Die Fährnisse des Feedbacks

In seiner sechsten «Seitenblick»-Kolumne unserer PH-Zeitschrift Akzente (4/2021, S. 9) denkt Schreibberater und Zentrumsleiter Alex Rickert über die Fährnisse des Feedbacks nach. Sind die Autor:innen per se Mimosen, oder liegt das Problem bei den unsensiblen Rückmeldungen? Ob Lob oder Kritik – wer zu Texten Feedback gibt oder bekommt, muss über die Klinge springen. Eine scharfe Klinge, wie Alex Rickert zeigt.

Freundschaft ist krass

In letzter Zeit denke ich viel über Freundschaft nach. Das hängt wahrscheinlich damit zusammen, dass ich gerade durch eine kleine Krise torkle und sehr dankbar bin für die Unterstützung, die ich auf meinem Weg erhalte. Ich staune manchmal über die Macht, die Freundschaft hat: Mir geht es ausnahmslos immer besser in Gesellschaft meiner Freundinnen. Wie krass, dass man im Laufe seines Lebens Menschen findet, die diese Wirkung auf einen haben, nicht? Wie kommt es, dass man solche Menschen um sich sammeln kann?

War es Zufall, dass genau eine meiner besten Freundinnen am ersten Tag im Gymnasium neben mir sass? Und dass wir uns eigentlich schon vorher hätten kennen sollen, weil unsere Eltern sich kannten?

War es Schicksal, dass es nicht nur mich, sondern auch eine andere Freundin aus dem Gymi ohne rationalen Grund nach Basel zog? Wollte uns das Schicksal wenigstens ein bekanntes Gesicht in dieser damals fremden Stadt bereithalten?

Und war es einfach Glück, dass da jemand war, die zuerst nur ein Hobby mit mir teilte, bevor sie zu einer nicht mehr wegdenkbaren Bereicherung meines Lebens wurde? Ein Mensch, der so oft so ähnlich und doch so anders tickt als ich?

Natürlich, definitive Antworten auf diese Fragen gibt es nicht. Ich als sehr unreligiöse, nicht gläubige Person kann nicht viel mit Schicksal anfangen – und tendiere eher dazu, alle grossen und kleinen Begebenheiten des Lebens als Zufälle zu sehen. Zufälle, die entweder zu etwas Neuem führen oder völlig spurlos durch unser Leben ziehen. Diese Freundschaften, sie haben wohl mit zufälligen Begegnungen begonnen und sind mit zufälligen Ereignissen tiefer geworden – und jetzt kann ich mir nicht mehr vorstellen, wie mein Leben ohne diese Aneinanderreihung von Zufällen aussehen würde. Und ich bin unglaublich dankbar dafür, dass wir gemeinsam lachen, essen, weinen, diskutieren, reisen, tanzen und einfach sein können. Wie krass, dass manche Zufälle zu solch tiefen Verbindungen führen können.

Schöne Freundschaft – schöne Zeiten © Natascha Hossli

Natascha Hossli

Lange Nacht der aufgeschobenen Arbeiten

Die «Lange Nacht der aufgeschobenen Arbeiten» findet dieses Jahr wieder statt – und das bereits zum sechsten Mal! Am 16. November von 18 Uhr bis Mitternacht bietet sich wieder die Gelegenheit, in der Bibliothek ewig verspätete und liegen gebliebene Arbeiten vorwärtszutreiben. Bei Fragen rund ums Schreiben beraten Mitarbeitende und Tutorinnen und Tutoren des Schreibzentrums. Das Digital Learning leiht nicht nur seine Geräte aus, es bringt auch deinen Laptop wieder in Schuss! Frisch gemixte Drinks, heisse Pizzas und schnelle Slam-Poet:innen (mit dem legendären Lukas Becker und den PH-Goes-Poetry-Preisträger:innen 2021 Peter A. Kaiser und Laura Bachmann) helfen den fleissigen Schreiberlingen, wieder in die Gänge zu kommen.

Wie gross darf es denn sein?

Verbraucht eine Stadt mit doppelter Einwohnerzahl auch doppelt so viel Energie? Ist die Ameise viel stärker als der Mensch, weil sie das Mehrfache ihres Körpergewichts tragen kann? Wir ahnen schon, dass wir hier ein paar Denkirrtümern auf den Leim gehen. Und in Zeiten von Corona muss man wohl niemandem mehr erklären, was exponentielles Wachstum bedeutet.
Der Physikers Geoffrey West zeigt, welche universalen Gesetzmässigkeiten unserem biologischen und sozialen Leben zugrunde liegen und gelangt zu Erkenntnissen und Strategien, mit denen wir diese grossen globalen Herausforderungen vielleicht bewältigen können. – Daniel Ammann stellt den Wälzer in seinem Akzente-Medientipp (3/2021, S. 38) kurz vor.

