Schildkrötenwege

Es gibt Bücher, die einen umhauen. Da träumt man schon mal davon, dem Autor des Romans persönlich zu begegnen. Für die 18-jährige Ich-Erzählerin in Matthew Quicks Roman geht dieser Wunsch in Erfüllung – allerdings mit unabsehbaren Folgen. – Daniel Ammann hat Schildkrötenwege oder Wie ich beschloss, alles anders zu machen für Buch & Maus rezensiert.

Quick, Matthew. Schildkrötentage oder Wie ich beschloss, alles anders zu machen. Aus dem amerikanischen Englisch von Knut Krüger. München: dtv, 2018. 298 Seiten.

Die Rezension ist erschienen in Buch & Maus 3 (2018): S. 36.

Was die Schweizermacher nicht sahen

Todisco, Vincenzo. Das Eidechsenkind. Zürich: Rotpunktverlag, 2018. 214 Seiten.

Die Schweizer Fremdenpolitik aus der Perspektive der Behörden, das kennt man seit Rolf Lyssys Film Die Schweizermacher. Vierzig Jahre später wechselt Vincenzo Todisco die Perspektive: Sein Roman Das Eidechsenkind erzählt vom verbotenen Leben eines italienischen Saisonnierkindes. – Erik Altorfer, Mitarbeiter des Schreibzentrums, stellt das Buch in einem Akzente-Medientipp vor. 

Tutorinnen und Tutoren schreiben für «Akzente»: Studi-Kolumne 4/2018

Schon seit 2009 schreiben die Tutorinnen und Tutoren des Schreibzentrums für das Magazin der PH Zürich. Im aktuellen Heft 4/2018 von «Akzente» stellt sich Sharon Ben Ishay in der Studierendenkolumne ihren Ängsten und fragt: «Komfortzone oder Adrenalinkick?»

Zelt oder Palast? Wer plant, hat mehr vom Schreiben

Wenige schreiben, wie ein Architekt baut, der zuvor einen  Plan entworfen und bis ins Einzelne durchdacht hat; vielmehr die meisten nur so, wie man Domino spielt.
– Arthur Schopenhauer (1788–1860)

Wie oft sitzt du in der Bibliothek, um einen Leistungsnachweis, ein Portfolio, die Vertiefungsarbeit zu verfassen und schlägst ohne Idee, Plan oder ein genaues Ziel in die Tasten? Das Schreiben ist ein aufbauender Prozess. Zelt oder Palast? Wer plant, hat mehr vom Schreiben weiterlesen

Unendliches bei Ende

Die Lektüre von Literarischem heisst auch, sich auf Unabschliessbares einzulassen. Dies erfährt, wer sich von Hans-Heino Ewers zum Lesen bzw. Wiederlesen von Michael Endes Kinderbuchklassikern verführen lässt.
So regt der Autor zum Beispiel an, über die Schul­pädagogik im Jim Knopf nachzudenken, indem er auf Jims und Lukas’ Besuch der Mathematikstunde von Frau Mahlzahn verweist. Danach fragt Jim, ob Schulen generell so aussähen. Lukas’ Antwort lässt verschiedene Interpretationen zu: «Gott bewahre! (…) Manche Schulen sind sogar ganz nett. Allerdings sind dort keine Drachen als Lehrer, sondern einigermassen vernünftige Leute.» Bei Momo können sich auch Erwachsene auf eine Philosophiestunde bei Meister Hora freuen: Die grauen Herren würden entstehen, weil die Menschen ihnen die Möglichkeit gäben zu entstehen, erklärt er. Und wer eine Deutung für die Grenze zwischen Bewusstem und Unbewusstem sucht, wird vielleicht in der Unendlichen Geschichte fündig.

Martina Meienberg

Ewers, Hans-Heino. Michael Ende neu entdecken: Was ‹Jim Knopf›, ‹Momo› und ‹Die unendliche Geschichte› Erwachsenen zu sagen haben. Stuttgart: Alfred Kröner Verlag, 2018. 278 Seiten.

Die Rezension ist erschienen in Akzente 3 (2018): S. 35.

Der Tod ist ein mühseliges Geschäft

Eine Reise durch Syrien der besonderen Art: Die drei Geschwister Fâtima, Hussain und Bulbul transportieren in Hussains Minibus ihren in einem Damaszener Krankenhaus verstorbenen Vater. Sein letzter Wunsch war es, in seinem Heimatdorf in der Nähe von Aleppo bestattet zu werden. – Erik Altorfer über die Roadnovel des syrischen Autors Khaled Khalifa, dessen Romane in seiner Heimat nur auf dem Schwarzmarkt erhältlich sind.

Khalifa,Khaled. Der Tod ist ein mühseliges Geschäft. Aus dem Arabischen von Hartmut Fähndrich. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt Verlag, 2018. 220 Seiten.

Die Rezension ist erschienen in der Online-Ausgabe von Akzente 3 (27.8.2018).

Schreib!

Kennst du das, wenn du dich hinsetzt und voller Tatendrang den Computer startest, wenn du die Textdatei öffnest, wenn du die Finger auf die Tasten legst, den Zeigefinger hebst, um damit die erste Taste zu drücken, um dann in dieser Position zu verharren? «Schreib!», befiehlst du dir selbst.

Schreib! weiterlesen

Deep Work

Zerstückelte Arbeitstage, Grossraumbüros und E-Mails, die ständig nach Aufmerksamkeit verlangen, sind schlechte Voraussetzungen für konzentriertes Arbeiten, wie der Computerwissenschaftler Cal Newport überzeugend darlegt.

Was wir indes bräuchten, sind längere ablenkungsfreie Phasen, in denen wir uns vertieft einer einzigen Sache widmen können. Das Konzept nennt sich «Deep Work». Newport beschreibt nicht nur, wie Rückzugsorte, geschützte Zeitfenster und bestimmte Strategien zu besserer Qualität führen. Er klärt uns darüber auf, dass Ausgleich, Pausen und Feierabendrituale unser Wohlbefinden entschieden steigern und letztlich zu mehr sinnstiftender Produktivität führen. Wer nach Büroschluss noch Mails beantwortet oder in Gedanken schon Gespräche des nächsten Tages vorbereitet, vergibt sich die Chance abzuschalten und aufzutanken. Denn genau das wäre wichtig, weil wir nur über einen begrenzten Vorrat an Willenskraft und gelenkter Aufmerksamkeit verfügen.

Daniel Ammann

Newport, Cal. Konzentriert arbeiten: Regeln für eine Welt voller Ablenkungen. Aus dem Englischen von Jordan T. A. Wegberg. München: Redline, 2017. 271 Seiten.

Die Rezension ist erschienen in Akzente 3 (2018): S. 34.

Tutorinnen und Tutoren schreiben für «Akzente»: Studi-Kolumne 3/2018

Schon seit 2009 schreiben die Tutorinnen und Tutoren des Schreibzentrums für das Magazin der PH Zürich. Im aktuellen Heft 3/2018 von «Akzente» denkt Antonia Stopic in der Studierendenkolumne über das Meckern nach: «Määääähcker