Tipps, Drinks und Poetry an der Langen Nacht der aufgeschobenen Arbeiten

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Arme PH-Studierende! Arbeit, nichts als Arbeit bei der langen Nacht: Texte werden redigiert, Flaschen geöffnet, Inhalte sortiert, Gläser gefüllt. Ideen gefunden und verworfen, nicht aber die Flinte ins Korn. Dafür sorgen die Coaches. Sie rennen und beraten, mischen Drinks, verbreiten Laune. Bis die Stimmung kocht. Dann schlägt die Stunde des Poetry-Slam.

Lukas Becker, der Moosestache-Mann. Poetry Slam vom Feinsten.

Lukas Becker führt durch den Best-of-PH-Goes-Poetry-Slam und macht mit seinem Text auch gleich das Opferlamm: Ein kraftvolles Stück über Altern und Krankheit, Lebenswille und Poesie. Dann rockt Monique Honegger. Ihre Poesie wurzelt im haarig fleischigen Alltag. Sie erzählt vom Gegenüber, das wir ganz oft nicht bräuchten, aber halt brauchen. Ian Woodfield muss sich leider vertreten lassen: Seinen Text zum ganz normalen PH-Wahnsinn liest mit viel Pfeffer Moderator Lukas Becker. Den Abschluss macht Najda Isler mit ihrem Siegerbeitrag. Wir kennen sie schon, es ist nicht ihr erster «Erster» hier. Eindringlich und weltbewegend diesmal ihr Appell zur Völkerverständigung Zürich – Thurgau.

Nadja Isler, die Doppelsiegerin!

So viel Dampf macht Hunger: Die traditionellen Pizzen sind schnell weg. Und weil jetzt alle im Flow sind, wird emsig weitergewerkelt. Ohne Punkt, aber mit Komma. Bis in alle Nacht… (pk)

Spätschicht für Schreibzentrum-Tutor Lorenz Vogel.
Schreiben oder doch lieber Pizza?

… und: bald wird die Ausschreibung für den Schreibwettbewerb PH Goes Poetry Moosestache 2018 veröffentlicht!

Lange Nacht der aufgeschobenen Arbeiten

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Wieder mal erfolgreich am Aufschieben?

Die «Lange Nacht der aufgeschobenen Arbeiten» am 6. November von 18 Uhr bis Mitternacht bietet Studierenden der PH Zürich wieder Gelegenheit, mit anderen Aufschiebern in die Gänge zu kommen. Bei Fragen rund ums Schreiben beraten Mitarbeitende und Tutorinnen und Tutoren des Schreibzentrums. Auch an der 4. Langen Nacht gibt  es zur Stärkung Getränke und Pizza sowie zwei inspirierende Pauseneinlagen für das seelische Gleichgewicht.

Weitere Infos und den Flyer gibt es hier.

Unendliches bei Ende

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Die Lektüre von Literarischem heisst auch, sich auf Unabschliessbares einzulassen. Dies erfährt, wer sich von Hans-Heino Ewers zum Lesen bzw. Wiederlesen von Michael Endes Kinderbuchklassikern verführen lässt.
So regt der Autor zum Beispiel an, über die Schul­pädagogik im Jim Knopf nachzudenken, indem er auf Jims und Lukas’ Besuch der Mathematikstunde von Frau Mahlzahn verweist. Danach fragt Jim, ob Schulen generell so aussähen. Lukas’ Antwort lässt verschiedene Interpretationen zu: «Gott bewahre! (…) Manche Schulen sind sogar ganz nett. Allerdings sind dort keine Drachen als Lehrer, sondern einigermassen vernünftige Leute.» Bei Momo können sich auch Erwachsene auf eine Philosophiestunde bei Meister Hora freuen: Die grauen Herren würden entstehen, weil die Menschen ihnen die Möglichkeit gäben zu entstehen, erklärt er. Und wer eine Deutung für die Grenze zwischen Bewusstem und Unbewusstem sucht, wird vielleicht in der Unendlichen Geschichte fündig.

