Körper – Macht – Kapitalismus: „Das ewige Ungenügend“ von Saralisa Volm

Peter Holzwarth

In ihrem Buch «Das ewige Ungenügend. Eine Bestandsaufnahme des weiblichen Körpers.» (Ullstein 2023) beschreibt Saralisa Volm – Schauspielerin, Filmproduzentin und Kuratorin – das Dilemma vieler Frauen: der Druck, Schönheitsnormen entsprechen zu wollen und zu müssen einerseits und das Bedürdnis nach Selbstbestimmung andererseits. Sie analysiert die Rolle der Medien differenziert:

«Sind die Medien also Schuld an unserem Schönheitsdilemma? Nein. Aber eine Gesellschaft, die solche Medien entwickelt, verbreitet und liest, die trägt durchaus Verantwortung. Medien prägen, bilden, fordern. Jeder will ein bisschen mitmachen. Jeder will ein Stück vom Beautykuchen. L’Oréal brüllt uns an und wir brüllen mit: „Weil ich es mir wert bin“. Unser Wert wirds so einer Summe degradiert, die wir bereit sind in unser Aussehen zu investieren Eine weitere Lüge, auf die wir reinfallen sollen: Selbstwert ist käuflich nein, ist er nicht.» (S. 50/51)

Volm verbindet Einblicke in sehr persönliche biographische Erfahrungen (Essstörungen, sexuelle Übergriffe) mit Gesellschafts- und Kulturkritik.  

Es wird auf zwei Ebenen von Frauen profitiert, die sich Schönheitsidealen unterwerfen: Frauen, die mit der Erfüllung von Schönheitsnormen beschäftigt sind, stellen keine Gefahr für die bestehenden Machtstrukturen dar und die Beautyindustrie verdient weltweit sehr viel Geld mit Produkten (S. 37; S. 46). Hier werden Parallelen zu Laurie Penny deutlich, die ihre Gesellschafts- und Kapitalismuskritik im folgenden Zitat zum Ausdruck brachte: “If all women on earth woke up tomorrow feeling truly positive and powerful in their own bodies, the economies of the globe would collapse overnight.” (Laurie Penny, Meat Market. Female Flesh under Capitalism, 2011). Bestimmte Wirtschaftsbereiche profitieren von der weiblichen Körperunsicherheit bzw. Empowerment und Selbstermächtigung würden dem Umsatz von Schönheitsprodukten und -dienstleistungen schaden.

Die Kulturwissenschaftlerin Elisabeth Lechner kritisiert in einem SRF-Audiobeitrag zum Thema „Aus für Miss-Wahlen: Was passiert jetzt mit dem Schönheitsideal?“ nicht nur den Selbstoptimierungsdruck, der auf Frauen ausgeübt wird, sondern auch dieTatsache, dass immer mehr Körperbereiche zu Problemzonen erklärt werden und dass die Zielgruppen in bezug auf das Alter ausgeweitet werden:

«Es wird ein wahnsinnig grosser Druck gerade auf Frauen und queere Menschen ausgeübt, einem bestimmten ideal zu genügen ohne das man quasi das Haus nicht verlassen darf, ohne den man nicht als gepflegt gilt ohne den man nicht an der Gesellschaft partizipieren kann – also eigentlich wird Kontrolle ausgeübt. Und die kapitalistische Schönheitsindustrie hat ein großes Wort mitzureden, die eben immer neue Körperzonen beschämt und zur Problemzone erklärt, um immer weitere Produkte zu verkaufen. Und gerade im Kontext vom Gesicht sehen wir das in letzter Zeit wahnsinnig. Also in den USA ist der grösste wachsende Markt im Bereich der Skincare, der der 8-13-jährigen. Also so ganz junge Influencer werben schon damit was ihre Skincare-Routine  ist.» (11.48)

Im folgenden Zitat bringt Volm die Kritik an einer individualisierenden, strukturelle Lebensbedingungen und kollektive Erfahrung und Bewusstmachung negierende Selbstoptimierungskultur pointiert zum Ausdruck:

