Workshops fürs HS 2019

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Workshops HS19

Im Herbstsemester 2019  bietet das Schreibzentrum der PH Zürich wieder attraktive Workshops für Studierende und Mitarbeitende der PH Zürich sowie der PH Schaffhausen an. Verbessern Sie Ihre Lesetechnik, um Berge von Fachliteratur zu bewältigen. Frischen Sie Kommaregeln auf. Holen Sie sich Anregungen für das Planen, Verfassen und Überarbeiten Ihrer Vertiefungs- oder Masterarbeit. Aber nicht nur das wissenschaftliche Schreiben steht im Mittelpunkt. Auch Bewerbung und Lebenslauf, Elternbriefe oder eigene Erzählungen und Reportagen kommen im Workshopprogramm zum Zug.

Anmeldungen und weitere Infos zu Angeboten des Schreibzentrums gibt es hier.

Kein geeigneter Workshop dabei oder die Termine passen nicht? – Kein Problem. Ab fünf Personen können Member beim Schreibzentrum einen eigenen Workshop bestellen. Nehmen Sie mit uns Kontakt auf.

Q&A Zitieren #15: Ein Kompass fürs Zitieren

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Wörtliche Zitate und inhaltliche Übernahmen aus anderen Texten müssen Sie in Ihrer (wissenschaftlichen) Arbeit eindeutig kennzeichnen und alle verwendeten Quellen am Schluss in einem alphabetischen Literaturverzeichnis auflisten. So verlangen es die Spielregeln des wissenschaftlichen Schreibens.

An der PH Zürich ist hierfür das Chicago Manual of Style (nach dem Autor-Jahr-System) massgebend. Ähnlich wie der Duden für Rechtschreibung und Grammatik sollen die formalen Vorgaben des CMoS sicherstellen, dass die Informationen vollständig, korrekt und einheitlich wiedergegeben werden.

«Zitier-Kompass» der PHZH

Als Ergänzung zu den Ausführungen auf der Zitierseite im Studiweb und dem «A–Z des wissenschaftlichen Schreibens» haben wir nun einen einfachen Zitierkompass mit typischen Beispielen erstellt (den Sie hier herunterladen können).

Die Navigation ist denkbar einfach.

Jede «zitierfähige» Quelle – ob Buch, Zeitungsartikel, Filmbeitrag oder Internetseite – lässt sich in einem ersten Schritt als selbständige oder unselbständige Veröffentlichung kategorisieren. Anschliessend muss dann nur noch entschieden werden, ob es sich bei einer selbständigen Publikation um ein Einzelwerk (eines oder mehrerer Autoren/-innen) oder um einen Sammelband (mit Herausgeberschaft) handelt.

Analog lässt sich bei den unselbständigen Quellen einerseits zwischen Artikeln aus Fachzeitschriften, Zeitungen, dem Internet etc. oder andererseits Beiträgen aus einem Sammelband unterscheiden.

Für jede der vier Möglichkeiten führt der Zitierkompass eine kleine Checkliste mit den erforderlichen Angaben sowie typische Einträge mit den entsprechenden Kurzbelegen auf. Wenn Sie sich an diesen Musterbeispielen orientieren, sind Sie auf der sicheren Seite.

Meisterkurse im HS2019

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Leitfaden für das Verfassen von Masterarbeiten stud.phzh.ch/schreibberatung/#textemeistern

Das Herbstsemester rückt näher. Höchste Zeit für neue Workshops. Im aktuellen Angebot richtet sich das Schreibzentrum diesmal besonders an Studierende, die in den nächsten Semestern ihre Masterarbeit bezwingen (also im Dezember 2019 oder im Mai 2020 abgeben) wollen.
Nicht vergessen: Schreiben hat mehr mit richtigem Üben als mit Talent zu tun. Gehen wir es also sportlich an!

Die Mittwoch-Schreibgruppe
Jeden Mittwochnachmittag wird das Schreibzentrum zum Writers’ Room. Im Lernforum LAA-F014 steht Masterstudierenden während des ganzen Herbstsemesters ein eigener Arbeitsraum zur Verfügung. Hier können Anfänger und Fortgeschrittene (Abgabetermin Dez. 2019 bzw. Mai 2020) konzentriert an ihren Schreibprojekten feilen und sich mit Gleichgesinnten über das Schreiben oder methodische Probleme austauschen.

