Masterarbeit in zwei Wochen

Kaum zu glauben: Angeblich soll mal jemand eine Masterarbeit in zwei – oder sagen wir grosszügig: wenigen – Wochen hingelegt haben. Ohne viel empirische Vorüberlegungen habe ich ein paar abgeschlossenen Arbeiten ausgezählt und eine einfache Rechnung angestellt: Wie lange würde es dauern, diese Arbeiten zu tippen, wenn man ohne Unterbruch und Formulierungsbremse 90 Anschläge pro Minute hinbekäme? (Nur so nebenbei: Beim Eintrittstest für die Handelsmittelschule muss man 1000 Anschläge in 10 Minuten schaffen und darf nicht mehr als 6 Fehler machen …)

Masterarbeit in zwei Wochen weiterlesen

Freitagstipp

Kürzen heisst Kraft 

«Stehen für dieselbe Sache zwei Wörter mit verschiedener Silbenzahl zur Verfügung, so darf man wetten, dass das kürzere Wort zugleich das eingängigere und das kraftvollere ist. Die Informationsdefizite sind natürlich Wissenslücken und stehen zu diesem im Silbenverhältnis 9:4; das Gefährdungspotential ist auf deutsch ein Risiko (7:3), und das Modewort ansonsten ist dreimal so lang wie das schlichte ‹sonst›, an dessen Stelle es getreten ist» (Schneider 2013, 40.).

Mehr Tipps gibt es im Schreibzentrum. Besuchen Sie eine Beratung: Montag bis Donnerstag, 12-14 Uhr, keine Anmeldung erforderlich.

Aus: Schneider, Wolf. 2013. Deutsch fürs Leben. Was die Schule zu lehren vergass. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt.

Freitagstipp

Das Besondere statt des Allgemeinen   

«Der Schreiber, der gelesen werden will, benennt das, was er meint, stets mit dem engsten Begriff. Meint er Henne, so schreibt er nicht ‹Huhn›; meint er Huhn, so schreibt er nicht ‹Geflügel› oder ‹Federvieh›; meint er Geflügel, so schreibt er nicht ‹Haustiere›; meint er Haustiere, so schreibt er nicht ‹Tiere›; meint er Tiere, so schreibt er nicht ‹Lebewesen›, denn das sind die Pflanzen auch. Findet aber der Schreiber das Wort ‹Geflügel› in seiner Vorlage nicht eingegrenzt, so sollte er recherchieren, ob es sich vielleicht nur um Hühner handelt; kann er das nicht, so wäre er gut beraten, wenn er auf den Text verzichtete oder sich wenigstens ein schlechtes Gewissen leistete, falls er ihn verwenden muss. Denn die engste Einheit benennen heisst: präzise schreiben, konkret schreiben, anschaulich schreiben – und etwas Besseres lässt sich über Sprache gar gar nicht sagen» (Schneider 2013, 46f.).

Mehr Tipps gibt es im Schreibzentrum. Besuchen Sie eine Beratung: Montag bis Donnerstag, 12-14 Uhr, keine Anmeldung erforderlich.

Aus: Schneider, Wolf. 2013. Deutsch fürs Leben. Was die Schule zu lehren vergass. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt.

Freitagstipp

Schlichte Wörter wählen   

«Schlichte Wörter allein tun es freilich nicht; man muss auch etwas zu sagen haben – am besten etwas Kraftvolles und Überraschendes. Schopenhauer hat dies auf ne Formel gebracht, die vielleicht die wichtigste aller Stilregeln ist:

Man brauche gewöhnlich Worte und sage ungewöhnliche Dinge»

(Schneider 2013, 44f.).

Mehr Tipps gibt es im Schreibzentrum. Besuchen Sie eine Beratung: Montag bis Donnerstag, 12-14 Uhr, keine Anmeldung erforderlich.

Aus: Schneider, Wolf. 2013. Deutsch fürs Leben. Was die Schule zu lehren vergass. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt.