Verwunschene Bibliotheken

Wer weiss, wie lange es noch Bibliotheken gibt. Vielleicht verschwinden sie schon bald mit den Büchern im virtuellen Raum. Oder es gibt sie überhaupt nur noch als Reminiszenz in Büchern und Filmen. – In seinem Medientipp in «Akzente» 1/2020 hat sich Daniel Ammann ein paar kuriose Bibliotheken vorgenommen und die Bücher gelesen, in denen sie ihr verwunschenes Dasein fristen.

Tutorinnen und Tutoren schreiben für «Akzente»: Studi-Kolumne 1/2020

Seit über zehn Jahren schreiben die Tutorinnen und Tutoren des Schreibzentrums für das Magazin der PH Zürich. In Heft 1/2020 von «Akzente» singt Ronja Stamm in der Studierendenkolumne auf Seite 25 ein erfrischendes Loblied auf die Absage. Warum immer Ja sagen, wenn man Nein meint?

PH Goes Poetry – News News News

EILMELDUNG

Neuer Einsendeschluss für den Schreibwettbewerb «Das Meer zwischen uns» ist der 30. April 2020.

«Puuh, grad nomal Glück gha. Suscht hett ichs vilicht no verpasst!»

Ja, ihr habt alle unter den gegenwärtigen besonderen Umständen einen Monat mehr Zeit, um spannende, witzige und provokative Texte für den Schreibwettbewerb zu verfassen.

Hier noch einmal die wichtigsten Eckpunkte:

  • ALLE Textsorten passend zum Motto sind willkommen (Hauptsache, sie bestehen aus 3000–5000 Zeichen).
  • Die besten acht Texte können im Herbst 2020 am PH Goes Poetry-Slam im Kafi Schnauz antreten.
  • Am Slam winkt ein Preisgeld für die drei Erstplatzierten (und der obligatorische Whisky für den Champion).
  • Die besten Texte werden vom Schreibzentrum publiziert.

Es sind schon um die 30 Texte eingereicht worden – wir hoffen, es werden noch mehr!

«Ja, und wer entscheidet dänn, welles die beschte Text sind?»

Gute Frage. Unsere Jury, bestehend aus zwei erfahrenen Slammern und einer Studentin liest eure Texte und kämpft dafür, dass nur die besten ins Finale kommen.

Übrigens: In diesem Jahr läuft der Schreibwettbewerb international – die ISEAHZ in Tunesien hat in Kooperation mit der PHZH den Wettbewerb konzipiert und auch in Zaghouan / Tunesien ausgeschrieben!

Also los los los! Euch allen ein frohes Schreiben! Wir freuen uns auf eure Texte, wir sehen uns hoffentlich im Finale.

(Nicholas Rilko und Natascha Hossli)

Autobiografische Spurensuche

Wie schreibt man die Lebensgeschichte der Eltern, wenn man wenig über sie weiss? – In seinem Online-Medientipp in Akzente 1/2020 zeichnet Erik Altorfer nach, wie die Autorin Natascha Wodin in ihren autobiografischen Romanen Sie kam aus Mariupol (2017) und Irgendwo in diesem Dunkel (2018) der Vergangenheit ihrer Eltern, sowjetischen Zwangsarbeitern im Deutschen Reich, nachspürt.

Faktencheck in der Fiktion

Die Segel blähen sich vor dem Wind, und der Wimpel am Hauptmast zeigt auch korrekt die Windrichtung an. SONJA WIMMER / KINDERMANN-VERLAG

Haben Raben gelbe Schnäbel, kann man mit einer Brille Feuer machen oder mit dem Auto zum Mond fahren? In der Fiktion ist alles erlaubt, wenn’s passt und gut gemacht ist! Trotzdem unterzieht Daniel Ammann die Fantasie einem kleinen Faktencheck. Unter dem Titel «Richtig lügen ist grosse Kunst» geht er in der NZZ vom 31.1.2020 (S. 38 und online) der heiklen Frage nach, was Fiktion und Wirklichkeit eigentlich miteinander zu schaffen haben. Sein Fazit: Imagination siegt über Gravitation!

Winterwärme

Zwischen oben und unten ist eine Welt, nicht Leben noch Tod, weder Himmel noch Hölle: Eine Zwischenwelt des Sehnens und Vermissens, der Wut und der Trauer.
In seinem Liebesgedicht erzählt Peter A.  Kaiser von Menschen, die erhaben sein wollen und deswegen keinen Platz in der Welt finden. Er klagt an, schildert den Mangel an Empathie und Wärme, der Menschen «erfrieren» lässt. Und er beschreibt die Schwierigkeit, sich damit abzufinden.

Bereits seit 2009 entsteht jedes Jahr ein Büchlein mit Texten aus Schreib-Events und Wettbewerben. Gedruckte Exemplare können für CHF 2.– beim Schreibzentrum erworben werden.

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Hapert’s beim Lesen?

In der «Seitenblick»-Kolumne von Akzente (Heft 4/2019, S. 9) schaut Alex Rickert diesmal auf die immer wieder heiss diskutierten basalen Lesefertigkeiten und lädt uns gleich zu einem Selbsttest ein. – Und was kann man tun, wenn es mit der Leseflüssigkeit hapert?

Q&A Zitieren #16: Wo kommt der Punkt?

Zitieren soll man auf den Punkt genau. Aber wo kommt der Punkt, wenn ich Informationen aus fremden Quellen in meinen eigenen Text integriere, sei es als wörtliche Wiedergabe oder in eigenen Worten? – Hier greift weniger das wissenschaftliche Zitiermanual, sondern vielmehr die grammatische Satzlogik und der gesunde Menschenverstand.
Wenn in einer schriftlichen Arbeit zitiert wird, besteht ein typischer Satz oft aus drei Teilen:
a) Man beginnt mit einer kurzen Anmoderation, in der das folgende Zitat oder die Paraphrase angekündigt wird,
b) dann kommt das ‹übernommene fremde Gedankengut›, und
c) ganz am Schluss folgt die Angabe der Quelle in Form eines Kurzbelegs. Erst jetzt ist der Punkt fällig. 

Beispiele
In Heike Kämpfs Beitrag über die Philosophin und Theoretikerin der Gender Studies Judith Butler sind alle drei Elemente in einem Satz zu finden: Anmoderation, Zitat und Kurzbeleg (Kämpf 2006, 246–247):

Insofern hat das Schreiben auch einen zentralen politischen Nutzen, den Butler wiederholt hervorhebt: «Das Verfassen von Texten kann», so Butler, «ein Weg sein, das neu zu gestalten, was als die Welt gilt» (Butler 1997, 44).

Dies gilt auch im folgenden Fall (Palmier 2009, 154), in dem paraphrasierend zitiert wird: 

Hickethier weist darauf hin, dass die Bedeutung der Filmerzählung dort, wo sie sich der sprachlichen Darstellbarkeit verweigert, schnell als nicht existent angenommen wird. Dabei liege gerade hier das wesentliche narrative Element des Audiovisuellen (vgl. Hickethier 2007, 104). 

Punkt am Schluss

In studentischen Arbeiten, aber auch in der Fachliteratur trifft man gelegentlich trotzdem auf einen eingeklammerten Quellenverweis nach dem Schlusspunkt. Dies führt jedoch dazu, dass der Kurzbeleg gleichsam zwischen zwei grammatischen Sätzen «schwebt». Da wir üblicherweise in ganzen Sätzen schreiben, ist diese Praxis nicht empfehlenswert. (Einzige Ausnahme bildet das eingerückte Blockzitat, denn hier fallen die Anführungszeichen zur Kennzeichnung des Zitats weg und der Kurzbeleg wird quasi als Anmerkung erst nach dem Schlusspunkt der zitierten Passage angefügt.)

Ebenso wie ein Frage- oder Ausrufezeichen kennzeichnet der Punkt das Ende eines Satzes. Nur wenn es sich bei diesem ganzen Satz um ein Zitat handelt, folgt (nach Duden) das schliessende Anführungszeichen nach der Interpunktion.

