Q&A Zitieren #15: Ein Kompass fürs Zitieren

Wörtliche Zitate und inhaltliche Übernahmen aus anderen Texten müssen Sie in Ihrer (wissenschaftlichen) Arbeit eindeutig kennzeichnen und alle verwendeten Quellen am Schluss in einem alphabetischen Literaturverzeichnis auflisten. So verlangen es die Spielregeln des wissenschaftlichen Schreibens.

An der PH Zürich ist hierfür das Chicago Manual of Style (nach dem Autor-Jahr-System) massgebend. Ähnlich wie der Duden für Rechtschreibung und Grammatik sollen die formalen Vorgaben des CMoS sicherstellen, dass die Informationen vollständig, korrekt und einheitlich wiedergegeben werden.

«Zitier-Kompass» der PHZH

Als Ergänzung zu den Ausführungen auf der Zitierseite im Studiweb und dem «A–Z des wissenschaftlichen Schreibens» haben wir nun einen einfachen Zitierkompass mit typischen Beispielen erstellt (den Sie hier herunterladen können).

Die Navigation ist denkbar einfach.

Jede «zitierfähige» Quelle – ob Buch, Zeitungsartikel, Filmbeitrag oder Internetseite – lässt sich in einem ersten Schritt als selbständige oder unselbständige Veröffentlichung kategorisieren. Anschliessend muss dann nur noch entschieden werden, ob es sich bei einer selbständigen Publikation um ein Einzelwerk (eines oder mehrerer Autoren/-innen) oder um einen Sammelband (mit Herausgeberschaft) handelt.

Analog lässt sich bei den unselbständigen Quellen einerseits zwischen Artikeln aus Fachzeitschriften, Zeitungen, dem Internet etc. oder andererseits Beiträgen aus einem Sammelband unterscheiden.

Für jede der vier Möglichkeiten führt der Zitierkompass eine kleine Checkliste mit den erforderlichen Angaben sowie typische Einträge mit den entsprechenden Kurzbelegen auf. Wenn Sie sich an diesen Musterbeispielen orientieren, sind Sie auf der sicheren Seite.

Meisterkurse im HS2019

Leitfaden für das Verfassen von Masterarbeiten stud.phzh.ch/schreibberatung/#textemeistern

Das Herbstsemester rückt näher. Höchste Zeit für neue Workshops. Im aktuellen Angebot richtet sich das Schreibzentrum diesmal besonders an Studierende, die in den nächsten Semestern ihre Masterarbeit bezwingen (also im Dezember 2019 oder im Mai 2020 abgeben) wollen.
Nicht vergessen: Schreiben hat mehr mit richtigem Üben als mit Talent zu tun. Gehen wir es also sportlich an!

Die Mittwoch-Schreibgruppe
Jeden Mittwochnachmittag wird das Schreibzentrum zum Writers’ Room. Im Lernforum LAA-F014 steht Masterstudierenden während des ganzen Herbstsemesters ein eigener Arbeitsraum zur Verfügung. Hier können Anfänger und Fortgeschrittene (Abgabetermin Dez. 2019 bzw. Mai 2020) konzentriert an ihren Schreibprojekten feilen und sich mit Gleichgesinnten über das Schreiben oder methodische Probleme austauschen.

Gemeinsam schreibt es sich leichter

Feste Schreibzeiten und eine produktive Arbeitsatmosphäre sollen helfen, mit der grossen Abschlussarbeit voranzukommen und auftauchende Fragen zu klären. Zu vereinbarten Zeiten stehen deshalb auch Mitarbeitende des Schreibzentrums für Auskünfte und richtungsweisende Impulse zur Verfügung. Wie gelingt die Leseführung? Worauf ist bei der Einführung oder beim Zusammenfassen des Forschungsstands besonders zu achten? Wie werden Zitate in die eigene Argumentation eingebaut? Was gehört unbedingt in den Schlussteil der Arbeit? 

Übung macht den Master!

