Tutorinnen und Tutoren schreiben für «ph akzente»: Quartalspraktikum

Manchmal braucht es viel AusdauerDie Primarschulstudentin und Tutorin des Schreibzentrums Annina Gutmann berichtet von ihren Erfahrungen im Quartalspraktikum und darüber, wie sie ihr Projektziel trotz Startschwierigkeiten doch noch erreichen konnte.

Annina Gutmann: «Manchmal braucht es viel Ausdauer, um ein Ziel zu erreichen.» ph akzente 3 (2013): 24–25.

 

Schreiben als Entdeckungsreise

Schreiben als Entdeckungsreise
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Einen guten Text zu schreiben, kann ganz schön anstrengend sein. Das wissen Ungeübte genauso wie routinierte Autoren. Wenn sich Wörter querstellen oder die Ideen ganz ausbleiben, hilft die simple Methode: einfach mal drauflosschreiben. Nicht selten erweisen sich improvisierte Texte als wahre Fundgruben.

(Text als PDF)

Seite 99

Der Anfang verrät viel über einen Roman. Hier entscheidet sich oft, ob man überhaupt weiterliest. Auch die letzten Sätze werden gerne zur Beurteilung eines Werks herangezogen.
Der englischeSchriftsteller Ford Maddox Ford empfiehlt einen ganz anderen Test: «Open the book to page ninety-nine and read, and the quality of the whole will be revealed to you.»
Die «Campaign for the American Reader» hat hierfür einen Blog eingerichtet und bittet zeitgenössische Autoren, ihren eigenen Roman dem «Page 99 Test» zu unterziehen: http://page99test.blogspot.ch/
Machen Sie den Test mit einem Ihrer Lieblingstitel und berichten Sie uns im Kommentar, ob Seite 99 hält, was das Buch verspricht.

Tutorinnen und Tutoren schreiben für «ph akzente»: Die Studierenden-Kolumne

Titel_phakzente13-3_webSchon seit 2009 schreiben die Tutorinnen und Tutoren des Schreibzentrums für «ph akzente». Im aktuellen Heft zum Thema «entdecken» denkt Karin Weibel auf Seite 45 über die Landsgemeinde und Europa nach.

Ausstudiert – die Studierenden-Kolumne:
Karin Weibel: «Ist die Landsgemeinde ein Modell für Europa?»

Schottisch über Mittag

Unsere Tutorin Karin Weibel hält Rückschau auf einen besonderen Event des Schreibzentrums:

«Schreibberatung made in Scotland – und so funktioniert’s: An britischen Universitäten sind die Beratenden nicht Studierende wie bei uns, sondern Autoren und Autorinnen mit Rang und Namen, Fellows des Royal Literary Funds. Solche Fellows sind auch die in der Schweiz aufgewachsene und nun auf Englisch publizierende Regi Claire und der schottische Schriftsteller Ron Butlin, welche uns dieses Fellowship-System vorstellten. Die beiden arbeiten an zwei verschiedenen Universitäten in Schottland, wobei sie ihr Salär nicht von der Uni, sondern direkt vom Royal Literary Fund erhalten. Der Royal Literary Fund sponsert somit die Schreibberatung an den Universitäten und schlägt zwei Fliegen mit einer Klappe: Die Autoren und Autorinnen erhalten ein regelmässiges Gehalt und die Studierenden kommen in den Genuss einer professionellen Schreibberatung. Die Vor- und Nachteile dieses Systems, Erinnerungen an aussergewöhnliche Beratungsgespräche und ultimative Essay-Tipps – all dies und noch vieles mehr brachten uns Regi und Ron auf witzige und spannende Art näher.»

Im anschliessenden Schreibworkshop, weiterhin mit Regi Claire und Ron Butlin, entstanden verschiedenste englische Texte. Unter anderen dieser, Gedicht und Songtext zugleich, von unserem Tutor Lukas Ramseier:

IN PIECES

I used to be completed
One whole when I arrived
They managed to destroy me when
They tried to take my life

My life so poor of beauty
But not because of fate
They didn’t know my body was
A prison for my hate

My hate that now defines me
And makes me so much more
They’ll never understand I’ll be
In pieces and at war

Wolf und Haas, Anfänger und Hasardeur

Wolf Haas: Komm, süsser Tod_cover«Jetzt ist schon wieder was passiert.
Aber ein Tag, der so anfängt, kann ja nur noch schlechter werden. Das soll jetzt nicht irgendwie abergläubisch klingen. Ich gehöre bestimmt nicht zu den Leuten, die sich fürchten, wenn ihnen eine schwarze Katze über den Weg läuft. Oder ein Rettungsauto fährt vorbei, und du musst dich sofort bekreuzigen, damit du nicht der nächste bist, den der Computertomograph in hunderttausend Scheiben schneidet.
Und Freitag der Dreizehnte sage ich auch nicht. Weil es ist Montag der 23. gewesen, wie der Ettore Sulzenbacher mitten in der Pötzleinsdorfer Strasse gelegen ist und zum Steinerweichen geheult hat.»