In seinen Studien zur Autobioraphie weist Günter Niggl (2012, 41) darauf hin, dass Memoiren heute zu einer Unterart der Berufsautobiografie geworden sind: «Darum werden gern auch Erinnerungen von Künstlern und Gelehrten, wenn sie weniger die eigene Person als vielmehr ihre Karriere, ihre Berufswelt, ihre Zeit und ihre Gesellschaft schildern, Memoiren genannt.»

Das gilt sogar, wenn das Zitat unterbrochen wird, wie im folgenden Beispiel:

Memoiren werden heute von Autobiografien nicht mehr klar abgegrenzt, sondern zunehmend als Variante der Berufsbiografie betrachtet. «Darum werden gern auch Erinnerungen von Künstlern und Gelehrten», so Niggl in seinen Studien zur Autobioraphie (Niggl 2012, 41), «wenn sie weniger die eigene Person als vielmehr ihre Karriere, ihre Berufswelt, ihre Zeit und ihre Gesellschaft schildern, Memoiren genannt.»


Unter der Rubrik «A–Z» entsteht im Studiweb ein Nachschlagewerk zu Spezialfällen und häufigen Fragen rund ums Zitieren: Was soll kursiv und was in eckige Klammern gesetzt werden? Wie sehen die Angaben zu einem Lehrmittel aus? Was bedeutet eigentlich «graue» Literatur? Muss ich alle 15 Autorenangaben aufführen? Braucht es bei einem Blockzitat Anführungszeichen? Wie zitiere ich aus dem Volksschulgesetz oder einem Modulskript der PH Zürich? Was bedeutet et al. und wo wird die Abkürzung ebd. verwendet? Darf ich auch Fussnoten setzen, wenn ich nach dem Autor-Jahr-System arbeite?

Workshops fürs FS 2020

Im Frühlingssemester 2020  bietet das Schreibzentrum der PH Zürich wieder attraktive Workshops für Studierende und Mitarbeitende der PH Zürich sowie der PH Schaffhausen an. Verbessern Sie Ihre Lesetechnik, um Berge von Fachliteratur zu bewältigen. Frischen Sie Kommaregeln auf. Holen Sie sich Anregungen für das Planen, Verfassen und Überarbeiten Ihrer Vertiefungs- oder Masterarbeit. Aber nicht nur das wissenschaftliche Schreiben steht im Mittelpunkt. Auch Bewerbung und Lebenslauf, Elternbriefe oder eigene Erzählungen und Reportagen kommen im Workshop-Programm zum Zug. Und last but not least: Auch für die Vorbereitung der Deutschkompetenzprüfung sind Sie bei uns am richtigen Ort.

Anmeldungen und weitere Infos zu Angeboten des Schreibzentrums gibt es hier.

Kein geeigneter Workshop dabei oder die Termine passen nicht? – Kein Problem. Ab fünf Personen können Member beim Schreibzentrum einen eigenen Workshop bestellen. Nehmen Sie mit uns Kontakt auf.

Publikumsbeschimpfung an der PH

1966 wurde Peter Handkes Theaterstück «Publikumsbeschimpfung» zum ersten Mal aufgeführt. Wie der Titel ja bereits sagt, beschimpfen im Stück die Schauspieler das Publikum. Das Konzept hatte Peter Fäh schon immer gefallen und nun hat er endlich die Gelegenheit, selber einmal ein Publikum zu beschimpfen.
Im Unterricht wird das in der Regel von den Fachdidaktikern und Praxislehrerinnen nicht goutiert. Im Gegensatz zu Handke möchte er aber nicht zum Nachdenken über das Theater oder Kunst im Allgemeinen anregen. Die Beschimpfung ist hier reiner Selbstzweck.

Im Finale des Moosestache-Poetryslams «PH goes Poetry» holt sich Peter Fäh den 3. Platz.

Bereits seit 2009 entsteht jedes Jahr ein Büchlein mit Texten aus Schreib-Events und Wettbewerben. Gedruckte Exemplare können für CHF 2.– beim Schreibzentrum erworben werden.

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