obige Studie aus (hochschul)didaktischer Sicht abtun, es ginge ja nur um Alltagsinformationen. Das Phänomen, dass genKI Aussagen mit unklarem Geltungsanspruch – zusätzlich zum deregulierten Strom von Halbwahrheiten und Falschaussagen – die digitalen Lesegeräte flutet, ist längst zu einem Problem für den Erwerb von Informationen und Wissen geworden. Die Problemlagen sind vielfältig, was aber für Bildungsinstitutionen und Lernende verschiedener Stufen zunehmend zur Herausforderung wird: wenn Halluzinationen und Desinformationen allmählich anfangen, die Grundlagen des Wissens und Wissenserwerbs zu erodieren.

Dahinter steckt das Phänomen, anspruchsvolle – und somit auch anstrengende – kognitive Prozesse an eine Technologie als fleissiges Helferlein abzugeben, was als «kognitive Entlastung» bezeichnet und durchaus ambivalent beurteilt wird. Im Falle des Lernens bestehen allen Potenzialen der genKI zum Trotz starke Befürchtungen, dass Lernende die ursprünglich für einen Menschen vorgesehenen, kognitiv anspruchsvollen Aufgaben an einen potenter wirkenden Algorithmus delegieren, was zu einer Einbusse an tieferem Lernen und einem längerfristigen Deskilling führen kann.

Man kann angesichts dieser Entwicklung ableiten, dass wir an den Hochschulen und (Berufs-)Schulen eine Vergewisserung brauchen, welche Kompetenzen wir bei den Lernenden benötigen und entsprechend aufbauen wollen. Ich will aus der Perspektive des Lesens skizzieren, was der Preis des kompetenten Lesens mit genKI-Aussagen ist.

Handlungsoptionen: digitale Inforensik betreiben

Algorithmisch generierte Aussagen, die wie im Beispiel der obigen Studie, mit mehreren Problemen behaftet sein können, werden «epistemisch unsichere Informationen» genannt. Das sind Aussagen, deren Status als wahr oder unwahr, glaubwürdig oder unglaubwürdig, belegt oder unbelegt etc. nicht geklärt ist, sondern nach einer verifikatorischen Reaktion der lesenden Person verlangt. In aller Regel sind damit Recherchen und vor allem Beurteilungsfähigkeiten angesprochen, die einer digitalen Inforensik gleichen, indem Personen so lange nach Informationen über Aussagen und Quellen suchen, bis sie ausreichend sicher sind, dass sie diese Informationen verwenden können.

Dazu bedarf es hoher Wissensbestände, z. B. wie Wissen hergestellt wird und welche Quellen eigentlich warum vertrauenswürdig sind. Hinzu kommt, dass Leser:innen verstehen müssen, warum algorithmusausgespielte Inhalte ihr Verstehen mitbeeinflussen. Solche Fähigkeiten zu fördern, ist für das digitale Lesen (noch ohne genKI) bereits untersucht und für die Lesedidaktik aufbereitet worden. Dass solche Fähigkeiten geschult werden müssen, zeigen Forschungsüberblicke, nach denen adäquate Vorgehensweisen in der Regel nicht bei Lernenden verschiedener Altersgruppen im Repertoire vorhanden sind.

Wenn Inhalte der genKI allgegenwärtig sind und erst durch Leser:innen überprüft werden müssen, um dann verworfen, kritisiert, kontextualisiert oder auch für weitere Verwendungen akzeptiert werden zu können, dann können wir bestehende Ansätze nutzen und weiterentwickeln. Ein Beispiel hierfür ist das sogenannte «laterale Lesen», also ein seitwärts über parallel geöffnete Tabs realisiertes Lesen im Internet. Bei diesem Lesen spüren die Leser:innen vor allem quellenbezogenen Fragen nach, um zu entscheiden, ob sie überhaupt Aussagen in digitalen Dokumenten vertrauen sollen. Diese Form des Lesens zu schulen, wirkt sich positiv auf kritische Lesefähigkeiten aus.

Was es jetzt braucht, ist eine Infusion mit Belangen des Lesens, welches gezielt Eigenheiten wie die Texte, Bilder und Videos aus Apps der genKI aufgreift, um so Schüler:innen und Studierende zu einer gewissen epistemischen Wachsamkeit zu befähigen. Damit sie treffsicher eben nicht die 45 Prozent der Aussagen von genKI glauben, die sie angesichts der Schäden von Falschinformationen besser ignorieren sollten.

INFOBOX

Das Schreibzentrum der PH Zürich entwickelt derzeit Angebote, die auf die Erfordernisse des digitalen, hochschulischen Lesens und Schreibens angepasst sind. Aktuell werden Video-Tutorials erarbeitet, es gibt Workshopangebote für Studierende sowie CAS-Module. Auf Anfrage bietet das Schreibzentrum Weiterbildungsangebote für Berufsfachschulen, Gymnasien und Hochschulen zum digitalen Lesen an.

Hören Sie in der aktuellen Folge des Podcasts Resonanzraum Bildung der PH Zürich, welche Einblicke Maik Philipp zur Lesekompetenz als Schlüssel zur Bildung gibt.

Zum Autor

Maik Philipp ist Professor für Deutschdidaktik an der PH Zürich. Seine Schwerpunkte sind Lese- und Schreibförderung mit Fokus auf Evidenzbasierung.

Von der Idee zur eigenen Stimme: Literarisches Schreiben im Schreibzentrum der PH Zürich

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Text von Daniel Ammann und Erik Altorfer

Ein Mensch, der sich mittels Sprache in der Welt bewegt und sich mit dieser auseinandersetzt – davon bin ich überzeugt –, kann sich alles Weitere aneignen, das er zum Leben braucht. Die Förderung der eigenen Fähigkeit und Volition, sich zu artikulieren, stelle ich daher […] ins Zentrum meiner Lehre. Und das kreative Schreiben sehe ich als den eigentlichen Schlüssel dazu.

Peter Kaiser, vgl. Altorfer u. Miziane 2022

Seit Frühjahr 2023 bietet das Schreibzentrum extern vermehrt Module und Weiterbildungen zum literarischen Schreiben an. Das kreative Schreiben in gleichem Masse wie das wissenschaftliche Schreiben zu fördern und zu begleiten – diese Kultur hat sich das Schreibzentrum schon seit seiner Entstehung vor 22 Jahren auf die Fahne geschrieben.

So erhalten Studierende und Weiterbildungsteilnehmende in Kursen, Workshops und Schreibberatungen neben Coachings zu Leistungsnachweisen oder Fachtexten auch Unterstützung beim Verfassen von fiktionalen, essayistischen oder journalistischen Textsorten. Feste Programmpunkte sind seit den ersten Erzählnächten (ab 2010) die jährlichen «PH Goes Poetry»-Schreibwettbewerbe und Poetry-Slams (ab 2017) im Kafi Schnauz. Die besten Texte wurden bis 2022 in individuell gestalteten Booklets publiziert.

«The Sea Between Us» – Schreibwettbewerb.
Koproduktion mit ISEAHZ – University of Tunis, 2020

Edition Schreibzentrum

Dank einer Kooperation mit der ZHdK und deren Studierenden im MA Visual Communication startet nun eine neue Online-Publikationsplattform. Unter edition-schreibzentrum.ch werden in einem ersten Schritt die Wettbewerbstexte des Formats PH Goes Poetry präsentiert.

Später werden hier weitere literarische Texte von Studierenden und Weiterbildungsteilnehmenden einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich gemacht: Kurzprosa, Kolumnen, Essays, Gedichte, Romanauszüge.

Wenn wir von Lernenden verlangen, sich in der Welt nicht nur zu orientieren und diese zu erschliessen, sondern auch darin zu handeln, so bedeutet dieses Handeln etwa im politischen Kontext oft ein sprachliches Tun. Kreative Schreibformen können hier Ausgangspunkt sein zur Bildung einer eigenen Meinung, aber auch zu deren Artikulation in einer dafür geeigneten, ausgesuchten Textform.

Peter Kaiser, vgl. Altorfer u. Miziane 2022

Schreiben ist eine basale Fähigkeit, die als Denkwerkzeug, als Mittel zum kreativen Ausdruck und beim Entwickeln der eigenen Stimme eine zentrale Rolle spielt. Schreiben ist mehr als die Niederschrift fertiger Gedanken, vielmehr dient es als Motor, um über einen längeren Prozess spezifischen Fragen nachzugehen, neue Perspektiven zu erkunden und individuelle Lösungen zu entwickeln. Wie Strategien und Prozesse des literarischen Schreibens für wissenschaftliches Schreiben fruchtbar gemacht werden und dass Methoden des Storytellings und stilistische Präzision auch in Sachtexten unabdingbar sind, haben wir in der Publikation Wissenschaftlich erzählen – literarisch überzeugen untersucht (Ammann, Altorfer, Bürki u. Rickert 2023.