Martina Meienberg

Ewers,Hans-Heino. Michael Ende neu entdecken: Was ‹Jim Knopf›, ‹Momo› und ‹Die unendliche Geschichte› Erwachsenen zu sagen haben.
Stuttgart: Alfred Kröner Verlag, 2018. 278 Seiten.

Die Rezension ist erschienen in Akzente 3 (2018): S. 35.

 

Der Tod ist ein mühseliges Geschäft

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Eine Reise durch Syrien der besonderen Art: Die drei Geschwister Fâtima, Hussain und Bulbul transportieren in Hussains Minibus ihren in einem Damaszener Krankenhaus verstorbenen Vater. Sein letzter Wunsch war es, in seinem Heimatdorf in der Nähe von Aleppo bestattet zu werden. – Erik Altorfer über die Roadnovel des syrischen Autors Khaled Khalifa, dessen Romane in seiner Heimat nur auf dem Schwarzmarkt erhältlich sind.

 

Khalifa,Khaled. Der Tod ist ein mühseliges Geschäft.
Aus dem Arabischen von Hartmut Fähndrich.
Reinbek bei Hamburg: Rowohlt Verlag, 2018. 220 Seiten.

Die Rezension ist erschienen in der Online-Ausgabe von Akzente 3 (27.8.2018).

Schreib!

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Kennst du das, wenn du dich hinsetzt und voller Tatendrang den Computer startest, wenn du die Textdatei öffnest, wenn du die Finger auf die Tasten legst, den Zeigefinger hebst, um damit die erste Taste zu drücken, um dann in dieser Position zu verharren? «Schreib!», befiehlst du dir selbst.

Du überlegst, du überlegst schon viel zu lange. Deine Gedanken kreisen, noch sind sie beim Text, den du schreiben solltest, im nächsten Moment gehen sie der Frage nach, was du morgen zu Mittag kochen sollst. Deinen Blick wieder auf den Bildschirm gerichtet, bemerkst du, dass du die Textdatei längst in den Hintergrund geklickt hast. Anstelle des leeren Textfelds zeigt dein Monitor farbige Bilder und einen nicht enden wollenden Schwall von Informationen. «Gut», denkst du dir, «fünf Minuten Ablenkung wird niemandem schaden». Du klickst dich durch die Fotos, von Menschen, die längst nur noch in deiner Erinnerung existierten, würden sie nicht ihren gesamten Tagesablauf in den sozialen Medien posten. Du scrollst so durch die Netzwerke, nimmst gar nicht mehr wahr, was du da alles siehst und da kommt dir in den Sinn, dass die Zimmerpflanze am Ende des Gangs schon lange kein Wasser mehr bekommen hat.

Du stehst also auf, du wässerst die Pflanze und da du schon dabei bist, widmest du dich gleich allen anderen Gewächsen in deiner Wohnung und bemerkst die feine Staubschicht, die sich auf dem Büchergestell neben der Efeutute gebildet hat. Klar, dass du da nicht wegschauen kannst, du holst also den Staublappen und beginnst das Regal abzustauben. Noch bevor dein Schreibgewissen eingreifen kann, hast du die gesamte Wohnung umgeräumt und blank geputzt.

Screenshot aus «D’après une histoire vraie» (Polanski, 2017)

Du setzt dich in deiner sauberen Wohnung an deinen Computer, öffnest die Textdatei, legst deine Finger auf die Taste, hebst den ersten Finger und befiehlst dir selbst: «Schreib!».

Joëlle Desole ist Studentin auf der Sekundarstufe I und Tutorin im Schreibzentrum der PH Zürich

Kennst du das? – Das Schreibzentrum bietet auch Hilfe bei Schreibblockaden an. Werde noch heute Mitglied.

