Punktlandung

Lesen hat mit Immersion zu tun. Wir tauchen ein und folgen den Figuren ins Abenteuer. Der Blick auf eine bedruckte Textseite lässt davon noch nichts erahnen. Die Buchstabenwand steht zwischen uns und der fiktionalen Erlebniswelt. Bilder hingegen ziehen uns schnell hinüber auf die andere Seite. So einfach macht es uns Martin Panchaud mit seiner Graphic Novel allerdings nicht. – Daniel Ammann stellt den Gewinner des Schweizer Kinder- und Jugendbuchpreises in einem Akzente-Medientipp vor.

Grosse Brüder, kleine Brüder

Acht Neuübersetzungen von Orwells 1984 hat uns dieses Jahr beschert. Unter anderem gibt es den Klassiker jetzt sogar als Jugendroman in der Rotfuchs-Reihe von Rowohlt oder als Graphic Novel. Den grossen dystopischen Roman sollte nicht nur jede:r kennen, sondern auch gelesen haben … und dann erneut lesen. Nicht weniger als die Zukunft steht auf dem Spiel.

Unter dem Titel «Orwells Zukunft ist längst Gegenwart» wirft Daniel Ammann in der NZZ vom 8.4.2021 (S. 30) auch einen Blick auf zeitgenössische Werke und Adaptionen, die von Orwells Schreckensvision inspiriert sind und die Geschichte totaler Überwachung in unsere Gegenwart übersetzen – allen voran Margaret Atwood mit The Handmaid’s Tale.

Tools für Medienkompetenz

Therapie-Tools Prob­lematische Medien­nutzung (Beltz, 2020)

Digitale Medien bilden einen zentralen Bestandteil der heutigen Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen. Zum einen bieten sie vielfältige Möglichkeiten zur aktiven Teilhabe an der Gesellschaft, aber gleichzeitig stellen sie auch hohe Anforderungen an die Medienkompetenzen derjenigen, die sie nutzen.
In seinem Akzente-Medientipp (1/2021, S. 39) stellt Schreib­zentrums­mitarbeiter und Medienpädagoge Peter Holzwarth eine aktuell Publikation mit Tools und Präventionsansätzen für einen kritischen Umgang mit Medien vor.

Zwischen zwei Welten

Ronya Othmann:
Die Sommer
(Hanser, 2020)

Leyla ist die Tochter einer Deutschen und eines jesidischen Kurden … Das ergreifende Debüt der Gewinnerin des Publikumspreises beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb 2019 erzählt vom Dasein zwischen zwei Welten.
Schreib­zentrums­mitarbeiter Erik Altorfer stellt den Roman Die Sommer von Ronya Othmann in seinem Akzente-Medientipp vor.

Wörter einfangen

Wörter sitzen nicht still. Dennoch versuchen Lexikografen sie von Zeit zu Zeit einzufangen. Sie nehmen ihre Personalien auf, gleichen die etymologische DNA ab und stecken sie in Wortverzeichnisse. – In seinem Akzente-Medientipp geht es einmal mehr um eingewanderte Wörter, unübersetzbare Begriffe und die Geschichte des Schotten James Murray, der vor 140 Jahren damit begann, den gesamten englischen Wortschatz für das Oxford English Dictionary zu erfassen.

Lesen – Schreiben – Lernen

Lesen und Schreiben sind Werkzeuge des Lernens, werden als solche aber immer noch zu wenig für das Fachlernen im Unterricht eingesetzt. Das gilt nicht nur für den Muttersprachenunterricht, sondern auch für andere Fächer bzw. Fachgruppen mit jeweils spezifischen Anforderungen an das Lesen und Schreiben.

In seinem neuen Buch (Beltz, 2021) widmet sich Maik Philipp, Professor für Deutschdidaktik und Mitarbeiter des Schreibzentrums, dem Potenzial der Schriftsprache für den Fachunterricht. Zentrale, empirisch überprüfte Prinzipien des Umgangs mit Texten werden im Kontext des Fachlernens dargestellt und systematisch und praxisnah aufbereitet .

Durch die strikte Ausrichtung an Prinzipien – und damit einer für den deutschen Buchmarkt untypischen Herangehensweise – wird eine hohe Praxisnähe gewährleistet – kurze Theoriebezüge und ihre unterrichtsnahe Aufbereitung werden anhand konkreter Beispiele veranschaulicht.

Haben die Musen ausgedient?

Woher nehmen Schriftsteller:innen eigentlich ihre Einfälle? – In seinem Essay in der Neuen Zürcher Zeitung (6.2.2021, S. 37) geht Daniel Ammann dieser Frage auf den Grund. Unter dem Titel «Die beste Idee kommt in der Badewanne» lässt er Autorinnen und Autoren zu Wort kommen, aber auch Forscher:innen, die sich aus wissenschaftlicher Sicht mit künstlerischer Inspiration, Kreativität und Erfolg befassen.

War sie Charles Dickens’ Muse? Er selbst beschrieb sein Tagwerk nüchterner: Um sieben nehme er ein kaltes Bad, dann schufte er bis drei Uhr nachmittags. (Felicity Jones als Nelly Ternan, Filmstill aus dem «The Invisible Woman») – Imago (NZZ)

nzz.ch/feuilleton/kreativitaet-woher-kommen-die-besten-ideen-so-antworten-profis-ld.1594063

«Mein Vater kehrte nach Hause zurück, ich wanderte aus»

Jagt sie weg! Die Schwarzenbach-Initiative und die italienischen Migranten. (Orell Füssli, 2020)

In seinem halb autobiografischen, halb historischen Buch Jagt sie weg! erzählt Concetto Vecchio von seinen Eltern, armutsbetroffenen Sizilianern und von weiteren Migranten, die in den 1960er-Jahren ein besseres Leben in der Schweiz suchten, aber auf unverhohlenen Fremdenhass stiessen, als Arbeitskräfte ausgebeutet und als Menschen ausgegrenzt wurden.
Schreib­zentrums­mitarbeiter Erik Altorfer stellt das Buch in seinem Akzente-Medientipp ausführlich vor und blickt zurück auf die Situation der Saisonniers in den ausgehenden 1960er-Jahren.

Unsoziale Medien

Das Dilemma mit den
sozialen Medien. (Netflix, 2020)

Lassen wir mit der Verbreitung und Nutzung von Social Media zu, dass unser gesellschaftlicher Zusammenhalt kaputtgeht, dass wir manipuliert werden, dass wir süchtig oder depressiv werden?
Mit diesen Fragen setzt sich das kritische Dokudrama «The Social Dilemma» (Netflix, 2020) auseinander. Schreibzentrumsmitarbeiter und Medienpädagoge Peter Holzwarth stellt den Film in seinem Akzente-Medientipp kurz vor.