Of Joy and Despair | Prazer e Desespero


Felipe Kaufman Gorodovits

A child who joyfully plays
Without hearing the noise of the explosion.
The sun rises, the sun sets
Enlightening the trees
That were not cut yet
The drops of rain flowing down the neck
Unaware they were tears
The next day arrives
And says it’s still worth
The crack of the half open door
Waiting for the family to return
The roaring strength of the waterfall
Remembering the fish that once swam
The hat over the head
Of a tired man,
Alone, smiling,
Knowing by his side is someone to trust

In the context of the International Summer School 2026, students from New Zealand, Brazil/Israel, China, Taiwan, Greece, Cyprus/UK, Sweden, Finland, Hongkong, England and Switzerland came together at the Zurich University of Teacher Education. As part of the event „Gamification in Education“ (Franziska Spring & Peter Holzwarth), the students also dealt with the topic of „Life Skills, mindfulness and games“. The playful and mindful use of language was also a topic. The simply constructed poem „Pleasures“ by Bertolt Brecht was adapted as a remake.

Worte, die bewegen: Bühne frei für das 10. PH Goes Poetry Finale!

Es ist wieder so weit, unsere Lieblingszeit des Jahres steht vor der Tür, und dieses Mal feiern wir eine ganz besondere Jubiläumsausgabe! Die besten Bühnenpoet:innen der PH Zürich, der PH Graubünden und erstmals auch der EHB (Eidgenössische Hochschule für Berufsbildung) treten am 1. Oktober gegeneinander an, um das Kafi Schnauz zum 10. Mal zum Beben zu bringen. Das Thema, das dieses Jahr alle Emotionen schwingen lässt: «Ausser mir und nebenan» | «Al di fuori di me e accanto» | «Ord mamez e dasperas».

Das Line-up verspricht absolute Hochspannung: Nadia Gsell, die als erfahrene Slammerin bereits zum dritten Mal im Finale steht und nach ihrem 3. Platz im letzten Jahr den Titel fest im Blick hat. Ihr gegenüber steht eine frische Welle an Talenten: Für sieben der acht Finalist:innen ist es der allererste Einzug ins grosse Finale! Mit völlig neuen Texten und unbändiger Energie wollen Roger Freiburghaus, Anna Hool, Qasim Ahmad Khan, Nathalie Peeters, Lia Salamina, Sonja Weibel und Markus Weil die Crowd für sich gewinnen.

Wer liefert die stärksten Zeilen? Wer holt sich das Preisgeld und den Sieges-Whisky? Eure Stimme entscheidet, wer am Ende triumphiert!

Kommt rechtzeitig vorbei, holt ein Getränk an der Bar und sichert euch die besten Plätze für ein unvergessliches Literatur-Spektakel. Das Kafi Schnauz in der PHZH-Mensa öffnet die Bar um 17.00 Uhr für ein lockeres Warm-up, um 18.30 Uhr startet dann das grosse Finale. Wir freuen uns auf euch!

Amanda Salib, PH Goes Poetry Team

Sequenzenplanung

Étoile Tardent

SO VIELE DINGE KLÄREN

PLANEN TAG EIN TAG AUS

DEUTSCH UND BILDLNERISCHES GESTALTEN

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5 WOCHEN PRAKTIKUM

DEUTSCH & BG

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GUTES TANDEM

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GUTES TANDEM

Dieses „Pantun“ entstand im Orientierungsmodul 2 (Silvia Niederberger & Peter Holzwarth) FS2026. Zum Konzpet „Pantun“ s. Holzwarth 2022, S. 42.

Als ich heute Morgen das Schulhaus betrat, da verstand ich zum ersten Mal …

Selina Flury

… dass ich nicht mehr eine von ihnen war. Sie standen vor dem Eingang in ihrer Traube, wie immer, die Köpfe über ein Handy gebeugt, und eine lachte zu laut. Ich kenne dieses Lachen. Ich kenne es von innen. Und trotzdem ging ich an ihnen vorbei, mit meinem Kaffee und meinem Schlüsselbund, und sie machten mir Platz, ganz selbstverständlich, so wie man eben einer Lehrerin Platz macht. Aus den Augen aus dem Sinn. Oder eben auch nicht.

Wo hört die Kindheit auf? © Selina Flury

Den ganzen Morgen liessen mich diese Köpfe nicht los. Ich weiss noch genau, wie es sich anfühlt, da unten zu stehen – das ständige Schielen, ob man dazugehört, das Gewicht eines falschen Wortes, die Überzeugung, dass dieser eine Nachmittag über alles entscheidet. Ich kenne jeden ihrer Gedanken, könnte sie mitsprechen wie einen alten Liedtext. Und gleichzeitig bin ich meilenweit weg. Wann genau bin ich auf die andere Seite gewechselt, und wie konnte ich das nicht bemerken?

