Wie gross darf es denn sein?

Verbraucht eine Stadt mit doppelter Einwohnerzahl auch doppelt so viel Energie? Ist die Ameise viel stärker als der Mensch, weil sie das Mehrfache ihres Körpergewichts tragen kann? Wir ahnen schon, dass wir hier ein paar Denkirrtümern auf den Leim gehen. Und in Zeiten von Corona muss man wohl niemandem mehr erklären, was exponentielles Wachstum bedeutet.
Der Physikers Geoffrey West zeigt, welche universalen Gesetzmässigkeiten unserem biologischen und sozialen Leben zugrunde liegen und gelangt zu Erkenntnissen und Strategien, mit denen wir diese grossen globalen Herausforderungen vielleicht bewältigen können. – Daniel Ammann stellt den Wälzer in seinem Akzente-Medientipp (3/2021, S. 38) kurz vor.

Wie funktioniert effektive Schreibförderung?

Das neue Buch von Maik Philipp systematisiert die Felder Schreibkompetenz und Schreibförderung. Es zeigt, wie man das Schreiben selbst fördern kann und durch das Schreiben auch das Leseverstehen und Fachlernen verbessert.
(Angehende) Lehrpersonen erhalten dadurch unterrichtsrelevantes Wissen für die Auswahl und Gestaltung ihres Schreib- und Fachunterrichts. Maik ­­Phi­lipp ist Professor für Deutschdidaktik mit dem Schwerpunkt Schreibförderung an der Pädagogischen Hochschule Zürich und Mitarbeiter des Schreibzentrums.

Maik Philipp
Schreiben lernen, schreibend lernen: Prinzipien des Aufbaus und der Nutzung von Schreibkompetenz
Wiesbaden: Springer VS, 2021. 223 Seiten.
Bestellen beim Springer Verlag

Tierisches Kuriositätenkabinett

Marcel Barellis ausserordentliches Plädoyer für Artenvielfalt war im Frühjahr 2021 für den zweiten Schweizer Kinder- und Jugendbuchpreis nominiert (Shortlist). Unter dem Titel Bestiarium Helveticum ist das 430 Seiten starke Buch inzwischen auch auf Deutsch beim hep Verlag in Bern erhältlich. Ein Akzente-Medientipp von Daniel Ammann.

Von Menschen und Maschinen

Maschinen können viel. Aber können sie auch verstehen? Und werden sie irgendwann Muster entwickeln, die wir von Gefühlen und menschlichem Bewusstsein nicht mehr unterscheiden? – In seinem Medientipp in Akzente (3/2021, S. 39) stellt Daniel Ammann drei Texte vor, die genau diesen Aspekt erkunden: Alan Turing, Pionier der Computerwissenschaft und der künstlichen Intelligenz, hat sich schon 1950 Gedanken darüber gemacht, ob Maschinen denken können. Der Schriftsteller Daniel Kehlmann lässt sich im Silicon Valley auf das Experiment ein, gemeinsam mit einem Algorithmus eine Geschichte zu schreiben … und Kazuo Ishiguro erschafft in seinem Roman eine Künstliche Freundin, die uns als literarische Figur sehr menschlich berührt.

Von Menschen und Maschinen

Gesund bleiben mit und trotz Medien

Digitale Medien sind im beruflichen und privaten Alltag zu unentbehrlichen Werkzeugen geworden. Gleichzeitig sorgen ihre Inhalte, raffinierte Belohnungsmechanismen und clevere Algorithmen auch dafür, dass wir vom Bildschirm häufig nicht mehr loskommen. Der Ratgeber von Franz Eidenbenz gibt Anregungen, wie sich das Gleichgewicht zwischen echtem und virtuellem Leben wieder herstellen lässt. – Peter Holzwarth, Medienpädagoge und Mitarbeiter des Schreibzentrums, stellt den Titel in einem Medientipp (Akzente 3/2021, S. 39) vor.

Schach ist Trumpf

Das Leben ist ein Spiel. So wird gern behauptet. Aber nach welchen Regeln wird hier gespielt? Mischt der Zufall die Karten oder haben wir unser Geschick wie im Schach selbst in der Hand? Das klassische Königsspiel mit seiner Kriegssymbolik taucht als Motiv in zahllosen Geschichten auf und bietet sich immer wieder als sinnfällige Metapher für die Welt an.

In seinem Beitrag «Ein Brett, das die Welt bedeutet» (NZZ 24.7.2021, S. 32–33) begibt sich Daniel Ammann in Filmen und Romanen auf Spurensuche.

Für Beth Harmon (Anya Taylor-Joy) in der Netflix-Serie «The Queen’s Gambit» dreht sich alles um die 64 Felder.

Kindheit im Rückspiegel

In der Rückschau auf Kindheit verändern sich Dimensionen und Perspektiven. Manchmal ist der Blick verklärt, manchmal schonungslos kritisch. Jede Annäherung bleibt indessen fragmentarisch und ungewiss. In seinem Medientipp in Akzente (2/2021, S. 39) stellt Daniel Ammann, Mitarbeiter des Schreibzentrums, drei Romane nebeneinander, die das Thema Kindheit zwischen autobiografischer Erinnerung und fiktionaler Konstruktion ausloten.

Ist Glück lernbar?

Mittlerweile bieten schon über 100 Schulen in Deutschland und Österreich das Schulfach «Glück» an, das 2007 von Ernst Fritz-Schubert eingeführt wurde. Ziel war es, dem traditionellen Fächerkanon ein Konzept hinzuzufügen, das die Stärkung der Lebenskompetenz und -freude von Kindern und Jugendlichen in den Mittelpunkt stellt. Peter Holzwarth, Dozent für Medienbildung und Mitarbeiter des Schreibzentrums der PH Zürich, stellt das Grundlagenwerk in einem Akzente-Medientipp (2/2021, S. 39) vor.

Alpine Katakombenschulen

Ein idyllisches Bergdorf in Südtirol – doch die Zeiten sind hart. Die Leute werden vor die Wahl gestellt: entweder nach Deutschland auszuwandern oder als Bürger zweiter Klasse in Italien zu bleiben. Trina entscheidet sich für ihr Dorf, ihr Zuhause. Als die Faschisten ihr verbieten, als Lehrerin tätig zu sein, unterrichtet sie heimlich. Und als ein Energiekonzern für einen Stausee Felder und Häuser überfluten will, leistet sie Widerstand – mit Leib und Seele.

Erik Altorfer, Mitarbeiter des Schreibzentrums an der PH Zürich, stellt den Roman von Marco Balzano in einem Akzente-Medientipp vor (2/2021, S. 39).

Ein Hochhaus voller Geschichten

Ein Hochhaus mit 102 Etagen. Da kommt einiges an Geschichten zusammen. Wie bei einer technischen Zeichnung ist das Haus aufgeschnitten: Der Blick ins Innere der Wohnungen zeigt eine Momentaufnahme des Lebens seiner Bewohnerinnen und Bewohner. Das Ergebnis ist eine grosse, collageartige Erzählung – kein Gesellschaftsroman, sondern ein Hausroman.

Das einzigartige Web-Comic-Bauprojekt von Katharina Greve gibt es inzwischen auch als Buch. Im Akzente-Heft 2/2021 (S. 38) stellt Schreib­zentrums­mitarbeiterin Martina Meienberg Das Hochhaus in einem Medientipp vor und lässt uns in ein paar der Wohnungen reinschauen.