«Uns Konsument*innen wird nach wie vor suggeriert, dass die Verantwortung für unseren Körper, unser Glück und unsere Zukunft ausschließlich bei uns liegt. Haben wir kein Glück, dann haben wir uns einfach nicht genug angestrengt, nicht hart genug dafür gearbeitet. Relevant sind plötzlich nicht mehr die Umstände, sondern wie wir ihnen begegnen und mit ihnen umgehen.168 Die Verbindung zwischen Individualisierung, Neoliberalismus und dem modernen Glücksstreben führt dazu, dass wir uns selbst vorwerfen, wenn wir an der Ungerechtigkeit der Welt scheitern. Aber können wir innerhalb eines kranken Systems überhaupt gesunde Menschen sein? Nein, können wir nicht. Ungerechtigkeit, Unterdrückung, finanzielle Einschränkungen und Bevormundung lassen sich nicht wegmeditieren.» (S. 232/233)

An folgenden drei Stellen werden von Volm auch Defizite im Bereich schulische Bildung kritisiert:

«Wir lernen in der Schule, dass Menschen Hunger haben, Schlaf benötigen und weinen, um Stress abzubauen. Aber von dem Bedürfnis nach Lust und nach Erregung erfuhr ich nichts. (…) Niemand sagte uns, dass wir alles phantasieren dürfen und damit nicht allein sind.» (S. 178)

«Wir brauchen eine sexuelle Bildung für alle, die so umfangreich und vielfältig ist wie die Ernährungswissenschaft. Die Bedürfnisse des weiblichen Körpers müssen als so natürlich, erlaubt und gewollt angesehen werden wie der Sexualtrieb der Männer. Unsere Lust ist genauso wach und gierig, suchend und erlebbar.» (S. 187)

«Ein Kuss muss nicht zum Sex führen. (…) Ich muss nicht um Hilfe schreien oder jemandem ein Ohr abbeißen, um Grenzen an und in meinem Körper zu ziehen. Sex und sexuelle Handlungen dürfen nicht eingefordert werden.

Nie. Viele wissen das nicht, weil ihnen weder ihr Körper noch ihre Rechte erklärt werden. Im Gegenteil: Während wir die Verkehrsregeln von der Grundschule bis zum Führerschein unentwegt vermittelt bekommen, damit niemand verletzt wird, erfahren wir nur sehr wenig über die Stoppsignale unseres eigenen Körpers und der Körper, denen er sich hingibt, annimmt und nähert. Die Auffahrunfälle passieren im Stillen.» (S.  205)

Möglicherweise wäre die Schule neben Familie und anderen informellen Kontexten ein geeigneter Ort für die Vermittlung eines positiven oder neutralen Umgangs mit dem eignen Körper – nicht nur für Mädchen und Frauen. 

Gilt der Satz von Laurie Penny womöglich für alle Menschen – ohne den offensichtlich notwendigen Geltungsanspruch für weiblich gelesene Personen in Frage zu stellen?

«Wenn alle Menschen der Erde morgen aufwachen würden und sich richtig positiv und stark in ihren Körpern fühlen würden, würde die Weltwirtschaft über Nacht zusammenbrechen.»

Links:

Aus für Miss-Wahlen: Was passiert jetzt mit dem Schönheitsideal? (17.12.2024)

https://www.srf.ch/audio/news-plus/aus-fuer-miss-wahlen-was-passiert-jetzt-mit-dem-schoenheitsideal?id=AUDI20241217_NR_0029

Bodyshaming – Nie schön genug: Warum so viele Frauen ihren Körper verachten (9.12.2023)

https://www.srf.ch/kultur/gesellschaft-religion/bodyshaming-nie-schoen-genug-warum-so-viele-frauen-ihren-koerper-verachten

Das ewige Ungenügend – wie Frauen auf ihren Körper blicken (8.12.2023)

https://www.srf.ch/audio/kontext/das-ewige-ungenuegend-wie-frauen-auf-ihren-koerper-blicken?id=24544e88-f04f-4721-8ff1-307599894ffe

#134 Saralisa Volm – Bewertung weiblicher Körper

Lehrpersonen als Influenzer?

Peter Holzwarth

Immer häufiger verbinden Lehrpersonen ihre Arbeit mit Social-Media-Aktivitäten. Auf Instagram oder TikTok geben sie Einblick in ihre Arbeit und sprechen beispielsweise über Lehr-Lernmethoden, Lehrmittel, Arbeitsblätter, Klassenraumgestaltung, Umgang mit Unterrichtsstörungen oder Spiele im Klassenzimmer. Dies kann für die Produzierenden eine wichtige Reflexion darstellen, aber vor allem auch wertvolle Inspiration für andere Lehrpersonen.

