Tutorinnen und Tutoren schreiben für «Akzente»: Die Studi-Kolumne 1/16

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Seit 2009 schreiben die Tutorinnen und Tutoren des Schreibzentrums für das Magazin der PH Zürich. In Heft 1/2016 von «Akzente» zum Thema «Tagesschulen – ganzheitlicher Lern- und Lebensraum» macht sich Selwyn Maher über den demokratiepolitischen Preis von Gratiszeitungen Gedanken.

Ausstudiert – die Studierenden-Kolumne:
Selwyn Maher: «Eine dringliche Sache» (und als PDF hier).

start new game – #3

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Das Taxi ist ein alter Käfer, der laut knattert. Die Jugendlichen erschrecken und rennen plötzlich weg. Die Frau wird immer trauriger und trauriger und geht weinend dem Strassenrand entlang. Sie hat wohl zu tief ins Glas geschaut und erinnert sich kaum noch an ihren Heimweg. Als sie plötzlich ein Knattern hört, merkt sie, dass ein Käfer sie verfolgt.
Geschichte Nr. 19 von Julia Capol.

Es gibt nun drei Möglichkeiten, wie die Geschichte weitergehen könnte: Mit merkwürdigem Wetter, unheimlichen Ereignissen oder mit Fallschirmspringern.
Und so funktioniert das Büchlein, das anlässlich unseres Schreibevents zur Schweizer Erzählnacht 2014 entstanden ist: Eine Autorin beginnt eine Geschichte, ein anderer Schreiber treibt sie weiter und eine dritte führt die Geschichte zu Ende und manch eine zu neuen Ufern. Oder wie in diesem Fall verzweigt und verästelt sich die Geschichte.

Die Ausgangslage ist die folgende: «Samstagabend, eine Bar im Zürcher Kreis 4». Dann wird mit Würfeln Emoticons und Gegenstände gewürfelt und schon flitzten die Geschichten in unterschiedliche Richtungen. Wohin, liest sich in start new game, dem Büchlein, das Geschichten von SekundarschülerInnen, Studierenden und Mitarbeitenden der PH Zürich vereint.

Bereits seit 2009 entsteht so jedes Jahr ein Büchlein. Gedruckte Exemplare aller Jahre können weiterhin zu je CHF 2.– beim Schreibzentrum erworben werden.

Zeischwerische Dumbesbahn

ZDB_coverWieder hat Wolf Allemann zugeschlagen, wieder nimmt er sich eine schweizerische Transportikone vor. Nach seinen Romanen Sisswair und Sopt knöpft er sich diesmal die SBB vor und schüttelt die Schweiz ordentlich durch. So heisst dann sein neuer Roman auch Zeischwerische Dumbesbahn. Der Titel ist Programm: Allemann, ein Wortverdreher aus dem zurzachischen Lengnau, würfelt so eine ganz neue Schweizer Geographie zusammen. Der Zug fährt dann von Rebn über Loten und Ogenherzseebuch nach Rüzich, notabene mit Stellwerkstörung im Dankworf.

Für Knobler sind seine Schüttelworte ein gefundenes Fressen, für die Geschichte selbst eher tranig. Ansonsten ist die Geschichte gut strukturiert, Allemann ist ein Systematiker, wie er im Interview der Lengnauer Gewerbe- und Fischereizeitung verrät. So beschreibt er beispielsweise zuerst nur Bänke und Fenster, dann ganze Abteile und schliesslich Landschaften oder lässt am Anfang vor allem Männer in den Abteilen sitzen und in der zweiten Hälfte Frauen.

Solche Beschreibungen spiegeln sich in seiner Sprache wieder, so wie zum Beispiel im Brückengleichnis: Da donnert der Zug über die Brücke der Avi Lama, während sie endlich über den Abgrund ihrer Liebe hinweg tunselt, oder es brettert die Bahn durch den Nebel des Eselandes, während ein rotes Hemd durch seine Langeweile hanst. Wenn getunselt, genödelt oder gehanst wird, sind wir bei einer weiteren Spezialität allemannischen Sprachschaffens: der Wortschöpfung oder, wie es der Autor gerne ausdrückt, der Wortschröpfung. Ein wenig wie bei Hohlers Totenmügerli erschliesst sich vieles, anderes bleibt im Dunkeln und klumpt dann zäh an der Geschichte: «Schwer betottelt schworkt der Hähner im schwarzen Anzug der Toilette zu, ohne dabei zu borken oder zu knären.»

