Die Siegertexte vom Schreibwettbewerb «Warteschleife» 2015

Die GewinnerInnen und Gewinner des diesjährigen Schreibwettbewerbs der PH Zürich, der KME Zürich, der EB Zürich und des Careum Bildungszentrum Zürich wurden am 26. Mai 2015 anlässlich der Preisverleihung geehrt. Die Siegertexte der beiden Kategorien GLORY und HOPE inklusive Laudationes der Jurorinnen und Juroren gibt es hier zum Download:

Kageorie GLORY Siegertexte mit Lautadtiones
1. Jörg Roos                        2. Iris Stucki                       3. Katrin Furler
1.GLORY_Jörg Roos2.GLORY_Iris Stucki3.Glory_Ruth_Furler

 

 

 

 

Kategorie HOPE Siegertexte mit Lautadtiones
1. Helen Kaufmann             2. Soraja Sonderegger      3. Ruth Loosli       
                                              -Hüsenjow        
1.HOPE_Helen Kaufmann2.HOPE_Soraja Sonderegger-HüsejnowRuth Loosli

Wir gratulieren allen Preisträgerinnen und Preisträgern ganz herzlich!

 

Trittsteine zum effizienten Schreiben

mayer_300_Tipps_coverAlle paar Wochen – so fühlt es sich an – erscheint ein neuer Ratgeber zum wissenschaftlichen Schreiben im Studium. Die durchwegs gut gemeinten Handreichungen beschäftigen sich mit der Vorbereitung und Strukturierung schriftlicher Arbeiten, der Literaturrecherche, dem Ausformulieren des Textes und der gewissenhaften Überarbeitung und Schlussredaktion. Angereichert wird das Ganze mit allerlei Tipps zur Zeitplanung, für die Layout-Gestaltung, das Zitieren oder den kreativen Umgang mit Schreibblockaden. Weil beim Verfassen einer grösseren Arbeit einiges an Anforderungen und Ansprüchen zusammenkommt, fühlen sich nicht alle Studierende dem wissenschaftlichen Schreiben gewachsen. Da tut Hilfe not.
Philipp Mayer fügt den zahlreichen Leitfäden und Handreichungen kein weiteres Manual hinzu. Vielmehr fasst er das Wichtigste noch einmal zusammen und reiht seine 300 Tipps wie Kalendersprüche auf. Die kurzweiligen Merkpunkte und Gebote bringen vieles auf den Punkt, was es für Novizen wie Schreiberfahrene zu beherzigen und immer wieder zu üben gilt. Jedes der elf Kapitel schliesst zudem mit Lektüre-Empfehlungen zur weiteren Vertiefung.
Die Anregungen sind zwar thematisch gruppiert, aber ein Schlagwortregister wäre für den schnellen Zugriff dennoch von Nutzen. Ausserdem handelt es sich bei manch einem Tipp um eine Plattitüde, die im Schreiballtag nicht ohne Weiteres umzusetzen ist. «Lassen Sie Ihre Texte wachsen so wie Perlen wachsen», heisst es da fast poetisch. «Ergänzen Sie bei jeder Sitzung eine weitere Schicht.» – Schön und gut, aber wie das funktioniert, lässt sich nur durch kontinuierliche Praxis und Geduld entdecken.

Philipp Mayer
300 Tipps fürs wissenschaftliche Schreiben.
UTB 4311. Paderborn: Schöningh, 2015. 138 Seiten.

WARTESCHLEIFE – Das sind die Gewinnerinnen und Gewinner

… AND THE WINNER IS …

Eifrig diskutierten die Jurymitglieder an der Sitzung vom 5. Mai über die eingesandten Beiträge zum Schreibwettbewerb «Warteschliefe» 2015. Nach etwas mehr als vier Stunden standen die Gewinnerinnen und Gewinner für die beiden Kategorien fest:Laufbahn blau

GLORY
1. Jörg Roos
2. Iris Stucki
3. Katrin Furler

HOPE
1. Helen Kaufmann
2. Soraja Sonderegger-Hüsejnow
3. Ruth Loosli

Herzliche Gratuliation an alle Gewinnerinnen und Gewinner! Wir danken allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern herzlich fürs Mitmachen.

Gerne laden wir alle Teilnehmenden, alle Zugewandten und Interessierten zur Preisverleihung ein am 26. Mai 18.00–19.30 Uhr im Mitarbeiterfoyer der PH Zürich, Lagerstrasse 2, Gebäude LAA, Raum N030. Die Siegerinnen und Sieger lesen dort ihre Texte, gefolgt von der Laudatio eines Jurymitglieds.
Alles umrahmt von einem Apéro mit Live-Musik.

Wir freuen uns, Sie dort kennenzulernen.