Sobald Schülerinnen und Schüler ohne Einverständnis gefilmt werden oder die gefilmte Klassenzimmersituation für Werbung missbraucht wird, kann es heikel werden, wie der NDR-Dokfim «Content aus dem Klassenraum – Dürfen Lehrer Influencer sein?» zeigt.

Zielgruppe von Werbung in Social-Media-Beiträgen können andere Lehrpersonen sein, aber auch Schülerinnen und Schüler. Generell müssen Beiträge mit und ohne Schülerinnen und Schüler unterschieden werden – ebenso gefilmte Schülerinnen und Schüler mit und ohne Einverständniserklärungen.

Oft greifen die Filme auch humorvoll den Alltag von Lerhpersonen auf, in diesem Kontext kann die Produktion und Rezeption von Beiträgen auch als Coping-Strategie verstanden werden.

Kritische Stimmen könnten auf riskante bzw. ambivalente Chancen hinweisen. Auf der einen Seite Inspiration für die eigene Berufspraxis, auf der anderen Selbstoptimierungsdruck und potenziell problematische soziale Vergleiche auch im beruflichen Kontext.

Wünschenswert wäre, dass in Zukunft alle beteiligten Akteursgruppen über mehr ethisches und juristisches Bewusstsein verfügen würden (Lehrpersonen, Eltern, Schülerinnen und Schüler, Schulleitungen, Politiker:innen). Es müssen auch rechlichte Regelungen und Reglemente entwickelt und angepasst werden.

Fallbeispiele

Fallbeispiel 1: Diskurse um KI-Fotos von zukünftigen Traumberufen der Schülerinnen und Schüler

Eine Beitrag «momos.usa» auf Instagram zeigt Reaktionen von Kindern, deren Lehrerin sie mit Hilfe von KI  als Erwachsenen in ihren Wunschberufen zeigt: «A teacher is inspiring the internet by using AI to transform her students into the professionals they dream of becoming. From doctors to astronauts, each image reflects their future hopes and has moved viewers with its message of support, encouragement, and belief in every child’s potential.»

https://www.instagram.com/reel/DK3n0h_sI5f/?igsh=MThkbHlzbXE4bnRoYg%3D%3D

Ein weiterer Beitrag von «fraurhiza» (Instagram) reflektiert und kritisiert diese Form von Datennutzung:

«ChatGPT verwenden, um Fotos der Schüler/-innen hochzuladen und aus diesen neue Portraits von ihnen zu generieren?
Jede Woche zeigt es mir ein neues Reel an, in dem KI für (Unterrichts-???)Zwecke genutzt wird, die ich extrem fragwürdig finde.
Bisher sehe ich diese „Trends“ vor allem in den USA, aber ich habe echte Bedenken, dass sie irgendwann auch zu uns überschwappen. Gerade weil sie auf Social Media so verbreitet werden.

Wie steht ihr dazu?»

https://www.instagram.com/reel/DLCdcwXITXm/?igsh=MWhwY3k4YjRnNW96cg%3D%3D

Fallbeispiel 2: Diskurse um die Ursache von problematischem Verhalten im Klassenzimmer

In einem Instagram-Filmbeitrag (us.teachers.trendz) kritisiert eine Protagonistin, dass viele Schülerinnen und Schüler aufgrund von Gewöhnung an medial vermittelte kurze Dopaminintervalle eine extrem kurze Aufmerksamkeitsspanne haben und apathisch und unerreichbar sind: «And they have a level of apathy that I have never seen before in my whole career.» Sie stellt auch die Frage, wer dies zu verschuldet haben könnte (Eltern, Lehrpersonen, kapitalistische Gesellschaft).

https://www.instagram.com/p/DJZELIOPFFZ

In einem weiteren Instagram-Video (lehrplan22, Original: mami.hat.recht) ist eine Mutterfigur zu sehen, die zu einem (imaginären) Kind spricht. Dem Kind wird ein Joghurt angeboten und jeder einzelne Schritt wird zur Wahl gestellt (z.B. Farbe des Joghurts, Deckel ganz aufmachen oder nur zum Teil, Farbe des Löffels, Grösse des Löffels etc.). Das Video ist mit über die ganze Laufzeit hinweg mit einem Textbalken versehen, der die Handlung in einen bestimmen Kontext stellt: «der Grund, warum die Kinder dann im Klassenzimmer spinnen»:

https://www.instagram.com/reel/DDNBIE0qt1C/?igsh=ZnIzaG44b282ejlx

Es wird die Deutung nahegelegt, dass zu umfassende Wahlmöglichkeiten im Elternhaus zu problematischem Sozialverhalten im Schulkontext führen können, wo die Wahlmöglichkeiten eingeschränkt sind.

