Helden, die (wir) nicht bleiben

Wie Nicholas vor zwei Wochen beschäftigen mich Helden. Eine neue Wohnung wie Natascha hätt ich auch, die staubt seit Mai wegen Corona ohne Möbel vor sich hin. Aber das ist die kleinere Geschichte. Wenngleich «Staub zu Staub»: Da wär ich beim Thema.

Neulich abends vor dem Fernseher hat mich das Entsetzen gepackt. Ist mir bewusst geworden: Viele Junge heute kennen Clint Eastwood nicht mehr. Jedenfalls nicht in Poncho und mit Hut. Das wäre zu verkraften, aber was soll ich ihnen dann mit Brando kommen, Dean oder Hopper? Ganz zu schweigen vom Rainer Werner oder den Ganzgrossen hinter der Kamera?

Auch das wär zu verkraften – was ist schon Film? Dürrenmatt dann vielleicht? Auch nicht? Dutschke oder King? Dylan oder wenigstens Jagger? «Cassius Clay» am Ende oder – hallo, wir sind in Zürich! – Roger Berbig? Alles Fehlanzeige!

Relikte. Spuren in der Zeit

Ich sinniere zurück in meine Jugend und erinnere mich: Im riesigen Dschungel der Welt habe ich mir einst meinen Weg gebahnt, meinen Verstand als Machete: Habe Helden erwogen und wieder gefällt. Neue erwählt und durch andere ersetzt. Glauben gezüchtet und gejätet. Mal hoffend, meist hadernd bin ich auf der Suche nach Autorität zwar nicht fündig, aber allmählich selbst eine geworden.

Die Suche hat mich geformt. Meine Aussenkanten definieren Menschen: Ich bin verletzt wie Hopper oder Saint Phalle, lebenshungrig wie Dean, wünsche mir den Scharfsinn von Dürrenmatt oder Beauvoir, den Mut von Ali, messe mich an der Aufrichtigkeit eines Dylan. Und gefalle mir ab und an ganz gern ein wenig bockig. Wie Eastwood.

Aber: Clint Eastwood …? – Wer war das noch gleich? – Wie könnt ich das je erklären …

Ich bin dann haltlos schlafen gegangen und habe von einem alten Freund geträumt. Wir sassen in einem Café und ich erzählte ihm von meinem Leben.

Arno Gadola war einst «kleiner» Pfleger der Psychiatrie, aber mit grosser Vision: Aus eigener Kraft schuf er in Bern die Organisation Pro Vita 24. Dieser Spitexdienst betreut psychisch Kranke zu Hause und sichert ihnen so Freiheit und Würde. Daneben hat sich Arno sehr für Kunst interessiert und ausgestellt. Auch mich. Nur wenige Wochen nach seinem grossen Fest, dem zehnten Jubiläum seiner Firma, hat er mir von seiner Diagnose erzählt. Er starb nach langer Krankheit. Arno widme ich den folgenden Text, der am nächsten Morgen entstand.

Verblassen

Ich habe bedeutende Menschen gekannt. Du kennst sie nicht, ihre Namen standen nicht in der Zeitung. Aber sie haben die Welt geschaufelt mit grossen Kellen und ich kam mir wichtig vor, sie zu kennen.

Sie sind gestorben und es blieb mir nichts von ihnen als Erinnern. Bleicher, mit jedem Versuch zu erzählen. Unnütz an dem Ort, wo die Welt nun dreht. Milliarden neuer Geschichten jede Sekunde spülen sie hinweg in dem Strom der Zeit, in das Meer des Vergessens.

Hilflos schaue ich zu, wie diese Menschen verschwinden. Und mit jedem ein Teil von mir. Meine eigne Bedeutung verblasst: Weniger und weniger habe ich zu erzählen. Bald bin ich nichts mehr. Und dann bin ich nicht mehr.

Und es wird an Dir sein zu sagen: Ich habe bedeutende Menschen gekannt.

Peter A. Kaiser studiert an der PH Zürich und arbeitet als Tutor im Schreibzentrum.

Die Nachbarin, die ich nicht sein wollte

Corona-Zeit war und ist Gammellook-Zeit. Und auch ein bisschen Räumen-wir-später-auf-Zeit. Zumindest bei mir. Die perfekte Zeit also, um seine neuen Nachbarn kennenzulernen – oder?

Mein Freund und ich haben nämlich inmitten dieser komischen Zeit beschlossen, nach Zürich zu ziehen. In die Wohnung neben meiner besten Freundin – und über den erwähnten neuen Nachbarn. Diese neuen Nachbarn haben ein Zügelunternehmen. Und weil wir vor allem anfangs nicht so Fan waren von der Idee, unseren gesamten Haushalt wegen Social Distancing ganz alleine zu zügeln, haben wir beschlossen, ebendiese Nachbarn doch mal anzufragen, was denn das Für-uns-Zügeln so kosten würde. Nach einem etwas verwirrenden Telefonat warteten wir auf die Terminbestätigung für eine Besichtigung unseres «Hausstandes» per Mail. Als diese nach drei Tagen noch immer nicht kam, hatten wir uns schon vorgenommen, nochmal zu schreiben – als es an der Türe klingelte. Mitten in der Corona-Gammel-Zeit. Ich also ohne BH, im alten Trainer, mit zwei grossen, nicht-überschminkten Pickeln im Gesicht und mit einer nicht gerade perfekt aufgeräumten Wohnung. Nach kurzem Hin und Her beschlossen wir, die fremden Klingler reinzulassen und stellten mit leichtem Schreck fest, dass unsere neuen Nachbarn vor uns standen – und gerne mal die Wohnung anschauen würden, so um eine realistische Offerte erstellen zu können. Sie seien eben auf dem Heimweg gerade bei uns vorbeigefahren, da habe es sich halt angeboten, spontan vorbeizukommen. Sie hätten sich vor zehn Minuten per Mail angemeldet.

Seasons for all
Züglete mitten im Semester, mitten in der Corona-Zeit.

Details erspare ich euch, aber lasst euch gesagt sein, dass eine weitere Auswirkung von Corona seither darin besteht, dass wir uns unseren neuen Nachbarn nicht mit einem kleinen Essenskorb, unserem schönsten Outfit und bestem Lächeln vorstellen konnten. Aber naja, immerhin kennen sie uns jetzt schon in einem realistischeren Setting – ich geniesse es jedenfalls, mich auch in der ersten Woche völlig okay zu fühlen, wenn ich meinen Nachbarn auf dem Weg in die Waschküche im Trainer und mit Strubbelhaaren begegne.

Natascha Hossli studiert an der PH Zürich und arbeitet als Tutorin im Schreibzentrum.

Vom Leben und vom Schreiben

«Wir alle sind Fiktion, aber das glauben wir nicht, weil wir uns mitten in ihr befinden wie in einem Fortsetzungsroman», meint Doris Dörrie in ihrer wunderbaren Einladung zum Schreiben. Ja, denn das Leben schreibt keine Geschichten, die machen wir in unseren Köpfen. Deshalb ist Schreiben (und Lesen) gelegentlich sogar mehr als Leben. 

Daniel Ammann stellt Leben, schreiben, atmen (Diogenes, 2019) in der Akzente-Ausgabe 1/2020 (S. 34) in einem Medientipp vor.

Der Held, der ich schon immer sein wollte

Soweit mir bekannt ist, geht es bei der Heldengeschichte um die Reise der Hauptfigur. Vor allem zu Beginn wird sie durch eine weise Gestalt geführt, die ihr wichtige Tipps und Tricks auf den Weg mitgibt. Mithilfe von verschiedenen Prüfungen und Bewährungsproben wird ihr Charakter getestet. Zum Abschluss macht sich die Hauptfigur auf den Weg nach Hause, mit gereifter Persönlichkeit.

Ein Beispiel: Aline hatte noch nie selber eingekauft. Doch plötzlich war alles anders. An diesem Tag wurde sie losgeschickt. Ihr Vater zeigte ihr auf Google Maps den Standort der nächsten Migrosfiliale und sagte ihr, was sie da einkaufen solle. Zudem teilte er ihr auch die wichtige Information mit, dass sie für das «Wägeli» einen «Zweifränkler» braucht.

Aline machte sich also auf den Weg in die Migros. Im Tram wurde ihr Billett kontrolliert und am Marktplatz wurde sie von Mormonen in ein längeres Gespräch über ihren Glauben verwickelt. Obwohl sie sich nicht sicher war, ob das Geld dafür reiche, kaufte sie noch die Gassenzeitung, weil sie das eine gute Sache fand. Sie musste noch ein Stück laufen. Dann stand sie endlich in der Migros. Die letzte Hürde war dann aber der Fakt, dass der Bio-Senf ausverkauft war. Aline musste entscheiden, dass der normale Senf auch genügte. Danach begab sie sich auf den Heimweg.

