Ist das Urheberrecht am Ende? Und sind die digitalen Medien an allem schuld?

Theisohn: Literarisches EigentumIn seinem hellsichtigen Essay Literarisches Eigentum fragt Plagiatsexperte Philipp Theisohn, wie es im medientechnischen Zeitalter um die Ethik geistiger Arbeit und das Urheberrecht bestellt ist. Wer Ideen und Wörter nicht nur borgt und durch Quellenangabe wieder zurückgibt, begeht eine Untat. Aber, wie Theisohn zeigt, führt die Plagiatshysterie auch dazu, dass Texte auf messbare Daten reduziert und Schreiben zur variativen Verwertung vorhandener Werke degradiert wird.

Philipp Theisohn.
Literarisches Eigentum: Zur Ethik geistiger Arbeit im digitalen Zeitalter. Essay.
Stuttgart: Alfred Kröner Verlag, 2012. 137 Seiten.
www.kroener-verlag.de/details/product/literarisches-eigentum/

Write my Fire – #15: Miranda

Write My Fire!«Miranda sass an der Bar des Striplokals, in dem sie arbeitete und massierte sich ihre schmerzenden Füsse. Morgens um 6 Uhr hatte der letzte Gast den Club verlassen und die Musikbox spielte endlich etwas Entspannenderes… Bei Johnny Cash wurde Miranda immer etwas nostalgisch. Als sie noch jünger gewesen war, wollte sie die Bühnen dieser Welt erobern. Nun war sie seit sechs Jahren in diesem etwas siffigen Lokal und entblösste sich für fünf Dollar die Stunde vor sabbernden Typen.»

(Geschrieben zu: Johnny Cash – «Ring of Fire»)

Unter dem Motto «Write my Fire!» und inspiriert von den feurigsten Songs der letzten 50 Jahre schrieben Studierende und Mitarbeitende der PH Zürich gemeinsam Geschichten, Minidramen, Chats, Dialoge und vieles mehr. Dies anlässlich unseres Schreibevents zur Schweizer Erzählnacht 2012.

Bereits seit 2009 entsteht so jedes Jahr ein Büchlein. Die Vernissage des aktuellen Werks «Write My Fire!» begeisterte mit Lesungen und Live-Musik der Lokalband «November’s Fall» und fand am 10. April 2013 anlässlich unseres Jubiläumsfests in der PH Zürich statt. Gedruckte Exemplare aller Jahre können weiterhin zu je CHF 2.– beim Schreibzentrum erworben werden.

Klassenzimmer in Hokkaido

Schule-Japan-5Webcams dienen der Sicherheit, Kontrolle und Informationsvermittlung. Sie besitzen keine teure Optik und liefern oft unscharfe Bilder. Das verleiht ihnen Authentizität und manchmal malerische Qualität. Der Zufall spielt beim Entstehen eine grössere Rolle als sonst in der Fotografie. Die Bilder werden aus ungewohnten Perspektiven automatisch und unbemerkt aufgenommen. Das öffnet ungewohnte und ungewollte Sehweisen auf Vertrautes und Unvertrautes. Aus dem endlosen Bilderstrom, der durch Abertausende von Webseiten fliesst, fischt der Fotokünstler Kurt Caviezel überraschende Sujets und stellt die besten davon in Museen und Galerien aus.

In seinem Archiv von weit über drei Millionen Bildern gibt es fast nichts, was es nicht gibt, so auch ein paar Schulszenen, vorwiegend aus Japan. Der Einblick in ein Klassenzimmer aus Hokkaido wirft Fragen auf: Ist das eine Szene zwischen Lektionen? Ersetzt die Kamera die Lehr- oder Aufsichtsperson? Können Eltern ihre Kinder im Schulzimmer beobachten? Es ist ein rätselhaftes und ein starkes Bild. Kindliches Verhalten wird unverstellt sichtbar: im Hintergrund das abgewandt lesende Kind als ruhender Pol, im Vordergrund die herumalbernden Mädchen als Gegenpol, dazwischen die sich im Raum positionierenden Kinder. Die sechs Schülerinnen und Schüler sind – zufällig – zu einem Dreieck formiert. Das eindringende Tageslicht haucht dem Augenblick Leben ein und versperrt zugleich den Blick ins Freie. – Thomas Hermann in «Akzente» 2 (2014), S. 38.

Weitere Informationen zu Kurt Caviezel: www.kurtcaviezel.ch

Textdiagnose und Schreibberatung

Textdiagnose und SchreibberatungSchreibprofis sind nicht von Natur aus besser. Sie schreiben häufiger, verwen­den mehr Zeit auf ihre Texte und achten auf Aspekte, mit denen ungeübte Schreiberinnen und Schreiber oft überfordert sind. Damit bei der Betreuung schriftlicher Arbeiten etwas von den Experten an die Novizen übergehen kann, müssen Irritationen benannt und Lösungswege skizziert werden. Das von den Autorinnen entwickelte «Bietschhorn-Modell» liefert ein wirksames Instrument, mit dem sich entstehende Texte Schicht für Schicht abklopfen und optimieren lassen. Was funktioniert schon? Dient die Leseführung der thematischen Entfaltung? Passen Informationsdichte und Stil zur Text­sorte? Ausgehend von typischen Stolpersteinen beim Denken und Schreiben zeigen die Verfasserinnen, wie Texte inhaltlich und sprachlich in Form kommen. Ergänzende Ausführungen zum wissenschaftlichen Schreiben und zur Beratungspraxis machen den Titel für Fachdozierende zum nützlichen Hand- und Arbeitsbuch. – Kurzrezension aus den Medientipps der Zeitschrift «Akzente» 2 (2014): S. 34.

