Medienwirkung

Im Rahmen der Lehrveranstaltung «Medienbildung und Informatik» geht es auch um das Thema Medienwirkung. In diesem Zusammenhang haben Studierende Kurzgeschichten verfasst (vgl. Holzwarth 2022, 160–161). Hier der Beitrag von Laura Cassal.

Der Mann lag auf seinem Bett und starrte auf das Display seines Handys. Es war ein sonniger Tag draußen, aber er kümmerte sich nicht darum. Seine Augen waren fest auf das kleine Gerät gerichtet, während er durch soziale Medien scrollte und sich mit der digitalen Welt verband.

Seit Stunden hatte er nichts anderes getan, als auf das Handy zu starren. Er war zu faul, um aufzustehen und das Haus zu verlassen. Stattdessen verbrachte er seine Tage damit, auf dem Bett zu liegen und in sein Handy vertieft zu sein.

Seine Freunde hatten ihn seit Wochen nicht mehr gesehen. Er hatte Verabredungen abgesagt und auf Nachrichten nicht geantwortet. Seine Eltern waren besorgt und fragten sich, was mit ihrem Sohn los war.

Doch der Mann hatte keine Zeit für sie. Er hatte allein Augen für sein Handy und die unendlichen Möglichkeiten, die es ihm bot. Er konnte mit Freunden in Kontakt bleiben, die Tausende von Kilometern entfernt waren, er konnte Musik hören, Filme und Serien schauen, E-Mails lesen und sogar Essen bestellen – alles mit einem Klick auf das kleine Display.

Aber je länger er auf das Handy starrte, desto mehr fühlte er sich leer und einsam. Er wusste, dass er etwas ändern musste. Er stand auf und ging nach draußen, um die Sonne auf seinem Gesicht zu spüren. Es war ungewohnt, aber er merkte schnell, wie gut es ihm tat, einen Schritt weg von der digitalen Welt zu machen.

Soirée Lernforum, 16.11.2023, 17-20 Uhr im Lernforum

https://phzh.sharepoint.com/sites/intranet/Seiten/GuK/Lernforum/Veranstaltungen.aspx?accordion=2028&highlight=phzh%20soiree

„Das Lernforum, bestehend aus Schreibzentrum, Digital Learning, Bibliothek, Methodenbüro und Zentrum für Hochschuldidaktik und -entwicklung, zeigt an diesem Abend sein vielfältiges Unterstützungsangebot für Studierende und Mitarbeitende der PH Zürich. Diverse Beratungs- und Kursformate werden vorgestellt. Das Rahmenprogramm besteht aus Apéro, Poetry Slam und Schreibwettbewerb.

Spezifische Angebote der einzelnen Einheiten und Ressorts des Lernforums an diesem Abend:

  • Schreibberatung und KI-Workshop (Schreibzentrum);
  • Bücherturm und Tabletstation mit Lernobjekt (Bibliothek);
  • Walk-in-Methodenberatung und 15-Minuten-Workshops (Methodenbüro);
  • I-Pad-Band, Ausleihe (Digital Learning);
  • Beratungen zu Lehr- und Lernphilosophie (Zentrum für Hochschuldidaktik und -entwicklung).

Zudem können sich Interessierte an den Informationstischen zu den Lernforumsangeboten erkundigen.

17 Uhr Einlass, Apéro

17 Uhr Schreiben mit KI: Mit ChatGPT Ideen finden und weiterverarbeiten (Workshop, Leitung: Alex Rickert)

18.15 Uhr Poetry Slam

19 Uhr Kreatives Schreiben, Anregungen für den Schreibwettbewerb (Workshop, Leitung: Peter Holzwarth)

20 Uhr Ende

Für den Anlass ist keine Anmeldung nötig.“

Medienwirkung

Im Rahmen der Lehrveranstaltung «Medienbildung und Informatik» geht es auch um das Thema Medienwirkung. In diesem Zusammenhang haben Studierende Kurzgeschichten verfasst (vgl. Holzwarth 2022, S. 160-161). Hier der Beitrag eines Studenten.

Was schikt mir dTanja wieder sonen Artikel vo de WOZ? «Wem gehört das Stadtbild», aber buah han doch ghat kei bock zum lese. Aber suscht denkt tanja wieder ich interessier mich ned für politik und bezieh kei stellig, aber sie schickts mer ja au numme zum zeige dass sie list, isch jetzte ja ned so, dass das thema «Stadtbild» mega zu mine interesse ghört. Jä wobie verpassi ja eppis wennis ned lise und vlt hett sis mer ja scho usemene grund gschickt denn luegi doch mal um was es ghat…. Hä was kei werbig ide urbane Öffentlichkeit? Und was isch mitem ganze Geld wo vo de Werbig produziert wird? Und was isch mitem Roger und de Carol wo die Werbe branche schaffet? Aber wie würd denn dStadt usgseh? Wer ja schono cooli vorstellig, irgendwie no schwirig sich zvorstelle. Aber werbig ghat ja ned verlore eh etze wo soviel werbig online isch. Ich han zgfühl ich gseh gar ned so viel werbig, aber vlt fallts mer gar ned uf. Hmm was selli etze de Tanja schicke? Ganz hanni de Artikel ja ned glese? Sie findets sicher voll cool, dass das diskutiert wird aber glaube gitt ja scho au negativi aspekt devo aber wüsst etze au ned ghat welli. Aber wenni etze da degege bin hett sie sgfühl ich bin wieder so antiprogressiv. Aber dWOZ het ja scho reccht. Chan sie mer ned eifach mal es scheiss meme oder es reel schicke, wott doch ned ghat mal kei verwantwortig überneh. Egal etze hett sie eh scho gseh, dassi de link ufgmacht han und wenni ned zruggschriebe denkt sie ich bin voll langsam im lese. Ich schriebe ihre eifach «mega spannend» .