Per Definition eine Heldengeschichte, oder?

Vielleicht hier noch ein weiteres Beispiel: Noctis war der Prinz von «Insomnia». Er hatte die «Kronenstadt» noch nie verlassen. Als er sich dann erstmals auf den Weg machte, um seine Verlobte, das Orakel Lunafreya, zu heiraten, verstarb sein Vater in einem brutalen Kampf.

Der beste Freund seines Vaters, Cor, zeigte Noctis, wie er als neuer König die immer stärker werdende Dunkelheit besiegen könne. Dazu musste er die Geister seiner Urahnen sammeln und zudem den Segen der sechs Gottheiten des Planeten Eos erkämpfen. Noctis machte sich also mit seinen besten Freunden Ignis, Gladiolus und Prompto auf den Weg, um die Dunkelheit zu besiegen.

Leider kenne ich das Ende der zweiten Geschichte selber noch nicht, ich bin noch mitten drin!

Wenn man beide Geschichten betrachtet, sind die Handlungsstrukturen dieselben: Beides sind Heldengeschichten. Und somit sind Aline und Noctis eine Heldin und ein Held. Sie gehen ins Unbekannte, bewähren sich und kehren verändert zurück.

Werde wie Aline und Noctis: Mach dich auf und werde auf deine Art eine Heldin oder ein Held!

Nicholas Rilko studiert an der PH Zürich und arbeitet als Tutor im Schreibzentrum.

«Der Platz» von Annie Ernaux als Hörspiel

Die eigene Geschichte, auch die eigene Familie, ist Annie Ernaux’ literarisches Thema. Anhand der Auseinandersetzung mit dem Vater nach dessen Tod und in der Beschreibung ihrer eigenen Herkunft aus einem kleinen Ort in der Normandie erzählt Ernaux nüchtern, aber schonungslos von ihrer «Klassenflucht» aus einer Arbeiterfamilie hin zu einer bürgerlichen Existenz.

In ihrem Roman Der Platz (Suhrkamp 2019) versucht die Autorin nach diesem «Verrat», wie sie es selbst bezeichnet, über das Schreiben, über die Sprache sich wieder ihrem Vater anzunähern, zu erklären, wie sie zur sozialen Überläuferin ins Bürgertum geworden ist.

Regisseur Erik Altorfer und Schauspielerin Stephanie Eidt bei der Arbeit (© HR/Ben Knabe)

Erik Altorfer, Mitarbeiter des Schreibzentrums und Hörspielregisseur, hat Annie Ernaux’ autobiografischen Roman in einem Medientipp für Akzente (4/2019, S. 35) vorgestellt und nun für den Hessischen Rundfunk als Hörspiel bearbeitet und inszeniert.

Hörspiel unter der Regie von Erik Altorfer (Hessischer Rundfunk 2020)

«Keine Stimme kann dafür geeigneter sein als die der Schauspielerin Stephanie Eidt, die im Hörspiel von Erik Altorfer (…) die alleinige Sprecherin ist. Empfindlich tastet und denkt sich diese Stimme durch den Text, das Ringen um die adäquate, nämlich haargenaue, unverblümte Wendung lässt sie sich ebenso anmerken wie die eigene Verwicklung. Einen sachlichen Blick auf den eigenen Vater zu werfen, was kann es Persönlicheres geben.» (Judith v. Sternburg in der Frankfurter Rundschau)

Das Hörbuch erscheint Ende Juli 2020 im Audio Verlag.

