Schulführung und Inklusion, Diversität an Schulen, Primar Wettswil

Schulführung und Inklusion: Schulen gemeinsam vielfältiger gestalten

Der Umgang mit Diversität ist eine zentrale Herausforderung der heutigen Schule. Lernende bringen unterschiedliche Bedürfnisse, Fähigkeiten und Hintergründe mit – und Schulen stehen vor der Aufgabe, allen Kindern und Jugendlichen eine echte Teilhabe zu ermöglichen. Olaf Köster-Ehling zeigt Inklusion als Grundlage einer demokratischen Schule auf.

Inklusion bedeutet weit mehr, als einzelne Unterstützungsangebote bereitzustellen. Sie ist ein demokratisches Projekt, das darauf abzielt, Bildungsungleichheiten zu verringern und vielfältige Lebenslagen wahrzunehmen. Neben der Kategorie Behinderung rücken auch Aspekte wie Sprache, Herkunft oder soziale Lage in den Blick. Eine differenzsensible Schule entwickelt Kulturen, Strukturen und Praktiken, die Vielfalt anerkennen und Barrieren abbauen.

Dafür braucht es Teams, die multiprofessionell zusammenarbeiten, und eine Schulführung, die Entwicklungsprozesse gezielt steuert. Sie schafft Rahmenbedingungen, fördert Zusammenarbeit und regt die Reflexion über bestehende Praktiken an.

Partizipation als Schlüssel zur inklusiven Schulentwicklung

Ein inklusives Bildungssystem lebt davon, dass alle Beteiligten – Lernende, Lehrkräfte, Eltern und weitere pädagogische Fachkräfte – aktiv an Entwicklungsprozessen beteiligt sind. Partizipation stärkt nicht nur das demokratische Selbstverständnis einer Schule, sondern ermöglicht es auch, unterschiedliche Perspektiven in Entscheidungsprozesse einzubeziehen. So können Bedürfnisse frühzeitig erkannt, Konflikte konstruktiv bearbeitet und innovative Lösungswege entwickelt werden. Besonders Schüler:innenvertretungen gewinnen in einer inklusiven Schule an Bedeutung, da sie helfen, Stimmen zu artikulieren, die sonst möglicherweise ungehört blieben.

Lernarrangements, die Vielfalt gerecht werden

Inklusion zeigt sich nicht zuletzt im Unterricht. Lernarrangements, die auf individuelle Lernwege, flexible Differenzierung und kooperative Lernformen setzen, unterstützen Kinder und Jugendliche dabei, ihre Potenziale zu entfalten. Formen wie projektorientiertes Lernen, Lernwerkstätten oder adaptive digitale Lernumgebungen erlauben es, unterschiedliche Lernniveaus und Arbeitsweisen zu berücksichtigen. Entscheidend ist, dass Lehrkräfte eine Haltung der Offenheit und Wertschätzung gegenüber heterogenen Lerngruppen entwickeln – eine Haltung, die es ermöglicht, Stärken zu erkennen, Förderbedarfe frühzeitig zu adressieren und Lerngelegenheiten für alle zu schaffen und das sich das System immer wieder fragt, wo sind Barrieren für Schüler:innen, die wir abbauen müssen damit sie lerne können.

INFOBOX

Weiterbildungsangebot für aktive Schulgestaltung

Der CAS Schulführung und Inklusion, den die Interkantonale Hochschule für Heilpädagogik (HfH) und die Pädagogische Hochschule Zürich (PHZH) ab September 2026 zum dritten Mal anbieten, richtet sich an Führungspersonen und Teacher Leaders, die diese Aufgabe aktiv gestalten möchten.

Der Lehrgang unterstützt Leitungen und angehende Führungspersonen dabei, die Herausforderungen der inklusiven Schulentwicklung konsequent anzugehen. Er verknüpft wissenschaftliche Grundlagen mit praxisnahen Instrumenten und schafft Raum für Austausch und kollegiale Beratung. Ziel ist es, Schulen so weiterzuentwickeln, dass alle Lernenden nach ihren individuellen Möglichkeiten teilhaben und lernen können.

Zum Autor

Olaf Köster-Ehling

Olaf Köster-Ehling ist Dozent in der Abteilung Management und Leadership an der PH Zürich. Er war 18 Jahre als Schulleiter tätig und fünf Jahre als Bildungsexperte für eine gemeinnützige Stiftung im pädagogischen Feld unterwegs. Er ist promovierter Erziehungswissenschaftler und hat sich auf pädagogische Schulführung, Leadership und Kommunikation spezialisiert.

Redaktion: Melina Maerten
Beitragsbild: Primar Wettswil, Bildarchiv PHZH

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