Gemeinsam schreibt es sich leichter

Feste Schreibzeiten und eine produktive Arbeitsatmosphäre sollen helfen, mit der grossen Abschlussarbeit voranzukommen und auftauchende Fragen zu klären. Zu vereinbarten Zeiten stehen deshalb auch Mitarbeitende des Schreibzentrums für Auskünfte und richtungsweisende Impulse zur Verfügung. Wie gelingt die Leseführung? Worauf ist bei der Einführung oder beim Zusammenfassen des Forschungsstands besonders zu achten? Wie werden Zitate in die eigene Argumentation eingebaut? Was gehört unbedingt in den Schlussteil der Arbeit? 

Übung macht den Master!

Unabhängig von der Mittwochsgruppe bietet das Schreibzentrum für MA-Studierende drei weitere «Meisterkurse» an. Diese Workshops sollen die Schreibenden darin unterstützen, ihr Forschungs- und Schreibprojekt gezielt in Angriff zu nehmen (Teil I), in der textproduktiven Mittelphase am Ball zu bleiben (Teil II) und in der letzten Etappe eine termingerechte Punktlandung hinzulegen (Teil III). Zusätzlich bietet die Bibliothek speziell für Masterstudierende Impulsveranstaltungen für die Literaturrecherche an.

Anmeldung für die Mittwoch-Schreibgruppe und viele weitere Workshops unter stud.phzh.ch/sz-workshops oder unter Workshops & Impulse des Lernforums.

Astrid – Gegen alle Konventionen

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Woher kommt die Traurigkeit in Astrid Lindgrens Kinderbüchern? Etwa wenn Pippi am Weihnachtsabend in den Himmel schaut und ihrer verstorbenen Mutter vorschwindelt, dass sie ganz viele Geschenke erhalten habe, nur damit sich diese keine Sorgen macht. Antworten finden sich im Film Astrid.

Dieser beleuchtet ein dunkles Kapitel in der Biografie der Kinderbuchautorin: Bei ihrer ersten Stelle verliebt sich Astrid in den verheirateten Herausgeber einer Lokalzeitung. Als sie schwanger wird, entscheidet sie sich gegen ein Leben in Sicherheit, gegen die Ehe mit dem Kindsvater und wählt den Weg gegen alle Konventionen ihrer Zeit. So wächst ihr Sohn Lasse zuerst bei einer Pflegemutter in Kopenhagen auf. Dort lebt er so lange, bis er Astrid als Mutter nicht mehr erkennt und nur widerwillig mit ihr nach Schweden zurückkehrt. Nach einer schwierigen Annäherung zwischen Mutter und Sohn erobert sie schliesslich sein Herz mit – wie könnte es anders sein – einer selbst erfundenen Geschichte.

Martina Meienberg

Astrid. Schweden/Dänemark 2018. Regie: Pernille Fischer Christensen. DVD Berlin: DCM Film Distribution, 2019.

Die Rezension ist erschienen in Akzente 3 (2019): S. 34.

Trinken in Kairo

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Snooker in Kairo. (C. H. Beck, 2018)

Waguih Ghali hat in seinem kurzen Leben nur einen Roman geschrieben. 1964 erschienen, wurde Snooker in Kairo im Arabischen Frühling neu gelesen. In den Beschreibungen der postrevolutionären Zeit nach Nassers Militärputsch fanden die Demonstrierenden Parallelen zur politischen Gegenwart und zu ihrem Lebensgefühl.

Ram ist der komische und traurige Held dieses Romans. Er gehört der Oberschicht an, ist aber immer pleite. Er ist Kommunist und verachtet die Armen. Sein Englisch ist besser als sein Arabisch, jedoch hasst er die Kolonialmacht. Zynismus und Selbsthass sind seine Reaktion auf diese Widersprüche. Und der Alkohol hilft: Meist ist Ram betrunken oder auf der Suche nach dem nächsten Drink. Snooker in Kairo ist schnell und direkt, voller Situationskomik und bitterem Scharfsinn, zeitlos und von aktueller Brisanz. Ein Glück, dass das Meisterwerk der ägyptischen Literatur nun auf Deutsch vorliegt.

Drei Geschwister finden sich im Zimmer eines Sanatoriums wieder, in dem Thedor, der jüngere Bruder, behandelt wird. Altersmässig stehen sie mitten im Leben, die Situation erscheint aber Lorenz, dem älteren Bruder, «als wäre es wie früher». Und so vereint scheinen die drei nun zu sein, dass die Ich-Erzählung von Lorenz im kollektiven Wir endet.

Erik Altorfer, Akzente 3 (2019), S. 35.

