Gegen alle Konventionen

Astrid. Schweden / Dänemark 2018. Regie: Pernille Fischer Christensen. Berlin: DCM Film Distribution, 2019.
Astrid. (DCM Film Distribution, 2019)

Woher kommt die Traurigkeit in Astrid Lindgrens Kinderbüchern? Etwa wenn Pippi am Weihnachtsabend in den Himmel schaut und ihrer verstorbenen Mutter vorschwindelt, dass sie ganz viele Geschenke erhalten habe, nur damit sich diese keine Sorgen macht. Antworten finden sich im Film Astrid.

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Leseschaltkreise

Schnelles Lesen, langsames Lesen: Warum wir das Bücherlesen nicht verlernen dürfen. (Penguin, 2019)

Die digitalen Medien haben unser Verhalten nachhaltig verändert. Wir lesen häufiger am Bildschirm – flüchtiger und mit kognitiver Ungeduld. Das wirke sich, so die Kognitions- und Literaturwissenschaftlerin Maryanne Wolf, auf unser Gehirn aus.

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Trinken in Kairo

Snooker in Kairo. (C. H. Beck, 2018)

Waguih Ghali hat in seinem kurzen Leben nur einen Roman geschrieben. 1964 erschienen, wurde Snooker in Kairo im Arabischen Frühling neu gelesen. In den Beschreibungen der postrevolutionären Zeit nach Nassers Militärputsch fanden die Demonstrierenden Parallelen zur politischen Gegenwart und zu ihrem Lebensgefühl.

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Flexibles Coaching

«Hört auf zu coachen! Wie man Menschen wirklich weiterbringt.» (Kösel, 2017)

Coaching basiert auf einer Reihe von Ansätzen irgendwo zwischen Therapie und Beratung sowie – je nach Background des Coaches – auf einem von mehreren Werkzeugkästen für die Praxis. Nach langjähriger Coachingerfahrung sagt Svenja Hofert diesem Modell den Kampf an.

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Traurige Geschichten gegen das Vergessen

Kinder mit Stern. Mit Bildern von Julie Völk und drei Zeichnungen von Leo Meijer. (Carlsen, 2019)
Kinder mit Stern. Mit Bildern von Julie Völk und drei Zeichnungen von Leo Meijer. (Carlsen, 2019)

«In diesem Buch stehen traurige Geschichten. Indem ich sie erzähle, hoffe ich, die Erinnerung an die 18’000 jüdischen Kinder und hundert Sinti-Kinder lebendig zu halten. Und ganz tief in meinem Herzen hoffe ich auch, dass sie ein wenig dazu beitragen, dass die Kinder, denen sie vorgelesen werden, später vernünftige Erwachsene werden, die wissen, welche Folgen es haben kann, wenn man andere ausschliesst.» So das Schlusswort der Autorin, deren Geschichten auf autobiografischen Quellen überlebender jüdischer Kinder basieren, die aus verschiedenen Perspektiven zusammengesetzt und dabei liebevoll erzählt und illustriert sind. Das Buch gliedert sich in drei Teile: «So fing es an – Im Lager – Frieden».

Es sind die Geschichten von Bennie, Rosa, Klaartje, Ruth, Jules und vielen anderen Kindern, alle im Alter zwischen Kindergarten und Primarschule. Sie handeln von den Anfängen des Antisemitismus in Holland, über Verrat und Deportation ganzer Familien bis zur Befreiung aus dem Lager Westerbork. Aus der jeweiligen Ich-Perspektive verfasst, werden die Schicksale dieser Kinder, ihre Ängste, aber auch ihre Zuversicht und Lebensfreude eindrucksvoll geschildert. Dabei sind es die kindlichen Themen wie Freundschaft, Spiele, Geburtstage, Zoobesuche, Alltag in Kindergarten und Schule, Geschwister usw., die sich brutal mit den historischen Ereignissen kreuzen: Jules darf als jüdischer Junge nicht mehr mit der Strassenbahn fahren, um seinen Freund Loek zu besuchen. Er verliert seine Eltern, lebt später im Waisenhaus und wird abends gezwungen, Salz gegen das Bettnässen zu essen. Rosa freut sich, an ihrem sechsten Geburtstag endlich den Judenstern tragen zu dürfen. In ihrer kindlichen Vorstellung vermutet sie, dass leere Züge Zootiere transportieren. Später wird ihre gesamte Familie deportiert. Und schliesslich Ruth, die von ihrem Vater in einem Erdloch versteckt wird, dadurch den letzten Kindertransport aus Westerbork verpasst und somit das Endes des Zweiten Weltkriegs erlebt.

Diese einzelnen, kurzen Episoden sind hautnah erlebbar, weil sie sowohl autobiografischen Ursprungs und zugleich fiktional erzählt sind. Sie sind klug miteinander verwoben und einfühlsam illustriert, ohne den Anspruch auf Vollständigkeit zu erheben. Ein Blick auf die Geschichte aus dem Blickwinkel ihrer kindlichen Protagonisten. Ein Kinderbuch, das sich explizit auch an jüngere Kinder richtet – gegen das Vergessen und aktueller denn je.

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Unreif für die Insel

«Robinson Crusoe.» (mareverlag, 2019)
Robinson Crusoe (mareverlag, 2019)

Über menschliche Spuren im Mondsand wären die Astronauten der Apollo 11 vor fünfzig Jahren nicht minder erstaunt gewesen als der schiffbrüchige Robinson Crusoe. Fünfzehn lange Jahre lebt er schon allein auf der Insel, als er – in der Mitte des Buches – am Strand auf den Abdruck eines nackten Fusses stösst.

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Schwein gehabt

Alle Abenteuer von Eduard Speck. Illustriert von Wolf Erlbruch. (Hanser, 2018)
Alle Abenteuer von Eduard Speck. Illustriert von Wolf Erlbruch. (Hanser, 2018)

Eduard Speck ist ein Prachtsschwein: Faul und verfressen suhlt sich der Eber des Scheffelhofs im Schlamm, wenn er nicht gerade einen Schabernack ausheckt. Und das tut er gern und oft. Doch weil Eduard nicht der hellste ist, gehen seine Pläne meistens grandios schief. Kostprobe gefällig?

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