Beispiele aus der Schweiz:

https://www.ateacherslifestyle.ch

http://www.philippe-wampfler.ch/

Andere Länder:

Saskia Rhiza «fraurhiza» (Instagram)

«45minuten» (Instagram)

«Herr Schmelzer | Lehrer» (TikTok)

«Momos.usa» (Instagram)

«lehrplan22» (Instagram)

«subjektiv.sinnvoll» (Instagram)

Dekonstruktion von idealisierten Influenzer-Vorstellungsbildern im Dokumentarfilm „Girl Gang“

„Es war einmal eine Zeit, da lebte ein Mädchen am Rande einer grossen Stadt. Als das Mädchen alt genug war, da schenkten die Eltern ihr einen kleinen, schwarzen Spiegel. Eines lieben Tages, fand sie in den Tiefen des Spiegels viele andere Mädchen und wenn es hineinschaute und zum Spiegel sprach, konnten all die anderen Mädchen auf dieser Welt es sehen und hören, denn auch sie besassen einen solchen Spiegel. „Es ist ganz einfach, so zu sein wie ich“, sagte das Mädchen. „Kommt und folgt mir.““ (Film „Girl Gang“, 1:25:42)

„Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die Schönste im ganzen Land?“ – „Frau Königin, Ihr seid die Schönste hier, aber Schneewittchen ist tausendmal schöner als Ihr.“ (Aus dem Märchen „Schneewittchen“, Brüder Grimm)

Für den Dokumentarfilm „Girl Gang“ (Susanne Regina Meures) wurde die junge Influenzerin Leonie über lange Zeit mit der Kamera begleitet („https://www.instagram.com/leoobalys/“ auf Instagram). Die Zuschauenden erleben Höhen und Tiefen: Der Jubel der Fans, Erfolgsmeldungen in Bezug auf neue Follower aber auch Produktionsdruck und Stress, Streit mit den Eltern, Hatespeech, schwierige Sinnfragen und Machtdynamiken in der Familie.

Spannend ist, dass auch die Perspektive der Eltern einbezogen wird. Auch ein weiblicher Fan kommt zu Wort.

Der Film könnte sich sehr gut dafür eignen, problematische Idealbilder über Influenzerinnen und Influenzer in Frage zu stellen.

Es wurde Begleitmaterial für pädagogische Kontexte entwickelt.

Trailer/Begleitmaterial/Rezension:

https://www.dokfest-muenchen.de/GIRL_GANG_Begleitmaterial

https://www.merz-zeitschrift.de/swipe-des-monats/details/filmrezension-girl-gang/ (Rezension von Lisa Melzer in der Zeitschrift Merz)

Mögliche Diskussionsthemen:

  • Inszenierung vs. reale Handlungen?
  • Selektive Auswahl aus dem Filmmaterial ermöglicht Wirklichkeitskonstruktion
  • Wie wird Musik eingesetzt?
  • Eignung des Films in päd. Kontexten?
  • Potenzielle Wirkung auf Schülerinnen und Schüler?
  • (Quasi-)Religiöse Dimensionen im Film
  • Intertextuelle Bezüge (Märchen, sakrale Anbetung/Religion, sakrale Musik)
  • Motivation der Protagonistinnen und Protagonisten für die Teilnahme?
  • Lebt Leonie ein glückliches Leben oder nicht?
  • Ist Influenzerin/Influenzer ein erstebenswerter Beruf?
  • Ist es ethisch vertretbar sich als Freundin zu präsentieren und gleichzeitig für Produkte zu werben?
  • Genderthematik (Mädchen beten Mädchen an, was ist mit den Jungen?)
  • Veränderungen in der Machtstruktur der Familie

Psychochirurgie

Ein einfacher Schnitt ins Hirn kann das Leben eines Individuums von Grund auf verändern – aber nicht nur zum Guten, wie die Geschichte der Psychochirugie zeigt. – In seinem Medientipp in Akzente (2/2022, S. 39) stellt Daniel Ammann drei ebenso eindrückliche wie haarsträubende Fälle aus der Wirklichkeit und dem Reich der Fiktion vor.

