PH goes Poetry #10 – Was ausser uns und nebenan geschieht

Unter dem Motto «Ausser mir und nebenan | Al di fuori di me e accanto | Ord mamez e dasperas» fand in diesem Jahr die zehnte Jubiläumsausgabe von PH goes Poetry statt. Der beliebte Schreibwettbewerb der PHZH in Kooperation mit der PH Graubünden und der Eidgenössischen Hochschule für Berufsbildung brachte auch diesmal zahlreiche Schreibbegeisterte zusammen, die ihre Gedanken, Beobachtungen und Emotionen zu Papier brachten. Im stimmungsvollen Poetry-Slam-Finale trugen die Finalist:innen ihre Werke live vor – mehrsprachig, klangvoll und voller Ausdruckskraft. Begleitet von aufmerksamem Zuhören und begeistertem Applaus wurde der Abend zu einer literarischen Spurensuche nach Nähe, Distanz, inneren Umbrüchen und kollektiver Kraft.

Das Publikum war wie gewohnt mittendrin: In engagierten Runden wurde diskutiert, mitgefiebert und entschieden, welche Texte die stärkste Resonanz erzeugten. Die Stimmung changierte zwischen leiser Melancholie, scharfem Blick auf die Realität und mitreissendem Aufbruch und wurde von der spürbaren Authentizität und Leidenschaft aller Beteiligten auf der Bühne getragen.

Und das sind die drei Preisträger:innen:

Mit «Al di fuori di me e accanto» rüttelte Lia Salamini das Publikum mit einer kraftvollen poetischen Selbstbefragung auf. Ausgehend von einem bedrückenden Gefühl innerer Leere, Orientierungslosigkeit und gesellschaftlicher Resignation wandelt sich ihr Text in einen mitreissenden Ruf nach Verbundenheit und Solidarität. Ihr starkes Bild vom zarten Gras, das selbst den harten Asphalt durchbricht, wird zur Metapher für gelebten Widerstand: Freude, bedingungslose Liebe und gegenseitiges Festhalten als radikale Akte gegen die Gleichgültigkeit. Ein flammendes Plädoyer dafür, dass wir allein nichts, aber gemeinsam alles sein können.

Markus Weil nahm uns in «Passage» mit in den rastlosen Strom einer Bahnhofsunterführung. Im rasanten Takt vorbeieilender Schritte, flüchtiger Begegnungen und flüchtiger Graffitizeilen entspinnt sein Text ein faszinierendes Spiel mit Identitäten und Lebensentwürfen: Was wäre gewesen, wenn? Mit rhythmischer, präziser Sprache beobachtet der Autor Fremde, die für Augenblicke zu Wegbegleitern, Spiegeln oder Projektionsflächen eigener Hoffnungen und Ängste werden. Ein dynamischer, filmisch erzählter Text über den schmalen Grat zwischen dem Getriebensein in der Masse und dem Innehalten bei sich selbst.

Nadia Gsell zeichnet in ihrem Text «Ausser mir und nebenan» ein feinfühliges Porträt des Erwachsenwerdens. Mit unprätentiösen, bildstarken Worten fängt sie das Spannungsfeld zwischen Vorfreude und Wehmut ein: aus dem vertrauten Kinderzimmer voller Stimmen hinein in die Stille der ersten eigenen Wohnung. Sie zeigt, dass das Flüggewerden nicht vom Alter abhängt, sondern von den Schritten, die man wagt. Am Ende bleibt die tröstliche Erkenntnis: Zuhause ist kein geografischer Ort, sondern ein Gefühl, getragen von Menschen und Erinnerungen, für die keine Distanz zu weit ist.

Der Abend bewies aufs Neue eindrücklich, wie facettenreich und tiefgründig sich ein Leitmotiv entfalten kann: von der Innenwelt zur Begegnung im öffentlichen Raum bis hin zum gesellschaftlichen Miteinander. PH goes Poetry bleibt ein unverzichtbarer Ort, an dem junge Stimmen Gehör finden und Sprache Räume öffnet: für das, was in uns vorgeht, und das, was gleich nebenan auf uns wartet.