Wie eine Nadel mit Faden zieht Allemann seine Geschichte durch die Züge der SBB aus den letzten fünfzig Jahren, fädelt dabei allerlei Kurz- bis Mikroepisoden auf und verknüpft sie am Ende zu einer schillernden Kette. Ähnlich einem Road-Movie sprengt die Geschichte durch Zeit und Schweiz, mit ständig wechselnden Figuren und Landschaften, von Coupé zu Coupé, bis sie sich irgendwo am Nuja-Pass im Nieselregel verleiert.

Wolf Allemann
Zeischwerische Dumbesbahn
Lengnau: Krüxi, 2016.
222 Seiten

Klassenfoto

4_15_Akzente_FundstueckDas Klassenfoto ist die häufigste fotografische Darstellung von Schule. Es funktioniert als eine Art Kippfigur: Wir sehen einerseits ein Kollektiv, andererseits eine Anzahl von Individuen. So unterstützt das Klassenfoto die Sozialisation einer Schülerin in die Klassengemeinschaft und verleiht zugleich der Klasse als Ganzes ein Gesicht.
Identitätsstiftende Funktionen sind allen Gruppenbildern eigen, ob es sich um Fotos von Familien, Fussballteams oder Firmen handelt. Deshalb hat die PH Zürich bei ihrer Gründung vor 13 Jahren das ganze Kollegium auf der Freitreppe vor dem damaligen Hauptgebäude an der Rämistrasse 57 zum «Klassenfoto» aufgereiht. Die meisten waren zuvor Angehörige eines Lehrerinnen- und Lehrerseminars und wurden von einem Tag auf den anderen zu Hochschulangestellten. Viele der auf dem Bild versammelten Kolleginnen und Kollegen sind heute noch im Amt. Andere sind in Pension gegangen, haben die PH Zürich verlassen oder sind verstorben. Institutionen überdauern Menschen. Diese Tatsache ist sowohl tröstlich wie schmerzlich. Sie trifft auf alle zu, auf die Verwaltungsassistentin wie auf den Rektor. Womit wir bei einem weiteren Aspekt des Gruppenbilds sind: Es macht alle gleich. Damit täuscht es einerseits über die soziale oder hierarchische Wirklichkeit hinweg, in der manche «gleicher als die anderen» sind. Auf der anderen Seite sagt es uns, dass eine Institution alle Mitarbeitenden braucht, und es erinnert daran, dass jede und jeder Einzelne ersetzbar ist.

(Fotografisches Fundstück von Thomas Hermann aus der Zeitschrift «Akzente» 4 (2015): S. 38.)

start new game – #2

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«Wer hat hier ein Taxi bestellt?», ruft ein junger Mann mit Kapitänsmütze durch die Tür. Die beiden schauen sich schnell an, er murmelt: «Bienenstich, Bierschäumchen …», hängt sich bei ihr ein und so verlässt das dreibeinige Paar das Lokal. Vor der Tür werden sie aber von den Jugendlichen aufgehalten, der Rothaarige hält den Taxiführer fest, streckt die Kapitänsmütze der Frau entgegen und brüllt sie wütend an:
Geschichte Nr. 11 von Erik Altorfer

Was sie brüllt, das wissen wir aus Geschichte Nr. 58 von Helen Kaufmann. Was es mit dem dreibeinigen Paar auf sich hat, erfahren wir in Geschichte Nr. 20 von Marcel Flütsch.
Und so funktioniert das Büchlein, das anlässlich unseres Schreibevents zur Schweizer Erzählnacht 2014 entstanden ist: Eine Autorin beginnt eine Geschichte, ein anderer Schreiber treibt sie weiter und eine dritte führt die Geschichte zu Ende und manch eine zu neuen Ufern.

Die Ausgangslage ist die folgende: «Samstagabend, eine Bar im Zürcher Kreis 4». Dann wird mit Würfeln Emoticons und Gegenstände gewürfelt und schon flitzten die Geschichten in unterschiedliche Richtungen. Wohin, liest sich in start new game, dem Büchlein, das Geschichten von SekundarschülerInnen, Studierenden und Mitarbeitenden der PH Zürich vereint.

