{"id":6564,"date":"2026-09-29T06:00:00","date_gmt":"2026-09-29T04:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.phzh.ch\/zhe\/?p=6564"},"modified":"2026-09-25T10:55:23","modified_gmt":"2026-09-25T08:55:23","slug":"zukunftsfaehige-curricula-brauchen-mut-zum-loslassen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.phzh.ch\/zhe\/zukunftsfaehige-curricula-brauchen-mut-zum-loslassen\/","title":{"rendered":"Zukunftsf\u00e4hige Curricula brauchen Mut zum Loslassen"},"content":{"rendered":"\n<p>Text von <a href=\"https:\/\/phzh.ch\/ueber-die-phzh\/organisation\/personen\/mitarbeitendenportraet\/?username=tobias.zimmermann\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Tobias Zimmermann<\/a> und <a href=\"https:\/\/phzh.ch\/ueber-die-phzh\/organisation\/personen\/mitarbeitendenportraet\/?username=daniel.degen\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Daniel Degen<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Ein Informatikdozent stellt fest: Zahlreiche Absolvent:innen seiner Hochschule weisen trotz guter Noten gravierende L\u00fccken auf \u2013 und zwar bei Kompetenzen, die sie laut dem Curriculum h\u00e4tten erwerben sollen. Diese M\u00e4ngel sehe er sowohl im Abschlusskolloquium als auch in den Abschlussarbeiten, \u00abzum Beispiel: keine ingenieurgem\u00e4sse Qualit\u00e4tssicherung durch Testautomation, keine standardkonforme Programmdokumentation, keine Verwendung der in den Modulen gelehrten Entwurfsmuster \u2013 allesamt wichtige Kriterien f\u00fcr die berufliche Kompetenz\u00bb (<a href=\"https:\/\/www.stifterverband.org\/file\/6636\/download\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Quibeldey-Cirkel 2018<\/a>).<\/p>\n\n\n\n<p>Der zitierte Bericht best\u00e4tigt eine Beobachtung aus unserem Alltag: Ein Curriculum kann sich auf dem Papier an Kompetenzen orientieren und de facto trotzdem zur Priorisierung von Stoffvermittlung und vielen summativen Pr\u00fcfungen f\u00fchren, die nachhaltigem Lernen abtr\u00e4glich sind. Wieso?<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Bew\u00e4hrtes pr\u00fcfen und Priorit\u00e4ten aushandeln<\/h2>\n\n\n\n<p>Mit Curriculumentwicklungen wird oft versucht, auf Ver\u00e4nderungen in Wissenschaft, Berufspraxis und Gesellschaft zu reagieren. Technologische Entwicklungen verst\u00e4rken diesen Anspruch. So m\u00fcssen wir heute f\u00fcr alle Bildungsstufen fragen: Wie reagieren wir sinnvoll auf die rasante Ausbreitung von generativer KI? Welche Folgen hat diese Technologie, von Lernprozessen bis zu beruflichen Anforderungsprofilen?<\/p>\n\n\n\n<p>Gleichzeitig bauen neue Erkenntnisse und berufliches K\u00f6nnen auf vorhandenen Grundlagen auf. Curriculumentwicklung muss deshalb stets <a href=\"https:\/\/phzh.ch\/weiterbildung\/alle-weiterbildungen\/weiterbildungsanlass\/?anlassId=144716635\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">zwischen Koh\u00e4renz und Wandel balancieren<\/a>. Eine zentrale Herausforderung dabei ist, f\u00fcr Neues Platz zu schaffen. Bleibt die Arbeitszeit der Lehrenden und die Lernzeit der Studierenden konstant, geht dies nur durch Weglassen von Bisherigem.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"619\" src=\"https:\/\/blog.phzh.ch\/zhe\/files\/2026\/09\/bild_blogbeitrag_tobias_1-1024x619.