Wahrheit, Hass und Cybermobbing

In Bücher am Sonntag vom 26. Juni 2016 bespricht Daniel Ammann zwei neue Jugendromane, in denen es um Freundschaft, Liebe und den unerbittlichen Kampf um Beliebtheit geht.  Die social media tragen ihren Teil dazu bei. mathieu_Wahrheit_ueber_Amy_cover_web nilsson_Hass_gefaellt_mir_web

Jennifer Mathieu
Die Wahrheit über Amy
Aus dem Amerikanischen von Ivana Marinovic. München: dtv, 2016. 239 Seiten. Ab 14 Jahren.

Johanna Nilsson
Hass gefällt mir.
Aus dem Schwedischen von Maike Dörries. Weinheim: Beltz & Gelberg, 2016. 169 Seiten. Ab 14 Jahren.

 

Amüsanter Nonsens für auf den Nachttisch

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Meer und Rettich
«Aus tosendem weißen Meer rett ich
Dich, meine schöne Gabi.
Doch was nimmst du ängstlich, ja panisch
So grüne Farbe jetzt an?
O Gabi! Sake: Wasabi
Dir denn nur getan?»

(Rezension von Marcel Flütsch)

Wiglaf Droste ist hierzulande noch nicht allzu bekannt, gilt aber vielerorts als personifiziertes Mekka sämtlicher Deutschlehrerwitze.
Der Autor sprüht vor Scharfsinn und Unsinn. Er poesiert über Freundschaft, Katzen, die Weltreligionen, Fussball, Stress, Brüste, Salafisten und ob man Salate eigentlich fisten kann.
Oft wirken die Gedichte wie an eine Klokabinenwand hingeschmiert, andere möchte man am liebsten gülden einrahmen und für den Rest seines Lebens übers Bett hängen.

Das Buch ist bestens geeignet, um in einer freien Minute reinzuschmökern oder abends einige Male in die Bettdecke hineinzukichern. Trotzdem bleibt einem das Kichern nicht selten im Hals stecken und man überdenkt seinen Medienkonsum oder grübelt über die Moral von Drohneneinsätzen in Kriegsgebieten nach. Sämtliche Gedichte sind gespickt mit Wortwitzen und -kreationen für Sprachbegeisterte. Trotz all der humorvollen Zeilen schafft es Droste immer wieder auch ernste Themen auf den Tisch zu bringen, ohne den Leser mit erhobenen Mahnfinger zu belehren oder die Themen zu verulken.

Das pädagogische Publikum wird sich nun womöglich fragen, ob das Buch sich auch in der Schule eignen würde. Die Antwort ist mal mehr, mal weniger: «Habe ich halbegs angemessen gelebt oder nur feige rumgesessen? Viel Wirrsinn und Unfug rührn her vom Penis. Mal wünscht er dieses, mal wünscht er sich jenis.»
Spass macht es auf jeden Fall, und wer wissen möchte, was es mit dem Titel auf sich hat, braucht sich nur das Buch zu besorgen und auf Seite 1 aufzuschlagen.
Wer sich einfach nur den Wiglaf Droste ohne Kleider – und als Bonus noch eine blutte Frau – auf den Nachttisch stellen möchte, ist auch mit dem Titelbild des Buches schon ganz gut bedient.

Wiglaf Droste
Wasabi dir nur getan? 
München: Verlag Antje Kunstmann, 2015
128 Seiten

 

 

Schreiben und Scham

PSY Honegger 2470 COV 150721.inddIn seiner Rezension Schreiben im Affekt befasst sich Tobias Zimmermann mit der Publikation Schreiben und Scham, die im letzten Herbst im Psychosozial-Verlag erschienen ist. In einer Tour d’Horizon geht er schlaglichtartig auf die verschiedenen Beiträge des Sammelbandes ein.

Seine Rezension ist in der Zeitschrift Schreiben erschienen und findet sich hier als PDF.