Sharing is caring

Tutor Lorenz Vogel
(Illustration: Elisabeth Moch)

Dank dem Internet und der «Sharing Economy» findet man heutzutage von Autofahrten bis zu Katzenkäfigen fast alles zur Mitnutzung. Dabei wird der Wert einer Ressource multipliziert, indem sie mehr Menschen Vorteile bringt. Und dennoch kennen wohl viele Lehrpersonen folgende Situation: Man erstellt Materialien zu einem Thema, das derart zum Volksschulstandard gehört, dass man davon ausgehen muss, dass irgendwer die genau gleiche Idee schon einmal umgesetzt hat. Aus diesem Grund habe ich mich schon einige Male auf Lehrmittelsafari in das World Wide Web begeben und nach Unterlagen gesucht, die mir nützlich sein könnten. Ich musste jedoch feststellen, dass das Angebot an Plattformen, die einen Austausch von Schweizer Lehrmaterialen ermöglichen, ziemlich beschränkt ist. Ähnlich sieht es mit der Auswahl auf den einzelnen Seiten aus, die zudem meist eine Anmeldung erfordern oder sogar kostenpflichtig sind. Rar sind Heldenfiguren wie Lorenz Derungs, dessen Websites mir von einem Arbeitskollegen empfohlen wurden. Der Sekundarlehrer hat die Herkulesaufgabe auf sich genommen, der Welt sein gesamtes Lebenswerk an Arbeitsblättern zugänglich zu machen.

Wollen die meisten Lehrpersonen ihre hart erarbeiteten Früchte nicht teilen? Von einigen Befragten habe ich gehört, dass wir in unserem Beruf tendenziell halt schon eher eigenbrötlerisch veranlagt seien. Aus meiner eigenen Erfahrung kenne ich aber viele Beispiele, wo eigene Materialien gerne weitergereicht wurden. Doch dies geschieht meist nur von Hand zu Hand.

Warum also gibt es trotz der heutigen technischen Möglichkeiten keine zentrale Austauschplattform, welche sämtlichen Volksschulen zugänglich ist? Eine Plattform beispielsweise, auf der man seine Materialien hochladen und mit Kompetenzbereichen und Lernzielen verlinken kann, damit diese über die Suchfunktion schnell gefunden werden. Und alles in offenen Formaten, sodass es von den Usern auf die Bedürfnisse der eigenen Klasse angepasst werden kann. Klingt grossartig, oder?

Lorenz Vogel studiert an der PH Zürich und arbeitet als Tutor im Schreibzentrum.
Der Text ist erschienen als Kolumne im Magazin für die Mitarbeitenden der PH Zürich, inside 4/2019, S. 21.

Schweizer Kinder- und Jugendbuchpreis 2020

An den 42. Solothurner Literaturtagen wird erstmals der Schweizer Kinder- und Jugendbuchpreis verliehen. Das Schreibzentrum war – indirekt – mit Daniel Ammann ebenfalls in der Jury vertreten. Über 80 Titel aus 55 Verlagen wurden für den Preis eingereicht.

Am Samstag, 23. Mai 2020 ist es endlich so weit: die Preisverleihung beginnt um 15:00 Uhr auf www.literatur-online.ch mit Susanne Kunz und Jurypräsidentin Christine Lötscher.

Gepostet von Schweizer Kinder- und Jugendbuchpreis am Freitag, 15. Mai 2020

Auf der Shortlist stehen drei Bilderbücher, ein Jugendbuch und eine Graphic Novel. Die fünf Werke haben die Jury durch ihre Ausdrucksstärke in Text und Bild überzeugt. Im Rahmen der Solothurner Literaturtage werden die Nominierten am 23. Mai 2020 um 15:00 Uhr vorgestellt und das Siegerbuch bekannt gegeben.  Der mit 10’000 Franken dotierte Hauptpreis wird online verliehen.

Wie zitiere ich keine Quelle? (Q&A #17)

Wie muss ich das im Literaturverzeichnis angeben? – Immer wieder erreichen uns Anfragen von verzweifelten Schreiberinnen und Schreibern, die korrekt zitieren möchten, aber über keine genaue Quellenangabe verfügen. Meistens hilft da auch das Chicago Manual nicht weiter, denn es ist – wie der Duden für die Rechtschreibung – lediglich eine formale Richtlinie zur Aufbereitung verfügbarer Publikationsinformationen. Ohne Angabe von Autor:innen, Titel oder Erscheinungsjahr lässt ich eine Quelle kaum so bezeichnen, dass andere sie ebenfalls konsultieren oder die übernommenen Aussagen überprüfen können (und darum geht es letztlich beim bibliografischen Nachweis). 