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6565\" srcset=\"https:\/\/blog.phzh.ch\/zhe\/files\/2026\/09\/bild_blogbeitrag_tobias_1-1024x619.jpeg 1024w, https:\/\/blog.phzh.ch\/zhe\/files\/2026\/09\/bild_blogbeitrag_tobias_1-300x181.jpeg 300w, https:\/\/blog.phzh.ch\/zhe\/files\/2026\/09\/bild_blogbeitrag_tobias_1-768x464.jpeg 768w, https:\/\/blog.phzh.ch\/zhe\/files\/2026\/09\/bild_blogbeitrag_tobias_1-1536x929.jpeg 1536w, https:\/\/blog.phzh.ch\/zhe\/files\/2026\/09\/bild_blogbeitrag_tobias_1-2048x1238.jpeg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Herausforderung der Curriculumentwicklung: Neue Wege anlegen und Koh\u00e4renz wahren <br>(Bildquelle: Damian\/stock.adobe.com)<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Allerdings lassen sich f\u00fcr die meisten bestehenden Themen oder didaktischen Formate gute Gr\u00fcnde finden, weshalb sie erhalten bleiben sollen. Dabei k\u00f6nnen hinter solchen Verteidigungen auch Sorgen \u00fcber Lehrstunden, Besch\u00e4ftigungsgrade oder fachliche Identit\u00e4ten stehen. Bei der Verteilung von Lektionen, Modulen und ECTS-Punkten k\u00f6nnen Einzel- und Gruppeninteressen gegen\u00fcber dem gemeinsamen Vorhaben in den Vordergrund treten, wie <a href=\"https:\/\/hepverlag.s3.eu-central-1.wasabisys.com\/production\/general\/hoehere_fachschulen_in_der_schweiz_1auflage_22_oa.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Bach und Zellweger (2022)<\/a> beschreiben. Sie empfehlen deshalb, bei der Entwicklung berufsorientierter Curricula zun\u00e4chst ein gemeinsames Kompetenzprofil und didaktische Leitlinien zu entwickeln, bevor einzelne Elemente in den Blick genommen werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Verst\u00e4ndigung ist aus unserer Sicht zentral: Sie erleichtert nicht nur schwierige Entscheidungen wie das Aufgeben von Lernzielen oder das Abschaffen bisheriger Pr\u00fcfungsformate, sondern erh\u00f6ht auch die Wahrscheinlichkeit, dass das Kollegium die \u00c4nderungen mittr\u00e4gt: Ein gestrichenes Lernziel mag zwar weiterhin fachlich sinnvoll sein, aber eben weniger Gewicht haben als ein neues Ziel, auf das man sich geeinigt hat.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Fachwissen f\u00fcr eigenst\u00e4ndiges Denken nutzen<\/h2>\n\n\n\n<p>Was soll durch das Loslassen m\u00f6glich werden? Wir diskutieren dies anhand der Future-Skills-Debatte. So warnte <a href=\"https:\/\/phzh.ch\/contentassets\/b7faebb8988e4ea78a136e69c48ceea9\/praesentation_barbara_getto_phzh.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Barbara Getto<\/a> am \u00abDialog terti\u00e4re Bildung\u00bb im Mai 2026 davor, Fachwissen durch die Gegen\u00fcberstellung mit vermeintlich neuen Zukunftskompetenzen abzuwerten. F\u00fcr die Entwicklung von Curricula bedeutet dies, dass ein Kollegium eine gemeinsam getragene Vorstellung davon entwickeln sollte, wie Studierende die zu erwerbenden Kompetenzen k\u00fcnftig einsetzen sollen.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit Blick auf Future Skills ist das Konzept der <em>Epistemic Agency<\/em> von <a href=\"https:\/\/link.springer.com\/article\/10.1007\/s10734-023-01142-5\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Nieminen und Ketonen (2023)<\/a> hilfreich: Studierende sollen Wissen eigenst\u00e4ndig beurteilen, hervorbringen, nutzen und ver\u00e4ndern k\u00f6nnen. Der Begriff l\u00e4sst sich am besten mit epistemischer Handlungsf\u00e4higkeit \u00fcbersetzen. Im Zentrum steht das fach- und\/oder professionsbezogene Verh\u00e4ltnis der Studierenden zum Wissen:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>K\u00f6nnen sie fachliche Aussagen hinterfragen und begr\u00fcndet an deren Weiterentwicklung mitwirken?