Unabhängig von der Mittwochsgruppe bietet das Schreibzentrum für MA-Studierende drei weitere «Meisterkurse» an. Diese Workshops sollen die Schreibenden darin unterstützen, ihr Forschungs- und Schreibprojekt gezielt in Angriff zu nehmen (Teil I), in der textproduktiven Mittelphase am Ball zu bleiben (Teil II) und in der letzten Etappe eine termingerechte Punktlandung hinzulegen (Teil III). Zusätzlich bietet die Bibliothek speziell für Masterstudierende Impulsveranstaltungen für die Literaturrecherche an.

Anmeldung für die Mittwoch-Schreibgruppe und viele weitere Workshops unter stud.phzh.ch/sz-workshops oder unter Workshops & Impulse des Lernforums.

Q&A Zitieren #14: Expertenwissen anzapfen

In seinem Buch The 90 Minute Book Outline widmet sich Autor R.T. Tolentino unter anderem der Frage, wie man in einem Themengebiet in kurzer Zeit zum Experten oder zur Expertin wird. Das erinnert ein bisschen an das Problem zu Beginn einer Masterarbeit. Immerhin soll dort ja eine kluge Frage untersucht und ein Überblick zum Forschungsstand geliefert werden. Das eigene Wissen und Vorwissen ist ein guter Ausgangspunkt. Da ist es hilfreich, in einem Projektjournal einfach mal brainstormartig alles zu notieren, was einem zum Thema einfällt. Allmählich wird klar, wovon man ausgeht, wo man anknüpft und wohin die Reise gehen könnte. Bevor man jedoch richtig loslegt, sollte das Gebiet erst einmal abgesteckt und die Untersuchungsfrage eingegrenzt werden. Um die Auseinandersetzung mit Fachliteratur kommt man dabei nicht herum.

«Don’t be lazy and do some reading.»

Hier könnte Tolentinos «7 Day Expert Method» eine Hilfe sein.
Bevor man seine Arbeit inhaltlich plant, rät er zu folgenden Schritte:

A –  Mindestens 5 Bücher zum Thema lesen und den Erkenntnisgewinn zusammenfassen.
Daraus lässt sich für das weitere Vorgehen ein Aktionsplan skizzieren (Untersuchungsfeld, Stand der Forschung, Wissenslücken, eigenes Erkenntnisinteresse, erwartete Ergebnisse).

B – (Wahlweise, aber empfohlen) Einen Experten oder eine Expertin befragen. Worüber sollte man Bescheid wissen? Was ist wichtig?

C – Sich in der Bibliothek in den Regalen umschauen, die zum Thema einen engeren Bezug haben. Einige Bücher durchblättern, die unser Interesse wecken. Welche Ideen oder Ansätze tauchen in verschiedenen Publikationen immer wieder auf?

D – Die Inhaltsübersichten mit dem Smartphone fotografieren.

An dieser Stelle ist es dann so weit, dass man seine Projektskizze formuliert. Jetzt kann die eigentliche Recherche beginnen!

 

Q&A Zitieren #13: Phrasen und Paraphrasen

Das sind doch gute Nachrichten: «Veröffentlichte Werke dürfen zitiert werden», sagt das Urheberrecht. Allerdings nur dann, «wenn das Zitat zur Erläuterung, als Hinweis oder zur Veranschaulichung dient und der Umfang des Zitats durch diesen Zweck gerechtfertigt ist» (Art. 25 ). In wissenschaftlichen Texte sind die Auflagen etwas strenger, denn hier soll nicht einfach irgendetwas zitiert oder Beliebiges zusammengetragen werden. Zum einen müssen die Quellen gewisse Anforderungen erfüllen, d.h. korrekt und «zitierfähig» sein. Zum anderen reicht es nicht, sich von Zitat zu Zitat zu hangeln, ohne selbst etwas beizutragen – auch wenn solche Collagen durchaus ihren Reiz hätten.

