Tutorinnen und Tutoren schreiben für «Akzente»: Studi-Kolumne 1/2020

Seit über zehn Jahren schreiben die Tutorinnen und Tutoren des Schreibzentrums für das Magazin der PH Zürich. In Heft 1/2020 von «Akzente» singt Ronja Stamm in der Studierendenkolumne auf Seite 25 ein erfrischendes Loblied auf die Absage. Warum immer Ja sagen, wenn man Nein meint?

Hapert’s beim Lesen?

In der «Seitenblick»-Kolumne von Akzente (Heft 4/2019, S. 9) schaut Alex Rickert diesmal auf die immer wieder heiss diskutierten basalen Lesefertigkeiten und lädt uns gleich zu einem Selbsttest ein. – Und was kann man tun, wenn es mit der Leseflüssigkeit hapert?

Schreibblockade Studium?

Tutor Lorenz Vogel
(Illustration: Elisabeth Moch)

Es gab eine Zeit, da hätte ich «Schreiben» als eines meiner Hobbys aufgelistet. Doch rar sind inzwischen die Momente, in denen ich mich hinsetze, um einen Text nur um seiner selbst willen zu verfassen. Falls ich doch eine Idee zu Papier bringe, landet das unfertige Produkt meist im «Textfragment-Warteraum» meiner Harddisk.
Gleichzeitig habe ich nicht das Gefühl, während meiner Zeit an der PH wenig geschrieben zu haben. Leistungsnachweise, Diplomarbeiten, das Portfolio: Fügte man die Seiten meiner gesamten PH-Textproduktion zusammen, ergäbe es den Umfang eines mittleren Romanes. Neben dieser Menge mehr oder weniger wissenschaftlich geschriebener Formate erstaunt es nicht, dass daneben wenig Musse für kreatives Schreiben übrig bleibt. Klar, ich mache eine Ausbildung zur Lehrperson, nicht zum Schriftsteller. Doch für Deutschlehrkräfte wie mich kann die eigene (kreative) Schreibtätigkeit in vielerlei Hinsicht eine Ressource für den Unterricht darstellen. Oder kann man Sekschülerinnen und –schüler wirklich authentisch zum Schreiben motivieren, wenn man dies selbst immer nur widerwillig und für die Schule oder für das Studium gemacht hat?
In unserer Ausbildung scheint das kreative Schreiben eine Randexistenz zu führen. Dabei hat mir das gleichnamige Wahlmodul (das in dieser Form nicht mehr angeboten wird) damals viele neue Perspektiven eröffnet. Möglich ist es dennoch, passende Schreibanlässe für sich zu finden – auch im Umfeld des Studiums. Da ist Eigeninitiative gefragt. Und mir helfen dabei verbindliche Projekte. So habe ich neulich zum ersten Mal einen Text am «PH Goes Poetry Slam» aufgeführt – eine aufregende Erfahrung. Und es wird nicht das letzte Mal sein!

Lorenz Vogel studiert an der PH Zürich und arbeitet als Tutor im Schreibzentrum.
Der Text ist erschienen als Kolumne im Magazin für die Mitarbeitenden der PH Zürich, inside 2/2019, S. 21.

Tutorinnen und Tutoren schreiben für «Akzente»: Studi-Kolumne 4/2019

Seit über zehn Jahren schreiben die Tutorinnen und Tutoren des Schreibzentrums schon für das Magazin der PH Zürich. In Heft 4/2014 von  «Akzente» denkt Peter A. Kaiser in der Studierendenkolumne auf Seite 25 über den Greta-Effekt nach.

Mehr Anerkennung, bitte

Tutorin Antonia Stopic
(Illustration: Elisabeth Moch)

In meinen Kolumnen werden Sie einiges über mich, mein Studium, vielleicht auch über mein Leben erfahren. Vorab schon einmal so viel: Ich bin angehende Sekundarstufenlehrerin, Schreibzentrumsmitarbeitende, Sushi-Liebhaberin, Eishockey-Novizin und Hobbybäckerin. Sie wissen nun bereits einiges über mich; ich hingegen nichts über Sie. Deshalb aus Fairness die direkte Frage: Wievielmal pro Woche treiben Sie Sport? Keine Angst, es folgt keine Verachtung, wenn Ihre Gegenfrage verlegen lauten sollte: «Pro Woche?»
Ich selbst habe vermutlich in meinem ganzen Leben niemals so viel Sport gemacht wie seit Beginn meines Studiums. Das ist daran festzumachen, dass sich mein Bizeps-Umfang um ein Vielfaches verdoppelt hat und ich meine Liebe zu Tanktops entdeckt habe. Okay, ich gebe zu, ich nehme Sie auf den Arm.
Um ehrlich zu sein, habe ich mir die Sportausbildung hier an der PHZH um einiges leichter vorgestellt. In den Köpfen von vielen Nicht-Lehrpersonen hat sich die Vorstellung manifestiert, dass eine Sportlehrperson nichts anderes machen muss, als behutsam einen Ball in die Hallenmitte zu legen und sich daraufhin für zwei Stunden aus dem Staub zu machen. Was ich jedoch während meiner Ausbildung erleben durfte, übersteigt die blosse Trillerpfeifennutzung bei Weitem. Ich habe gelernt, wie viel Zeit und Kraft es benötigt, Dinge zu erlernen, die nicht immer leicht zu erlernen waren. Ich habe erfahren, dass sie jedoch mit viel Willenskraft und der richtigen Unterstützung machbar sind. Rückblickend stelle ich einen bemerkenswerten Fortschritt fest. Und weil ich weiss, dass ich da draussen ein, zwei Leidensgenossen habe, bin ich der Überzeugung, dass wir mehr Anerkennung für unsere Leistung verdienen. Schliesslich sind es diese Erfahrungen, die wir den Schülern und Schülerinnen mitgeben können und die weitaus wertvoller sind als die Fähigkeit, den Fussball im Goal zu versenken.

Antonia Stopic studiert an der PH Zürich und arbeitet als Tutorin im Schreibzentrum.
Der Text ist erschienen als Kolumne im Magazin für die Mitarbeitenden der PH Zürich, inside 1/2019, S. 21.