<\/li>\n\n\n\n<li>Erfahren sie sich als Personen, deren Beitr\u00e4ge auch ausserhalb der Pr\u00fcfungssituation Bedeutung haben?<\/li>\n\n\n\n<li>K\u00f6nnen sie berufliche Problemstellungen und gesellschaftliche Wertvorstellungen gegeneinander abw\u00e4gen und eigenst\u00e4ndige Gewichtungen setzen?<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Um sich solchen Fragen zu stellen, brauchen Studierende verschiedenartige Gelegenheiten, ihr Wissen und ihre Haltungen zu erproben und zu hinterfragen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"688\" height=\"469\" src=\"https:\/\/blog.phzh.ch\/zhe\/files\/2026\/09\/bild_blogbeitrag_tobias_3.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6566\" srcset=\"https:\/\/blog.phzh.ch\/zhe\/files\/2026\/09\/bild_blogbeitrag_tobias_3.jpg 688w, https:\/\/blog.phzh.ch\/zhe\/files\/2026\/09\/bild_blogbeitrag_tobias_3-300x205.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 688px) 100vw, 688px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Epistemische Handlungsf\u00e4higkeit: Wissen pr\u00fcfen, Verbindungen herstellen, eigene Beitr\u00e4ge einbringen <br>(Grafik von T. Zimmermann)<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Lernwege \u00f6ffnen und fachlich begleiten<\/h2>\n\n\n\n<p>Gerade im Umgang mit generativer KI gewinnt diese Perspektive an Gewicht. Auch wenn KI-Output heute fachlich meist weitgehend richtig ist, fehlt ihm oft der Bezug zum konkreten Kontext. Zudem sind die meisten KI-Chatbots darauf trainiert, mit ihren Aussagen die Nutzenden zu best\u00e4tigen.<\/p>\n\n\n\n<p>Umso bedeutsamer ist es, Curricula von der Volksschule \u00fcber die Sekundarstufe II bis zur Terti\u00e4rstufe darauf auszurichten, dass Lernende Kompetenzen und nicht bloss Wissen erwerben. Das bedeutet nach unserem Verst\u00e4ndnis, dass Studierende insbesondere auf der Terti\u00e4rstufe ganz bewusst \u00abdas Steuer\u00bb ihres eigenen Lernprozesses \u00fcbernehmen. Zudem sollen sie sich dieser Steuerung bewusst sein und sie reflektieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Vielversprechende Ideen f\u00fcr die Umsetzung in die Praxis liefert <a href=\"https:\/\/www.tandfonline.com\/doi\/full\/10.1080\/14703297.2026.2726895?af=R\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Tsao (2026)<\/a>, der Lernen als vernetztes Erkunden versteht. Dabei entstehen neue Verbindungen, und auch Umwege k\u00f6nnen produktiv sein. Aus diesem Verst\u00e4ndnis lassen sich Lernaufgaben ableiten, die eigenst\u00e4ndiges Denken herausfordern (sogar bei frei verf\u00fcgbarer KI). Zwei Beispiele:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Studierende k\u00f6nnten eine KI-generierte Handlungsempfehlung mit ihren eigenen Beobachtungen aus der Berufspraxis abgleichen, Widerspr\u00fcche untersuchen und eine eigenst\u00e4ndige Empfehlung erarbeiten.<\/li>\n\n\n\n<li>In naturwissenschaftlichen oder Ingenieur-Studieng\u00e4ngen k\u00f6nnten Studierende ein unerwartetes Messresultat theoretischen Modellen, Simulationen, Fachliteratur und KI-generierten Erkl\u00e4rungen gegen\u00fcberstellen, unterschiedliche Hypothesen entwickeln und durch weitere Messungen pr\u00fcfen.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Entscheidend ist bei solchen Aufgabestellungen nicht die eine richtige L\u00f6sung. Vielmehr geht es darum, welche Quellen Studierende heranziehen, wie sie Alternativen abw\u00e4gen und weshalb sie Ideen weiterverfolgen oder verwerfen. Solche Lernprozesse sind \u00abKI-resilient\u00bb, weil sie auf die F\u00e4higkeit zielen, das eigene Urteil zu entwickeln und zu verantworten. Studierende lernen dabei, mit verschiedenen Quellen umzugehen: Fachtexte, Gespr\u00e4che, eigene Erfahrungen oder eben auch KI-Instanzen.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Lernwege brauchen Zeit und Orientierungshilfen. Die Arbeit der Lehrenden besteht somit nicht mehr darin, den ganzen Lernweg exakt vorzugeben. Zentral wird es, die Studierenden angemessen bei ihren Erkundungen zu begleiten und sie zu unterst\u00fctzen, Zusammenh\u00e4nge zu pr\u00fcfen und ihre Denkwege weiterzuentwickeln. Mit zunehmender Kompetenz der Studierenden k\u00f6nnen die Lehrenden ihre begleitende Unterst\u00fctzung reduzieren.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"559\" src=\"https:\/\/blog.phzh.ch\/zhe\/files\/2026\/09\/bild_blogbeitrag_tobias_2-1024x559.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6567\" srcset=\"https:\/\/blog.phzh.ch\/zhe\/files\/2026\/09\/bild_blogbeitrag_tobias_2-1024x559.jpeg 1024w, https:\/\/blog.phzh.ch\/zhe\/files\/2026\/09\/bild_blogbeitrag_tobias_2-300x164.jpeg 300w, https:\/\/blog.phzh.ch\/zhe\/files\/2026\/09\/bild_blogbeitrag_tobias_2-768x419.jpeg 768w, https:\/\/blog.phzh.ch\/zhe\/files\/2026\/09\/bild_blogbeitrag_tobias_2-1536x838.jpeg 1536w, https:\/\/blog.phzh.ch\/zhe\/files\/2026\/09\/bild_blogbeitrag_tobias_2-2048x1117.jpeg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Studierende untersuchen gemeinsam ein unterwartetes Ergebnis.<br>(Bildquelle: Eni\/stock.adobe.com, generiert mit KI)<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Sollen Curricula weiterentwickelt werden, um Future Skills st\u00e4rker zu adressieren, stehen wir also vor der eingangs geschilderten Problematik: Werden epistemische Erkundungsauftr\u00e4ge bloss zum bisherigen Programm addiert, wird das Curriculum \u00fcberladen, und die neuen Elemente werden als St\u00f6rung empfunden. Die Zeitknappheit wird dann vermutlich mit altbew\u00e4hrten Mustern angegangen, wie es der eingangs zitierte Dozent bem\u00e4ngelt: Bildungsinstitutionen und Lehrende setzen auf summative Wissenspr\u00fcfungen, wodurch Studierende ihr Lernen zweckrational auf die kurzfristige Reproduktion pr\u00fcfungsrelevanten Wissens ausrichten. Auf der Strecke bleibt der tiefgreifende Kompetenzerwerb.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Beurteilung ver\u00e4ndern und Freir\u00e4ume sichern<\/h2>\n\n\n\n<p>Das Loslassen betrifft deshalb auch Beurteilungsformate. Um bei unserem Beispiel zu bleiben: Wer m\u00f6chte, dass Studierende auch zukunftsorientierte Kompetenzen wie Kommunikationsf\u00e4higkeiten, Ambiguit\u00e4tstoleranz oder systemisches Denken entwickeln, muss dies nicht nur in Lernzielen festhalten. Vielmehr muss das ganze Constructive Alignment angepasst werden: Neben fachlich sinnvollen Lehr-Lern-Arrangements betrifft dies vor allem die Beurteilung.<\/p>\n\n\n\n<p>Es ist empirisch erwiesen, dass summative Anforderungen die Aufmerksamkeit der Studierenden binden und ihr Engagement f\u00fcr formative Lerngelegenheiten reduzieren, die f\u00fcr den Kompetenzaufbau zentral sind (<a href=\"https:\/\/www.pedocs.de\/volltexte\/2024\/30871\/pdf\/Zimmermann_2024_Leistungsbeurteilungen_an_Hochschulen.