Schulleiter Stefan Ruppaner

5 Fragen an Stefan Ruppaner, Schulleiter Alemannenschule Wutöschingen

In der Rubrik «5 Fragen an…» interviewt Schulleiter Christoph Schieb den Schulleiter Stefan Ruppaner zu seiner Funktion und Schule. Damit wird der Stafetten-Stab weitergereicht.

1. Stefan Ruppaner, die Entwicklung Ihrer Alemannenschule Wutöschingen ist von einem veränderten Lern-Verständnis geprägt. Welches Lernen hat Ihrer Meinung nach Zukunft?

Die Zukunft des Lernens liegt zum einen beim Selbstorganisierten Lernen (SoL) und zum anderen beim Lernen durch Erleben (LdE). SoL ist nur durch den intelligenten Einsatz digitaler Werkzeuge möglich. Das örtlich und zeitlich unabhängige SoL ermöglicht erst das LdE bei dem die Lernenden ihre Persönlichkeit entfalten können.

2. Die Alemannenschule Wutöschingen sticht unter anderem durch ein besonderes Architekturkonzept heraus. Inwiefern wirkt sich dieses auf den täglichen Unterricht und das Schulleben aus?

Der Raum als dritter Pädagoge hat an der Alemannenschule Wutöschingen eine wichtige Bedeutung. Wir unterscheiden sieben Lernräume: Lernatelier, Kooperativer Lernbereich (Marktplatz), Input-Räume, Lernräume für der Clubunterricht (ausserschulische Lernorte), Lebensräume für die Freizeit, Digitaler Lernraum, Zuhause (Homelearning). Dabei darf man nicht vergessen, dass der Raum mehr ist als das Schulgebäude. Der Wald, der Bach und die Firmen sind als Lernorte mindestens genauso wichtig. Die Schule, egal wo sie stattfindet, sollte ein Ort der Sehnsucht sein. 

3.    In welcher Form hat der in Ihrer Schule herausgebildete Einsatz digitaler Medien Einfluss auf den Lernprozess der Lernpartner?

Die Digitale Lernplattform (DiLer), die iPad 1:1-Lösung und unsere Lernmaterialien vom Materialnetzwerk ist Rückgrat des Lernsystems der Alemannenschule Wutöschingen. Ohne Digitalisierung wäre SoL und somit auch LdE nicht möglich.

4.    Wie ist es Ihnen gelungen, die gesamte Gemeinde in Ihren pädagogischen Ansatz vom „Lerndorf“ einzubinden?

Das ist keine Kunst. Die Türen der Bauernhöfe, Firmen und Vereine stehen in Wutöschingen und Umgebung offen. Um ein Kind zu erziehen, braucht es ein ganzes Dorf. Das nehmen wir ernst.

5.    In dem Leitbild Ihrer Schule heisst es unter anderem: „Mit dem Herzen dabei“. Was bedeutet das für Sie als Schulleiter konkret?

Mein persönlicher Leitspruch ist: „Wenn es gelingt, dass ein Kind jeden Tag gerne in die Schule geht, können wir nicht verhindern, dass es etwas lernt.“

Zum Autor

Schulleiter Christoph Schieb

Christoph Schieb ist seit 1996 in der Aus-, Fort- und Weiterbildung von Lehrkräften tätig. Im Jahr 2009 übernahm er die Leitung der Grundschule Bad Münder (Niedersachsen). Schwerpunkte seiner Arbeit sind die Demokratie- und Medienbildung mit Kindern. Als ehrenamtliches Mitglied im Vorstand des Fördervereins Demokratisch Handeln begleitet er einen der renommiertesten Wettbewerbe in Deutschland zur Demokratiebildung von Kindern und Jugendlichen.

Redaktion: Melina Maerten

Fotos: zVg

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