Über das Projekt

Das Forschungsprojekt «Visualisierte Berufswünsche: Potenziale der Fotografie für Berufsberatung und Berufswahlunterricht» wird in Zusammenarbeit von Pädagogischer Hochschule Zürich und als Praxispartner vom Laufbahnzentrum der Stadt Zürich, Dr. Daniel Jungo durchgeführt. Ziel des Projektes ist es, visuelle Strategien durch die Arbeit mit Fotos verstärkt für Prozesse des Berufsberatung und des Berufswahlprozesses an den Sekundarschulen (Typ A, B und C) zu nutzen. Dies geschieht im Hinblick auf die seit einiger Zeit im englischsprachigen Raum feststellbare Tendenz, Beratung verstärkt in narrative Prozesse der Kommunikation einzubinden.

In diesem Zusammenhang sollen zwei Teilprojekte durchgeführt werden:

  1. Ein Teilprojekt Berufsberatung, das an die Ansätze des «Sortierens von Berufsfotos» und des Foto-Interessen Tests (F-I-T) ansetzt. Während bei den Berufsfotos bisher eher testorientierter Konzepte angewandt wurden, greift das Projekt auf Überlegungen Cochrans zurück, «vocational card sort» in einen narrativen Beratungskontext zu stellen. Daran anknüpfend wird das vorliegende Projekt neue Modelle der Nutzung visueller Methoden in der Berufsberatung entwickeln.
  2. Aufbauend auf Vorarbeiten an der PH Zürich zur Integration visueller Elemente in den Berufswahlprozess, wird ein didaktisches Modell entwickelt und evaluiert, welches auf dem Konzept von «Photovoice» (vgl. Wang/ Burris 1994, 1997) beruht. Fotos sollen in einer ersten Phase der Berufswahlunterrichts in den Sekundarschulen des Typs A, B und C dazu genutzt werden, um den Stand der Überlegungen zur Berufswahl zu erheben, welcher bei den Schülerinnen und Schüler bereits besteht. Dabei geht das Projekt von der Hypothese aus, dass Schülerinnen und Schüler, die sprachlich weniger gewandt sind (z.B. Schülerinnen mit Migrationshintergrund oder schwächeren Leistungen im Sprachunterricht), die mit der Berufswahl verbundene individuelle Problematik häufig besser über visuelle Imaginationen und darauf bezogene narrativen Ausführungen bearbeiten können als über die ausschliesslich sprachliche Kommunikation. Visualisierte Formen des Ausdrucks von Berufswünschen bilden für diese Gruppe zusammen mit Schnupperlehren eine Möglichkeit, den Berufswahlprozess anschaulicher und erfahrbarer zu machen.

Beide Teilprojekte sollen praktisch wirksame Ergebnisse im Sinne von Handlungsempfehlungen und Materialien für die Berufswahlpraxis und den Berufswahlunterricht in den Schulen ergeben, welche über den Praxispartner in den Berufsberatungen und Sekundarschulen verbreitet wird. Geplant sind dazu eigenständige Veröffentlichungen und die Integration in bestehende Werke wie das Berufswahltagebuch (Egloff/ Jungo 2010 a).