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Zimmermann 2024<\/a>). So k\u00f6nnte f\u00fcr unser Beispiel ein gemeinsames Praxisprojekt anstelle mehrerer isolierter Modulpr\u00fcfungen eingef\u00fchrt werden. In diesem entwickeln Studierende allein oder in Gruppen eine fachlich begr\u00fcndete L\u00f6sung, erhalten R\u00fcckmeldungen und \u00fcberarbeiten sie (z.B. im Rahmen von Challenge-based Learning, Service Learning oder komplexen Fallbearbeitungen). Erst anschliessend werden ausgew\u00e4hlte Aspekte summativ beurteilt. Ein solches mehrphasiges Vorgehen erm\u00f6glicht den Studierenden, ihre epistemische Handlungsf\u00e4higkeit weiterzuentwickeln, indem sie eigene Entscheidungen treffen und R\u00fcckmeldungen eigenverantwortlich verarbeiten d\u00fcrfen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Wirksame Curriculumentwicklung verlangt Ver\u00e4nderungsbereitschaft<\/h2>\n\n\n\n<p>Damit der beschriebene Change funktioniert, sind Absprachen \u00fcber Fach- und Modulgrenzen hinweg n\u00f6tig: Werden z.B. die isolierten Modulpr\u00fcfungen trotzdem weitergef\u00fchrt oder zahlreiche Zwischenschritte des Praxisprojekts benotet, droht f\u00fcr Lehrende wie Studierende \u00dcberlastung sowie der R\u00fcckfall in nicht kompetenzorientierte Praktiken. Deshalb ist die Verst\u00e4ndigung dar\u00fcber wichtig, welche R\u00fcckmeldungen den Lernprozess voranbringen und welche Beurteilungsformate f\u00fcr eine tragf\u00e4hige Abschlussbeurteilung zielf\u00fchrend sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Die gew\u00fcnschte Ver\u00e4nderungsbereitschaft betrifft damit auch die Bildungsinstitution. So betonte <a href=\"https:\/\/phzh.ch\/contentassets\/b7faebb8988e4ea78a136e69c48ceea9\/praesentation_marlene_wirth_phzh.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Marl\u00e8ne Wirth<\/a> am erw\u00e4hnten Dialog-Anlass, die Zukunftsf\u00e4higkeit der Institution sei Voraussetzung daf\u00fcr, die Future Skills der Studierenden konsequent zu f\u00f6rdern. Unsere These lautet deshalb: Curriculumentwicklung verlangt von Institutionen selbst die Bereitschaft zu jenen Ver\u00e4nderungen, die sie bei Studierenden f\u00f6rdern wollen. Zukunftsf\u00e4hige Curricula entstehen somit dann, wenn der Mut zum Loslassen Raum f\u00fcr Neues schafft und die damit einhergehenden Ver\u00e4nderungen auch in die Weiterentwicklung der Institution als Ganzes einfliessen.<\/p>\n\n\n<pre class=\"wp-block-preformatted\">INFOBOX<strong><br \/><\/strong><br \/><strong><a href=\"https:\/\/phzh.ch\/weiterbildung\/alle-weiterbildungen\/weiterbildungsanlass\/?anlassId=144716635\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Netzwerkanlass \u00abCurricula im Spannungsfeld von Koh\u00e4renz und Wandel\u00bb, 10. November 2026, PH Z\u00fcrich<\/a><\/strong><br \/><br \/>Im Gespr\u00e4ch mit G\u00e4sten und Publikum thematisieren wir anhand von Beispielen aus der Praxis, wie es in Studieng\u00e4ngen der Terti\u00e4rstufe gelingen kann, Curricula laufend zu aktualisieren und zugleich koh\u00e4rent zu halten. Besch\u00e4ftigen wird uns dabei, wie Bestehendes bewusst losgelassen und Raum f\u00fcr Neues geschaffen werden kann.<br \/>Das dialogische Format mit anschliessendem Ap\u00e9ro erm\u00f6glicht vielseitigen Austausch.