Trailer: An Angel at My Table (Jane Campion 1990)
Trailer: Severance. TV-Serie. USA 2022

Bildung gegen Rassismus

Welche Worte verletzen? Welche Symbolik versteckt sich in Kinderliedern, Büchern und Spielen? In ihrem Buch «Gib mir mal die Hautfarbe»: Mit Kindern über Rassismus sprechen helfen Olaolu Fajembola und Tebogo Nimindé-Dundadengar Fallstricke zu erkennen und zu überwinden. Peter Holzwarth, Mitarbeiter des Schreibzentrums, stellt den Titel in einem Medientipp von Akzente (2/2022, S. 39) vor.

Unbegangene Wege

In seinem berühmten Gedicht «The Road Not Taken» (1915) beschwört Robert Frost das Bild einer Weggabelung im Wald herauf und sinniert über schicksalshafte Entscheidungspunkte.

Der Lehrer John Keating im Spielfilm «Dead Poets Society» (Peter Weir 1989) zitiert Robert Frost und bestärkt seine Schüler darin, eigene Entscheidungen zu treffen.

Das Leben folgt nicht geraden Pfaden. Aber vielleicht sind all die möglichen Verzweigungen in unendlich vielen Paralleluniversen realisiert.


In seinem Medientipp stellt Daniel Ammann zwei Romane und einen Spielfilm vor, in denen das Gedankenspiel Wirklichkeit wird.

Lernen ist Glück

Wie können Schülerinnen und Schüler in ihrem Lernen unterstützt werden? Wie kann sinnvolles, lustvolles und kreatives Lernen gefördert werden? Mit solchen Fragen beschäftigen sich Hans Berner, Rudolf Isler und Wiltrud Weidinger in ihrem Buch Einfach gut lernen (hep Verlag 2021). Peter Holzwarth, Mitarbeiter des Schreibzentrums, stellt den Titel in Akzente (4/2021, S. 39) vor.

Leseförderung auf allen Kanälen

Wie erreicht man möglichst viele Kinder und Jugendliche und unter ihnen gerade auch die weniger Leseaffinen? Das fragen die Redaktorinnen in der dritten Ausgabe 2021 der Fachzeitschrift Buch & Maus. Im ganzen Heft geht es also ums Lesen und um Geschichten – ein Thema, das im digitalen Getöse manchmal unterzugehen droht. Auf sechs Heftseiten ist auch die PH Zürich prominent mit Beiträgen und Projektberichten vertreten.

In der Rubrik «Aus den Seiten gehüpft» widmet sich Daniel Ammann vom Schreibzentrum der aktuellen TV-Kinderserie Ghostwriter aus dem Hause Sesame Workshop (USA 2019–2021; dt. Titel: Vier Freunde und die Geisterhand) und wirf einen Blick zurück in die 1970er-Jahre, als Lemmi und die Schmöker im deutschen Kinderfernsehen junge Zuschauerinnen und Zuschauer mit audiovisuellen Buchinszenierungen fürs Lesen begeistern wollte.

Hannah Levinson, Isaac Arellanes, Justin Sanchez and Amadi Chapata in Staffel 2 von «Ghostwriter» ( Apple TV+).

Auf den Stil kommt es an

Wie wird aus Sprache Literatur? Was ist Manier, was ist Jargon, und in welche stilistischen Fehlerfallen tappen fast alle? Michael Maar zeigt, wer Dialoge kann und wer nicht, warum Kafka ein Alien ist und warum nur Heimito von Doderer an Thomas Mann heranreicht. In fünfzig Porträts, von Goethe bis Gernhardt, von Kleist bis Kronauer, geht er dem Geheimnis grosser Werke auf den Grund und entfaltet dabei eine Geschichte der deutschen Literatur. – Daniel Ammann stellt Die Schlange im Wolfspelz in einem Akzente-Medientipp vor (4/2021, S. 38).