FAQ – Evergreens aus der Schreibberatung – #16

FAQHäufig gestellte Frage: «Kann ich auch mit Zitierfragen zu euch kommen?»

Unsere Antwort: Ja, das kannst du. Allerdings sollte dir bewusst sein: Wir korrigieren nicht dein ganzes Literaturverzeichnis, sondern geben dir Hinweise, wo noch Verbesserungen nötig sind.

Ab FS 15 werden die Zitierregeln der PH Zürich neu dem Chicago Manual of Style folgen. Die neue Regelung wird den alten Leitfaden zum Zitieren der PH ablösen. Einen Leporello mit den wichtigsten Informationen zur neuen Zitierweise findest du bereits jetzt bei uns im Schreibzentrum, an der Theke beim Eingang der Bibliothek oder elektronisch hier.

Bei Fragen, welche dir der Leporello nicht beantwortet, empfehlen wir dir einen Blick auf https://stud.phzh.ch/zitieren zu werfen; dort werden einige Spezialfälle erläutert. Auf ILIAS gibt es zudem ein Forum zu Zitierfragen, welches von Mitarbeitenden des Schreibzentrums betreut wird. Vielleicht findest du ja dort eine Antwort zu deiner Frage, sonst kannst du sie gleich selber stellen.

Das Schreibzentrum bietet ausserdem einen Workshop an, in dem du die neue Zitierweise üben kannst: Der Workshop «Quellen angeben: Zitieren und Bibliografieren» findet am 12.11.2014 von 12.30 bis 13.30 Uhr statt. Anmeldungen online ab Semesterstart.

Und, wie gesagt, du darfst mit deinen Fragen zum Zitieren auch gerne zu uns in die Sprechstunde kommen. Montag bis Donnerstag, jeweils von 12 bis 14 Uhr sind wir für dich da.

Liebe und Verbrechen in Zeiten der Prohibition

Lehane: In der NachtDie Geschichte setzt mit einem kinoreifen Cliffhanger ein. Joe Coughlin sitzt gefesselt auf einem Schlepper im Golf von Mexiko. Seine Füsse stecken in einem Block Zement und ein Dutzend schwer bewaffneter Mobster warten darauf, ihn über Bord zu kippen. – Die aus Mafiafilmen bekannte Szene ist so einfach wie effektvoll, und sie wirft zwei dramaturgische Fragen auf, die auf den folgenden 500 Seiten beantwortet werden: Wie ist Joe in diese missliche Lage geraten, und wird die Sache für ihn glimpflich ausgehen? Lehane blendet sieben Jahre zurück und lässt den kriminellen Handlanger Joe in Boston erst einmal jener Frau über den Weg laufen, die alles ins Rollen gebracht hat.

Die ganze Rezension auf literaturkritik.de

Dennis Lehane
In der Zeit.
Aus dem Amerikanischen von Sky Nonhoff.
Zürich: Diogenes, 2013.
592 Seiten.

Siegertexte und Laudationes des Schreibwettbewerbs 2014 zum Download

«Rauschen» lautete der Titel des Schreibwettbewerbs 2014, der vom Schreibzentrum der PH Zürich, vom SchreibLeseZentrum der EB Zürich und vom SchreibLeseZentrum der KME Zürich veranstaltet wurde.Rauschen Hafen

Die drei Gewinnerinnen sind:

1. Preis: Barbara Rindisbacher

2. Preis: Katharina Neves

 

Die Siegertexte und die Laudationes (1. u. 2. Preis) können hier als PDF-Dokument heruntergeladen werden.

Die Jury setzte sich zusammen aus: Sabina Altermatt (Autorin), eine Tutorin und ein wissenschaftlicher Mitarbeiter des Schreibzentrums der PH Zürich, zwei Mitarbeitende des SLZ der KME und zwei Mitarbeitende des SLZ der EB.

Write my Fire – #16: I BI

Write My Fire!«I

BI

WI

US

WA

CH

SG

MA

CH

T…

nie ändend

wärmi spändend

beschönend

betörend»

(Geschrieben zu: Johnny Cash – «Ring of Fire»)

Unter dem Motto «Write my Fire!» und inspiriert von den feurigsten Songs der letzten 50 Jahre schrieben Studierende und Mitarbeitende der PH Zürich gemeinsam Geschichten, Minidramen, Chats, Dialoge und vieles mehr. Dies anlässlich unseres Schreibevents zur Schweizer Erzählnacht 2012.