<br \/><br \/><strong>Literaturempfehlung<\/strong><br \/><br \/>Der Beitrag von Dagmar Bach und Franziska Zellweger erl\u00e4utert Curriculumentwicklung aus einer kompetenzorientierten Perspektive, bezogen auf professionsorientierte Bildungsg\u00e4nge an H\u00f6heren Fachschulen und Fachhochschulen:<br \/><br \/><a href=\"https:\/\/www.hep-verlag.ch\/hoehere-fachschulen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><em>Dagmar Bach &amp; Franziska Zellweger, 2022: Entwicklung berufsorientierter Curricula. In H\u00f6here Fachschulen in der Schweiz: Herausforderungen und Perspektiven<\/em><\/a><\/pre>\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Zu den Autoren<\/h2>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-media-text is-stacked-on-mobile\" style=\"grid-template-columns:23% auto\"><figure class=\"wp-block-media-text__media\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"400\" height=\"560\" src=\"https:\/\/blog.phzh.ch\/zhe\/files\/2026\/09\/foto_tobias_zimmermann_sept_2026.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6568 size-full\" srcset=\"https:\/\/blog.phzh.ch\/zhe\/files\/2026\/09\/foto_tobias_zimmermann_sept_2026.jpg 400w, https:\/\/blog.phzh.ch\/zhe\/files\/2026\/09\/foto_tobias_zimmermann_sept_2026-214x300.jpg 214w\" sizes=\"auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/><\/figure><div class=\"wp-block-media-text__content\">\n<p><a href=\"https:\/\/phzh.ch\/ueber-die-phzh\/organisation\/personen\/mitarbeitendenportraet\/?username=tobias.zimmermann\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Tobias Zimmermann<\/a> ist Leiter des <a href=\"https:\/\/phzh.ch\/ueber-die-phzh\/organisation\/prorektorat-weiterbildung-und-dienstleistungen\/abteilung-hochschuldidaktik-und-erwachsenenbildung\/zentrum-fuer-hochschuldidaktik-und-entwicklung\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Zentrums f\u00fcr Hochschuldidaktik und -entwicklung (ZHE)<\/a> der <a href=\"http:\/\/www.phzh.ch\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">PH Z\u00fcrich<\/a>.<\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-media-text is-stacked-on-mobile\" style=\"grid-template-columns:23% auto\"><figure class=\"wp-block-media-text__media\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"708\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/blog.phzh.ch\/zhe\/files\/2026\/03\/foto_Daniel_Degen-708x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6440 size-full\" srcset=\"https:\/\/blog.phzh.ch\/zhe\/files\/2026\/03\/foto_Daniel_Degen-708x1024.jpg 708w, https:\/\/blog.phzh.ch\/zhe\/files\/2026\/03\/foto_Daniel_Degen-207x300.jpg 207w, https:\/\/blog.phzh.ch\/zhe\/files\/2026\/03\/foto_Daniel_Degen.jpg 759w\" sizes=\"auto, (max-width: 708px) 100vw, 708px\" \/><\/figure><div class=\"wp-block-media-text__content\">\n<p><a href=\"https:\/\/phzh.ch\/ueber-die-phzh\/organisation\/personen\/mitarbeitendenportraet\/?username=daniel.degen\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Daniel Degen<\/a> ist Leiter des <a href=\"https:\/\/phzh.ch\/ueber-die-phzh\/organisation\/prorektorat-weiterbildung-und-dienstleistungen\/abteilung-hochschuldidaktik-und-erwachsenenbildung\/zentrum-berufs-und-erwachsenenbildung\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Zentrums Berufs- und Erwachsenenbildung<\/a> der <a href=\"http:\/\/www.phzh.ch\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">PH Z\u00fcrich<\/a>.<\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Text von Tobias Zimmermann und Daniel Degen Ein Informatikdozent stellt fest: Zahlreiche Absolvent:innen seiner Hochschule weisen trotz guter Noten gravierende L\u00fccken auf \u2013 und zwar bei Kompetenzen, die sie laut dem Curriculum h\u00e4tten erwerben sollen. 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