Herr Ibis in St. Gallen – ein Nachtrag zum Literaturfestival

Der Autor Daniel Ammann hat am Literaturfestival Wortlaut aus
«Der weisse Schatten und andere Geschichten» gelesen.

«Ideen, Wörter und Sätze, die irgendwann zu Text, zu Literatur werden wollen», antwortete der Autor Daniel Ammann auf die Frage, was ihn zum Schreiben inspiriere. Entstanden ist eine ganze Sammlung von Kurzgeschichten Der weisse Schatten und andere Geschichten (2018). Eine Kostprobe gabs am diesjährigen St. Galler Literaturfestival Wortlaut: «Das Tonband läuft, aber ich habe noch kein einziges Wort rausgebracht. Ich lege mir die Sätze zurecht wie Sezierbesteck. Ich baue Druck auf. Es muss authentisch klingen. Mann muss die Angst in der Stimme spüren», so der Protagonist in «Stimmprobe». Nichts dergleichen war beim Autor zu vernehmen – souverän las Daniel Ammann aus seinem neuesten Werk und erntete grossen Beifall an der vollbesetzten Ostschweizer Bühne im Splügeneck. Zwar hat Daniel Ammann die Frage offen gelassen, was mit Herrn Ibis (der Schlüsselfigur seiner gleichnamigen Kurzgeschichte) geschehen ist. Mit Sicherheit lässt sich aber sagen, dass sowohl der Autor als auch Herr Ibis gut beim Publikum angekommen sind.    

Eine Rezension zum Kurzgeschichtenband «Der weisse Schatten und andere Geschichten» (2018) von Daniel Ammann ist im Akzente (4/2018) erschienen. 


Applaus und eine Flasche Whisky für PH goes Poetry

Am 9. Mai 2019 um 18.30 Uhr war es so weit: Das Finale des Moosestache-Poetryslams «PH goes Poetry» zum dritten Mal im Kafi Schnauz .

16 Texte wurden im Rahmen des Moosetache-Poetryslams «PH goes Poetry» zum Thema «Wir da oben, ihr da unten» eingereicht. Davon wurden von der Jury acht ins Finale beordert.

Die Slammer Joël Perrin und Lukas Becker spielten das Opferlamm und moderierten gewohnt frisch und knackig durch den Abend.

Als erster Preis winkte ein Preisgeld in Höhe von CHF 150 und eine Flasche Whisky, die vom Gewinner Peter Kaiser auf der Bühne geöffnet wurde.

Peter Kaiser präsentierte einen gesellschaftskritischen Text, der die fehlende Menschlichkeit anprangert.

Ihm folgte Nadja Baumgartner auf dem zweiten Platz, deren Text unsere Anteilnahme am Leiden der Welt betreffen.

Den dritten Platz belegte Peter Fäh, der eine Publikumsbeschimpfung bezüglich mangelnder Motivation der PH-Studis durchführte.

Gelächter, Jubel und Staunen im Kafi Schnauz! Wer den Slam verpasst hat: hier können Sie die Auftritte der drei Erstplatzierten sehen! Und im Herbst erscheint eine Publikation mit den Texten der Finalist*innen.

Daniela Baumann

Die Ritter von Crongton

Alex Wheatle: Die Ritter von Crongton

McKay und seine Kumpels Liccle Bit und Jonah wetteifern in Alex Wheatles fulminantem Jugendroman um die coolsten Sprüche und kabbeln sich hin und wieder. Aber wenn es hart auf hart kommt, halten die drei Jungs aus South Crongton zusammen wie die Ritter der Tafelrunde. – Daniel Ammann hat den Jugendroman für Buch & Maus besprochen (1/2019, S. 35; siehe auch in der SIKJM-Rezensionsdatenbank).

Wheatle, Alex. Die Ritter von Crongton. Aus dem Englischen von Conny Lösch. München: Verlag Antje Kunstmann, 2019. 256 Seiten.

Alte und neue Träume

Ich über dich – Du über alles (2018)

Motivation zum Schreiben eines Textes oder zum Umsetzen eines Traumes ist schnell mal verflogen, sobald sich erste Hindernisse in den Weg stellen. Unsere Tutorin Sharon Ben Ishay erinnert in ihrem Beitrag daran, warum es sich lohnt, über sie hinwegzuspringen.

Mehr über die Schreib-Events des Schreibzentrums gibt es hier. Gedruckte Exemplare der Erzählnachtbüchlein können weiterhin zu je CHF 2.– beim Schreibzentrum erworben werden.

Willkommen in QualityLand

In QualityLand gibt es für jedes Problem eine App. Man braucht sich nicht über ein schreiendes Kind aufzuregen, sondern lässt ihm beim Arzt einen Hormonchip einpflanzen und drückt auf dem QualityPad die Taste beruhigen.