Den Stil entwickeln

In unseren Angeboten nutzen wir vielfältige Zugänge zum kreativen Schreiben und gehen dabei über Schreibimpulse, Fingerübungen oder lustvolles Freewriting hinaus. Ziel ist es, die entstehenden Texte und Entwürfe systematisch weiterzuentwickeln und die individuellen Coachings durch Modulleitende und Feedbacks anderer Kursteilnehmenden in die Überarbeitung einfliessen zu lassen.

Hierbei verfolgen wir unterschiedliche Ansätze. In einem Weiterbildungskurs mit dem Titel «Vom literarischen Vorbild zum eigenen Text» ging es beispielsweise darum, Texte intuitiv und spontan oder nach sorgfältiger Lektüre und Analyse bewusst zu imitieren und weiterzuführen. Die Schreiber:innen durften stilistische Eigenheiten aufgreifen, Textroutinen wiederholen und handwerkliche Techniken «anprobieren» oder übertreiben, um im Prozess den eigenen Ton zu entdecken.

In einem Modul zum autobiografischen Schreiben wiederum arbeiteten die Teilnehmenden mit eigenen Erinnerungen. Sie lernten methodische Zugänge und Aspekte des Storytelling kennen, um Lebensereignisse und persönliche Erfahrungen literarisch einzufangen und in Form zu bringen. Dabei entstanden anekdotische Vignetten, Gedichte, Kurzgeschichten oder längere Erzählungen in der Tradition des Life-Writing.

In individuellen Coachings lektorieren wir auch umfangreiche literarische Projekte, zum Beispiel den 800-seitigen Fantasyromanentwurf eines Junglehrers, ausserhalb des Curriculums entstehende Kurzgeschichten und Erzählungen von Studierenden sowie in einem Feedback-Workshop für freie Texte Song-Lyrics einer Mitarbeitenden der PHZH.

Für die Entwicklung und Umsetzung von literarischen Schreibprojekten sind die Tutor:innen des Schreibzentrums unverzichtbare Mitarbeiter:innen. Sowohl im Organisations- und Publikationsteam von PH Goes Poetry als auch in der Redaktion der Schreibstaffel «Punkt Punkt Komma Strich» (seit 2020, zuerst unter dem Titel «Seasons for all») verfassen die Tutor:innen freie Texte und lektorieren Beiträge ihrer Peers. Zudem schrieben die Schreibzentrums-Tutor:innen bis 2024 über 60 Kolumnen für die Studierendenseite des Magazins Akzente, seit 2019 auch für die PHZH-interne Zeitschrift inside.

Selbst kreativ zu werden, fördert beides: Einen persönlichen Stolz, der Freude macht, sowie eine Demut vor der Undurchdringlichkeit der Worte.

Peter Kaiser, vgl. Altorfer u. Miziane 2022

Transferwirkungen des literarischen Schreibens

Im kreativen und literarischen Schreiben trainieren und erweitern wir unser Repertoire an sprachlichen Ausdrucks- und erzählerischen Gestaltungsformen. Die hier erworbenen Schreibstrategien kommen auch der Arbeit an journalistischen, dokumentarischen oder wissenschaftlichen Textsorten zugute.

Klar ist: Diese Art von produktivem und entdeckendem Schreiben lässt sich nicht vollständig an eine künstliche Intelligenz delegieren.

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Aktuelle Angebote

CAS Modul
Literarisches Schreiben – biografisch bis fiktional: Wege zum eigenen Schreibprojekt

Workshops
Lyrics, Erzählung, Reportage: offenes Feedback zu Ihren Texten
Kreatives Schreiben: Vom Bild zum Wort

Individuelle Angebote zum literarischen Schreiben für Institutionen und Privatpersonen
Literarisches Schreiben

Plattform für literarisches Schreiben an der PHZH

edition-schreibzentrum.ch

Literaturempfehlungen

- Abraham, Ulf. 2021: Literarisches Schreiben: Didaktische Grundlagen für den Unterricht
- Genz, Julia. 2022: Handbuch kreatives Schreiben: Literarische Techniken verstehen und anwenden
- Saunders, George. 2023: Bei Regen in einem Teich schwimmen: Von den russischen Meistern lesen, schreiben und leben lernen
- Zanetti, Sandro. 2022: Literarisches Schreiben: Grundlagen und Möglichkeiten

Zu den Autoren

Daniel Ammann ist Dozent für Medienbildung, Mitarbeiter des Schreibzentrums der PH Zürich, Autor und Literaturkritiker (SRF-Bestenliste).