Preisverleihung Schreibwettbewerb WARTESCHLEIFE am 26. Mai 2015

Laufbahn pinkBunt waren die Einsendungen des diesjährigen Schreibwettbewerbs «Warteschleife» der PH Zürich, der KME, der EB Zürich und des Careum Bildungszentrums. Aus lustigen, ernsten, wütenden und schmissigen Beiträgen erkor die Jury die SiegerInnen-Texte.

Am 26. Mai 2015 von 18.00–19.30 Uhr  findet die Preisverleihung statt im Mitarbeiterfoyer der PH Zürich, Lagerstrasse 2, Gebäude LAA, Raum N030.

Alle TeilnehmerInnnen, Interessierte und Zugewandte sind herzlich eingeladen.
Die SiegerInnen werden ihre Texte lesen, gefolgt von der Laudatio eines Jurymitglieds.
Live-Musik und Apéro-Happen umrahmen den literarischen Abend.

Wir freuen uns auf Sie!

Embedded Fiction

Phil Klay: Wir erschossen auch HundeWenn ein Autor seinen ersten Geschichtenband mit einem Dank an die lieben Tanten «Aunt Mimi, Aunt Pixi» und an die von der Familie «schwer vermisste Aunt Boo» beschliesst und dazu noch der Schreibwerkstatt für Kriegsveteranen seine Reverenz erweist, erwartet man vom betreffenden Opus eher Verarbeitungsprosa der simpleren Art, womöglich im Selbstverlag erschienen. Genau das trifft auf Phil Klays Erzählungen über den Irak-Krieg nicht zu.

Ausführliche Besprechung von Thomas Hermann in der NZZ vom 28. März 2015, S. 64.

Phil Klay
Wir erschossen auch Hunde.
Aus dem Amerikanischen von Hannes Meyer.
Berlin: Suhrkamp-Verlag,  2014. 301 Seiten.

«Der Wilde Hossten»

Buchcover

Endlich ist der neue Jamic da! Jamic, der im bürgerlichen Leben Johannes Stauffer heisst, sich selber aber James Stoicovic nennt und damit auf seine angeblich bosnischen Wurzeln anspielt, nimmt uns mit auf den Balkan, den «Wilden Hossten».

Damit wären wir auch gleich beim typischen Jamic-Stil, der Verschmelzung und Verballhornung: sei es terminologisch wie im Falle von Bonanzas Hoss und Osten, eben zu Hossten, oder inhaltlich, wenn er in Kusturica-Manier eine Gipsy-Brass-Band auf Winnetou und Old Shatterhand treffen lässt.

In seinen früheren Werken hat er zum Beispiel E. T. auf der Titanic auftreten lassen: E. T. funkt nach Hause, was auf dem Schiff für eine bizarre Hoffnungseuphorie sorgt. Oder er lässt den 1. Weltkrieg durch eine Pestwelle zu Ende bringen. In einem seiner raren Interviews verrät er uns den Grund seines Verschmelzungs-Faibles. Als Kind sei er vom Film-Monster King Kong versus Godzilla so fasziniert war, dass er ihn mindestens 1000 Mal gesehen habe, 250 davon rückwärts und bis heute künstlerisch nicht davon losgekommen.

Mit Der Wilde Hossten gelingt ihm wieder eine Genre-Verschmelzung. Dabei steht dem Buch das surrealistische Moment gut an. Zum Beispiel, wenn Winnetou mit seinem zur Querflöte umgeschnitzten Tomahawk gegen die Brass-Wand von Brogevic andudelt und das Ganze schliesslich in einem infernalen Gegurke endet. Dem Dada setzt dann Sam Hawkens die Krone auf, wenn er mit den Apachen zusammen aus seiner Perücke einen Putzlappen für die Tuba flechtet.

Ein weiteres typisches Jamic-Stilmittel, die Behauptung, mit denen er frühere Geschichten ordentlich gesalzen hat, ist in diesem Buch doch eher zu viel des Guten. So hätte er eigentlich einfach sagen können, Winnetou und Konsorten seien aus einem Karl-May-Film in Kroatien entronnen. Punkt. Stattdessen lässt er Brogevic behaupten, die Indianer stammten ursprünglich aus Kroatien und seien von den Wikingern nach Amerika verschleppt worden, ausser eben Winnetou und seine Apachen. Das überzeugt wenig, und originell ist es auch nicht.

Dazu kommen Jamics hanebüchene historischen Verdrehungen und plumpen Bezüge, mit denen er das Balkangulasch endgültig versalzt: «Brogevic»  ist natürlich eine Anspielung auf Goran Bregovic, damit es auch der Hinterste und Letzte versteht. Muss das sein?! Oder maue Wortkapriolen, wenn er Brogevic immer wieder zu Winnetou sagen lässt: «Winne, tu’ dies, Winne, tu’ das.» Macht nicht wirklich Freude!

