Autobiografische Spurensuche

Wie schreibt man die Lebensgeschichte der Eltern, wenn man wenig über sie weiss? – In seinem Online-Medientipp in Akzente 1/2020 zeichnet Erik Altorfer nach, wie die Autorin Natascha Wodin in ihren autobiografischen Romanen Sie kam aus Mariupol (2017) und Irgendwo in diesem Dunkel (2018) der Vergangenheit ihrer Eltern, sowjetischen Zwangsarbeitern im Deutschen Reich, nachspürt.

Faktencheck in der Fiktion

Die Segel blähen sich vor dem Wind, und der Wimpel am Hauptmast zeigt auch korrekt die Windrichtung an. SONJA WIMMER / KINDERMANN-VERLAG

Haben Raben gelbe Schnäbel, kann man mit einer Brille Feuer machen oder mit dem Auto zum Mond fahren? In der Fiktion ist alles erlaubt, wenn’s passt und gut gemacht ist! Trotzdem unterzieht Daniel Ammann die Fantasie einem kleinen Faktencheck. Unter dem Titel «Richtig lügen ist grosse Kunst» geht er in der NZZ vom 31.1.2020 (S. 38 und online) der heiklen Frage nach, was Fiktion und Wirklichkeit eigentlich miteinander zu schaffen haben. Sein Fazit: Imagination siegt über Gravitation!

Winterwärme

Zwischen oben und unten ist eine Welt, nicht Leben noch Tod, weder Himmel noch Hölle: Eine Zwischenwelt des Sehnens und Vermissens, der Wut und der Trauer.
In seinem Liebesgedicht erzählt Peter A.  Kaiser von Menschen, die erhaben sein wollen und deswegen keinen Platz in der Welt finden. Er klagt an, schildert den Mangel an Empathie und Wärme, der Menschen «erfrieren» lässt. Und er beschreibt die Schwierigkeit, sich damit abzufinden.

Bereits seit 2009 entsteht jedes Jahr ein Büchlein mit Texten aus Schreib-Events und Wettbewerben. Gedruckte Exemplare können für CHF 2.– beim Schreibzentrum erworben werden.

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Hapert’s beim Lesen?

In der «Seitenblick»-Kolumne von Akzente (Heft 4/2019, S. 9) schaut Alex Rickert diesmal auf die immer wieder heiss diskutierten basalen Lesefertigkeiten und lädt uns gleich zu einem Selbsttest ein. – Und was kann man tun, wenn es mit der Leseflüssigkeit hapert?

Publikumsbeschimpfung an der PH

1966 wurde Peter Handkes Theaterstück «Publikumsbeschimpfung» zum ersten Mal aufgeführt. Wie der Titel ja bereits sagt, beschimpfen im Stück die Schauspieler das Publikum. Das Konzept hatte Peter Fäh schon immer gefallen und nun hat er endlich die Gelegenheit, selber einmal ein Publikum zu beschimpfen.
Im Unterricht wird das in der Regel von den Fachdidaktikern und Praxislehrerinnen nicht goutiert. Im Gegensatz zu Handke möchte er aber nicht zum Nachdenken über das Theater oder Kunst im Allgemeinen anregen. Die Beschimpfung ist hier reiner Selbstzweck.

Im Finale des Moosestache-Poetryslams «PH goes Poetry» holt sich Peter Fäh den 3. Platz.

Bereits seit 2009 entsteht jedes Jahr ein Büchlein mit Texten aus Schreib-Events und Wettbewerben. Gedruckte Exemplare können für CHF 2.– beim Schreibzentrum erworben werden.

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Schreibblockade Studium?

Tutor Lorenz Vogel
(Illustration: Elisabeth Moch)