Würden wir ein Medikament schlucken, dessen Herkunft ungewiss ist und über dessen Inhaltsstoffe und Wirkungen keine Angaben gemacht werden, weil die Packungsbeilage fehlt? Wahrscheinlich ist das Haltbarkeitsdatum schon lange abgelaufen. In einer wissenschaftlichen Arbeit oder einem Leistungsnachweis geht es zwar nicht um Leben und Tod, aber im Umgang mit Zitaten und Quellen ist trotzdem höchste Sorgfalt gefragt.

Werk ohne Autor? Zitat ohne Quelle? …

Wegweiser und Steckbriefe

Die Webadresse einer Internetseite genügt als Quellenangabe nicht, weil die blosse Bezeichnung einer Fundstelle im Netz nichts über die Urheberschaft aussagt, geschweige denn über die Qualität des Inhalts. Bei einem Buch genügt es ja auch nicht, einfach dessen Bibliothekssignatur oder die Buchhandlung zu nennen, wo man es entdeckt hat.

Ein Filmbeispiel auf YouTube, ein heruntergeladenes PDF oder ein Foto aus einem Blogbeitrag mag als Dokument nützlich sein, aber für einen zitierfähigen Eintrag im Literaturverzeichnis braucht es Hinweise darauf, wer für den Inhalt verantwortlich ist oder wie aktuell er ist, damit Leser:innen sich dieses Werk beschaffen und allfällige Zitate im Originalkontext nachschlagen können. 

Also was tun? Hier ein paar Ratschläge: 

  • Filtern Sie Ihre Treffer. Wichtig ist nicht alles, was Sie gefunden haben, sondern in erster Linie das, was Sie auch verwenden können. Prüfen Sie deshalb Inhalt und Glaubwürdigkeit einer Quelle und achten Sie von Beginn an darauf, ob die nötigen Angaben für einen bibliografischen Hinweis überhaupt vorhanden sind. Bei fehlenden oder unvollständigen Quelleninformation können die Regeln des Chicago Manual ebenso wenig angewendet werden wie die Duden-Rechtschreibung bei einem Wort, das Ihnen nicht einfällt. 
  • Wenn Sie absolut nicht auf Ihr Fundstück verzichten wollen, weil es zur Illustration dient oder als Beschreibung eines Sachverhalts einfach optimal passt, dann bauen Sie alles, was Sie an Angaben haben, in Ihren Fliesstext (oder eine Fussnotenanmerkung) ein. – Setzen Sie Ihre Leserinnen und Leser genau ins Bild. Sie dürfen dabei Ihre Zweifel an der Glaubwürdigkeit des Materials durchaus zum Ausdruck bringen (Einem angeblich auf den griechischen Philosophen Platon zurückgehenden Ausspruch zufolge ist …; oder: Laut Duden (Band 12: Zitate und Aussprüche) geht die Redewendung von der «Unfähigkeit zu trauern» auf die Psychoanalytiker Alexander und Margarete Mitscherlich zurück, die 1967 …). Eine Quellenangabe im Literaturverzeichnis ist kaum sinnvoll, wenn die Herkunft des Zitats nicht aus einer fachlich relevanten Publikation stammt.
  • Recherchieren Sie weiter und suchen Sie in verfügbaren und zitierfähigen wissenschaftlichen Publikationen (Fachartikeln, Büchern, Online-Zeitschriften) nach ähnlichen Aussagen und Belegen, um Ihre Argumentation glaubwürdig abzustützen. Wenden Sie sich unter Umständen an die Rechercheberatung der Bibliothek. Einschlägige Datenbanken und Bibliothekskataloge führen schneller zum Ziel als eine Google-Abfrage, bei der Sie womöglich auf dem attraktiven Blog eines Jugendlichen landen, der sich wortreich zum Thema Unterricht äussert, aber ausser persönlicher Erfahrung keine Quellen anführt. Das darf man zur Einstimmung und Auflockerung ebenso zitieren wie die Erziehungsratschläge der Grossmutter, aber als relevanter Beitrag zur wissenschaftlichen Aufbereitung Ihres Themas reicht es nicht aus.

Auf den Zitierseiten und dem «Zitierkompass» im Studierendenportal (nur mit Login) oder im öffentlich zugänglichen «A–Z des wissenschaftlichen Schreibens» finden Sie zahlreiche Beispiele, an denen Sie sich orientieren können. Gestalten Sie Ihre Angaben nach diesen Vorbildern.

[Beitrag aktualisiert 24.12.2023]