Wie funktioniert effektive Schreibförderung?

Das neue Buch von Maik Philipp systematisiert die Felder Schreibkompetenz und Schreibförderung. Es zeigt, wie man das Schreiben selbst fördern kann und durch das Schreiben auch das Leseverstehen und Fachlernen verbessert.
(Angehende) Lehrpersonen erhalten dadurch unterrichtsrelevantes Wissen für die Auswahl und Gestaltung ihres Schreib- und Fachunterrichts. Maik ­­Phi­lipp ist Professor für Deutschdidaktik mit dem Schwerpunkt Schreibförderung an der Pädagogischen Hochschule Zürich und Mitarbeiter des Schreibzentrums.

Maik Philipp
Schreiben lernen, schreibend lernen: Prinzipien des Aufbaus und der Nutzung von Schreibkompetenz
Wiesbaden: Springer VS, 2021. 223 Seiten.
Bestellen beim Springer Verlag

Tierisches Kuriositätenkabinett

Marcel Barellis ausserordentliches Plädoyer für Artenvielfalt war im Frühjahr 2021 für den zweiten Schweizer Kinder- und Jugendbuchpreis nominiert (Shortlist). Unter dem Titel Bestiarium Helveticum ist das 430 Seiten starke Buch inzwischen auch auf Deutsch beim hep Verlag in Bern erhältlich. Ein Akzente-Medientipp von Daniel Ammann.

Grenzüberschreitung Intimsphäre

Seit 2009 schreiben die Tutorinnen und Tutoren des Schreibzentrums schon für das Magazin der PH Zürich. Heuer gibt es sogar ein Jubiläum zu feiern: In der Augustnummer von Akzente (3/2021, S. 25) ist es bereits die 50. Kolumne!

Diesmal widmet sich unsere Tutorin Janine Eberle auf der Studierendenseite den Fragen rund um die Familienplanung … und wundert sich, dass so ein persönliches Thema zum Gegenstand von Smalltalk wird.

Von Menschen und Maschinen

Maschinen können viel. Aber können sie auch verstehen? Und werden sie irgendwann Muster entwickeln, die wir von Gefühlen und menschlichem Bewusstsein nicht mehr unterscheiden? – In seinem Medientipp in Akzente (3/2021, S. 39) stellt Daniel Ammann drei Texte vor, die genau diesen Aspekt erkunden: Alan Turing, Pionier der Computerwissenschaft und der künstlichen Intelligenz, hat sich schon 1950 Gedanken darüber gemacht, ob Maschinen denken können. Der Schriftsteller Daniel Kehlmann lässt sich im Silicon Valley auf das Experiment ein, gemeinsam mit einem Algorithmus eine Geschichte zu schreiben … und Kazuo Ishiguro erschafft in seinem Roman eine Künstliche Freundin, die uns als literarische Figur sehr menschlich berührt.

Von Menschen und Maschinen

PH Goes Poetry zum Fünften – wer gewinnt?

Die Jury hat gesprochen – die Finalist:innen sind nominiert! Nach hitzigen Debatten stehen die acht Autor:innen fest, die in die Endrunde des diesjährigen «PH Goes Poetry»-Schreibwettbewerbs steigen.

Mit dabei sind nicht nur die bekannten Laura Bachmann (Finale 2020) und Peter Kaiser (Sieger 2019, Bronze 2020). Mit auf- und anregenden Texten ins Rennen steigen auch viele neue Talente. Die weiteren Finalist:innen sind:

Bruce Achermann, Cynthia Gehrig, Petra Hänni, Martina Meienberg, Lisa Thwaini und Kelly Vass. 

Der literarische Wettstreit steigt am 23.9.2021 im Kafi Schnauz. Auf der Bühne battlen die Auserwählten um Preisgeld, Applaus und den klassischen Poetry-Slam-Whisky! Ihr entscheidet – wem gebt ihr die Stimme?

Damit ihr richtig in Stimmung kommt, öffnet das Kafi Schnauz um 17 Uhr. Das Finale beginnt um 18.30 Uhr. Seid mit dabei, wenn Literaturgeschichte geschrieben wird und es wieder heisst «PH Goes Poetry»!

Der Battle findet bei jedem Wetter draussen auf dem Campusplatz statt – bei Regen unter dem Dach. Bitte Covid-Zertifikat mitbringen, danke.