Ghali, Waguih. Snooker in Kairo. Aus dem Englischen von Maria Hummitzsch. München: C. H. Beck, 2018. 256 Seiten.

Das neue Gefühl

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Ich über dich – Du über alles (2018)

Früher veränderte jedes Buch, das er las, sein Leben, jeder Film war gross­artig und jede Freundschaft würde bestimmt ein Leben lang halten. Aber irgendwann hat sich da ein neues Gefühl eingeschlichen … In seinem Text «Distanz» fragt sich unser Tutor Peter Fäh, wie es zu diesem Riss zwischen früher und heute, zwischen ihm und der Welt gekommen ist.

Mehr über die Schreib-Events des Schreibzentrums gibt es hier. Gedruckte Exemplare der Erzählnachtbüchlein können weiterhin zu je CHF 2.– beim Schreibzentrum erworben werden.

Alles auf Anfang

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In der Rubrik Romananfang, aber auch mit eigenen ersten Sätzen haben wir uns an dieser Stelle immer wieder mit dem Beginnen befasst. Im Schreiben, mit jedem Text fangen wir immer wieder ganz vorne an. Manchmal startet das Abenteuer mit einem fulminanten ersten Satz, manchmal stellt sich dieser erst viel später ein, am Ende eines langen Auswahlprozesses.

Der erste Satz, heisst es, entscheide quasi über das Schicksal eines Romans oder einer Erzählung. Da wundert es einen, dass überhaupt noch ein Autor, eine Autorin den Stift aufs leere Blatt setzen mag. Wie kommen Anfänge eigentlich zustande – und gibt es ein Rezept für den guten Start?
In seinem Essay in der Neuen Zürcher Zeitung beschäftigt sich Daniel Ammann mit den vielfältigen Möglichkeiten und Mythen des Anfangens – eine kleine Poetik der ersten Sätze.

Elisa Plüss meistert den Challenge an der PHZH

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Wie ist es, wenn ein Profi ungeprobt vorliest? Am zweiten Schweizer Vorlesetag besuchte Elisa Plüss, der Jungstar des Schauspielhaus Plüss die PHZH. Die Schnellsprecherin aus «Totart Tatort», die Sprachgesangskünstlerin aus «Die Toten», die Wortwandlerin aus «44 Harmonies from Apartment House 1776». An der PHZH las sie vor, was die Zuschauerinnen und Zuschauer ihr vorlegten. Selbstgeschriebene Slamtexte, einen Songtext von Deichkind, den Wikipedia-Eintrag zur Traubensorte Vernatsch, Fragen und Forderungen zum Schweizer Frauenstreik und James Joyce-Zitate. Alles spontan und ungeprobt.

Elisa Plüss verstand es, in die Texte hineinzuhorchen und sie zum Blühen zu bringen. Sie kommentierte ihr Vorgehen und so konnten die Zuschauerinnen und Zuschauer den Profi aus nächster Nähe bei der Annäherung an ungelesene Texte beobachten. Ein absolutes Highlight war Elisa Plüss’ Gestaltung der Sprechblasen aus La Porta, die ganz ohne Sprache auskommen!

Im Anschluss an die Lesung gab Elisa Plüss im Gespräch mit Moderator Erik Altorfer Tipps, wie das Vorlesen geübt werden kann. Mit dem Einsatz von praktischen, umsetzbaren Tricks wird das Vorlesen zu einem Genuss für die Zuhörerinnen und Zuhörer – und auch für den Vorleser oder die Vorleserin selbst.

Tipps und Tricks von Elisa Plüss für Lehrpersonen und andere Vorleser*innen

  • Jede und jeder kann vorlesen.
  • Texte spontan gestalten, wenn Ihnen das Spass macht. Ihre Freude überträgt sich auf das Publikum.
  • Nicht in einem offiziellen, distanzierten Ton vorlesen.
  • Eine Phantasie zum Text entwickeln und den Rhythmus des Textes erfassen.
  • Texte nicht prima vista (unvorbereitet) vorlesen, sondern vorab mehrere Male für sich alleine lesen. Dabei den Sinn des Textes zu verstehen versuchen.
  • Schwierige Wörter mehrmals lesen und aussprechen lernen.
  • Während des Vorlesens: Spontan agieren, versuchen im Moment zu bleiben und sich treu zu sein.
  • Evtl. eigene Gedanken, Kommentare zum Text während dem Vorlesen laut aussprechen. Das hilft, selbst wieder im Moment anzukommen.
  • Verhaspeln sich Vorleser*innen, hinterlassen sie beim Publikum meistens einen charmanten Eindruck.