Eine praktische Methode, das Gefundene mit dem selbst Gedachten zu verknüpfen, ist die Paraphrase. Sie erlaubt es, ganze Abschnitte zusammenzufassen, Kompliziertes zu vereinfachen und fremde Begriffe in die eigene Terminologie zu übersetzen. Die Quelle wird trotzdem angegeben.

Damit gelegentlich ein bisschen Original-Ton durchschimmert, können kurze Phrasen auch wörtlich übernommen und in die eigenen Sätze integriert werden – in Anführungszeichen, versteht sich. Der grosse Karl Valentin hat schon festgestellt, dass alles gesagt sei, «nur noch nicht von allen».


Unter der Rubrik «A–Z» entsteht im Studiweb ein Nachschlagewerk zu Spezialfällen und häufigen Fragen rund ums Zitieren: Was soll kursiv und was in eckige Klammern gesetzt werden? Wie sehen die Angaben zu einem Lehrmittel aus? Was bedeutet eigentlich «graue» Literatur? Muss ich alle 15 Autorenangaben aufführen? Braucht es bei einem Blockzitat Anführungszeichen? Wie zitiere ich aus dem Volksschulgesetz oder einem Modulskript der PH Zürich? Was bedeutet et al. und wo wird die Abkürzung ebd. verwendet? Darf ich auch Fussnoten setzen, wenn ich nach dem Autor-Jahr-System arbeite?

Q&A Zitieren #12: Standards der PH Zürich

Viele Arbeiten an der PH Zürich (wie Leistungsnachweise oder Portfolio) nehmen Bezug auf die 12 Standards der Ausbildung. Beschrieben werden diese unter anderem in der Broschüre «Kompetenzstrukturmodell»* des Prorektorats Ausbildung. Da es sich bei dieser internen Publikation um sogenannte graue Literatur handelt, reicht es, wenn im Text auf die Handreichung verwiesen wird. Ein Eintrag im Literaturverzeichnis ist nicht nötig. Ergänzende Angaben zur Broschüre können jedoch als Anmerkung in einer Fussnote geliefert werden:

* Pädagogische Hochschule Zürich. 2017. «Kompetenzstrukturmodell: Ausbildungsmodell.» Zürich: PH Zürich, Prorektorat Ausbildung. https://tiny.phzh.ch/Kompetenzstrukturmodell.

Q&A Zitieren #11: Muss ich Duden?

Nein, der Duden ist ein Basis-Hilfsmittel und muss deshalb nicht zitiert werden. Anders sieht es aus, wenn in einem Text auf einen substanziellen Eintrag in einem einschlägigen Handbuch oder Fachlexikon verwiesen werden soll. Dann kann dieser wie ein Artikel aus einem Sammelband belegt werden.

Unter der Rubrik «A–Z» entsteht im Studiweb ein kleines Nachschlagewerk zu Spezialfällen und häufigen Fragen des wissenschaftlichen Zitierens.

Wie sehen die Angaben zu einem Lehrmittel aus? Was ist eigentlich «graue» Literatur? Muss ich alle 15 Autorenangaben aufführen? Braucht es bei einem Blockzitat Anführungszeichen? Wie zitiere ich aus dem Volksschulgesetz oder einem Modulskript der PH Zürich? Was bedeutet et al. und wo wird die Abkürzung verwendet? Darf ich auch Fussnoten setzen, wenn ich nach dem Autor-Jahr-System arbeite?

Apostroph oder Katastroph’

Taste_Apostroph_9In seinem Blog «Magoria» nimmt Daniel Ammann Fährte auf. Er spürt dem Apostroph auf seinem klandestinen Weg von der heimischen Weglassung wie zum Beispiel  «’s is ’ne Krux mit dem Apostroph» hin zum englischen Genitiv- und Plural-s nach und überführt das Kundenzentrum der Post und sogar die NZZ der «Apostropherei». Am Ende bleibt die Frage, ob er auf seinem Siegeszug noch aufzuhalten ist, der Apostroph.