Bereits seit 2009 entsteht so jedes Jahr ein Büchlein. Gedruckte Exemplare aller Jahre können weiterhin zu je CHF 2.– beim Schreibzentrum erworben werden.

start new game – #1

Flyer Vernissage «start new game»

«Verdammt noch mal, viel länger hätte ich ihn nicht mehr festhalten können. Was habt ihr denn so lange da drin gemacht?»
Geschichte Nr. 58 von Helen Kaufmann

Wer wissen will, wer das sagt und warum in aller Welt, geht zurück zu Geschichte Nr. 11 von Erik Altorfer. Denn nach der Geschichte von Helen Kaufmann ist «game over» und es geht zurück zum Start. Und so funktioniert das Büchlein, das  anlässlich unseres Schreibevents zur Schweizer Erzählnacht 2014 entstanden ist: Eine Autorin beginnt eine Geschichte, ein anderer Schreiber führt sie weiter und manch eine Geschichte zu neuen Ufern.

Die Ausgangslage ist die folgende: «Samstagabend, eine Bar im Zürcher Kreis 4». Dann wird mit Würfeln Emoticons und Gegenstände gewürfelt und schon flitzten die Geschichten in unterschiedliche Richtungen. Wohin, liest sich in start new game, dem Büchlein, das Geschichten von SekundarschülerInnen, Studierenden und Mitarbeitenden der PH Zürich vereint.

Bereits seit 2009 entsteht so jedes Jahr ein Büchlein. Die Vernissage des aktuellen Werks start new game wurde von Amanda Wong und Lukas Ramseier moderiert und fand am 2. Dezember 2015 statt. Gedruckte Exemplare aller Jahre können weiterhin zu je CHF 2.– beim Schreibzentrum erworben werden.

Tutorinnen und Tutoren schreiben für «Akzente»: Die Studi-Kolumne 4/15

04_Akzente_2015_Cover.pdfSeit 2009 schreiben die Tutorinnen und Tutoren des Schreibzentrums für das Magazin der PH Zürich. In Heft 4/2015 von «Akzente» zum Thema «Lernen – die verschiedenen Formen gezielt anwenden» erzählt Selina Schneider, wie lachsrosafarbene Hanteln und mit ihnen der Fitnesswahn in ihrer Wohnung Einzug halten.

Ausstudiert – die Studierenden-Kolumne:
Selina Schneider: «Dem Fitnesswahn ausgeliefert» (und als PDF hier).

Vernissage «Schreiben und Reflektieren»

Jetzt ist die Publikation «Schreiben und Reflektieren» da.
Sie führt in die Theorie und Praxis des Reflektierens ein und eröffnet Studierenden wie Dozierenden Zugangsweisen zum Schreiben, Reflektieren und Lernen an Hochschulen.

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Schreiben und Reflektieren: Denkspuren zwischen Lernweg und Leerlauf.
Hrsg. v. M. Honegger, D. Ammann u. T. Hermann. Bern: hep-verlag, 2015. 144 Seiten.

Folgen wir also ihren Denkspuren zwischen Lernweg und Leerlauf und feiern am Mittwoch, 2.12.2015 im Rahmen einer Doppelvernissage (zusammen mit dem Büchlein «start new game») ihr Erscheinen.

Zeit: 17–18 Uhr (18–19 Uhr Vernissage von start new game)
Ort: Mitarbeiterfoyer der PH Zürich (LAA-N010)

Alle Interessierten sowie Autorinnen und Autoren sind herzlich eingeladen. Es gibt eine Lesung, Snacks und Unterhaltung.

Vernissage «start new game» 2.12.

Flyer Vernissage «start new game»START NEW GAME
Die Publikation aus den beiden Schreib-Events 2014 kommt frisch ab der Presse!

Am Mittwoch, 2.12.2015 feiern wir das Erscheinen des Büchleins im Rahmen einer Doppelvernissage (zusammen mit dem HEP-Band «Schreiben und Reflektieren»).

 

 

 

Zeit: 18–19 Uhr (17–18 Uhr Vernissage von «Schreiben und Reflektieren»)
Ort: Mitarbeiterfoyer der PH Zürich (LAA-N010)

Alle Interessierten sowie Autorinnen und Autoren sind herzlich eingeladen. Es gibt eine Lesung, Snacks und Unterhaltung.

Lassen wir die Spiele beginnen!