Die lieben guten Vorsätze

Martina Berchtold ist Studentin auf der Primarstufe und Tutorinim Schreibzentrum der PH Zürich.
Martina Berchtold ist Studentin auf der Primarstufe und Tutorinim Schreibzentrum der PH Zürich.

Ich sitze da und starre auf die beträchtliche Liste mit Vorsätzen. Leere Worte und Versprechungen, nichts weiter. Worte, die eine Bedeutung haben sollten. An den meisten Vorsätzen scheitert man doch sowieso, aber warum?

Ich vermute, es liegt an der Jahreszeit: Wir setzen uns die Vorsätze im Winter. Draussen ist es kalt und nass, man würde am liebsten den ganzen Tag im Bett verbringen, mit einer Tasse heissem Kakao, Kuschelsocken und der neusten Folge «The Big Bang Theory».

Im Winter bin ich unglaublich träge und es fällt mir schwer, mich für irgendetwas zu motivieren. Mir fehlt dafür die Energie. Ich stehe morgens auf und es ist dunkel und abends komme ich nach Hause und wer hätte es gedacht: Es ist schon wieder dunkel. Das ist doch einfach deprimierend, diese ewige Dunkelheit, wie soll man denn so die antreibende Kraft für
irgendwas finden? Vielleicht müsste man sich die Vorsätze im Sommer setzen, allerdings wäre es dann bereits zu spät für die Bikinifigur.

Zum jahreszeitbedingten Scheitern kommt die willkürliche Wahl unserer Vorsätze hinzu. Es kommt mir so vor, als würden wir uns diese nur setzen, weil wir stets unter Leistungsdruck stehen. Die Erwartung, immer schöner, besser oder was auch immer zu werden, ist wohl irgendwann einfach zu viel. Selbst für den stärksten Willen.

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