Shakespeare’sche Beschimpfungen

Shakespearean InsulterWann haben Sie sich letztes Mal über jemanden geärgert? Haben Sie ihm oder ihr die Meinung gesagt? So richtig… mit Herzblut und Kreativität? Nein? Für Ihren nächsten grossen Ärger, als Inspiration für Ihr nächstes literarisches Schreibprojekt oder einfach bloss, um die jüngste Schreibblockade zu überwinden: Fühlen Sie sich ins Elisabethanische Zeitalter versetzt und lassen Sie sich geschmackvoll beschimpfen vom Shakespearean Insulter.

Seite 99

Der Anfang verrät viel über einen Roman. Hier entscheidet sich oft, ob man überhaupt weiterliest. Auch die letzten Sätze werden gerne zur Beurteilung eines Werks herangezogen.
Der englischeSchriftsteller Ford Maddox Ford empfiehlt einen ganz anderen Test: «Open the book to page ninety-nine and read, and the quality of the whole will be revealed to you.»
Die «Campaign for the American Reader» hat hierfür einen Blog eingerichtet und bittet zeitgenössische Autoren, ihren eigenen Roman dem «Page 99 Test» zu unterziehen: http://page99test.blogspot.ch/
Machen Sie den Test mit einem Ihrer Lieblingstitel und berichten Sie uns im Kommentar, ob Seite 99 hält, was das Buch verspricht.

It was a dark and stormy night

«It was a dark and stormy night; the rain fell in torrents — except at occasional intervals, when it was checked by a violent gust of wind which swept up the streets (for it is in London that our scene lies), rattling along the housetops, and fiercely agitating the scanty flame of the lamps that struggled against the darkness.»

Unter dem Titel Bulwer-Lytton Fiction Contest wird jährlich ein Wettbewerb um den grässlichsten Romananfang ausgetragen. Geehrt wird damit der viktorianische Autor Edward George Bulwer-Lytton, dessen Roman Paul Clifford (1830) mit den Worten «Es war eine dunkle und stürmische Nacht» beginnt. – Snoopys Romane fangen übrigens auch immer so an: «It was a dark and stormy night.»

Nicht-Schreiben tut weh

«Das Schreiben, wenn es gelingt, ist das Großartigste, was dir zustossen kann. Es ist das reine Glück. Nur, geglücktes Schreiben ist nicht immer, so wie geglücktes Leben nicht jeden Tag ist. Die Dichter, die übers Schreiben klagen, meinen gar nicht das Schreiben. Sie sprechen vom Nicht-Schreiben. Nicht schreiben können, das tut weh […].»
Urs Widmer, Vom Leben, vom Tod und vom Übrigen auch dies und das

 

Einfach anfangen

«Es gibt keine menschliche Aktivität, für die sich so leicht Ausreden finden lassen, um sich vor dem Anfangen zu drücken, wie das Schreiben – der Schreibtisch ist zu gross, der Schreibtisch ist zu klein, es ist zu laut, es ist zu ruhig, es ist zu heiss oder zu kalt, zu früh oder zu spät. Im Laufe der Jahre hatte ich gelernt, sie alle zu ignorieren und einfach anzufangen.»
Richard Harris, Ghost (deutsch von Wolfgang Müller)

Richard Harrs‘ Roman The Ghost wurde von Roman Polanski erfolgreich verfilmt: The Ghost Writer.