
«Auch der Schulweg bildet.» Das verspricht etwa die Webseite schulweg-bildet.ch. Kinder, die ihren Schulweg alleine oder mit ihren Peers zurücklegen, lernen Selbstverantwortung zu übernehmen, sich im Strassenverkehr selbständig zu bewegen und können sich «ungestört mit Gleichaltrigen austauschen», wie es auf
der Seite heisst. Wer möchte da widersprechen. Nicht überall auf der Welt stellt der Verkehr aber die grösste Gefahr dar. Das Bild mit den drei Buben zeigt, wie ein Schulweg in einem Kriegsgebiet aussehen kann. Das schöne Wetter und die Gelassenheit, mit der sich die Jungen auf dem Heimweg bewegen oder pausieren, kontrastieren scharf mit dem Trümmerfeld, das sie durchqueren. Was lernen diese Kinder wohl auf ihrem Schulweg?
Der Fotograf Odd Andersen hat das Bild am 10. Dezember 2001 aufgenommen. Sechs Tage zuvor wurden hier bei einem Luftangriff ein Polizist getötet, mehrere Schulkinder verletzt und dutzende Gräber zerstört, wie es in der Legende zum Foto bei Keystone heisst. Dass das Bild in Gaza aufgenommen wurde und dass die Gebäude und der angrenzende Friedhof von israelischen Kampfjets zerstört worden sind, spielt in diesem Zusammenhang eine untergeordnete Rolle. Die Liste von Kriegsgebieten ist derzeit so lange, dass die drei Buben stellvertretend für zahllose Kinder verschiedener nationaler oder ethnischer Gruppen stehen, die täglich massiven Bedrohungen ausgesetzt sind.
(Fotografisches Fundstück von Thomas Hermann aus der Zeitschrift «Akzente» 2 (2015): S. 42.)


Wie Perry in seinem erfrischenden Plädoyer zeigt, hat das keineswegs mit Faulheit, Willensschwäche oder mangelnder Disziplin zu tun. Viele der strukturierten Aufschieber, wie er sie nennt, sind sogar ausgesprochen tüchtig und produktiv. Sie arbeiten einfach lieber an Dingen, die nicht zuoberst auf der Prioritätenliste stehen – zumindest so lange, bis etwas Unwichtigeres dazwischenkommt oder der Abgabedruck einer anstehenden Arbeit unerträglich wird. Das hat auch Vorteile, denn was wir liegen lassen, erledigt sich zuweilen von selbst.






Alle paar Wochen – so fühlt es sich an – erscheint ein neuer Ratgeber zum wissenschaftlichen Schreiben im Studium. Die durchwegs gut gemeinten Handreichungen beschäftigen sich mit der Vorbereitung und Strukturierung schriftlicher Arbeiten, der Literaturrecherche, dem Ausformulieren des Textes und der gewissenhaften Überarbeitung und Schlussredaktion. Angereichert wird das Ganze mit allerlei Tipps zur Zeitplanung, für die Layout-Gestaltung, das Zitieren oder den kreativen Umgang mit Schreibblockaden. Weil beim Verfassen einer grösseren Arbeit einiges an Anforderungen und Ansprüchen zusammenkommt, fühlen sich nicht alle Studierende dem wissenschaftlichen Schreiben gewachsen. Da tut Hilfe not.