 

 

 

Nahrhafter Schinken für Schreibcoachs

 

akzente_cover_1_2016_fur_websiteMit dem Schinken ist der Sammelband, der von Stephanie Dreyfürst und Nadja Sennewald herausgegeben wurde, gemeint. Wo im Sammelband herzhaft zugebissen werden kann und wo lieber an anderer Stelle zugelangt werden sollte, lotet Alex Rickert im Online-Medientipp zu Heft 1/2016 von Akzente aus.

Medientipp von Alex Rickert: «Nahrhafter Schinken für Schreibcoachs» oder
als Langtext in der Zeitschrift Schreiben vom 31.10.2015.

Die Entdeckung der Langsamkeit

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Daniel Ammann beschreibt im Medientipp in Heft 1/2016 von «Akzente», wie drei unterschiedliche Menschen sich weder durch Krankheit noch durch widrige Umstände vom Schreiben abhalten lassen. Da ist zum Beispiel Dominique Bauby, der nach einem Hirnschlag völlig gelähmt und der Sprache beraubt ist. Mit Hilfe von blinzeln und einer Alphabettabelle gelingt es ihm, ein ganzes Buch zu diktieren.

Medientipp: Daniel Ammann: «Die Entdeckung der Langsamkeit» (und als PDF hier).

Klassenfoto

4_15_Akzente_FundstueckDas Klassenfoto ist die häufigste fotografische Darstellung von Schule. Es funktioniert als eine Art Kippfigur: Wir sehen einerseits ein Kollektiv, andererseits eine Anzahl von Individuen. So unterstützt das Klassenfoto die Sozialisation einer Schülerin in die Klassengemeinschaft und verleiht zugleich der Klasse als Ganzes ein Gesicht.
Identitätsstiftende Funktionen sind allen Gruppenbildern eigen, ob es sich um Fotos von Familien, Fussballteams oder Firmen handelt. Deshalb hat die PH Zürich bei ihrer Gründung vor 13 Jahren das ganze Kollegium auf der Freitreppe vor dem damaligen Hauptgebäude an der Rämistrasse 57 zum «Klassenfoto» aufgereiht. Die meisten waren zuvor Angehörige eines Lehrerinnen- und Lehrerseminars und wurden von einem Tag auf den anderen zu Hochschulangestellten. Viele der auf dem Bild versammelten Kolleginnen und Kollegen sind heute noch im Amt. Andere sind in Pension gegangen, haben die PH Zürich verlassen oder sind verstorben. Institutionen überdauern Menschen. Diese Tatsache ist sowohl tröstlich wie schmerzlich. Sie trifft auf alle zu, auf die Verwaltungsassistentin wie auf den Rektor. Womit wir bei einem weiteren Aspekt des Gruppenbilds sind: Es macht alle gleich. Damit täuscht es einerseits über die soziale oder hierarchische Wirklichkeit hinweg, in der manche «gleicher als die anderen» sind. Auf der anderen Seite sagt es uns, dass eine Institution alle Mitarbeitenden braucht, und es erinnert daran, dass jede und jeder Einzelne ersetzbar ist.

(Fotografisches Fundstück von Thomas Hermann aus der Zeitschrift «Akzente» 4 (2015): S. 38.)

Vernissage «Schreiben und Reflektieren»

Jetzt ist die Publikation «Schreiben und Reflektieren» da.
Sie führt in die Theorie und Praxis des Reflektierens ein und eröffnet Studierenden wie Dozierenden Zugangsweisen zum Schreiben, Reflektieren und Lernen an Hochschulen.

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Schreiben und Reflektieren: Denkspuren zwischen Lernweg und Leerlauf.
Hrsg. v. M. Honegger, D. Ammann u. T. Hermann. Bern: hep-verlag, 2015. 144 Seiten.

Folgen wir also ihren Denkspuren zwischen Lernweg und Leerlauf und feiern am Mittwoch, 2.12.2015 im Rahmen einer Doppelvernissage (zusammen mit dem Büchlein «start new game») ihr Erscheinen.

Zeit: 17–18 Uhr (18–19 Uhr Vernissage von start new game)
Ort: Mitarbeiterfoyer der PH Zürich (LAA-N010)

Alle Interessierten sowie Autorinnen und Autoren sind herzlich eingeladen. Es gibt eine Lesung, Snacks und Unterhaltung.