Es gibt Leute, die mögen es nicht, wenn sie von Wildfremden geduzt werden. Denen würde ich Wolf Haas nicht empfehlen, denn der duzt jeden, der seine Krimis liest! Andererseits ist das ja vielleicht nur ein Pseudonym, das mit dem Wolf und dem Haas, ich meine, tönt doch irgendwie verdächtig. Wie dem auch sei, empfehlen tue ich ihn trotzdem, unbedingt sogar, nur schon deshalb, weil er ein blutiger Anfänger ist. Blutig, versteht sich von selbst für einen Krimi, aber Anfänger, nicht so wie Sie jetzt vielleicht meinen, nein, wirklich, der kann anfangen, da hört alles auf.
Ein Haas-Krimi beginnt in der Regel so: «Jetzt ist schon wieder etwas passiert.» Gut, gefällt vielleicht nicht jedem. Aber ich mag so was, umso mehr als ich mich in der Regel schwertue mit Anfängen und deshalb nicht ungern in eine Geschichte reingeritten werde. Und wenn ich mal drin bin, bleibe ich auch gern und schaue genüsslich zu, wie der Haas Wolf mit der Sprache herum schwadroniert, sie solange biegt, bis sie bricht und ein Aufschrei durch die Feuilletons geht: Gebrochene Sprache, kaputte Grammatik!

Wolf Haas: Komm, süsser Tod. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 2000. 224 Seiten.

Tatsachen als Roman

«Der kleine Ort Holcomb liegt in der Weizenhochebene von West-Kansas, einer abgeschiedenen Gegend, die selbst Einheimische als ‹hinterm Mond› empfinden. Mit seinem harten, blauen Himmel und der wüstenklaren Luft gemahnt der gut siebzig Meilen östlich der Grenze zu Colorado gelegene Landstrich eigentlich eher an den Wilden als an den Mittleren Westen. Der Akzent, den man hier spricht, ist der näselnde Singsang der Prärie, der Viehtreiber und Rancharbeiter, und die meisten Männer tragen Frontier Trousers – die derben, schmal geschnittenen Baumwollhosen der Pioniere –, einen Stetson und spitze Stiefel mit hohen Absätzen. Das Land ist flach, und man hat nach allen Seiten einen herrlich weiten Blick; Pferde, Rinderherden, eine Gruppe weißer Getreidesilos, schlank und anmutig wie griechische Tempel, sind für den Reisenden bereits von weitem zu erkennen.»

Truman Capote: Kaltblütig (Orig. In Cold Blood; in der Übersetzung von Thomas Mohr).
Zürich: Kein & Aber, 2007. / München: Goldmann, 2009.

Gleich zwei sehenswerte Filme haben sich  mit der Entstehungsgeschichte dieses ersten «Tatsachenromans» befasst und zeigen Capote und Harper Lee bei ihren Recherchen in der Provinz.

  • Capote. USA 2005. Regie: Bennett Miller. Nach der Biografie Capote: A Biography von Gerald Clarke. Mit Philip Seymour Hoffman (Truman Capote), Catherine Keener (Harper Lee), Clifton Collins jr. (Perry Smith), Chris Cooper (Alvin Dewey).
  • Infamous. USA 2006. Regie: Douglas McGrath. Nach der Biografie Truman Capote: In Which Various Friends, Enemies, Acquaintances and Detractors Recall His Turbulent Career von George Plimpton. Mit Toby Jones (Truman Capote), Sandra Bullock (Nelle Harper Lee), Daniel Craig (Perry Smith), Jeff Daniels (Alvin Dewey).

 

 

Das Ende naht! – Das Ende des Anfangs …

Dies ist der letzte Aufruf und Ihre letzte Chance! Nehmen Sie Teil an unserem vergnüglichen Wettbewerb auf der Suche nach dem packendsten Romananfang der Literaturgeschichte… der noch nicht geschrieben wurde. Zeigen Sie, wie SIE es schaffen, Ihre LeserInnen zu fesseln. Wir sind gespannt…

Hier finden Sie den ersten Aufruf mit etlichen wunderbaren Vorschlägen, die Sie hoffentlich inspirieren und motivieren werden. Bitte posten Sie Ihre neuen Vorschläge hier.

Zu gewinnen gibt es u.a. einen Gutschein über CHF 50.– des Lernmedien-Shops.
Einsendeschluss ist Sonntag, der 14. Juli 2013.

Viel Spass und Erfolg!

Write my Fire – #6: Zerzaustes Freiheitsgefühl

Write My Fire!«Vor ein paar Monaten waren sie zusammen aufgebrochen. Gemeinsam und miteinander, um ein neues Leben zu beginnen. „Lass uns einfach gehen, ganz egal wohin. Wir empfangen das Leben und lassen uns hier nicht mehr von ihm in Beschlag nehmen.“ Ihre Worte klangen damals wie eine theatralische, auswendig gelernte Strophe in einem Musical. Ihre leuchtenden Augen besagten jedoch das Gegenteil und das wusste er. Sie war bereit zu gehen….»

(Geschrieben zu: Bruce Springsteen – «I’m on Fire»)

Unter dem Motto «Write my Fire!» und inspiriert von den feurigsten Songs der letzten 50 Jahre schrieben Studierende und Mitarbeitende der PH Zürich gemeinsam Geschichten, Minidramen, Chats, Dialoge und vieles mehr. Dies anlässlich unseres Schreibevents zur Schweizer Erzählnacht 2012.

Bereits seit 2009 entsteht so jedes Jahr ein Büchlein. Die Vernissage des aktuellen Werks «Write My Fire!» begeisterte mit Lesungen und Live-Musik der Lokalband «November’s Fall» und fand am 10. April 2013 anlässlich unseres Jubiläumsfests in der PH Zürich statt. Gedruckte Exemplare aller Jahre können weiterhin zu je CHF 2.– beim Schreibzentrum erworben werden.