Bereits seit 2009 entsteht so jedes Jahr ein Büchlein. Die Vernissage des aktuellen Werks «Write My Fire!» begeisterte mit Lesungen und Live-Musik der Lokalband «November’s Fall» und fand am 10. April 2013 anlässlich unseres Jubiläumsfests in der PH Zürich statt. Gedruckte Exemplare aller Jahre können weiterhin zu je CHF 2.– beim Schreibzentrum erworben werden.

«Begib dich zum Zentrum der Gravitationskraft und finden deinen Planeten du wirst.»

Der Sog der Schwerkraft von Gae PolisnerMit fiebrigen Halluzinationen und einem gebrochenen Bein fängt es an. Für den 15-Jährigen Nick hat die Wirklichkeit aber noch ganz andere Abenteuer auf Lager. Zuerst verlässt sein übergewichtiger Vater die Familie, um 300 Kilometer nach New York zu wandern. Als dann Nicks bester Freund Scoot an jener seltenen Krankheit stirbt, die ihn mit fünfzehn greis wie Yoda aussehen lässt, verliert Nick beinah den Boden unter den Füssen. Da überredet ihn die smarte Jaycee zu einer heimlichen Reise. Die beiden Jugendlichen büxen aus, um Scoots letzten Wunsch zu erfüllen und dessen Vater eine Erstausgabe von John Steinbecks «Von Mäusen und Menschen» zurückzugeben. Doch wie in Steinbecks Geschichte kommt alles anders als geplant, und fast will es scheinen, als hätte der weise Scoot es so gewollt.

Gae Polisner
Der Sog der Schwerkraft.
München: cbj, 2014. 250 Seiten.

Kurzrezension von Daniel Ammann aus «Bücher am Sonntag», 29.6.2014, S. 12.

Das Gegenteil eines Krimis

das-groessere-wunder_hoch«Das Gestern stand klar vor ihm, das Soeben schwand, zerfloss, ungreifbar und verbraucht. An seinem Zelt wurde der erste Leichnam vorbeigetragen, notdürftig bedeckt mit einer im Wind flatternden Plane.»

So viel vorweg: Diese Leiche wird nicht der einzige Tote bleiben, dem wir in diesem Buch begegnen. Dabei ist das Buch quasi das Gegenteil eines Krimis. Die Hauptfigur, Jonas, begleiten wir als Leser einmal auf der Achterbahnt seiner Jugend und einmal auf einen Trip auf den Mount Everest.

Ein Schicksalsschlag im Jugendalter treibt Jonas in eine endlose Suche nach dem Extremen. Mit allem, was er hat, sträubt er sich gegen das Erwachsenwerden. Er reist um die Welt, lebt mal als Einsiedler mitten in Rom, mal als Rucksacktourist in Elendsvierteln und begegnet schliesslich Marie, seiner grossen Liebe. Der Roman ist ein rauschender Roadtrip und ein Fest des Hedonismus. Stellenweise übertritt er jedoch die Grenze zum Kitsch. Das Buch entwickelt aber eine derartige Sogwirkung, dass man es, einmal angefangen, nicht mehr aus den Händen gibt. Es ist lange her, seit ich einen Roman so schnell verschlungen haben wie diesen – ein grösseres Wunder.

Thomas Glavinic
Das grössere Wunder.
München: Hanser Verlag, 2013. 528 Seiten.

Pädagogik unter dem Diktat der Ökonomie

VerhaegheIn einer Zeit, in der Gott tot ist, Politiker Futter für Satiresendungen und alle Menschen Künstlerinnen und Künstler sind, liefert die Wirtschaft mit ihrem Leistungsdenken die einzige Erzählung, die unhinterfragt bleibt. Von dieser Prämisse geht der Psychologe Paul Verhaeghe in seiner Analyse der durchökonomisierten Gesellschaft aus. Leistung gilt per se als gut. Wie gut sie ist, kann nur definiert werden, wenn sie messbar wird. Verhaeghe beschreibt die Nebenwirkungen dieses scheinbar einleuchtenden Denkens in verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen. Ausgeklügelte Tarifsysteme, detaillierte Lehrpläne, umfangreiche Prüfungsverordnungen und Reglemente von Ethikkommissionen fordern Aufmerksamkeit und halten von der eigentlichen Arbeit ab. Wie dies Einzelne belastet, erlebt er als Psychoanalytiker täglich. Ein Paradigmenwechsel ist fällig … bevor die Gesellschaft je zur Hälfte aus Therapeuten und Therapierten besteht. – Kurzrezension von Thomas Hermann aus den Medientipps der Zeitschrift «Akzente» 2 (2014): S. 35.

