Textdiagnose und Schreibberatung

Textdiagnose und SchreibberatungSchreibprofis sind nicht von Natur aus besser. Sie schreiben häufiger, verwen­den mehr Zeit auf ihre Texte und achten auf Aspekte, mit denen ungeübte Schreiberinnen und Schreiber oft überfordert sind. Damit bei der Betreuung schriftlicher Arbeiten etwas von den Experten an die Novizen übergehen kann, müssen Irritationen benannt und Lösungswege skizziert werden. Das von den Autorinnen entwickelte «Bietschhorn-Modell» liefert ein wirksames Instrument, mit dem sich entstehende Texte Schicht für Schicht abklopfen und optimieren lassen. Was funktioniert schon? Dient die Leseführung der thematischen Entfaltung? Passen Informationsdichte und Stil zur Text­sorte? Ausgehend von typischen Stolpersteinen beim Denken und Schreiben zeigen die Verfasserinnen, wie Texte inhaltlich und sprachlich in Form kommen. Ergänzende Ausführungen zum wissenschaftlichen Schreiben und zur Beratungspraxis machen den Titel für Fachdozierende zum nützlichen Hand- und Arbeitsbuch. – Kurzrezension aus den Medientipps der Zeitschrift «Akzente» 2 (2014): S. 34.

Marianne Ulmi, Gisela Bürki, Annette Verhein und Madeleine Marti.
Textdiagnose und Schreibberatung.
Opladen: Barbara Budrich, 2014. 275 Seiten.

Lesen Sie auch die Rezension von Gerd Bräuer in der Zeitschrift Schreiben.

«Was wird wohl euer Vers sein?» (Whitman, Keating und das iPad)

In Dead Poets Society (USA 1989; Regie: Peter Weir) fordert der unkonventionelle Lehrer John Keating seine Schüler immer wieder zum Lesen und zum Schreiben auf. «Wozu nützt dieses Leben?», fragt er mit Walt Whitman in einer der eindringlichsten Szenen des Films. – Sie ist derzeit im TV-Werbspot für das iPad Air zu hören, mit Robin Williams’ Synchronsprecher Peer Augustinski:

Wir lesen und schreiben Gedichte, weil wir zur Spezies Mensch zählen. Und die Spezies Mensch ist von Leidenschaft erfüllt. Und Medizin, Jura, Wirtschaft und Technik sind zwar durchaus edle Ziele, und auch notwendig, aber Poesie, Schönheit, Romantik, Liebe sind die Freuden unseres Lebens. Ich möchte an dieser Stelle Whitman zitieren: «Ich, und mein Leben, die immer wiederkehrenden Fragen, der endlose Zug der Ungläubigen, die Städte voller Narren. Wozu bin ich da? Wozu nützt dieses Leben?
Die Antwort: Damit du hier bist. Damit das Leben nicht zu Ende geht, und deine Individualität. Damit das Spiel der Mächte weiter besteht und du deinen Vers dazu beitragen kannst.»
Damit das Spiel der Mächte weiter besteht und du deinen Vers dazu beitragen kannst. Was wird wohl euer Vers sein?

Siehe auch den Beitrag von Michael Prusse:
«‹Macht euer Leben aussergewöhnlich!›» ph akzente 3 (2012): S. 22–23.

Wir brauchen Literatur!

Harvard-Präsidentin Drew Faust (Davos, 22.1.2014)

«Ohne Fächer wie Literatur und Geschichte gibt es keinen Fortschritt», sagt Drew Faust im Interview mit der NZZ am Sonntag (7.2.2014, S. 27). Die Präsidentin der Harvard University bricht eine Lanze für die Geisteswissenschaften: «Sie lehren uns, die richtigen Fragen zu stellen. Sie helfen uns, die Welt zu verstehen.» In einer auf wirtschaftlichen Erfolg und technischen Fortschritt getrimmten Welt hören wir das gerne. «Literatur erlaubt uns, in die Köpfe anderer Menschen zu sehen und zu verstehen, wie sie die Welt sehen.»
Die Frage ist also nicht, ob Literatur einen unmittelbaren wirtschaftlichen Nutzen bringt, sondern ob und wie sie unser Zusammenleben und Fortkommen in der Welt bereichert. «Die entscheidende Fähigkeit, die uns die Geisteswissenschaften lehren, ist, etwas zu interpretieren, etwas einen Sinn zu geben. Wir werden heute mit Informationen bombardiert. Aber wie trennen wir die wertvollen von den unnützen? Es geht in unserer Welt eben nicht nur um Fakten, sondern auch darum, was sie bedeuten.»