Deep Work

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Zerstückelte Arbeitstage, Grossraumbüros und E-Mails, die ständig nach Aufmerksamkeit verlangen, sind schlechte Voraussetzungen für konzentriertes Arbeiten, wie der Computerwissenschaftler Cal Newport überzeugend darlegt.

Was wir indes bräuchten, sind längere ablenkungsfreie Phasen, in denen wir uns vertieft einer einzigen Sache widmen können. Das Konzept nennt sich «Deep Work». Newport beschreibt nicht nur, wie Rückzugsorte, geschützte Zeitfenster und bestimmte Strategien zu besserer Qualität führen. Er klärt uns darüber auf, dass Ausgleich, Pausen und Feierabendrituale unser Wohlbefinden entschieden steigern und letztlich zu mehr sinnstiftender Produktivität führen. Wer nach Büroschluss noch Mails beantwortet oder in Gedanken schon Gespräche des nächsten Tages vorbereitet, vergibt sich die Chance abzuschalten und aufzutanken. Denn genau das wäre wichtig, weil wir nur über einen begrenzten Vorrat an Willenskraft und gelenkter Aufmerksamkeit verfügen.

Daniel Ammann

Newport, Cal. Konzentriert arbeiten: Regeln für eine Welt voller Ablenkungen.
Aus dem Englischen von Jordan T. A. Wegberg.
München: Redline, 2017. 271 Seiten.

Die Rezension ist erschienen in Akzente 3 (2018): S. 34.

Workshops im HS18

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Im Herbstsemester 2018  bietet das Schreibzentrum der PH Zürich wieder attraktive Workshops für Studierende und Mitarbeitende der PH Zürich und der PH Schaffhausen an. Stöbern Sie in unserem Programm und lassen Sie sich von der Vielseitigkeit überraschen:

  • Portfolio: Jetzt gehts los!
  • Vertiefungsarbeiten und grosse schriftliche Arbeiten planen und verfassen
  • Deutschkompetenzprüfung
  • Effizientes Lesen: Die
    persönliche Lesetechnik
    verbessern
  • Foren, Wikis, Googledoc, Feedbacken: Tricks zum schreibenden Lernen im Internet
  • Masterarbeit: Fragestellungen formulieren und Hypothesen bilden
  • Kommt da ein Komma?
  • Treffend formulieren – guter Stil
  • Kürze, damit du gelesen wirst
  • Planen und loslegen: Was Sie zum wissenschaftlichen Schreiben brauchen
  • Von Zitaten zum eigenen Text
  • Der letzte Schliff: Texte überarbeiten
  • Kreatives Schreiben
  • Erzählen statt Aufzählen

Anmeldungen und weitere Infos zu Angeboten des Schreibzentrums gibt es hier.

Kein geeigneter Workshop dabei oder die Termine passen nicht? – Kein Problem. Ab fünf Personen können Member beim Schreibzentrum einen eigenen Workshop bestellen. Nehmen Sie mit uns Kontakt auf.

Tutorinnen und Tutoren schreiben für «Akzente»: Studi-Kolumne 3/2018

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Schon seit 2009 schreiben die Tutorinnen und Tutoren des Schreibzentrums für das Magazin der PH Zürich. Im aktuellen Heft 3/2018 von «Akzente» denkt Antonia Stopic in der Studierendenkolumne über das Meckern nach: «Määääähcker

Wenn der Stoff explodiert

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In Träumen, dem fünften Band seines autobiografischen Grossprojekts, berichtet der norwegische Schriftsteller Karl Ove Knausgård von seiner Zeit in Bergen und wie er nach dem Besuch der Akademie für Schreibkunst immer wieder im Schreiben scheitert, dann anfängt Literaturwissenschaft zu studieren, wieder aufgibt und doch immer wieder von einer Karriere als Schriftsteller träumt.