Paul Verhaeghe
Und ich? Identität in einer durchökonomisierten Gesellschaft.
München: Verlag Antje Kunstmann, 2013. 252 Seiten.

FAQ – Evergreens aus der Schreibberatung – #15

FAQHäufig gestellte Frage: «Kann ich auch Texte besprechen, die nicht im Rahmen des Fachbereichs Deutsch entstehen?»

Unsere Antwort: Ja, das Schreibzentrum will das Schreiben in allen Fachbereichen fördern. Denn Formulieren und Texte optimieren wird in allen Fachbereichen verlangt.  Es spielt also keine Rolle, um was es in deiner Arbeit geht, Schreibprozess ist Schreibprozess, und dieser steht im Mittelpunkt, wenn du dich an die Tutorinnen und Tutoren im Schreibzentrum wendest.

Tutorinnen und Tutoren schreiben für «Akzente»: Die Studi-Kolumne 2/2014

PH Akzente 2/2014Seit 2009 schreiben die Tutorinnen und Tutoren des Schreibzentrums für das Magazin der PH Zürich (neu: «Akzente»). Im aktuellen Heft zum Thema «Medienbildung» beobachtet Marcel Flütsch auf Seite‎ 25, wie Frustrierte und Busfahrer ihrem Leben einen Sinn geben, und staunt.

Ausstudiert – die Studierenden-Kolumne:
Marcel Flütsch: «Die Extrarunde des Busfahrers»

Berufliches Schreiben – Schreiben in den Berufen

Winterthur, 5.–6. Juni 2014: 120 Teilnehmerinnen und Teilnehmer diskutierten an der 5. internationalen Konferenz des Forums wissenschaftliches Schreiben (FWS) am Departement Angewandte Linguistik der ZHAW über das Schreiben im Beruf.

In immer mehr Berufsfeldern wird immer stärker auch schriftlich kommuniziert. Schreiben wird zum ständigen Kommunikationsmodus, zum «Writing by the way», wie Daniel Perrin (ZHAW) erklärte, der die Tagung eröffnete. Ziel der Tagung war es, Textroutinen im beruflichen Schreiben unter verschiedenen Perspektiven zu beleuchten. Dabei wurden Grundlagenforschung und Praxis vernetzt.

Berufliches Schreiben rückt zunehmend in den Fokus der Schreibforschung: Sei es das Verfassen von Projektskizzen, Projektberichten und Offerten in technischen Berufen oder die Korrespondenz in kaufmännischen Berufen, sei es die multilinguale Kommunikation im internationalen Umfeld, seien es Protokolle im Justizwesen oder wissenschaftliche Texte im Forschungskontext – mit jeder beruflichen Tätigkeit gehen eigene Formen der schriftlichen Kommunikation einher, die vielfältige Fragen zur effektiven Schreibförderung sowie Forschungsfragen eröffnen.

keynotes_FWS-Tagung
Torsten Steinhoff, Katrin Lehnen und Mark Torrence an der FWS-Tagung in Winterthur

Torsten Steinhoff (TU Dortmund) rückte in seiner Keynote die spezifisch sprachliche Dimension von Schreibförderung ins Zentrum. Mark Torrence (Nottingham Trent University) hinterfragte aus kognitionspsychologischer Sicht, inwiefern es Sinn macht, Planen als Teiltätigkeit des Schreibens in der Schreibförderung stark zu gewichten. Was im Kern des beruflichen Schreibens von Lehrpersonen steht und wie Lehrpersonen dies lernen, referierte Katrin Lehnen (Justus-Liebig-Universität Giessen). Weitere Beiträge eröffneten ein Feld von berufsspezifischer Schreibpraxis, dies von Aspekten der Schreibförderung bis zu Fragen der Schreibentwicklung und Textsorten im Rahmen des beruflichen Wandels.

Die 5. Konferenz des Forums wissenschaftliches Schreiben fand in Zusammen­arbeit mit dem Language Competence Center der ZHAW und dem Swiss Faculty Development Network (SFDN) statt. Dank der Kontinuierlichkeit der binären Konferenz und der Konstanz der Teilnehmenden sei innerhalb der letzten 9 Jahre trotz und auch gerade wegen der interdisziplinären Ausrichtung des Themenfeldes ein Rahmen für einen differenzierten Diskurs entstanden, stellte Monique Honegger (Forum wissenschaftliches Schreiben) in der Tagungsbilanz fest.
www.forumschreiben.ch