Erik Altorfer ist Mitarbeiter des Schreibzentrums der PH Zürich, Leiter von internationalen Autor:innen-Projekten, Dramaturg und Regisseur für Theater und Hörspiel.

Von der Schule in die berufliche Grundbildung

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Text von Mandy Gnägi

Der Schritt in die Arbeitswelt ist für Lernende ein grosser. Im Gegensatz zum vertrauten Rhythmus des Schul- und Lernalltags findet die berufliche Grundbildung an drei verschiedenen Lernorten statt: im Betrieb, in überbetrieblichen Kursen und in der Berufsfachschule. Diesen Wechsel beschreiben Lernende als einschneidend, zumal sie sich in einer Lebensphase des Umbruchs befinden. War ihr bisheriger Weg ferner durch schulische Schwierigkeiten geprägt, wie z.B. schlechte Noten, hohe Fehlzeiten oder soziale Auffälligkeiten, war ein Einstieg in eine drei- bis vierjähre berufliche Grundbildung mit eidgenössischem Fähigkeitszeugnis (EFZ) oder in eine weiterführende Schule erschwert resp. nicht möglich. Eine Folge davon war eine hohe Jugendarbeitslosigkeit der 1990er und 2000er Jahre, der seit 2004 durch eine zeitlich verkürzte und vom schulischen sowie betrieblichen Anspruch her reduziertere Form der Ausbildung entgegengewirkt wurde. Sie schliesst nach absolvierten Prüfungen mit einem eidgenössisch anerkannten Berufsattest (EBA) ab.

Bedarf qualifizierte Begleitung

Mit dem Inkrafttreten der neuen Ausbildungsmöglichkeit hat der Bundesrat die «fachkundige individuelle Begleitung von Personen mit Lernschwierigkeiten in zweijährigen beruflichen Grundbildungen» lanciert. Diese Begleitung soll in der Lage sein, zugrundeliegende «Lernschwierigkeiten» oder «soziale Probleme» gemeinsam mit den Lernenden anzugehen und zu beheben. Alle «schulischen und bildungsrelevanten Aspekte,  die im Umfeld der lernenden Person einen Bildungserfolg gefährden könnten», sollten durch individuelle und zielführende Massnahmen entkräftet werden. Statt den Fokus auf Schwächen und Defizite zu richten, fördert und fokussiert eine fachkundige individuelle Begleitung die Stärken der Lernenden. Dazu gehört auch die Aktivierung von Eigeninitiative und Lernbereitschaft sowie das Erproben und Etablieren verschiedener Lerntechniken. Ziel der fachkundigen individuellen Begleitung ist die Mitgestaltung positiver Lernerfahrungen, so dass Misserfolge und Lehrabbrüche reduziert und Schulen entlastet werden.

Individuelle Begleitungen regen durch Impulse den Denk- und Veränderungsprozess bei den Jugendlichen an. (Bildquelle: Adobe Stock)

Variantenreiches Arbeitsfeld

Die genannten Ziele machen deutlich, dass fachkundige individuelle Begleitungen über ein Handlungsrepertoire verfügen müssen, das sich deutlich von dem als Lehrperson resp. als ausbildungsverantwortliche Person unterscheidet. Für ihre Arbeit stehen den individuellen Begleitungen unterschiedliche zeitliche, personelle und räumliche Ressourcen zur Verfügung. Da es dafür keine einheitliche Regelung gibt, variieren die Einsätze von individuellen Begleitungen von Schule zu Schule, die sich grob in vier Kategorien einteilen lassen: es findet regelmässig eine offene Sprechstunde für alle Lernenden der Schule statt, im Rahmen des Stundenplans ist eine Stunde im Klassenverband für die individuelle Begleitung reserviert, individuelle Begleitungen werden auf Anfrage bestimmten Klassen oder Lernenden zugewiesen oder es werden externe individuelle Begleitungen an die Schule geholt. Folglich muss eine fachkundige individuelle Begleitung angesichts genannter Umstände, Ziele und Herausforderungen eine hohe Handlungskompetenz ausbilden, um ihrer Aufgabe und den daran gekoppelten Anforderungen gerecht zu werden.