Tutorinnen und Tutoren schreiben für «ph akzente»: Die Studierenden-Kolumne

ph akzente 4/2013Schon seit 2009 schreiben die Tutorinnen und Tutoren des Schreibzentrums für «ph akzente». Im aktuellen Heft zum Thema «Kritik» sucht Michael Sasdi auf Seite 37 ein Zimmer …

Ausstudiert – die Studierenden-Kolumne:
Michael Sasdi: «Zimmersuche in der grossen Stadt.»

«Honig» für Lesebären und -bärinnen

McEwan Honig (Cover)Der neue Ian McEwan über eine Spionin, die Bücher liebte. Serena Frome ist schön, klug und schliesst gerade ihr Mathematik-Studium in Cambridge ab – eine ideale Rekrutin für den MI5. Thomas Hermann stellt den Roman in der NZZ vom 5.10.2012 vor: «Heisse Liebe, Kalter Krieg.» Sonderbeilage BÜCHERHERBST 2013, S. 47.

Ian McEwan: Honig.
Aus dem Englischen von Werner Schmitz.
Zürich: Diogenes, 2013. 464 Seiten.

Nachtrag: Die Aufzeichnung der Veranstaltung mit Ian McEwan im Berliner Ensemble vom 14.10.2013 ist online verfügbar.
McEwan

 

Tell me a story, show me the world!

Tell me a storyGeschichten unterhalten und belehren, fesseln und zeigen uns die Welt. Was Jean Paul über das Bücherlesen sagt, gilt längst für das Erzählen in und mit allen Medien: Geschichten lesen, hören und sehen heisst «wandern gehen in ferne Welten, aus den Stuben, über die Sterne».

Am 13. und 14. September 2013 haben sich 190 Interessierte aus 13 Ländern auf dem Campus der PH Zürich intensiv mit dem Phänomen Storytelling befasst.

Ein Rückblick auf die Internationale Konferenzbericht zum Thema Storytelling im Fremd- und Zweitsprachenunterricht des Fachbereichs Englisch.

Tutorinnen und Tutoren schreiben für «ph akzente»: Quartalspraktikum

Manchmal braucht es viel AusdauerDie Primarschulstudentin und Tutorin des Schreibzentrums Annina Gutmann berichtet von ihren Erfahrungen im Quartalspraktikum und darüber, wie sie ihr Projektziel trotz Startschwierigkeiten doch noch erreichen konnte.

Annina Gutmann: «Manchmal braucht es viel Ausdauer, um ein Ziel zu erreichen.» ph akzente 3 (2013): 24–25.

 

Schreiben als Entdeckungsreise

Schreiben als Entdeckungsreise
E-Book online lesen

Einen guten Text zu schreiben, kann ganz schön anstrengend sein. Das wissen Ungeübte genauso wie routinierte Autoren. Wenn sich Wörter querstellen oder die Ideen ganz ausbleiben, hilft die simple Methode: einfach mal drauflosschreiben. Nicht selten erweisen sich improvisierte Texte als wahre Fundgruben.

(Text als PDF)

Seite 99

Der Anfang verrät viel über einen Roman. Hier entscheidet sich oft, ob man überhaupt weiterliest. Auch die letzten Sätze werden gerne zur Beurteilung eines Werks herangezogen.
Der englischeSchriftsteller Ford Maddox Ford empfiehlt einen ganz anderen Test: «Open the book to page ninety-nine and read, and the quality of the whole will be revealed to you.»
Die «Campaign for the American Reader» hat hierfür einen Blog eingerichtet und bittet zeitgenössische Autoren, ihren eigenen Roman dem «Page 99 Test» zu unterziehen: http://page99test.blogspot.ch/
Machen Sie den Test mit einem Ihrer Lieblingstitel und berichten Sie uns im Kommentar, ob Seite 99 hält, was das Buch verspricht.