Q&A Zitieren #10: Internetquellen

Bei Anfragen rund ums Zitieren geht’s immer wieder um Quellen aus dem Internet. Vielfach stehen formale Finessen oder Details im Fokus, für die sich mit etwas Kreativität und in Anlehnung an ähnliche Beispiele auf der Zitierseite ohne Weiteres eine Lösung finden liesse. Oft wird dabei die Frage ausser Acht gelassen, ob die Inhalte den fachlichen Ansprüchen der Arbeit genügen.

Es empfiehlt sich eine genauere Prüfung der Internetseite hinsichtlich Qualität, aber auch Vertrauenswürdigkeit, Aktualität und Verifizierbarkeit.

Unter der Rubrik «A–Z» entsteht im Studiweb ein kleines Nachschlagewerk zu Spezialfällen und häufigen Fragen des wissenschaftlichen Zitierens, so auch zum Thema «Internetquellen».

Q&A Zitieren #9: Muss ich Gesetzestext?

paragrafSie müssen nicht, aber Sie dürfen. Im Text selber können Gesetzestexte in vereinfachter Form belegt werden, im Literaturverzeichnis kann auf eine Nennung verzichtet werden.

Unter der Rubrik «A–Z» entsteht im Studiweb ein kleines Nachschlagewerk zu Spezialfällen und häufigen Fragen des wissenschaftlichen Zitierens.

Wie sehen die Angaben zu einem Lehrmittel aus? Was ist eigentlich «graue» Literatur? Muss ich alle 15 Autorenangaben aufführen? Braucht es bei einem Blockzitat Anführungszeichen? Wie zitiere ich aus dem Volksschulgesetzt oder einem Modulskript der PH Zürich? Was bedeutet et al. und wo wird die Abkürzung verwendet? Darf ich auch Fussnoten setzen, wenn ich nach dem Autor-Jahr-System arbeite? Weitere Beispiele zu Internetquellen, Kursivsetzung und Selbstplagiaten folgen.

Q&A Zitieren #8: Testen Sie Ihre Zitierkompetenz

Zitieren nach dem Chicago Manual of Style ist keine Hexerei. Hat man das Grundprinzip einmal verstanden, ist das Belegen von Literaturquellen um einiges einfacher als die deutsche Rechtschreibung. Wesentlich anspruchsvoller und wichtiger ist es, beim wissenschaftlichen Schreiben sorgfältig zu recherchieren, Erkenntnisse aus der Fachliteratur mit der eigenen Argumentation zu verknüpfen und lesefreundlich zu formulieren. Das braucht Zeit und einiges an Übung. Halten Sie sich also nicht zu sehr mit formalen Details oder komplizierten Literaturverwaltungsprogrammen auf. Analog zu den Beispielen im Studiweb lassen sich fünf oder sieben Seiten Bibliografie mit wenig Aufwand in einem eigenen Dokument erfassen und können dann bei Bedarf im Text für Kurzbelege herangezogen werden. Mit der Kommentarfunktion oder als ausgeblendeten Text können Sie in der Literaturliste zudem festhalten, aus welcher Bibliothek Sie ein Buch ausgeliehen oder wo Sie im Netz auf einen Artikel gestossen sind – für den Fall, dass Sie noch weitere Angaben benötigen oder die Quelle noch einmal konsultieren müssen.

Wenn Sie sich auf der Zitierseite mit den wichtigsten Regeln vertraut gemacht haben, können Sie Ihre Expertise gleich mal mit einem Actionbound-Quiz auf die Probe stellen.

1. Falls Sie die kostenlose App Actionbound noch nicht besitzen, laden Sie diese im AppStore auf Ihr Smartphone oder Tablet.

2. Öffnen Sie Actionbound und wählen Sie «Code scannen», um den folgenden QR-Code einzulesen. (Sie finden den Code auch hier.)

actionbound-zitieren

3. Los geht’s mit «Start». In zehn Multiple-Choice-Fragen können Sie Ihr Wissen testen.