Workshops im HS18

Im Herbstsemester 2018  bietet das Schreibzentrum der PH Zürich wieder attraktive Workshops für Studierende und Mitarbeitende der PH Zürich und der PH Schaffhausen an. Stöbern Sie in unserem Programm und lassen Sie sich von der Vielseitigkeit überraschen:

  • Portfolio: Jetzt gehts los!
  • Vertiefungsarbeiten und grosse schriftliche Arbeiten planen und verfassen
  • Deutschkompetenzprüfung
  • Effizientes Lesen: Die
    persönliche Lesetechnik
    verbessern
  • Foren, Wikis, Googledoc, Feedbacken: Tricks zum schreibenden Lernen im Internet
  • Masterarbeit: Fragestellungen formulieren und Hypothesen bilden
  • Kommt da ein Komma?
  • Treffend formulieren – guter Stil
  • Kürze, damit du gelesen wirst
  • Planen und loslegen: Was Sie zum wissenschaftlichen Schreiben brauchen
  • Von Zitaten zum eigenen Text
  • Der letzte Schliff: Texte überarbeiten
  • Kreatives Schreiben
  • Erzählen statt Aufzählen

Anmeldungen und weitere Infos zu Angeboten des Schreibzentrums gibt es hier.

Kein geeigneter Workshop dabei oder die Termine passen nicht? – Kein Problem. Ab fünf Personen können Member beim Schreibzentrum einen eigenen Workshop bestellen. Nehmen Sie mit uns Kontakt auf.

Ausbildung von Tutorinnen und Tutoren

Kommen Hochschulen und Universitäten heute überhaupt noch ohne Tutoratssysteme zurecht? Kaum. Davon ist Heike Kröpke überzeugt. Denn Tutorinnen und Tutoren verbessern die Studienqualität, heben Hierarchien auf, erhöhen Studienerfolge und reduzieren sogar die Quote der Studienabbrechenden. Doch wie eignen sich Studierende innerhalb kurzer Zeit so viele Kompetenzen an? Die Antwort liefert die erfahrene Autorin anhand praxisnaher Übungen und didaktischer Hinweise zur Gestaltung von Tutorien. So stellt sie im Abschnitt «Gegen das Suppenkoma» anregende Warm-ups vor, gibt Tipps zu Körpersprache und Sprechtechnik oder zeigt Tricks im Umgang mit aufsässigen oder unmotivierten Kursteilnehmenden. Dank methodischer Impulse und griffiger Aufgaben profitieren von diesem Leitfaden nicht nur angehende Tutorinnen und Tutoren oder ihre Betreuenden, sondern ebenso Dozierende sowie Lehrerinnen und Lehrer.

Julia Bärtschi

Kröpke, Heike. Tutoren erfolgreich im Einsatz: Ein praxisorientierter Leitfaden für Tutoren und Tutorentrainer. Opladen: Verlag Barbara Budrich, 2015. 164 Seiten.

Die Rezension ist erschienen in Akzente 2 (2018): S. 39.

«Schreiben und Denken gehen Hand in Hand»

Das Schreibzentrum der PH Zürich besteht seit rund 14 Jahren. Es bietet verschiedenen internen und externen Ansprechgruppen professionelle Schreibberatung an. Monique Honegger hat das Schreibzentrum initiiert, aufgebaut und bis Ende 2017 geleitet. Im Interview mit Akzente (1/2018, S. 31) gibt sie Auskunft.

Schreibzentrum unter neuer Leitung

Monique Honegger © Foto: Donat Bräm

Auf Anfang Jahr hat die Leitung des Schreibzentrums von Monique Honegger zu Alex Rickert gewechselt.
Monique Honegger hat das Schreibzentrum vor 14 Jahren gegründet und zu einem intern und extern anerkannten Kompetenzzentrum für Schreibförderung aufgebaut. Sie wird die PH nicht verlassen, sondern weiterhin im Schreibzentrum, als Dozentin und Expertin in verschiedenen Gremien für die Hochschule tätig sein. Die PH Zürich bedankt sich bei Monique Honegger für Ihren grossen Einsatz und wünscht Alex Rickert in seiner neuen Funktion viel Freude und Erfolg.

Geri Thomann, Leiter der Abteilung Hochschuldidaktik und Erwachsenenbildung, würdigt Moniques Arbeit und betont in seiner Laudatio, dass etliche Studierende, Dozierende, Tutorinnen und Tutoren sowie Schreibexpertinnen und -experten aus aller Welt von ihrer Kompetenz profitieren durften. Das Team des Schreibzentrums schliesst sich diesem Dank an und freut sich auf die weitere Zusammenarbeit.

Lesen macht gesund

Nach ihrer Romantherapie (für Erwachsenene) legen die Autorinnen Ella Berthoud und Susan Elderkin nun eine Romantherapie für Kinder vor. 233 ausgesuchte Kinder- und Jugendbücher verhelfen den jungen Leserinnen und Lesern zur passenden Lektüre. Daniel Ammann stellt das Buch für alle Lebenslagen in Akzente 4/2017 vor.

Ella Berthoud, Susan Elderkin und Traudl Bünger.
Die Romantherapie für Kinder.
Aus dem Englischen von Katja Bendels und Kirsten Riesselmann.
Berlin: Insel Verlag, 2017. 372 Seiten.

Der Mann mit zwei Gesichtern

Geschichten über den Vietnamkrieg werden in der Regel aus der Sicht der USA geschrieben. Der Sympathisant von Viet Thanh Nguyen zeigt für einmal eine andere Perspektive. Erik Altorfer stellt den preisgekrönten Roman in Akzente 4/2017 vor.