QualityLand von Marc-Uwe Kling

Eine Portion Progesteron lässt das Kind im Nu verstummen. Etwas komplexer wird es bei selbstfahrenden Autos. Wer soll bei einem Unfall überfahren werden, ein Milliardär oder eine Gruppe von Kindern? Das kommt ganz auf den Besitzer des Fahrzeugs an, denn die eine Moral gibt es nicht, das Auto des Umweltschützers hat eine andere als jenes des Drogendealers. Fest steht: In QualityLand kosten moralisch enthemmte Autos mehr und die Lösung der moralischen Dilemmas bleibt den Maschinen überlassen. Für Menschen lautet die Antwort auf alle Fragen, die sie betreffen, «ok». Sollen Maschinen künftig menschlicher und Menschen digitaler werden? Diese Frage stellt sich den Lesern von Marc-Uwe Klings Dystopie. Noch gibt es mehr Antwortoptionen als «ok».

Martina Meienberg

Kling, Marc-Uwe. QualityLand. Berlin: Ullstein, 2017. 384 Seiten.

Die Rezension ist erschienen in Akzente 1 (2019): S. 35.

Von Vögeln und Menschen

Susanne Röckel: Der Vogelgott

Drei Geschwister finden sich im Zimmer eines Sanatoriums wieder, in dem Thedor, der jüngere Bruder, behandelt wird. Altersmässig stehen sie mitten im Leben, die Situation erscheint aber Lorenz, dem älteren Bruder, «als wäre es wie früher». Und so vereint scheinen die drei nun zu sein, dass die Ich-Erzählung von Lorenz im kollektiven Wir endet. – Erik Altorfers Medientipp in der Online-Ausgabe von Akzente 4 (27.2.2019).

Röckel, Susanne. Der Vogelgott. Salzburg und Wien: Jung und Jung, 2018. 269 Seiten.

Tutorinnen und Tutoren schreiben für «Akzente»: Studi-Kolumne 1/2019

Seit zehn Jahren schreiben die Tutorinnen und Tutoren des Schreibzentrums schon für das Magazin der PH Zürich. Im aktuellen Heft 1/2019 von «Akzente» fragt sich Martina Berchtold in der Studierendenkolumne, ob all die lieben guten Vorsätze nur unser Scheitern herausfordern sollen. Oder hat es vielleicht mit der Jahreszeit zu tun.

Gleich geht’s los

Aufschieben gehört zum Studentenleben und ist anstrengend. Anstatt die freigeschobene Zeit für etwas Sinnvolles zu nutzen – zum Beispiel Freunde treffen oder Sport treiben – plagt das schlechte Gewissen.

Vom Aufschieber zum Lernprofi

So entsteht laut Fabian Grolimund «Müllzeit». Der Psychologe und Lerncoach zeigt, wie sich diese in Arbeits- oder Freizeit umwandeln lässt. Er verspricht: «Bessere Noten, weniger Stress, mehr Freizeit.» Dazu vergleicht er «machende» und «aufschiebende» Studierende, erläutert, wie Letztere die Prokrastination überwinden und stellt 25 erfolgversprechende Übungen vor. Im zweiten Teil geht es um Strategien zur Prüfungsvorbereitung und zum Schreiben von Arbeiten (Literatursuche, wissenschaftliches Schreiben). Aber auch der Umgang mit Langeweile in Vorlesungen, Veränderung der Schlafgewohnheiten oder geeignete Lernorte sind Themenbereiche, die Grolimund ausführt. Die humorvolle und fordernde Art des Autors und das praxisorientierte Training motivieren zum Weiterlesen und Ausprobieren.

Julia Bärtschi

Felix Grolimund. Vom Aufschieber zum Lernprofi: Bessere Noten, weniger Stress, mehr Freizeit. Freiburg i. Br.: Verlag Herder, 2018. 192 Seiten.

Die Rezension ist erschienen in Akzente 4 (2018): S. 35.

Tiefgang zelebrieren

Da versuchen wir ständig, im Alltag noch mehr unterzubringen, und merken gar nicht, wie kontraproduktiv die Fragmentierung unserer Arbeitszeit ist. Qualität braucht Zeit, und Zeit lässt sich nicht einfach komprimieren. Tiefgang heisst Hingabe und verlangt ablenkungsfreie Zeitinseln.
Wie das geht, erklärt Martina Meienberg in ihrem Beitrag im Lifelong-Learning-Blog. Ein Plädoyer für mehr Konzentration.

Fokus statt Ablenkung

Masterarbeit in zwei Wochen

Kaum zu glauben: Angeblich soll mal jemand eine Masterarbeit in zwei – oder sagen wir grosszügig: wenigen – Wochen hingelegt haben. Ohne viel empirische Vorüberlegungen habe ich ein paar abgeschlossenen Arbeiten ausgezählt und eine einfache Rechnung angestellt: Wie lange würde es dauern, diese Arbeiten zu tippen, wenn man ohne Unterbruch und Formulierungsbremse 90 Anschläge pro Minute hinbekäme? (Nur so nebenbei: Beim Eintrittstest für die Handelsmittelschule muss man 1000 Anschläge in 10 Minuten schaffen und darf nicht mehr als 6 Fehler machen …)

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