Es gab eine Zeit, da hätte ich «Schreiben» als eines meiner Hobbys aufgelistet. Doch rar sind inzwischen die Momente, in denen ich mich hinsetze, um einen Text nur um seiner selbst willen zu verfassen. Falls ich doch eine Idee zu Papier bringe, landet das unfertige Produkt meist im «Textfragment-Warteraum» meiner Harddisk.
Gleichzeitig habe ich nicht das Gefühl, während meiner Zeit an der PH wenig geschrieben zu haben. Leistungsnachweise, Diplomarbeiten, das Portfolio: Fügte man die Seiten meiner gesamten PH-Textproduktion zusammen, ergäbe es den Umfang eines mittleren Romanes. Neben dieser Menge mehr oder weniger wissenschaftlich geschriebener Formate erstaunt es nicht, dass daneben wenig Musse für kreatives Schreiben übrig bleibt. Klar, ich mache eine Ausbildung zur Lehrperson, nicht zum Schriftsteller. Doch für Deutschlehrkräfte wie mich kann die eigene (kreative) Schreibtätigkeit in vielerlei Hinsicht eine Ressource für den Unterricht darstellen. Oder kann man Sekschülerinnen und –schüler wirklich authentisch zum Schreiben motivieren, wenn man dies selbst immer nur widerwillig und für die Schule oder für das Studium gemacht hat?
In unserer Ausbildung scheint das kreative Schreiben eine Randexistenz zu führen. Dabei hat mir das gleichnamige Wahlmodul (das in dieser Form nicht mehr angeboten wird) damals viele neue Perspektiven eröffnet. Möglich ist es dennoch, passende Schreibanlässe für sich zu finden – auch im Umfeld des Studiums. Da ist Eigeninitiative gefragt. Und mir helfen dabei verbindliche Projekte. So habe ich neulich zum ersten Mal einen Text am «PH Goes Poetry Slam» aufgeführt – eine aufregende Erfahrung. Und es wird nicht das letzte Mal sein!

Lorenz Vogel studiert an der PH Zürich und arbeitet als Tutor im Schreibzentrum.
Der Text ist erschienen als Kolumne im Magazin für die Mitarbeitenden der PH Zürich, inside 2/2019, S. 21.

Übersetzen mit Verstand und Gefühl

Hier wird Übersetzen definitiv zur Wortakrobatik: eine Passage aus Joyce’ «Ulysses», im Original und zweimal deutsch. (Bild: Goran Basic / NZZ)

«Wie lispelt man auf Deutsch?», fragt sich Daniel Ammann in seinem Essay über die kleinen und grösseren Tücken des Übersetzens. Was hat der Fuchs im «Kleinen Prinzen» geschluckt, dass er plötzlich wie ein Akademiker spricht? Und warum wird die Handlung von «Brave New World» von London nach Berlin und später wieder zurück nach London verlegt? Übersetzerinnen und Übersetzer müssen ständig Entscheide fällen – und manchmal liegen sie halt falsch.

Tutorinnen und Tutoren schreiben für «Akzente»: Studi-Kolumne 4/2019

Seit über zehn Jahren schreiben die Tutorinnen und Tutoren des Schreibzentrums schon für das Magazin der PH Zürich. In Heft 4/2014 von  «Akzente» denkt Peter A. Kaiser in der Studierendenkolumne auf Seite 25 über den Greta-Effekt nach.

Erebos ist zurück

Fast zehn Jahre hat sich Ursula Poznanski Zeit gelassen. Aber nun liegt sie vor, die Fortsetzung ihres fulminanten Jugendbuch-Thrillers Erebos.

Ursula Poznanski, Erebos 2. Bindlach: Loewe 2019.

Auch in der Geschichte sind inzwischen zehn Jahre vergangen. Ihr Protagonist Nick Dunmore, der damals als Schüler in den Bann des Computerspiels «Erebos» geriet, studiert inzwischen Fotografie. Als das heimtückische Game sich unvermittelt zurückmeldet und Nicks Smartphone und Computer hackt, ist alles wieder wie früher – nur dass Nick sich diesmal von Beginn weg sträubt, die gnadenlosen Bedingungen einfach hinzunehmen. Aber «Erebos» ist noch raffinierter geworden und überwacht die Spielerinnen und Spieler auf Schritt und Tritt. – Daniel Ammann hat den 500 Seiten starken Roman für Buch & Maus besprochen.

Wie aus einer Mücke ein Elefant wird

Wer kennt das nicht? Man legt sich ins Bett, schaltet das Licht aus, wartet auf das Einsetzen der entspannenden Träume und vernimmt plötzlich das berühmt-berüchtigte Summen einer Mücke. Laura Sägesser dokumentiert in Form von Logbucheinträgen die erstaunliche Kooperation dieser lästigen Insekten: Gezielt treiben sie ein Paar aus dem Bett und in den Wahnsinn. 

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