Medienwirkung

Im Rahmen der Lehrveranstaltung «Medienbildung und Informatik» geht es auch um das Thema Medienwirkung. In diesem Zusammenhang haben Studierende Kurzgeschichten verfasst (vgl. Holzwarth 2022, S. 160-161). Hier der Beitrag von Lea Widmer.

«Mama, Mama guck mal!», kreischt Charlotte und Mama Nina schaut – durch die Kamera. Die Bilder– mal mit Quatsch im Kopf, mal frustriert, wie ein Kind eben ist, im Schwimmbad, zuhause, im Spiel, im Alltag. Die Bilder auf Insta – gelikt und kommentiert von Opa der nun endlich einen Grund hat, sich ‘das mit dem Handy’ beizubringen, von Götti und Gotte, die sich freuen über ihr liebstes Charlottelinchen. Von den Nachbarn, und deren Freunde, deren Arbeitskollegen und denen, das werden wohl Bekannte von jenen sein, oder einfach Menschen, denen der Algorithmus halt die Bilder vorschlägt. Menschen die Kinder mögen, es lieben, die süssen Bilder der Kleinen zu sehen. Und die, die kleine Kinder lieben.
30% der Bilder auf einer der grössten Kindsmissbrauchsdarstellungs-seiten stammen von Insta und Facebook. Charlotte weiss davon noch nichts. Nina auch nicht, nicht, naja, nicht wirklich. Und hey, es ist 2023 und wir betreiben kein Opferblaming mehr. Wir nehmen die Täter in die Verantwortung und die Opfer brauchen sich nicht zu schämen.
Nicht schämen. Nicht schämen. Denkt Charlotte später. Jahre später. In der Oberstufe und tut ihr Bestes, in ihrem Kopf das Kichern und Flüstern auszublenden. Das ist noch bevor Charlotte zum ersten Mal auf diese Seiten geraten wird, diese Seiten wo die Fotos kommentiert sind, mit genauen Beschreibungen, was die lieben Onkel mit der kleinen Maus zu tun gedenken.

„Beautiful German Words“ von „anneliese_leska“ auf Instagram

Achten wir im Alltag auf die Schönheit der eigenen Sprache? Oder finden wir diese nur in Sprachen, die uns fremd sind?

Annelise Leska eröffnet in ihren Instagram-Filmbeiträgen eine persönliche Perspektive auf „Beautiful German Words“, z. B. „Frohnatur“, „Weltschmerz“, „Alptraum“, „Lebensmut“, „beleidigte Leberwurst“, „Schmöker“, „Habseligkeiten“. Hier ein Beispiel:

https://www.instagram.com/reel/CrYtwdjrgQK/?igshid=MzRlODBiNWFlZA%3D%3D

Kann der fremde Blick dazu beitragen, die eigene Sprache neu zu entdecken?

Vergnügungen

Celina Sulger (Remake zu Bertholt Brecht)

der erste Blick aus dem Fenster am Morgen

müde Gesichter, aus der Traumwelt erwachen

Vogelgezwitscher, Energie versprühen

erhellend, kraftvoll

fröhlich, federleicht

Kontrast, Abwechslung

Neustart, doch wann

lebendig, real

eintönig, doch bequem

den grauen Alltag einfärben

Wärme, Vertrautheit

flauschiges,

liebenswertes Tier

klägliches Miauen

Gebrauchtwerden

sinnstiftend, den Traum leben

dankbar sein.

Das Gedicht entstand im Rahmen des Workshops „Kreatives Schreiben leicht gemacht: Das motivierende Prinzip «Remake»“ (FS 2023)

Vgl. Blogbeitrag „Kreatives Schreiben und Life Skills“ (Holzwarth 2023)

Narrative Kompetenz als Lebenskompetenz?

Im folgenden Zitat von Heiko Ernst kommt zum Ausdruck, dass Menschen über Narrationen biografische Sinnhaftligkeit herstellen können. Möglicherweise profitieren Menschen von literarischen Narrationskompetenzen für ihre umfassendere Biografie- und Identitätsarbeit.

„Erzählungen und Geschichten waren und bleiben die einzigartige menschliche Form, das eigene Erleben zu ordnen, zu bearbeiten und zu begreifen. Erst in einer Geschichte, in einer geordneten Sequenz von Ereignissen und deren Interpretation, gewinnt das Chaos von Eindrücken und Erfahrungen, dem jeder Mensch täglich unterworfen ist, eine gewisse Struktur, vielleicht sogar einen Sinn. […] Zwar sind wir nur in sehr geringem Maße Autoren unserer Geschichte – zu groß ist inzwischen die Macht der Außeneinflüsse und der Abhängigkeit von persönlichen und sozialen Ressourcen, um diese sich selbst überschätzende Rolle durchzuhalten –, aber wir können gute und verständnisvolle Erzähler unserer Geschichte sein und so den nötigen Sinn und Zusammenhang stiften“ (Ernst 1996, S. 202ff.).

Ernst, Heiko. 1996. Psychotrends. Das Ich im 21. Jahrhundert. München: Piper.