Leila Nyfenegger und Nina Steeg; Tutorinnen am Schreibzentrum

Adumbatten – Vergebens – Invano: Schreibwettbewerb 2024

In der 8. Auflage von «PH Goes Poetry» laden das Schreibzentrum der PH Zürich und die Partnerhochschule PH Graubünden dazu ein, Beiträge zum aktuellen Wettbewerbsthema einzureichen. Eine Jury aus Slam-Profis sowie Studierenden und Mitarbeitenden der beiden Hochschulen wählt die besten Texte aus. Die Nominierten treten dann im Herbst zum Finale im «Kafi Schnauz» gegeneinander an. Die Sieger:innentexte werden in einem Live-Voting vom Publikum bestimmt und zu einem späteren Zeitpunkt publiziert.

  • Alle Textarten sind erlaubt.
  • Einreichungen sind auf Deutsch, Italienisch, Rätoromanisch, Französisch oder Englisch möglich.
  • Textlänge: 3000 bis 5000 Zeichen
  • Teilnahmeberechtigt sind eingeschriebene und ehemalige Studierende sowie Mitarbeitende der beiden PHs und Teilnehmende des CAS-Moduls «Literarisches Schreiben».
  • Einsendeschluss: 30. April 2024
  • Preisgeld: 150, 100 bzw. 50 Franken für die ersten drei Ränge.

Einreichungen bitte an Simona Tschumper.

Weitere Informationen zum Schreibwettbewerb und zu früheren Durchführungen im Blog des Schreibzentrums unter tiny.phzh.ch/schreibwettbewerb und tiny.phzh.ch/booklets-schreibwettbewerb.

Download PDF-Flyer

Adumbatten – Vergebens – Invano: concorso letterario 2024

Nell’ottava edizione «PH Goes Poetry», il Centro di scrittura dell’ASP Zurigo e la scuola universitaria partner ASP Grigioni vi invitano a presentare contributi sul tema attuale del concorso. Una giuria di professionisti dello slam nonché di studenti e studentesse e il personale di entrambe le scuole universitarie selezionerà i testi migliori. Le candidate e i candidati si sfideranno poi nella finale che si terrà in autunno al «Kafi Schnauz». I testi vincitori saranno scelti in diretta dal pubblico in una votazione dal vivo e successivamente pubblicati.

  • Sono ammessi tutti i tipi di testo.
  • Gli elaborati possono essere redatti in lingua tedesca, italiana, romancia e inglese.
  • Lunghezza massima: tra i 3000 e i 5000 caratteri.
  • Il concorso è rivolto a studentesse e studenti, a ex studentesse e studenti, a collaboratrici e collaboratori di entrambe le ASP e alle e ai partecipanti del modulo CAS «Literarisches Schreiben».
  • Data di consegna: 30 aprile 2024.
  • Premio in denaro: rispettivamente 150, 100 e 50 franchi per il 1°, 2° e 3° posto.

Inviare gli elaborati a Simona Tschumper.

Download PDF-Flyer

Ulteriori informazioni sul concorso e sulle edizioni precedenti sono disponibili sul Blog des Schreibzentrums

Adumbatten – Vergebens – Invano: Concurrenza da scriver 2024

En la 8avla ediziun dal «PH Goes Poetry» envidan il Center da scriver da la SAP da Turitg e la SAP partenaria dal Grischun d’inoltrar texts tar il tema actual da la concurrenza. Ina giuria da spezialists e spezialistas da slam sco era studentas e students, collavuraturas e collavuraturs dad omaduas scolas autas elegia ils megliers texts. Las persunas nominadas preschentan lur texts l’atun a chaschun dal final en il «Kafi Schnauz». Ils texts dals victurs e da las victuras vegnan eruids entras ina votaziun directa dal public e publitgads pli tard.

  • Tut las sorts da texts èn lubidas.
  • Ils texts pon esser scrits per tudestg, talian, rumantsch ed englais.
  • Lunghezza dal text: 3000–5000 segns.
  • Studentas e students, anteriuras studentas e students e collavuraturas e collavuraturs dad omaduas SAP’s e participants e participantas dal CAS «Literarisches Schreiben» han il dretg da sa participar.
  • Termin da consegna: 30 d’avrigl 2024
  • Premis: CHF 150.– per l’emprim, CHF 100.– per il segund e CHF 50.– per il terz plaz.

Inoltraziun dals texts per plaschair a Simona Tschumper.

Download PDF-Flyer

Ulteriuras infurmaziuns tar la concurrenza da scriver e tar anteriuras occurrenzas èn da chattar en il Blog des Schreibzentrums