Essenzen einer besonderen Qualifikation

Ein wichtiger Faktor dafür ist ein hoher Grad an Selbstreflexion einerseits und ein stetes Einholen von Feedback andererseits. Beide Formen verfolgen den Nutzen, darüber die Anschlussfähigkeit an die Lernenden und die Wirksamkeit für die Lernenden im Hinblick auf die vereinbarten Ziele zu ermitteln. Individuelle Begleitungen gestalten darüber den Rahmen für einen Entwicklungsprozess, bei dem sich Lernende gemäss ihrer Stärken, Ressourcen und Lösungsmöglichkeiten als wirksam, handlungsfähig und entscheidend erleben. Individuelle Begleitungen geben also keine Veränderungswege vor, sondern regen durch unterschiedliche Impulse primär den Denk- und Veränderungsprozess dazu bei den Lernenden an. Eine fundierte Weiterbildung zur fachkundigen individuellen Begleitung umfasst folglich relevante Essenzen aus dem systemischen Coaching und Lerncoaching, der angewandten positiven Psychologie, der Neuen Autorität und den entsprechenden Kommunikationen, um darüber tragfähige Beziehungen zu gestalten. Fachkundige individuelle Begleitung zeichnet aus, eine sorgfältige pädagogische Diagnostik vorzunehmen, beim Verdacht auf psychische Störungen versiert zu agieren, mit den Lernenden auf ihre Stärken zu schauen, Ressourcen zu aktivieren, Gutes und Gelingendes in den Fokus zu rücken. Es ist erwiesen, dass mit der Stärkung des Vorhandenen die Defizite überwunden werden können. Durch die Arbeit der individuellen Begleitungen erleben sich Lernende selbstwirksam, eingebunden und kompetent – und das manchmal erstmalig in ihrer Schullaufbahn.

CAS Fachkundige individuelle Begleitung

Mit der Etablierung der fachkundigen individuellen Begleitung zur Unterstützung von Lernenden haben Pädagogische Hochschulen in der Schweiz die Aufgabe gefasst, entsprechende Weiterbildungsmöglichkeiten anzubieten. Die PH Zürich hat ihr Angebot bisher zwei grösseren Revisionen unterzogen, um die Inhalte zu aktualisieren und die jeweiligen Bedürfnisse und Bedarfe aufzunehmen. Ab dem Herbst 2026 wird das Zentrum Berufs- und Erwachsenenbildung den bisherigen, zwei Jahre umfassende CAS Coaching und Lernen mit Jugendlichen ersetzen. Neu ist die Anpassung an die gängige Weiterbildungsdauer von etwa 10 Monaten. Neu ist ebenso, dass durch explizite Reflexionsaufgaben und Vertiefungen sowie durch eine modulübergreifende Arbeit die jeweiligen Inhalte stärker miteinander verzahnt und reflektierend in den eigenen Entwicklungsprozess zur individuellen Begleitung einbezogen werden. Neu ist, dass zu den bewährten Inhalten die Aspekte von Stärkenorientierung, Gruppen- und Lerncoaching, Lernbegleitung und souveränes Handeln durch organisationales Verständnis aufgenommen worden sind. Neu ist auch, dass sich das CAS mit dem Titel «Fachkundige individuelle Begleitung (FiB/ZiB) – Lernende in Schule und Beruf stärken» nicht mehr nur an Berufsschullehrpersonen, sondern an alle Verantwortlichen in der beruflichen Bildung wendet.

INFOBOX

Bei allen Fragen oder Anliegen rund um die Weiterbildung zur fachkundigen individuellen Begleitung wenden Sie sich gerne direkt an Mandy Gnägi, mandy.gnaegi@phzh.ch oder +41 43 305 51 08.

Lehrgang

Alle Informationen zum CAS Fachkundige individuelle Begleitung (FiB/ZiB)

Weitere Informationen zum Thema

«Coaching in der Berufs- und Erwachsenenbildung» – Blogbeitrag von Mandy Gnägi im Lifelong Learning Blog (22. April 2025)

Literatur

- Bach, D. (2017): Reden kann auch Gold sein – Coaching von Berufslernenden
- Bauer, Ch., Hegemann, T. (2010): Ich schaffs! – Cool ans Ziel. Das lösungsorientierte Programm für die Arbeit mit Jugendlichen
- Fischer, S. (2024): Fachkundige individuelle Begleitung. Gelingensfaktoren in der beruflichen Grundbildung
- Wolfensberger, R. (2018): FiB-Handbuch. Individuelle Begleitung in der zweijährigen Grundbildung

Netzwerk

CoP – FiB-EBA, verantwortet durch Nadine Vetterl, nadine.vetterl@dlh.zh.ch

Zur Autorin

Mandy Gnägi ist Beraterin und Dozentin im Zentrum Berufs- und Erwachsenenbildung an der PH Zürich.