Viet Thanh Nguyen.
Der Sympathisant.
Aus dem Amerikanischen von Wolfgang Müller.
München: Karl Blessing Verlag, 2017. 528 Seiten.

 

Dem Elend entkommen

Wer sich nach dem Wahlsieg von Donald Trump die Augen rieb, wird nach der Hillbilly-Elegie klarer sehen. In Akzente 4/2017 stellt Martina Meienberg die Lebensgeschichte eines Autors vor, der den Aufstieg aus Armut und Elend geschafft hat.

J. D. Vance.
Hillbilly-Elegie: Die Geschichte meiner Familie und einer Gesellschaft in der Krise.
Aus dem Amerikanischen übersetzt von Gregor Hens.
Berlin: Ullstein, 2017. 303 Seiten.

 

von den beinen zu kurz

Katja Brunners Stück von den beinen zu kurz handelt von einer vordergründig idyllischen Kleinfamilie, in der Vater und Tochter ein inzestuöses Verhältnis haben. Die beiden erkennen in ihrem Tun nichts Abwegiges. Darin verbirgt sich die Sprengkraft des Stücks. In der Hörspieladaption spitzt Regisseur Erik Altorfer den mit dem Mühlheimer Dramatikerpreis ausgezeichneten und ohnehin schon radikalen Text von Katja Brunner weiter zu.

Alex Rickert rezensiert das intensive Hörereignis in der Online-Ausgabe von Akzente 4/2017 (mit Hörprobe und Bildergalerie).

Katja Brunner.
von den beinen zu kurz. Hörspiel.
Regie: Erik Altorfer. Produktion WDR 2014
Luzern: Der gesunde Menschenversand, 2015.
Audio-CD, 52 Minuten.

«Es gibt ganz viel zwischen Mann und Frau»

Am 9. November 2017 fand an der PH Zürich ein Podium zum Thema «Trans an Schulen und Hochschulen» statt. Am Gespräch nahm unter anderen auch ein Transmann teil.

«Es ist meine einzige Hoffnung», sagt die Protagonistin im Film «The Danish Girl» vor der Operation zur Geschlechtsangleichung. Danach erlebt sie für einen kurzen Moment das Glück, ganz sich selbst zu sein, bevor sie an den Folgen der Operation stirbt. «The Danish Girl» (2015) von Tom Hooper spielt in den 1920er-Jahren und basiert auf der Biografie der transsexuellen Malerin Lili Elbe.

Der Film war Ausgangspunkt der Podiumsdiskussion an der PH Zürich zum Thema Trans an Hochschulen und Schulen. Moderatorin Monique Honegger, Kommission Diversity_Gender, griff zu Beginn das Stichwort Abschied als zentrales Element des Films auf: Abschied von Identitäten, Abschied von Menschen. «Als wir als Eltern nicht mehr verkennen konnten, dass unser Junge ein Mädchen ist, haben wir mit Ballonen und einer Playmobilfigur ein Abschiedsritual gemacht. Unser Kind war aber schon immer, wer sie war», sagte Kristian, Vater eines Transkindes. Myshelle Baeriswyl, Psychologin und Sexualpädagogin, ergänzte: «Für Kinder ist es kein Abschied. Es ist eher ein Abschied für die Eltern.»

Louis, ein junger Transmann, beschrieb, was innen vor sich gehe, sei nicht das, was aussen sichtbar sei: «Auf Fotos von früher ist zu sehen, dass ich als Mädchen überangepasst war. Ein Junge war ich nur in meinen Fantasiewelten, in die ich geflüchtet bin. Während meiner Mädchenzeit war ich wahnsinnig unglücklich. Nun gehe ich den Weg, mit dem ich mich am Schluss wohl fühle.» Wie es denn für Kinder sei, diesen Weg zu gehen, fragte Honegger anschliessend. Für Transkinder sei es einfach. Je jünger das Kind, desto klarer sei das Gefühl, so Tanja Martinez, Heilpädagogin. «Das Zweifeln und Abwägen, das ist die Geschichte der Aussenstehenden.» Wenn ein Kind vor der Pubertät auf diesem Weg sei, könne man die körperliche Entwicklung in die richtige Richtung lenken. «Es ist eine Chance, unerkannt als Transmensch zu leben», betonte Baeriswyl.

Und was kann die Schule tun? «Geschlechtliche Vielfalt muss sichtbarer werden. Diese Themen gehören ins Curriculum», forderte Baeriswyl. «Wir brauchen aber keine besondere Behandlung» meinte Louis. Einig war man sich unter den Podiumsgästen auch, dass es für die Schule nicht den einen Weg und schon gar kein Rezept gebe. «Es gibt ganz viel zwischen Mann und Frau. Es ist nicht so klar abgegrenzt, wie wir das gerne hätten», sagte Louis. In welcher Garderobe sich das Kind im Turnen und Schwimmen umzieht, solle man zusammen mit dem Kind regeln, empfiehlt Martinez. Kinder seien sehr offen. Kristian bestätigte das: «Unser Kind wurde nicht gemobbt von anderen Kindern, sondern von deren Eltern.» Diese hätten Unterschriften gesammelt, damit ihr Mädchen nicht mit den anderen Mädchen in die Garderobe dürfe. So forderte der Vater zum Schluss: «Bitte nehmt die Kinder ernst!»

Martina Meienberg