Aber ist das denn schlimm? Eigentlich ist es ja schön, dass man sich erinnert, ohne noch mittendrin zu stecken. Ich muss nicht mehr zu laut lachen. Ich weiss jetzt, dass der eine Nachmittag eben nicht über alles entscheidet – und genau deshalb kann ich für diese Teenagerinnen ein wenig von dem Boden sein, der mir damals gefehlt hat. Man verliert die Jugend nicht, man rückt nur einen Schritt zur Seite, gerade so weit, dass die Hand frei wird, um sie jemandem hinzuhalten. Jemandem, der genauso auf der Suche ist, wie ich es damals war.

Selina Flury ist Tutorin am Schreibzentrum der PH Zürich.

Ich bin müde

Lisa Alberini

Ich bin müde

Eine Tasse Kaffee muss dringend her

Habe zu wenig geschlafen

Aber gut

Eine Tasse Kaffee muss dringend her

Alle Menschen haben Augenringe

Aber gut

Was solls

Alle Menschen haben Augenringe

Müssen den Tag überstehen

Was  solls

Wollen dringend zurück ins Bett

Müssen den Tag überstehen

Habe zu wenig geschlafen

Wollen dringend zurück ins Bett

Ich bin müde

Dieses Pantun-Gedicht (vgl. Holzwarth 2022, S. 42), das auf systematischen Wiederholungen basiert, entstand im Orientierungsmodul 2 (Silvia Niederberger & Peter Holzwarth), Frühjahrssemester 2026.

Der Fischer

Sven Hodel

Jeden Morgen sass der alte Fischer am See auf einem Holzstuhl, der fast so laut knarrte wie seine Knie.

„Wir sind beide nicht mehr neu“, sagte er jeweils zum Stuhl, „aber wir halten noch.“

Er war kein reicher Mann. Er besass eine kleine Hütte, ein paar Netze, eine Angelrute und eine Thermosflasche, die besseren Tee machte als manches Café im Dorf. Vor allem aber hatte er Mara, seine Frau. Wenn sie ihm am Morgen Brot ans Ufer brachte, wurde der Tag sofort wärmer.

Er fischte langsam. Nicht aus Faulheit, sondern aus Überzeugung. Wer die Schnur zu hektisch auswarf, verscheuchte nicht nur die Fische, sondern manchmal auch die eigenen Gedanken. Während der Schwimmer auf dem Wasser tanzte, dachte er über das Leben nach.

„Der Mensch“, murmelte er, „wirft ständig etwas aus: Wünsche, Sorgen, Pläne. Und dann wundert er sich, wenn nicht alles sofort anbeisst.“

(c) Sven Hodel

Manchmal fing er zwei Fische. Manchmal keinen. Beides war ihm recht. Mit den Jahren hatte er gelernt: Ein leerer Korb ist kein leeres Leben.

Am Mittag ass er Brot, Käse und einen Apfel. Er betrachtete sein einfaches Mahl und nickte zufrieden.

„Mehr Luxus verträgt mein Herz heute gar nicht.“

Eine Ente schwamm vorbei.

„Ja, ja“, sagte er zu ihr. „Du hast gut reden. Du bist wasserdicht geboren.“

Am Abend brachte er zwei kleine Fische nach Hause. Mara kochte Suppe, und der Duft füllte die Hütte.

„Grosse Fische gefangen?“, fragte sie.

„Zwei kleine“, sagte er. „Aber mit Charakter.“

Später sassen sie vor der Tür. Der See lag dunkel und ruhig vor ihnen.

„Was ist Glück?“, fragte Mara.

Der Fischer nahm ihre Hand. „Vielleicht ist Glück kein grosser Fang. Vielleicht ist es das Warten, das Atmen, warmer Tee, gute Suppe und jemand neben sich, der sogar über schlechte Witze lacht.“

„Ich lache nicht über alle“, sagte Mara.

„Nur über die besten Schlechten“, antwortete er.

Und der alte Fischer wusste: Man muss nicht alles fangen, um reich zu sein.

Sven Hodel studiert an der PHZH

Der Mythos von Sisyphos: Das Ringen um Sinnhaftigkeit als soziale Erfahrung?

In seinem Essay „Le Mythe de Sisyphe“ (Der Mythos von Sisyphos) beschreibt der Philosoph Albert Camus den Umgang des Menschen mit der Absurdität des Lebens.

Wie Sisyphos – die Figur aus der griechischen Mythologie – muss der Mensch sinnbildlich immer wieder mühevoll einen Stein aufwärtsrollen, der dann immer wieder herabrollt, womit die Arbeit von Neuem beginnt.