Marianne Ulmi, Gisela Bürki, Annette Verhein und Madeleine Marti.
Textdiagnose und Schreibberatung.
Opladen: Barbara Budrich, 2014. 275 Seiten.

Lesen Sie auch die Rezension von Gerd Bräuer in der Zeitschrift Schreiben.

Schreibzentrum mit arthelgmalin und drei Schulklassen im Löwenbräu

Kunst begegnen: Sprachraum schaffen und erlebenIMG_0069

Hochkarätige zeitgenössische Kunst, neugierige Kids, engagierte Lehrerinnen und Lehrer, erfahrene Kunstvermittlerinnen und wir Dozierenden und Tutorinnen vom Schreibzentrum. Das sind die Zutaten für ein Pilotprojekt, das von Januar bis Juni 2014 in den Galerien und Museen im Löwenbräu stattfindet.

Kinder und Jugendliche aus drei Zürcher Klassen begegnen den Räumen und der Kunst, kommentieren, befragen, staunen, schreiben, filmen und knipsen. So wird neuer Sprachraum geschaffen und erlebt.

Die Erfahrungen der Kunstvermittlerinnen IMG_0044
Regula Malin / Ursula Helg treffen auf
die Projekterfahrungen des Schreibzentrums
in den Schreib- und Lesezentren im Schulhaus Oberuster und Schulhaus Saatlen, bereichern sich gegenseitig und fusionieren Kunstvermittlung mit niederschwelligem literalem Lernen.

Photos: Art Helg Malin Zürich /
Schreibzentrum PH Zürich

FAQ – Evergreens aus der Schreibberatung – #14

FAQHäufig gestellte Frage: «Kann ich auswählen, von wem ich beraten werden möchte?»

Unsere Antwort: Jein. Aus organisatorischen Gründen ist dies nicht immer möglich. Doch wenn du schon einmal von uns beraten wurdest, macht es durchaus Sinn, dass du deine Beraterin oder deinen Berater behältst. Frag uns einfach per E-Mail (schreibzentrum@phzh.ch), ob dein Wunschcoach zu deiner Wunschzeit verfügbar ist. Oder komme spontan in eine unserer Sprechstunden über Mittag. Denn letztlich ist weniger wichtig, wer dich berät, sondern dass du überhaupt beraten wirst. Und unser ganzes Team ist bestens ausgebildet, um dir bei deinem Anliegen weiterzuhelfen. Wir unterstützen dich jederzeit gern und kompetent.

Preisverleihung Schreibwettbewerb 2014 RAUSCHEN

Aus 35 eingereichten Texten hat die Jury in einer heissdiskutierten Sitzungsrunde die drei Gewinner ausgewählt.

© Kurt Caviezel
© Kurt Caviezel

Am Montag, 19. Mai findet von 18.00–19.30 Uhr in der Aula der EB Zürich an der Riesbachstrasse 11 die Preisverleihung des Schreibwettbewerbs 2014 (PH Zürich, EB und KME) statt.

Mit Autorenlesungen der Siegertexte, Laudationes, Apéro und Musik.

Sie sind alle herzlich eingeladen.

Berufliches Schreiben – Schreiben in Berufen

Berufliches Schreiben rückt zunehmend in den Fokus der Schreibforschung: Sei es das Verfassen von Projektskizzen, Projektberichten und Offerten in technischen Berufen oder die Korrespondenz in kaufmännischen Berufen, sei es die multilinguale Kommunikation im internationalen Umfeld, seien es Protokolle im Justizwesen oder wissenschaftliche Texte im Forschungskontext – mit jeder beruflichen Tätigkeit gehen eigene Formen der schriftlichen Kommunikation einher, die vielfältige Forschungsfragen eröffnen.

Die 5. Tagung des Forums wissenschaftliches Schreiben ist dem Schreiben in Ausbildung und Berufen des tertiären Bereichs gewidmet (Fachhochschulen und Universitäten). Ziel der Tagung ist es, Textroutinen im beruflichen Schreiben unter verschiedenen Perspektiven zu beleuchten. Dabei sollen Grundlagenforschung und Praxis vernetzt werden.

5. FWS-Tagung, 5. – 6. Juni 2014 in Winterthur:
Berufliches Schreiben – Schreiben in Berufen

Write my Fire – #14: 20 Minuten 8. November 2012

Write My Fire!«Am vergangenen Donnerstag vollzog sich an einem internationalen Kongress in Paris ein grauenhaftes Geschehen. Zwei Attentäter bewarfen den französischen Staatspräsidenten mit mehreren Zündhölzchen. Eines der Zündhölzchen trag den Präsidenten so sehr, dass er an einer starken Hirnblutung am Tatort verstorben ist.»

(Geschrieben zu: Mani Matter – «I han es Zündhölzli azündt»)

Unter dem Motto «Write my Fire!» und inspiriert von den feurigsten Songs der letzten 50 Jahre schrieben Studierende und Mitarbeitende der PH Zürich gemeinsam Geschichten, Minidramen, Chats, Dialoge und vieles mehr. Dies anlässlich unseres Schreibevents zur Schweizer Erzählnacht 2012.

Bereits seit 2009 entsteht so jedes Jahr ein Büchlein. Die Vernissage des aktuellen Werks «Write My Fire!» begeisterte mit Lesungen und Live-Musik der Lokalband «November’s Fall» und fand am 10. April 2013 anlässlich unseres Jubiläumsfests in der PH Zürich statt. Gedruckte Exemplare aller Jahre können weiterhin zu je CHF 2.– beim Schreibzentrum erworben werden.