Gegen Ende ist dann alles historisch verschwirbelt und die Geschichte derart verstrickt – Old Shatterhand ist nun auf einmal kein Mensch mehr, sondern ein Mechanoid aus Hoxas Albanien, der von den Jelzin persönlich gesteuert wird – dass es nicht mehr zum Dabeisein ist.

Was anfänglich ein heiteres Balkan-Beaten und wildes Hossten war, wird jetzt zum Balkenbiegen in dicker Sosse. Jamic wäre gute beraten gewesen, hätte er nach der Hälfte Schluss gemacht. Die Figuren entgleiten ihm und alles mündet in einer grotesken, wüsten und letztlich auch unmotivierten Publikums- und Autorenbeschimpfung.

Trotzdem, ein Lesegenuss ist der neue Jamic allenthalben, sofern sich die Leser*innen an den guten alten Diätgrundsatz halten: FdH (Friss die Hälfte).

Jamic
Der Wilde Hossten.
Krönlitz: Mandalassie-Verlag, 2015.
1543 Seiten.

Q&A Zitieren #3: Wie genau ist genau?

Abschreiben ist ausdrücklich erlaubt – sogar erwünscht. Sie können sich ja in einer wissenschaftlichen Arbeit nicht alles aus den Fingern saugen. Nur dürfen Sie halt Anführungszeichen und Quellenangabe nicht unterschlagen. Aber damit nicht genug. Die Formel mit den «drei E» verlangt nämlich, dass Sie Zitate in Ihrer Arbeit nicht nur eindeutig und einheiltlich kennzeichnen, sondern den Originaltext möglichst exakt wiedergeben. Das betrifft zum einen die genaue Formulierung und Schreibweise, zum anderen die Bedeutung. Wenn Sie in einem zitierten Satz ein «nicht» weglassen und den Sinn  ins Gegenteil verwandeln, nützen auch die eckigen Klammern nichts. Das Gleiche gilt, wenn Sie den Kontext so beschneiden, dass die Aussage in einem anderen Licht erscheint.

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ArtOrt Hörspiel / Das weisse Lauschen

Sendungshinweis: Mittwoch, 25.3.2015, 20.00 Uhr, Radio SRF 2 Kultur

Im bewohnten Gebiet der Schädelhöhle
von Gerhard Meister

Wo steckt die Seele? Wo hockt das Ich? Zwischen den Ohren! Das findet der Autor Gerhard Meister. Und lädt nun ein: Setzen Sie die Kopfhörer auf, und erleben Sie ein lustvolles Experiment. Denn: Was Hirnforschung kann, kann das Hörspiel schon lang.

1 Milliarde Euro investiert ein EU-Förderprogramm in das «Human Brain Project»: Damit soll an der ETH Lausanne das menschliche Hirn nachgebaut werden — digital und voll funktions-fähig. Zehn Jahre lang wird geforscht. Der Hörspielautor Gerhard Meister hingegen braucht keine Stunde, um das Ich im Hirn zu suchen. Ein akustisches Experiment, das Fragen stellt, den Hirnlappen kitzelt und unterhält.

Im bewohnten Gebiet der Schädelhöhle ist Gerhard Meisters drittes Hörspiel, das er im Auftrag von Radio SRF geschrieben hat. Hatte er im Hörspiel Naturkunde für Altweltaffen mit der Evolutionstheorie Darwins auseinandergesetzt, so sind es jetzt die Gehirnforschung und die Frage nach dem Bewusstsein, die zum Thema werden. Wie produziert das Gehirn Bewusstsein und wozu? Ist Bewusstsein etwas, das nur in Gehirnen entsteht oder tritt es vielleicht auch anderswo auf? Sagt uns die Beschäftigung mit dem Gehirn etwas darüber, wer wir sind? Und warum haben die alten Ägypter beim Mumifizieren ausgerechnet das Gehirn als einziges Organ einfach weggeworfen? In diesem Hörspiel versucht das Gehirn sich selber auf die Spur zu kommen und begibt sich damit auf einen Trip, auf dem sich die Wirklichkeit Stück für Stück immer weiter auflöst.

Im bewohnten Gebiet der Schädelhöhle.
Regie: Erik Altorfer. Musik: Martin Schütz. Technik: Franz Baumann. Regieassistenz: Myriam Zdini. Produktion: SRF 2015. Dauer: 54 Min.‘
Mit Mareike Hein (Die narzisstisch Gekränkte), Sebastian Rudolph (Der Neuromane), Stefan Kurt, Anne Ratte-Polle, Katja Reinke, Siggi Schwientek und Jirka Zett als Radiostimmen.