Camus deutet die Revolte gegen das Absurde als Akt der Würde und deutet Sisyphos als erfüllten und glücklichen Menschen:

„Darin besteht die ganze verschwiegene Freude des Sisyphos. Sein Schicksal gehört ihm. Sein Fels ist seine Sache. […]

Ohne Schatten gibt es kein Licht; man muß auch die Nacht kennenlerenen. Der absurde Mensch sagt Ja, und seine Mühsal hat kein Ende mehr. […]

Der Kampf gegen Gipfel vermag ein Menschenherz auszufüllen. Wir müssen uns Sisyphos als einen glücklichen Menschen vorstellen.“ (Albert Camus: Der Mythos von Sisyphos 1942 (Ausgabe Rowohlt/Hamburg 1992, S. 100-101))

Die gängige Vorstellung von Sisyphos ist die eines Einzelkämpfers (vgl. auch Visualisierungen). Auf einem Mosaik in der französischen Stadt Nancy (Rue des Frères Henry) sind zwei Menschen neben einem Stein und einer steilen Wand abgebildet. Könnte der Kampf gegen Gipfel und die Revolte gegen das Absurde als gemeinschaftliches Projekt verstanden und angegangen werden?

Gedankengänge und -stränge

Léjla Rüegg

Alltag
Arbeiten, Abgeben, Achselschweiss
Antrieb, Anhieb, Alltag, Acker
Aufopfern, Abendbrot, Abendrot.
Anhalten, Abhalten, Aufatmen
Andacht, Altar, Alptraum
Aufstehen, Anbeten, Arbeiten.

(c) Léjla Rüegg

Nicht Schein nur Sein
Sei achtsam. Sei aufrichtig. Sei aufgeschlossen. Sei ausdauernd. Sei bescheiden. Sei demütig. Sei dankbar. Sei ehrlich. Sei empathisch. Sei engagiert. Sei flexibel. Sei freundlich. Sei fürsorglich. Sei geduldig. Sei gelassen. Sei grosszügig. Sei hartnäckig. Sei hingebungsvoll. Sei hilfsbereit. Sei kommunikativ. Sei kreativ. Sei kooperativ. Sei lieb. Sei mitfühlen. Sei nachdenklich. Sei optimistisch. Sei respektvoll. Sei selbstbewusst. Sei selbstreflektiert. Sei tolerant. Sei unvoreingenommen. Sei verständnisvoll. Sei vertrauenswürdig. Sei verzeihend. Sei zielstrebig. Sei zuverlässig.
Sei vieles, nur eines, undankbar, das sei nicht.

(c) Léjla Rüegg

Léjla Rüegg ist Tutorin am Schreibzentrum der PH Zürich.

Schreibwettbewerb 2026 – 10 Jahre PH Goes Poetry!

Bereits zum 10. Mal laden wir dazu ein, Worte, Bilder, Gedanken und Geschichten zu einem gemeinsamen Thema in Bewegung zu setzen.

In diesem Jahr öffnen das Schreibzentrum der PH Zürich, die PH Graubünden und erstmals auch die Eidgenössische Hochschule für Berufsbildung EHB den Raum für alle, die Lust haben, poetisch, literarisch oder experimentell zu diesem Motto zu schreiben:

Ausser mir und nebenan | Al di fuori di me e accanto | Ord mamez e dasperas

Wie weit reicht das eigene Ich? Wo beginnt das Andere, das Fremde, das Vertraute? Was verbindet uns und was verschiebt sich, wenn wir die Perspektiven wechseln? Wir übergeben euch die Bühne der Interpretation: Zwischen Innenwelt und Aussenraum, Nähe und Distanz gibt es unzählige Geschichten, die nur darauf warten, erzählt zu werden.

Auch in der Jubiläumsausgabe werden die eingereichten Texte in Juryrunden in Chur und Zürich diskutiert: Slam-Profis, Studierende und Dozeirende der drei beteiligten Hochschulen wählen die Finalist:innen für den Slam im Herbst 2026 im «Kafi Schnauz» zum Finale an. Wer dort im Live-Voting überzeugt, holt sich einen der drei Plätze auf dem Podest. Die Texte der Nominierten werden im Anschluss auf edition-schreibzentrum.ch publiziert.

Teilnahmebedingungen:
– Alle Textarten sind zugelassen.
– Einreichungen sind möglich auf Deutsch, Italienisch, Rätoromanisch, Französisch oder Englisch. Weitere Sprachen dürfen gern einfliessen; die Bedeutung sollte sich aus dem Kontext erschliessen.
– Textlänge: 3000–5000 Zeichen.
– Teilnahmeberechtigt sind eingeschriebene und ehemalige Studierende sowie aktive und ehemalige Mitarbeitende der drei Hochschulen sowie Teilnehmende des CAS-Moduls «Literarisches Schreiben».
– Preisgeld: 150, 100 und 50 Franken für die ersten drei Ränge.
– Wer nicht selber auf der Bühne stehen mag oder verhindert ist, kann den eigenen Text gern von einem Slammer, einer Slammerin oder jemand anders lesen lassen.

Einsendeschluss: 30. April 2026

Einreichungen an: laurin_schenkel@stud.phzh.ch