Das Verfassen von Essays, Literaturkritiken und Seminararbeiten scheint Knausgård dabei einfacher von der Hand zu gehen:

Beim Verfassen von Hausarbeiten lief alles darauf hinaus, möglichst zu verbergen, was man nicht wusste. Dazu diente eine bestimmte Sprache, eine bestimmte Technik, und ich beherrschte sie. Zwischen den Dingen gab es Abgründe, die diese Sprache verdecken konnte, wenn man erst einmal gelernt hatte, wie es funktionierte.

Aber diese Selbstsicherheit hält nicht an:

Ich arbeitete an meiner Hausarbeit, bis zum Abgabetermin waren es nur noch ein paar Wochen, und ich hatte bisher nur wenige Seiten geschrieben. Schlimmer war jedoch, dass ich keine Ahnung hatte, wie ich vorgehen sollte.

Der Schreibforscher Hanspeter Ortner spricht in diesem Zusammenhang von embarras de richesse, also einer «Verwirrung durch Überfülle». Die kognitive Überlast blockiert den Schreibprozess ebenso wie die sprichwörtliche Angst vor dem leeren Blatt. Aber ihr ist vermutlich leichter beizukommen. Denn wer nichts zu sagen hat und unter einem Mangel an Material leidet, muss sich erst auf die Suche machen … lesen, recherchieren, Hypothesen entwickeln, Ideen generieren. Wer über zu viel Material verfügt, muss dafür auswählen und eingrenzen.

Schreibratgeber empfehlen, die Forschungsfrage zu präzisieren und möglichst eng zu fassen, das Thema herunterzubrechen und in bewältigbare Teilaufgaben zu zerlegen. Die Argumentation soll aufzeigen, wie die Dinge zusammenhängen und die Leserinnen und Leser von A nach B führen. Dieser rote Faden lässt sich schon in der Einleitung skizzieren und liefert das Gerüst für die ganze Arbeit. Fassen Sie das Ziel Ihrer Arbeit in wenigen Sätzen zusammen. Was wollen Sie herausfinden? Welche Verfahren wenden Sie an, um Antworten auf Ihre Frage zu bekommen? Wie gehen Sie der Reihe nach vor? Und nicht zu vergessen: Wie könnten die Ergebnisse aussehen?

Die Gliederung der Arbeit zeichnet die einzelnen Schritte nach und führt die Leserinnen und Leser sukzessive vom Problemaufriss und theoretischen Vorüberlegungen über die Methode und Untersuchung zu den Ergebnissen und deren Interpretation.

Aus diesem Grund ist es beim Schreiben und später für die Leserinnen und Leser nützlich, die einzelnen Kapitel und Unterkapitel im Inhaltsverzeichnis als Wegweiser zu betrachten und inhaltlich zu füllen.

Allgemeine Überschriften wie «Einleitung», «Theorie» oder «Schlussteil» bieten zwar eine grobe Orientierung, verwehren jedoch den Blick auf den Inhalt. […] Setzen Sie deshalb auf jeder Gliederungsebene aussagekräftige Überschriften und Zwischentitel. Wenn Sie in einem Kapitel den theoretischen Hintergrund oder den aktuellen Forschungsstand darstellen, dürfen Sie den Leserinnen und Lesern schon im Titel verraten, was auf sie zukommt. Überschriften wie «Natürlicher Zweitspracherwerb und Piagets Entwicklungsetappen», «Berufswahl zwischen Selbst- und Fremdbestimmung» oder «Wissensvermittlung durch Bilder» sind hilfreiche Wegweiser und bereiten auf die Lektüre vor.» (Texte meistern 2017, 20)


Das Schreibzentrum berät Studierende und Mitarbeitende der PH Zürich beim Planen, Verfassen und Optimieren ihrer Texte, z.B. schriftliche Leistungsnachweise, Portfolioarbeiten, Praktikumsberichte, Seminar- und Vertiefungsarbeiten, Masterthesis oder Alltagstexte.
Für weitere Tipps siehe auch unser Nachschlagewerk zu zu Fragen des Zitierens und des wissenschaftlichen Schreibens: A–Z des wissenschaftlichen Schreiben